Voll die Seuche …

Ach, wie soll man es denn sonst nennen … Da geht man nach eigentlich genug Querelen dann doch ganz positiv gestimmt in eine große Produktion mit mehr als zwanzig Mitwirkenden – und dann fallen Leute aus. Erst ein guter Freund, der wieder Probleme mit einer Sache hat, die ihn schon mehrfach für Wochen ins Krankenhaus gebracht hat, dem momentan die Krankheit vielleicht sogar seine Zukunft verbaut. Wir haben ihn im letzten Jahr schon mal ersetzen müssen, wissen, wie wir damit umgehen, aber es ist trotzdem mehr als ätzend. Letztlich ist mir da ja das Stück auch fast egal, da ist ein Freund, dem es schlecht geht, und ich habe definitiv keine Zeit, um ihn zu besuchen – und wenn ich ihn anrufe, ihm eine SMS schreibe, dann wird er immer nur daran erinnert, dass er nicht bei uns sein kann, dann denkt er wahrscheinlich nicht, „ach, das ist der Hollarius, der sich nach mir erkundigt, weil er ein Freund ist“ sondern, „ach, der Regisseur hakt nach, dass ich bald wieder ins Theater komm!“ – Saublöde Situation.

Und dann ist ein weiterer Schauspieler im Moment nicht einsatzfähig, weil er mit dem Ischias kämpft. Ist eine schmerzhafte Sache und er hat schon vor zwei Wochen, als wir noch ein anderes Stück spielten, seine Schmerzen überwunden und hat mitgemacht – ob er das wieder tun kann, schon an diesem Wochenende , ist fraglich – klar, er ist seit drei Wochen krank geschrieben, da sieht es schon blöd aus, wenn er zum Theater spontane Wunderheilungen feiert, egal, wie schmerzhaft die für ihn sein mögen.

Und die letzte Hiobsbotschaft kam gestern, am Tag der Generalprobe – überirdischerweise hatte ich fast Panik, als ich das Telefon schellen hörte, und ich wusste, dass etwas blödes passiert sein musste, als es für mich war -, da mein Ersatz für den Herausgeworfenen (siehe letzten Blogeintrag) ebenfalls den Ischiasnerv eingeklemmt hat. Er ist guter Dinge, morgen Abend wieder einsatzfähig zu sein, aber er, der quasi noch keine Probe hatte, fehlte bei der Generalprobe – das kann eigentlich nicht funktionieren …

„Es beten so viele Menschen für einen gewissen George Bailey…“ ist einer der ersten Sätze des Stückes. Jetzt könnten langsam mal ein paar Leute anfangen, für unser Stück zu beten …

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Über Hollarius

Ich bin in den Siebzigern geboren, halte mich voll Hybris für einen Künstler und meine auch noch, alle müssten lesen, was ich so meine ...

Veröffentlicht am November 28, 2008 in Kultur, Theater und mit , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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