Archiv für den Monat Mai 2008

Weh oh Weh! Ein Selbstversuch – Teil II

Nun ist die Probezeit fast abgelaufen, und ja, WoW gehört nun zu meinem normalen Tagesablauf … ein echter Zeitfresser …

Folgendes ist passiert: Zuerst mal habe ich mich wieder an den im ersten Artikel erwähnten Zwergenkrieger gemacht, und mit diesem das Zen-Spielen entdeckt, das WoW wohl auch sein muss. Man muss ja nicht immer nur Questen verfolgen, man kann ja auch einfach so durch Gebiete streifen, in denen man schon mal war. Dort metzelt man alles, was gerade kommt, sammelt Kupfermünzen und -erz an, verhüttet letzteres zu Kupferbarren und schmiedet daraus Rüstungsteile und Waffen. Man darf dabei nicht hetzen, man geht systematisch vor, macht einen Gegner nach dem anderen kalt, weil viele Hunde nun mal des Kriegers Tod sind. Nebenbei hilft es auch, sich zwischendurch auf diversen Internetseiten zum Thema die Orte rauszusuchen, an denen man die eine oder andere Quest lösen kann. Aber eigentlich ist das ja schon Cheating und eigentlich verabscheue ich das …

Nun habe ich den Krieger irgendwann auf Stufe 15 oder 16 gebracht, und habe ihn dann liegen gelassen. Nicht, weil ich ihn total doof gefunden hätte, aber in dem Realm, also quasi auf dem Server, auf dem ich gespielt habe, war immer recht wenig los und ich wollte doch mal was mit anderen zusammen machen. Also bin ich in einen Realm gewechselt, in dem auch Freunde von mir spielen … und ich habe mir … ja, Asche auf mein Haupt … das Spiel bestellt, habe also bald dreißig Tage mit einem normalen Account vor mir, mit dem ich dann weiterschummeln kann … Schummeln? .. ja klar, ich habe doch Freunde, Menschen, die mit den maximalen 70 Stufen durch die Gegend laufen, die in einer Gilde sind … für die sind die paar Silbermünzen, die ich mein Eigen nenne, eher ein Nichts, und es macht ihnen auch nichts aus, wenn sie mir mal kurz eine Waffe schicken oder ein paar Goldstücke … bisher ging das aufgrund des Gastaccounts noch nicht.

Und in die Gilde wollen sie mich auch einladen … ja, das ist nicht uninteressant, weil ich eben auch mal mit Leuten zusammen spielen will, nicht immer nur allein Monster plätten. Inzwischen kann ich auch die eine oder andere Beschwerde über das Spiel zurücknehmen. Inzwischen kann ich Point-and-Click, weil ich das gefunden habe, und die eine oder andere Lauferei kann man sich mit dem Ruhestein ersparen, den man aber nur einmal pro Stunde nutzen kann. Und wenn die Grafik sicherlich auch nicht mehr die allerneueste und beste ist, wenn man mit dem Greifenexpress den Anflug auf die Zwergenfeste macht, ist das schon richtig edel.

Inzwischen bin ich also in einem anderen Realm und spiele dort einen Jäger der Dunkelelfen, was vor allem deswegen Spaß macht, weil man einfacher fortkommt und sich nebenbei auch Tiere zähmen kann, die dann so ein bisschen das Kämpfen übernehmen können, die vor allem bei größeren Gegnermengen gut einzusetzen sind.

Khellandrath – so heißt der Jäger – ist nun auf Stufe 15, hat ordentlich Geld und brauchbare Waffen und wartet trotzdem auf die Post von Remeas, die ihm vermutlich ein paar Sorgen abnehmen wird – aber erst, wenn der Account ein normaler wird …

Fortsetzung folgt …

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Zwischenruf: Alte Männer mit Peitschen

Was klingt, wie ein ganz schmuddeliges Video, dreht sich natürlich um Indiana Jones, der vierte Teil. Den habe ich nämlich gestern gesehen, also gestern Abend in Köln und auf Englisch – dummer Fehler, mein Englisch ist nur mittelmäßig und wie soll man da all die genuschelten Gags verstehen … dumme Sache, wenn andere MitinsKinoGeher Leute anschleppen, die nur mitkommen wollen, wenn der Film im Originalton gezeigt wird. Ich find es gut, dass bei uns Filme synchronisiert werden! Auf Deutsch kann man sie nämlich besser verstehen. (Übrigens schaue ich mir recht häufig Sachen auf Englisch an, allerdings erst, wenn ich sie auf Deutsch schon kenne.)

