In Nordend angekommen …

Ja, das lange erwartete Add-On ist draußen, die Welt von Warcraft ist größer geworden, und natürlich ist der neue Kontinent eine neue Herausforderung für alle die, die nun schon seit geraumer Zeit süchtig nach WoW sind. Also habe ich auch meinen Jäger in die kalte Welt des Nordens gebracht, habe mir auch einen Todesritter gebastelt und bin nun, so es meine Zeit erlaubt, dabei, zwischen drei Charakteren hin und her zu springen, wobei: eindeutig bekommt jetzt wieder mein Main, also der Jäger, die meiste Zuneigung – trotzdem ist er nach einer guten halben Woche erst um eine Stufe aufgestiegen – ja, das Leveln ist quasi episch. Und es macht Spaß – ja wirklich. In den letzten Wochen hatte ich ja fast nur meinen Paladin gespielt, der inzwischen auf Stufe 51 ist – auch schon nicht wenig – und fleißig in der alten Welt gequestet. Dabei hatte ich deutlich gemerkt, dass ich inzwischen erfahrener bin, als ich das beim Hochspielen des Jägers war. Questgebiete wurden schnell abgearbeitet, das Handwerk kräftig betrieben, und auch das machte viel Spaß, und das obwohl ich die Questen ja zum größeren Teil schon mal gemacht hatte. Ich habe auch einige Geschichten mitbekommen, die ich vorher nicht kennen gelernt hatte. Und ich habe gemerkt, dass die Questen der alten Welt viel Geschichte haben, viel mehr Geschichte oft, als die in der Scherbenwelt der ersten Erweiterung.

Und nun ging es also nach Nordend, und man merkte gleich, dass Blizzard es wiederum geschafft hat, ohne eine spürbare Anhebung der Hardwareanforderung einen kleinen Sprung in der Grafik zu schaffen. Zeigte der Übergang in die Scherbenwelt eigentlich nur, dass die Designer sehr gute Ideen für kranke Himmelserscheinungen hatten – wunderschön anzuschauen, allerdings schaut man da nicht so oft hin – bringt Nordend gleich mal einige neu und ganz anders designte Häuser und Festungen, als Schiffe nutzbare Riesenschildkröten, Drachen als Fluglinie, einen nebligen Strand mit gruseliger Grundstimmung und viele andere Landschaften mehr, die wirklich der Beachtung wert sind. Und wenn man die ersten eher typischen MMO-Questen hinter sich hat – „Töte dies, sammel das!“ – dann kommen auch da plötzlich Geschichten auf den Spieler zu, die gleich mal richtig Spaß machen. Da soll man Mammuts aus Fallen befreien, die den Leuten gehören, denen man an zwei anderen Stellen schon geholfen hat – dafür gibt es militante Umweltschützer, die einen schnellstens vom Tiger schlagen, wenn man vor weniger als drei Minuten ein Tier getötet hat. Deren Questen sind zwar leicht, aber köstlich – speziell wenn man mit falschen Fellen dafür sorgen muss, dass Wilderer in ihre eigenen Fallen laufen – da lacht man gern und viel und freut sich, dass Blizzard immer noch diesen netten selbstironischen Zug hat.

Bis man merkt, dass man im Anfangsgebiet eigentlich falsch ist, dauert es ein bisschen – warum ist man falsch? Ganz einfach: Gerade aus den letzten Wochen nach dem Patch haben die 70er ziemlich feine Ausrüstungsteile mitgebracht – das bedeutet, sie sind locker drei Stufen besser, als jemand, der einfach so auf dem Weg von 0 bis 80 hier vorbeikommt und in höheren Questgebieten vollkommen verloren wäre. Deswegen muss auch noch niemand dringend seine Ausrüstung auf den ersten zwei Stufen in Nordend tauschen – okay, drei Teile sind es bei mir schon – aber immerhin habe ich noch keine grüne – quasi normal-magische Ware – angelegt. Irgendwann geht man dann in spannenderen Gebieten Questen und zieht in die ersten Inis, die eine mehr oder weniger vernünftige Länge haben – und die natürlich wiederum weitere Ausrüstung abwerfen – die oft locker mit epischer Ausrüstung der Scherbenwelt mithalten kann. Aber das ist auch wiederum so eine Sache mit den Schweirigkeiten – ohne darüber nachzudenken, dass die ersten Instanzen Nordends natürlich auf Spieler zugeschnitten sind, die eben nicht mit vollem Lila in den Norden fahren, beschweren sich die viele Menschen der WoW-Community über den niedrigen Schwierigkeitsgrad, und natürlich fühlte es sich auch für mich so an: Der Nexus, erste Instanz auf dem Weg, war für das eingespielte Team der Gilde, die auch noch über Teamspeak miteinander verbunden war, quasi ein Spaziergang. Ungefähr eine halbe Stunde, schnell durch, alles töten – einfach …. gestern habe ich die gleich Ini noch mal gespielt, dieses Mal mit einer Zufallsgruppe, einem Tank, der das nicht optimal beherrschte und offenkundig auch weiteren Schadensmachern, die nicht das an Schaden mitbrachten, was ich mitbringe – und in der Gildenstammgruppe bin ich im bessren Fall zweiter. Ein Unterschied wie Tag und Nacht. Es zog sich hin – und peinlicherweise musste ich zwischendurch in den Nahkampf gehen – also bei unwichtigen und schwachen Mobs – um Pfeile zu sparen, ich hatte noch 35, als ich aus der Ini kam. Das Schlimmste: Wir brauchten zwei Anläufe für den Endgegner, wipen beim ersten Mal – wobei es dieser Boss auch in sich hat. Bleibt man nicht in Bewegung, so bekommt man Schaden, je länger man stehen bleibt, desto mehr Schaden – hat man eine Gruppe, in der viel Schaden gemacht wird, ist das kein Problem – wir hatten da offenkundig ein Problem. Beim zweiten Versuch habe ich dann lieber ein bisschen Schaden in Kauf genommen – unser Heal war schon Stufe 74, das sollte ja kein Problem sein – sollte, denn es stand nur noch einer, als der Drache am Boden lag, einer von Fünfen. Da war es also nicht mehr langweilig und zu einfach. Wenn ich meinen Paladin hochspiele und hier vorbeikomme, werde ich mich wohl anstrengen müssen – es sei denn, ich werde von den Gilden-80ern durchgezogen – passiert ja häufiger mal.

Also alles gut? Wir werden sehen. Es erschreckt schon, wenn man die Nachricht bekommt, dass dieser oder jener erster Krieger oder Druide ist, der die 80 erreicht hat, und man kraucht selbst noch bei 71 herum – nun gut, ich hab auch nicht so viel Zeit im Moment. Und die Kollegen aus der Gilde ziehen mir gerade ziemlich weg – aber ich hab auch nicht so viel Zeit wie die … zu Weihnachten hole ich wieder auf, da bin ich mir ziemlich sicher.

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Über Hollarius

Ich bin in den Siebzigern geboren, halte mich voll Hybris für einen Künstler und meine auch noch, alle müssten lesen, was ich so meine ...

Veröffentlicht am November 18, 2008 in Computerspiele, World of Warcraft und mit , , , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Ein Kommentar.

  1. Liest sich ein wenig wie die Gedanken eines Southpark Charakters 😀

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