Fortschritte und Rückschläge

Hm, wie hier das eine oder andere Mal schon bemerkbar geworden ist, mach ich Theater, und das gleich mit verschiedenen Gruppen, denen ich versuche, das Schauspielen näher zu bringen. Momentan bin ich an sage und schreibe fünf Produktionen beteiligt, an vier davon als verantwortlicher Regisseur. Montags ist mein Theatertag, heute ist Dienstag und damit kann ich mal kurz auf meinen gestrigen Tag Rückschau halten.

Der fing mit einer Besprechung zu „Die Hexe und das Mädchen“ an, der Großproduktion, bei der ich als Co-Regisseur mitwirke – das Casting vor ein paar Tagen gehörte auch hierzu … und die Besprechung war … na ja … nicht unbedingt erhellend, aber wir haben ja auch noch ein bisschen Zeit und andere hatten mehr Probleme, die besprochen werden mussten, als ich – meine kommen noch, garantiert …

Und dann kamen meine Kleinen, die jungen Darsteller zwischen zehn und dreizehn – und gleich eine Hiobsbotschaft – eine will aufhören, die ich schon für die Weihnachtsproduktion eingeplant habe … na toll … ich muss oft improvisieren, und es gab ja auch noch keine Proben für die Kinder … aber schön ist anders … dafür war ich überrascht, wie gut sich eine junge Dame integrierte, die aus einem anderen Kurs in diesen gewechselt ist, die blüht auf, wenn sie nicht mit Musik zu tun hat … auch interessant …

In der nächsten Gruppe gab es gleich zwei Überraschungen – ein Mädel kam nach über einem Jahr zurück und wird die Gruppe verstärken … coole Sache das … und es gab einen Jungen (!), der sich die Sache mal anschauen wollte, und auch noch offenbar ein bisschen Spaß dabei hatte … ich habe innerlich geweint vor Glück – wenn er wiederkommt, ist er wahrhaftig der zweite Kerl in dieser Gruppe … ja, das ist es, was meine Seele erfreut …

Und dann … tja, dann fehlten wieder zu viele in der Gruppe der mehr oder weniger Erwachsenen – ziemlich blöd dafür, dass wir relativ dicht vor einer Premiere stehen. Andererseits war der Hauptdarsteller früher zurück bei uns, als wir dachten, und ich konnte endlich die letzten Seiten präsentieren – was lange währt, wird endlich gut. Allerdings geht ein kleiner Clou, den ich in den Schluss eingebaut habe, nicht auf. Manchmal überfordere ich meine Schauspielerinnen offenbar … da gibt es nun eine Sache, die ich noch mal neu überdenken muss … kurz vor Schluss habe ich irgendwie eine Schauspielerin zu wenig. Wieder so eine Sache, die mich ein bisschen ratlos macht – manchmal denke ich, dass es kaum etwas kreativeres und interessanteres gibt, als diese Arbeit, und manchmal verfluche ich die vielen Entscheidungen, die man treffen muss, die vielen Kleinigkeiten, die einfach nicht vorhersehbar sind. Und ich frage mich, ob die Regisseure an Profibühnen die gleichen Probleme haben, sich mit den gleichen Sachen herumschlagen müssen.

Über Hollarius

Ich bin in den Siebzigern geboren, halte mich voll Hybris für einen Künstler und meine auch noch, alle müssten lesen, was ich so meine ...

Veröffentlicht am September 23, 2008 in jugendtheater, Kultur, Theater und mit , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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