Party …. Party … …

Nein, Partys sind nicht meine Sache, ich komm mir da ganz oft blöd bei vor, zu viele fremde Leute, nee, mag ich nicht. Jetzt kann man es aber nicht immer vermeiden, überhaupt auf Partys zu gehen. So war es auch gestern. Meine Erwartung war zwiegespalten, auf der einen Seite war es ein doppelter zwanzigster Geburtstag, ich bin 33 und nenne so was gerne einen Kindergeburtstag, und natürlich war ich auch der älteste Gast. Ob das positiv ist oder nicht, na ja, es gibt schon mal seltsame Blicke, aber wen stören schon Blicke … die andere Sache, es waren einige Theaterleute da, und da die ja bekanntermaßen einigermaßen verrückt sind, konnte es ja noch schön werden.

Es war dann so … so … na ja, es war halt so … kennt ihr das Problem, dass man nicht langweilig sagen will, weil es ja nicht die ganze Zeit langweilig war … richtig schlimm war ja eigentlich nur die Musik, denn die war von geradezu unglaublich langweiliger Art, viel Hitparadenmurks und wurde liebevoll von einem vorprogrammierten Notebook abgespielt – und das diesen Touch zu laut, der wirksam verhindert, dass man sich gut unterhalten kann. Dass es bei einer Mottoparty, die die 20er Jahre im Mittelpunkt hatte, kein bisschen Musik dieser Zeit gab … … … gut … … wie soll ich sagen? Murks halt …

Das Buffett war dafür um so besser, und es gab auch einiges an guter Unterhaltung. Und es gab Partyspiele … ja, meine Begeisterung hält sich da in Grenzen, Partyspiele haben üblicherweise damit zu tun, dass es ein Opfer gibt, dass sich nicht wehren kann, und das dann so richtig in die Pfanne gehauen werden darf … nee, so schlimm war es nicht, aber es ist schon interessant, wie da Freude und Spaß sichtbar geheuchelt werden. Das ist immer das Problem mit Spaß auf Knopfdruck.

Ich wurde von diesen Aktivitäten übrigens durch ein durchaus für mich günstiges Schicksal bewahrt – musste Taxi für eine kranke Freundin spielen -, was ihnen, also den Aktivitäten, sicherlich gut getan hat. Ich bin bei so was schon mal ein Spielverderber, wahrscheinlich ein Trauma aus der Kindheit …

Und am Ende … ja, da wurde es noch wirklich recht witzig … es waren halt doch einige Verrückte dabei, auch wenn eine große Zahl der Gäste komisch schauten, Schauspieler unter sich sind einfach viel spaßiger, als die Normalos drum herum … hm, scheinbar halte ich mich im normalen Leben so viel unter interessanten Leuten auf, dass ich eine Aversion gegen Langweiler habe, gegen Menschen, die unseren schrägen Humor, unsere Hemmungslosigkeit nicht verstehen.

Naja, Aversion ist dann doch zu viel gesagt, aber da gibt es immer dieses Gefühl, dass manche Bekanntschaften mich einfach unterfordern – und es ist mir gerade egal, wie arrogant das jetzt klingt. Und so eine Party ist dann zumindest ein bisschen zu viel herumstehen, zu viel Small Talk, der mich eigentlich nie interessiert, zu wenig Input für mein krankes Hirn … ein bisschen Verschwendung von Lebenszeit …

Über Hollarius

Ich bin in den Siebzigern geboren, halte mich voll Hybris für einen Künstler und meine auch noch, alle müssten lesen, was ich so meine ...

Veröffentlicht am Mai 4, 2008 in Kultur und mit , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 2 Kommentare.

  1. Ich kenne das Problem mit den Parties, wo man gar nciht hinmöchte.
    Und ich kenne das Problem mit den lächerlichen Partyspielchen aus einer anderen Perspektive.
    Und ich muss sagen, dass auch ich nichts oder wenigstens nicht viel von ihnen halte.
    Aber wenn die Geburtstagskinder einen nunmal mehr oder minder dazu zwingen…
    Da kann man nichts machen.

  2. thoroughthinking

    Alter Verwalter, da bin ich ja fast froh, nicht dagewesen zu sein. 😉

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