Archiv für den Monat Februar 2009

Bauer sucht Frau

Wenn man sonntags vor dem Fernseher sitzt – ich weiß, das ist ein Fehler – dann kommt es mitunter dazu, dass man die Sendung sieht, die in der Überschrift angedeutet ist. Mir ist noch nicht wirklich klar, was der Anziehpunkt dabei ist, ich bin eigentlich die ganze Zeit dabei, zu spielen, mit dem Notebook auf dem Schoß, aber man bekommt halt doch einiges mit, wenn man dann so mit dem Augenwinkel drauf hält.

Was also haben wir da? Eine gute Mischung an Charakteren: da gibt es die sympathischen Jungbauern, die netten, bei denen man sich fragt, warum sie so was nötig haben – und dann die Volldeppen, so ein Heinrich, der saublöde Schäfer, oder ähnliches. Unsympathische und offenkundig dumme Menschen, die selbst gar nicht überschauen können, was sie da in der Öffentlichkeit tun. Fremdschämen soll der Grund sein, dass man das schaut. Ganz ähnlich sollen die Gründe dafür sein, dass manche Menschen die Nachmittagstalkshows sehen, oder Oliver Pocher … man schaut zu, was für schreckliche Menschen es doch gibt, und fühlt sich gleich viel besser.

Einer der Vorteile der Sendung ist die Musikauswahl. Es gibt offenbar sehr begabte Musikredakteure bei RTL, wirklich gute. Da werden die schönsten Schnulzen gespielt, immer gut abgestimmt, und natürlich dürfen auch einige musikalische Witzchen nicht fehlen, wenn die schlimmen Bauern plötzlich mit völlig überhöhten Hymnen bespielt werden.

Der größte Nachteil sind die schlecht gespielten Szenen. Szenen, bei denen man auf den ersten Blick sieht, dass der Regisseur eben gesagt hat, so, jetzt sagst du das, und du findest das ganz toll … Echt ist anders. Diese Pseudorealität ist total nervig. Ich frag mich, ob andere Zuschauer das nicht mitbekommen und meinen, da wäre nix gestellt … und da schafft es der stieselige Schweinebauer plötzlich, ein verdammt schickes Picknick im Grünen zu improvisieren – klar das man da an den Cateringservice des Filmteams denkt … aber das kann natürlich nicht sein.

Ich bin irgendwie dafür, so was mit guten Schauspielern zu besetzen, dass müsste man doch witziger und dramatischer gestalten können. Mit ein paar gut geschriebenen Texten kann man sicherlich auch weiterhin Leute so schrecklich erscheinen lassen, nur eben echter, weil man es gut spielt … vielleicht sollte man schnell mal eine Bewegung gegen schlechte Pseudoreportagen gründen, die vermüllen wirklich das Fernsehen immer mehr.

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Quick – Erinnerungen für Nachgeborene IX

Wer nach 89 aufgewachsen ist, wird es sich nicht wirklich vorstellen können. Früher war es absolut normal, dass Tiefflieger über die Landschaft donnerten, hier im Bergischen manchmal kaum höher als die Höhenzüge ringsum. An manchen Tagen kamen die „Beschützer“ – wie wir politisch-zynisch sagten – alle paar Minuten, und sorgten für bellende Hunde, weinende Kinder und Ohrenschmerzen. Sehr angenehm, dass sich die Bundeswehr solche Fliegerei nicht mehr leisten kann.

Quick – Unsouverän

Eine Kollegin bei Media-Mania.de ist von einer Autorin auf deren Homepage angegriffen worden – ich schreib jetzt hier nicht hin, wer diese Autorin ist, die Frau hat offenkundig keine Publicity verdient. Nun hat also diese Autorin quasi die Rezension rezensiert … und dazu fiel mir folgendes ein:
Hm, irgendwie klingt das seltsam, wenn ein Autor seine Rezension rezensiert. Wovon handelt sowas? eigentlich immer von verletzter Eitelkeit, von Besserwisserei … und ist auf jeden Fall sowas von unsouverän, dass es dringend ungewollter Komik verdächtig wird. Wenn ein Künstler sich der Kritik nicht stellt, sondern seinerseits die Kritik kritisiert, dann ist er noch nicht reif, ein Künstler genannt zu werden …

Badugi

Was ist Badugi? Kann man das Essen? – so war meine Reaktion, als mir diese Pokervariante zum ersten Mal bei Pokerstars über den Weg lief. Gestern hab ich mich dann zum ersten Mal etwas genauer damit beschäftigt, weil ich irgendwie Lust hatte, ein Badugi-Turnier zu spielen.

