Mit ‘stephen king’ verschlagwortete Einträge

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Ein Filmtag

Dezember 17, 2008

Immer wenn es weihnachtet, dann verzichte ich darauf, Schauspielunterricht zu geben und mach es mir bequem. Da wir in unserem kleinen Theater einen Beamer und eine Dolby-fähige Lautsprecheranlage haben, kann man es quasi in ein kleines Kino verwandeln. Und dann schaut man mit allen drei Kursen Filme … insgesamt sogar vier, weil die Großen zu zwei Filmen zu begeistern waren.

Die Braut des Prinzen

Die gar nicht so bekannte Filmversion des Kultbuchs „Die Brautprinzessin“ war Film Nummer 1. Der Film für die kleinen Darsteller zwischen 10 und 13 Jahren. Die gruselten sich ganz nett bei den Ratten von außergewöhnlicher Größe. Haben viel gelacht, fanden die Geschichte ziemlich gut – und ich war wieder begeistert von den vielen kleinen guten Witzen, von dem Spiel mit den Ebenen, von der liebevollen Art, wie der Film mit seinen Helden umgeht. Ich mag den Keks, äähh, Film.

Stand By Me – Geheimnis eines Sommers

Hm, das war eine schnelle Entscheidung, die ich der Gruppe eigentlich aufoktroyiert habe, und siehe da, die coolen Jugendlichen schmelzen bei der Geschichte von vier Zwölfjährigen dahin … immer wieder interessant, was passiert, wenn man gute Filme mitbringt, egal ob die cool sind, oder nicht. Und ich bin natürlich wieder begeistert, zum wievielten Mal auch immer. Weil die Dialoge so cool sind, weil so viele Wahrheiten nebenbei gesagt werden, weil natürlich auch immer das Buch in meinem Hinterkopf die Hintergrundgeschichte erzählt – immer wieder ein angenehmer Filmgenuss.

Das Leben des Brian

Der Klassiker von Monty Python, selig sind die Skifahrer, und so weiter. Es sollte halt was lustiges sein, und da bin ich gar nicht so gut ausgerüstet. Der liebe Brian und seine tragische Geschichte ist immer wieder ein Kreischer an manchen Stellen, aber andererseits merkt man auch, dass der Film nun schon dreißig Jahre alt ist. Da wirken manche Gags sehr antiquiert. „Dogma“ ist sehr viel frecher mit der Geschichte eines gewissen Jesus von Nazareth umgegangen, auch wenn „Das Leben des Brian“ natürlich die Entstehung von Religionen so wunderbar karikiert, dass alle freidenkenden Menschen begeistert sein müssen. Und den Purchen, den man zu Poden werfen soll, den kann man natürlich nur lieben.

Rocky Horror Picture Show

Ja, als die Süchtigen noch ihre Drogen inhalierten, warf ich schnellentschlossen den großen Kultfilm nach, der dem Ensemble gar nicht so bekannt war. Ich kann natürlich den größeren Teil des Films auswendig mitsingen und -sprechen. Und habe mich sehr zurückhalten müssen. Und ich habe die Hälfte der Zeit gedacht: Meine Herren, waren die damals frech, waren die damals frei, als sie diesen Film gemacht haben, und dabei so sexy. Ich würde gern Theater machen, das so frei und frech und sexy ist … und so anarchistisch lustig … und die andere Hälfte habe ich einfach nur genossen, dass es so gute Musik und einen so schrägen Film gibt.

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They call it „Wahn“ – Über Stephen King und sein neues Buch

März 20, 2008

Ich steh auf Stephen King, ich lese ihn seit ich zwölf war und habe fast alles gelesen, was er je geschrieben hat. Dann ist es natürlich immer eine Freude, wenn es einen neuen King gibt – und den neuesten, der den seltsamen und sinnlosen Namen „Wahn“ trägt, habe ich inzwischen gelesen, und ganz nebenbei auch rezensiert: http://www.media-mania.de/index.php?action=rezi&id=8486. Von hier ab werde ich das Buch „Duma Key“ nennen, also den Originaltitel verwenden. Allerdings werde ich weniger zum Buch selbst sagen, denn dafür kann man problemlos die Rezension lesen, als eine dieser kleinen schönen Entdeckungen erzählen, die man in diesem Buch machen kann.

Wie das durchaus nicht selten zu lesen ist, gibt es auch bei diesem Roman ein vorangestelltes Zitat. In diesem Fall von einer Band namens Shark Puppy, die im Jahre 1986 ein Lied veröffentlichten, ein Lied mit dem Titel „Dig“, geschrieben von W. Denbrough und R. Tozier. Shark Puppy gibt es allerdings nicht, und hat es auch nie gegeben. Die Herren Denbrough und Tozier sind Figuren aus dem King-Klassiker „Es“, und da William „Stotter-Bill“ Denbrough Schriftsteller ist, und  Richie „Vierauge“ Tozier DJ passt das sogar irgendwie. Der schöne Gag für den erfahrenen King-Leser ist allerdings nicht nur die höchst offiziell aussehende Urheberrechtsvermerk, es gibt noch eine kleine weitere Verbidung, allerdings zu einem anderen Roman. Im anderen ganz großen Werk von King, nämlich „The Stand“, hat Larry Underwood einen kleinen Hit bevor Captain Trips alle Hitparaden beendet, und dieses Lied heißt „Baby can you dig your man?“ – man kann da von Zufall reden, ich mach das mal nicht.

King ist bekannt für seine Querverbindungen, die oft gar nicht so sehr motiviert scheinen, aber einfach für viele King-Leser auch das Salz in der Suppe. Ein paar Beispiele gefällig?

Dick Hallorann, der Koch aus „The Shining“, kommt auch in einer Nebenepisode aus „Es“ vor. Ds Städtchen Castle Rock, nicht weit von Derry („Es“/“Schlaflos“/“Dreamcatcher“) gelegen, ist Ort von etwa zehn weiteren Romanen und Geschichten, unter anderem vom wunderbar bösen „Needful Things“ und „The Body“, dessen meisterhafte Verfilmung von Rob Reiner unter dem Titel „Stand by me – Geheimnis eines Sommers“ bekannt wurde. Natürlich kommt auch der ewige Feind Randall Flagg in mehreren Romanen vor, alles nette Beispiele.

Und in „Duma Key“? – Na ja, die üblichen wiederkehrenden Charaktere und Orte sind erst mal weit weg, denn Duma Key ist eine Insel vor Florida, und der Großteil von Kings Geschichten spielt sonst in Maine, was leicht nördlich liegt. Aber schau an, der Hauptcharakter heißt Freemantle, genau wie Mutter Abagail aus „The Stand“. Und es ist sicherlich auch kein Zufall, wenn er sich einen „Revolvermann der Kunst“ nennt – das deutet ja fast gar nicht auf den „Dark Tower“-Zyklus hin.

Stephen King sorgt mal mehr und mal weniger dafür, dass seine Romane miteinander verbunden sind. Und für den langjährigen Leser sind diese Verbindungen oft nichts anderes als zufällige – na ja, so zufällig ja jetzt eigentlich nicht – Begegnungen mit guten alten Freunden. Natürlich sucht man auch danach, freut sich über jeden Fund. Auf der anderen Seite ist das natürlich ein Nebenschauplatz, die Geschichte ist wichtig, und man kann sagen was man will, King gehört zu den Autoren, die meisterhaft ihren Geschichten dienen. Die Querverbindungen dienen den Geschichten nicht, sondern den Lesern – ist ja auch nicht das Schlechteste.

Zu Stephen King ist noch lange nicht alles geschrieben, ein weiteres Häppchen bald hier.