Also zum Film: Jepp, Indy-Feeling pur. Der trockene Humor, einige wunderbar unrealistische Szenen, grandiose Verbeugungen vor anderen Filmen des Abenteuer-Genres, abgedrehte optische Gags, nette Ekeleffekte, ein wirklich guter Sidekick zum alten Mann, eine Frau an Indys Seite, die ihm erst kräftig einheizt und sich dann von einem eher dämlichen Spruch zu einem verliebten Teenager wandeln lassen darf. Hach, da gibt es einfach viel zu lachen, man kann sich unterhalten lassen, wie man außer von Stephen Spielberg nur selten von jemandem unterhalten werden kann. Nebenbei spielt Harrison Ford auch wirklich gut, es gibt hübsche Momente, die man so gar nicht erwartet hätte …

Irgendwie machte mich der Film fast sentimental. Ich habe die ersten Teile natürlich nicht im Kino gesehen, so alt bin ich ja nun auch nicht, aber als ich – was eine dieser doofen Geschichten ist, die sich mit den Jahren so ansammeln – bei der Bundeswehr war, hatten wir da einen Flipper, einen Pinball, den man mit einer Pistole startete. Dieser Indiana Jones-Flipper war eine der wenigen kleinen Freuden, die man bei dieser starken Truppe – *kicher* – hatte. Das Ding war damals schon nicht mehr der neueste Schrei, und dieses unselige Geschehen – also meine Anwesenheit bei den Flecktarnäffchen – liegt nunmehr mehr als ein Jahrzehnt zurück. Da ist das erste Anspielen des Indy-Motivs schon irgendwie ein schräger Moment.

Achso, klar, ich muss ins Kino, ganz bald, möglichst noch heute … Indy 4 schauen … auf Deutsch!

Weh oh Weh! Ein Selbstversuch – Erster Teil

Ja, ist ein Fehler, war mir klar, ja, ich habe die Probierversion von World of Warcraft installiert, und eigentlich habe ich dafür keine Zeit. Okay, heute ist der dritte Tag und ich möchte mal meine bisherigen Eindrücke berichten.

Nachdem ich einige Stunden gebraucht habe, um alle Patches aufzusaugen und das Spiel starten kann, ist das erst mal recht nett, hübsche Filmchen, alles sehr stimmungsvoll und dann gilt es, sich seinen Charakter zu basteln, das ist ja einfach, vielleicht ein bisschen zu einfach? Nun gut. Ein Zwergenkämpfer soll es werden, er trägt einen langen hellen Bart, eine lustige Frisur, das gefällt mir. Bald bin ich in einem winterlichen Wald unterwegs und meuchel Wölfe. Aber das klingt einfacher als es ist … hey, ich kenn mich nicht aus, ich will das so spiele, wie ich Rollenspiel gewohnt bin, aber ich kann klicken wie ich will, der Zwerg bewegt sich keinen Zentimeter … kein Point und Klick-Verfahren? … so ein Sch … man muss mit den Pfeiltasten oder „wasd“ laufen. Das ist ja wie Rollenspiel vor mehr als zehn Jahren – wenn auch mit schönerer Grafik. Okay, dann kann man Gegner anvisieren, läuft dann hin und der Rest funktioniert mehr oder weniger von alleine, also gut, man kann zwischendurch mal was tasten, damit ein Spezialangriff durchgeführt wird … okay, ist ja nicht schwer zu erlernen, wer will schon selber kämpfen … und so läuft man also durchs Gelände und meuchelt, nö, das ist nicht besonders interessant … dann schon eher das, was man so findet – äh, was machte der Wolf, den ich gerade erschlagen habe mit einem Kettengürtel? Aber gerade das bringt ja diesen netten Diablo-Gedanken ins Spiel. Sachen finden, ausrüsten oder verkaufen, weitersuchen. Hm, aber musste man bei Diablo auch so weit laufen? Boah, diese Rennerei geht einem ja so schnell auf den Keks … und ich bin kein Orientierungswunder, zumindest nicht am Bildschirm, das sieht zwar hübsch aus, aber irgendwie auch alles gleich … verdammt, wo war jetzt wieder dieser seltsame Waldbewohner, dem ich Post bringen sollte? … na ja, und wenn man dann ein bisschen was geschafft hat, dann wird man in eine Höhle geschickt, cool, Höhlen find ich supi, Trolle plätten find ich auch supi … aber was ist das, da ist man einmal durch, will nur noch mit dem erforderlichen Tagebuch zurück und die Trolle sind alle wieder da .. wofür plätte ich die denn? Und warum kann ich nicht weglaufen? Fünf Trolle sind des Zwerges Tod und dann … nein, nicht schon wieder laufen … hey, ich bin jetzt ein Geist, Geister können FLIEGEN!!!