Die Regeln sind eine bunte Mischung aus anderen Varianten. Es ist eine Draw-Variante – und zwar Triple-Draw, man kann also dreimal Karten abwerfen und bekommt neue. Wie die anderen Triple-Draw Varianten handelt es sich hier um ein Lowball, die niedrigste Hand gewinnt also. Aber, es gibt nur vier Karten – sehr verwirrend für Pokerspieler – und die Farben sind wichtig. Man darf nicht nur keine Paare haben, man darf auch keine gleichfarbigen Karten haben. Ansonsten hat man eben nur drei Karten oder weniger, die man einbringt. Ass bis 4 ist die beste Hand, aber eben nur von verschiedenen Farben, hat man bei zwei Karten die gleiche Farbe, ist schon jede Hand besser, die vierfarbig ist, sogar, wenn sie nur aus 10 bis König bestehen. Ganz krank, so kam es mir vor, ist die Tatsache, dass Badugi im Pot-Limit gespielt wird – nicht gerade die klassische Variante für Draw-Spiele.

Wie es sich gehört, habe ich sehr konservativ gespielt, ich hatte immerhin 64 Gegner, von denen ich vermutete, dass sie das Spiel häufiger gespielt haben, als ich. Am Anfang hatte ich zweimal klassisches Anfängerglück, weil ich einfach gute Hände bekam, und sie sauber durchspielte, mir einen kleinen Chipstapel erspielte. Dann gab es eine sensationelle Hand, in der ich alles richtig gemacht habe, und dafür als Fish beschimpft wurde – er hätte Noob sagen sollen, es war immerhin mein erstes Turnier. Aber Fish? Nö, hab ja alles richtig gemacht. Ich habe mir überlegt, dass man Badugi in etwa so spielen muss, wie Razz. Also freute ich mich tierisch, als ich ein Badugi nach dem ersten Ziehen hatte, und zwar 3-4-5-6 – und wie gesagt, ein Badugi, also vierfarbig – und hatte gesetzt, wurde erhöht und zog diesen Spieler All-In. Zwar war das der schlechteste Badugi, die ich mit einer 6 als höchster Karte haben konnte – aber das bedeutet ja nicht, dass ds eine schlechte Hand ist, die 6-hoch musste ja erst mal geschlagen werden. Mein Gegner callte, und musste noch zweimal ziehen, bekam aber bis zum Ende kein Badugi zusammen und schied aus … was habe ich nun falsch gemacht ….?

Egal. Am Ende war ich auf Platz Drei von 65, bekam auch eine nette Auszahlung, weil ich meinen Einsatz annähernd verzehnfacht hatte. Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich noch mal Badugi spielen werde … aber ich glaube, ich habe die Variante in etwa verstanden …

Quick – So schlecht gespielt …

… wie heute habe ich selten. Irgendwie habe ich beim Pokern gemerkt, dass immer noch etwas krank bin. Eigentlich war alles falsch. Ich habe ein SnG angewählt, dass mit zehn Dollar Einsatz über meinem Limit lag, hab auch noch Omaha HiLo gespielt, und auch noch im Pot-limit – nein, das ist nicht gerade meine Lieblingsvariante – ich spiele gern Omaha HiLo, aber lieber Fixed-limit, oder normales Omaha, dann auch gern Pot-limit – aber letztlich spiele ich beide Varianten eigentlich nicht in SnGs und ganz bestimmt nicht diese seltsame Mischung … nun gut, jetzt steckte ich drin, ich spielte mit … und ich spielte furchtbar, viel zu locker mit den Chips, ganz viele ganz schlechte Calls – und damit ruinierte ich den ganzen Tisch, denn ständig kam die eigentlich einzige Karte, die mir noch helfen konnte. Zwei Tischleader wurden schnellstens zerlegt, weil sie selbstbewusst erhöhten, ich sinnlos callte und natürlich gewann … nun hab ich 35 Dollar mehr auf dem Pokerkonto … und niemand weiß warum …