Naja, so ganz kann ich die Klappe nicht halten, wenn die Nachrichten davon voll sind – wobei, ergeht man sich da nciht ein bisschen arg in den Details? Natürlich muss die Sache aufgeklärt werden, wenn da zehn Taliban und 90 Zivilisten getötet werden, oder doch dreißig Taliban und hundert Zivilisten, oder vielleicht … aber letztlich ist doch das Zahlenverhältnis gar nicht so wichtig. Da sind viele Menschen gestorben, verbrannt und verstümmelt, und egal, wie sich Herr Jung im Schönreden hervortut, es waren Zivilisten dabei, und das vermutlich in signifikanter Zahl – ein Bombenangriff, ausgeführt von amerikanischen Bombern, befohlen von einem Offizier der Bundeswehr, der eine nicht unbeträchtliche Zahl von zivilen Opfern fordert. Was will man uns damit beweisen? Dass „wir“ wehrhaft sind? Dass die Bundeswehr sich nicht vorführen lässt? Dass Herr Jung die Aktion mit voller Kraft verteidigt, ist vollkommen klar – es geht schließlich um seinen Allerwertesten, und es geht ja auch noch um den Wahlkampf.
Dass die Linke, die sich als einzige im Bundestag vertretene Partei, die gegen Kampfeinsätze der Bundeswehr ist, jetzt zum Halali ansetzt, ist natürlich und auch durch und durch aus deren Sicht berechtigt. Aber auf der anderen Seite lässt sich solch ein Angriff natürlich auch für die CDU gut umsetzen, am rechten Rand wird die Bomberei sicherlich begrüßt.
Die Gefahr, die jetzt besteht, ist ein ernsthafter Terroranschlag gegen deutsche Soldaten oder auch hier in Deutschland – etwas, mit dem man schön Angst machen kann und die Menschen wieder schön zu Frau Merkel drängen kann – der Bombenangriff auf die Tanklastzüge provoziert sowas ja auch … Gewalt erzeugt Gegengewalt, und jeder Angriff in Afghanistan, jeder Monat der Beatzung, erzeugt wunderbar importierbaren Terrorismus. Wenn wir uns bisher noch nciht genug Angst haben einjagen lassen, dann muss man halt den Druck erhöhen …
Ach, ich spekuliere .. aber wenn wenige Wochen vor einer wichtigen Wahl so folgenschwere Sachen passieren, muss man halt immer fragen, ob sie zufällig an einem solchen Zeitpunkt passieren …
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Quick – Bombenangriff in Afghanistan
September 7, 2009
Quick – Afghanistan
Juni 25, 2009Wieder sind deutsche Soldaten gestorben, wieder gibt es eine Menge Betroffenheit, und ganz nebenbei ergeht sich der Verteidigungsminister in Kriegsministerlyrik – da hat sich offenbar jemand im Job vertan. Mich macht vor allem eines betroffen: Da spricht dieser Minister, dieser Franz Josef Jung, davon, dass „wir“ – also seine Soldaten – dort „dem Terrorismus entgegentreten“. Das ist nichts anderes als eine freche Lüge. Dort wird Terrorismus geweckt, gezüchtet, gehegt und gepflegt und die dortigen Soldaten auch aus Deutschland sind der Dünger.
Wenn man in fremde Länder eindringt, egal mit welchem vordergründigen Ziel, wird man dort selten große Freude wecken, und in diesem Fall weckt man einfach nur Hass und immer mehr Hass – warum sonst sind Menschen bereit, sich selbst umzubringen, wenn sie auch ein paar Soldaten mitnehmen können? Klare Sache also, mit den kriegerischen Tönen des Herrn Jung und immer weiterer kriegerischer Aktivität der Bundeswehr wird man vielleicht noch einen kräftigen Anschlag in Deutschland generieren, woraus man von Seiten der CDU sicherlich auch noch ein paar Stimmen gewinnen kann.

Quick – Erinnerungen für Nachgeborene IX
Februar 23, 2009Wer nach 89 aufgewachsen ist, wird es sich nicht wirklich vorstellen können. Früher war es absolut normal, dass Tiefflieger über die Landschaft donnerten, hier im Bergischen manchmal kaum höher als die Höhenzüge ringsum. An manchen Tagen kamen die „Beschützer“ – wie wir politisch-zynisch sagten – alle paar Minuten, und sorgten für bellende Hunde, weinende Kinder und Ohrenschmerzen. Sehr angenehm, dass sich die Bundeswehr solche Fliegerei nicht mehr leisten kann.

Zwischenruf: Alte Männer mit Peitschen
Mai 23, 2008Was klingt, wie ein ganz schmuddeliges Video, dreht sich natürlich um Indiana Jones, der vierte Teil. Den habe ich nämlich gestern gesehen, also gestern Abend in Köln und auf Englisch – dummer Fehler, mein Englisch ist nur mittelmäßig und wie soll man da all die genuschelten Gags verstehen … dumme Sache, wenn andere MitinsKinoGeher Leute anschleppen, die nur mitkommen wollen, wenn der Film im Originalton gezeigt wird. Ich find es gut, dass bei uns Filme synchronisiert werden! Auf Deutsch kann man sie nämlich besser verstehen. (Übrigens schaue ich mir recht häufig Sachen auf Englisch an, allerdings erst, wenn ich sie auf Deutsch schon kenne.)
Also zum Film: Jepp, Indy-Feeling pur. Der trockene Humor, einige wunderbar unrealistische Szenen, grandiose Verbeugungen vor anderen Filmen des Abenteuer-Genres, abgedrehte optische Gags, nette Ekeleffekte, ein wirklich guter Sidekick zum alten Mann, eine Frau an Indys Seite, die ihm erst kräftig einheizt und sich dann von einem eher dämlichen Spruch zu einem verliebten Teenager wandeln lassen darf. Hach, da gibt es einfach viel zu lachen, man kann sich unterhalten lassen, wie man außer von Stephen Spielberg nur selten von jemandem unterhalten werden kann. Nebenbei spielt Harrison Ford auch wirklich gut, es gibt hübsche Momente, die man so gar nicht erwartet hätte …
Irgendwie machte mich der Film fast sentimental. Ich habe die ersten Teile natürlich nicht im Kino gesehen, so alt bin ich ja nun auch nicht, aber als ich – was eine dieser doofen Geschichten ist, die sich mit den Jahren so ansammeln – bei der Bundeswehr war, hatten wir da einen Flipper, einen Pinball, den man mit einer Pistole startete. Dieser Indiana Jones-Flipper war eine der wenigen kleinen Freuden, die man bei dieser starken Truppe – *kicher* – hatte. Das Ding war damals schon nicht mehr der neueste Schrei, und dieses unselige Geschehen – also meine Anwesenheit bei den Flecktarnäffchen – liegt nunmehr mehr als ein Jahrzehnt zurück. Da ist das erste Anspielen des Indy-Motivs schon irgendwie ein schräger Moment.
Achso, klar, ich muss ins Kino, ganz bald, möglichst noch heute … Indy 4 schauen … auf Deutsch!