
Zwischenruf: Anwälte sind schlimme Finger – ja, klar, wissen wir …
März 4, 2008Ja, hier geht es denn wieder um einen Film, um „Michael Clayton” nämlich. Dieser von George Clooney gespielte skrupellose Ausputzeranwalt bekommt über die Länge eines Films so etwas wie ein Gewissen. Was sagt uns dieser leider nur mäßig spannende Film? Das Anwälte fiese Menschen sind, und nur George Clooney ein Gewissen hat? Dass das Justizsystem der USA eigentlich nicht funktioniert, aber letztlich von einem braven Mann, der noch mal den dreh bekommt, durchaus gerettet wird? Och Leute, was soll denn das? Erstmal ist das doch eigentlich alles schon bekannt. Meine Güte, in „Erin Brockovich” geht es um das gleiche Thema, ist da aber nicht so verquast, viel unterhaltender und Julia Roberts schmeichelt dem männlichen Auge auch viel mehr, als der Clooney …Interessant ist allerdings die Medienberichterstattung über diesen Film. Da wird von „politisch” gesprochen, von „kritisch” - geht es auch ein bisschen kleiner? Bei uns ist jeder Tatort kritischer, die Lindenstraße politischer.
Das ein solcher Film, der etwas verquast auf Kunst macht, aber einfach nicht seiner eigenen Geschichte dienen kann und letztlich völlig belanglos bleibt, für einen Oscar nominiert wurde, zeigt wieder mal, dass man sich bei der Oscar-Jury gern mal blenden lässt. Tilda Swinton, die den Oscar bekam, zeigt auch wirklich gutes Handwerk, keine Frage, ob sie besser war, als die anderen nominierten, kann ich nicht beurteilen, da ich die anderen Filme nicht gesehen habe. George Clooney zeigt aber nur ein hübsches Gesicht und sehr wenig schauspielerische Qualität, noch etwas, was den Film nicht gerade grandios macht …