Inzwischen ist der Zwerg auf Stufe 7 und genauso auf Eis wie der Trolljäger auf gleicher Stufe … warum? Weil mir die Rennerei zu viel wird? Weil ich andere Charaktere ausprobieren will? Weil ich nicht die vielen neuen Rüstungsteile und Waffen bekomme, die ich gern hätte … und überhaupt, warum kämpfen Trolle und Zwerge immer nur mit Beilen und Äxten, Menschen aber mit Schwertern? Warum können nur Jäger einen Bogen benutzen und nur Schurken eine Wurfwaffe? Warum stehen da prollige Belagerungsmaschinen rum und man kann sie sich nur von außen ansehen …? Auf jeden Fall weiß ich nun, warum alle WoW-Spieler die vierzigste Stufe erklimmen wollen, um endlich ein Reittier zu bekommen, gut … aber in den meisten Gegenden wird das auch nicht so viel bringen, weil überall Monster lauern, die den Charakter garantiert in Kämpfe verwickeln. Dadurch, dass Monster binnen ein bis zwei Minuten wieder da sind, wo sie vorher waren, machen die Kämpfe auch nicht wirklich Spaß, sie werden lästig …

Aber andererseits … hey, die nächste Stufe lockt schon, und vielleicht finde ich da ja auch etwas schickeres anzuziehen und eine bessere Waffe … und vielleicht will auch mal jemand was mit mir zusammen machen, das wäre doch mal eine nette Abwechslung …

Nein, ich bin zwar noch nicht verjagt, aber bisher hat das Spiel viel dafür getan, um mich zu verjagen … momentan habe ich noch nicht das Gefühl, dass man aus dieser Linearität rauskommen kann, irgendwelche Sachen machen oder nicht machen, um anders als andere Charaktere zu sein … ab welcher Stufe kommt das? …

Fortsetzung folgt …

Bilder — — Musik — — Musikbilder

Die Eindrücke sind recht frisch, obwohl der Film es eigentlich nicht ist. Aufgrund einer leicht provinzielle Wohnlage meinerseits bin ich ja leider nicht in der Lage, mir alle Filme im Kino anzuschauen, die ich gerne sehen würde. Zum Beispiel ist mir „Across the Universe“ im Kino durch die Lappen gegangen, weil unser hiesiges Kinochen es nicht auf die Kette bringt, irgendwas zu zeigen, was auch nur drei Zentimeter neben dem Mainstreamgeschmack zu finden ist.

Als Fan von Musicals, als Fan der Beatles konnte dieser Film natürlich nicht ewig vor mir verborgen bleiben. Natürlich habe ich ihn mir gekauft, keine Frage, Doppel-DVD mit vielen Extras, klar. Und nun habe ich nach einer groben ersten Sichtung gleich ein paar Eindrücke, die mein Blögchen schmücken sollen.

Erstens, boah, was haben die Beatles tolle Musik geschrieben, meine Herren, alter Verwalter sagt der Kalle, das ist ja einfach geil … und es wird kein bisschen schlechter dadurch, dass die Sachen alle ganz anders arrangiert werden, nur ganz selten mal nach Beatles klingen. Vielleicht liegt es daran, dass außer Ausnahmekönnern wie Joe Cocker und Bono vor allem Newcomer in diesem Film zu sehen sind. Leute, die so frisch klingen, so echt, so intensiv, dass einem mehr als einmal der eine oder andere kalte Schauer über den Rücken läuft. Dieser Film zelebriert nicht nur die Musik der Beatles, sondern Musik als solche. Aber dabei wird nichts unangenehm verkitscht, es gibt keine schwammige Swingversion von Yesterday, oder so – Yesterday wird übrigens ganz übergangen, eine etwas mutige, aber vermutlich aber auch völlig richtige Entscheidung. Der Song ist so groß, den haben schon so viele gesungen, dass es wirklich schwierig geworden wäre, dazu noch was zu sagen.

Aber mag diese erste Sichtung auch noch so grob gewesen sein – ich gebe zu, nicht immer auf den Fernseher geblickt zu haben, weil ich gleichzeitig auch den Klapprechner an hatte – so muss ich dem Film eine visuelle Größe bescheinigen, der so selten zu sehen ist. Einerseits wird die Beatlesästhetik zitiert, andererseits auch viele Filme der Siebziger, „Hair“ natürlich, und andererseits gibt es einige schräge Effekte, einige große Bilder, die man so eigentlich noch nie gesehen hat. Einige Videotricks sieht man sonst wahrscheinlich nur in Videoinstallationen, einige Blicke sind sehr theatral.

Und die Geschichte …. ja, die Geschichte … ach komm, wen interessiert schon die Geschichte? Herz und Kopf sind mit Bildern und Musik so beschäftigt, dass die Geschichte wirklich in den Hintergrund tritt …

Zwischenruf – Missionarischer Eifer

Kennt ihr das Gefühl? Ihr habt ein Buch gelesen, dass euch von der ersten Seite an elektrisiert hat? Ihr habt einen Film gesehen, der euch lachen und weinen gemacht hat – uih, das ist doch mal eine schlechte Lehnübersetzung aus dem Englischen … -, ein Lied gehört, dass euch ganz tief im Inneren berührt hat, und jetzt? Na, das muss doch verbreitet werden, das muss doch jetzt jeder sehen, hören, lesen …

Mein Bücherschrank sieht auch dementsprechend aus, ständig gibt es große Lücken, weil ganze Serien ausgeliehen sind, meine DVDs und CDs geistern durch die Hände von Schülern und Freunden, und nicht zuletzt bekommt auch jeder E-Mails mit irgendwelchen Links zu großartigen Youtube-Geschichten (einfach mal „Rapante“ und „dead terrorist“ eingeben, alles großartig …) oder sonstigen Internetbesonderheiten.

Die Sache mit den Büchern ist natürlich so eine zweischneidige. Einerseits weiß ich, dass meine Bücher ihren Dienst tun, also gelesen werden, was ihnen garantiert viel mehr Spaß macht, als irgendwo herumzustehen und zu liegen, andererseits habe ich mir mit der Zeit das eine oder andere Buch schon zum zweiten Mal gekauft, weil ich es auch mal lesen wollte, und wenn man dann Bücher zurückbekommt, sehen sie halt gelesen aus … aber genau das finde ich auch großartig – also nicht, dass ich Bücher noch mal kaufen muss -, Bücher müssen gelesen aussehen, geliebt, meinetwegen auch mit einem Tesastreifen geflickt. Also nehme ich die seltenen Verluste in Kauf, auch weil ich weiß, dass ich mit meinen Büchern einfach für Freude sorgen kann, weil ich gerne mit Freunden über Bücher und Filme und was sonst noch kommt rede.

Interessanterweise halte ich Missionierung im religiösen Bereich für eine unglaubliche Arroganz dem Missionierten gegenüber, lehne jegliche Mission absolut ab, bin aber selbst begeisterter Missionar, sobald es um wichtige kulturelle Inhalte geht. Also fühlt euch missioniert: Lest, schaut, geht ins Theater, ins Kino, ins Museum, BILDET EUCH! Alles andere ist verschwendetes Leben …