Poker

Jetzt hab ich da einfach Poker hingeschrieben, einfach so … soll ne Überschrift sein … okay: Ich spiele seit einigen Jahren nun schon. Und wo habe ich es gelernt, im Fernsehen! Will heißen, ich bin  beim Zappen immer wieder in Pokerübertragungen hängen geblieben und war relativ schnell begeistert. Die Regeln hab ich dann eigentlich beim Spielen mit Playchips im Internet gelernt. Hab da aus tausend Chips etwa zwei Millionen gemacht, und hab mir dann überlegt, dass es doch mal auf einen Versuch ankäme, und seit zwei Jahren spiele ich relativ regelmäßig auch um andere Sachen, meistens eben auch im Internet.

Dabei bin ich kein großer Gewinner, vor allem, weil ich nicht mit Geld umgehen kann. Denn immer dann, wenn ich aus zwanzig Dollar vierhundert gemacht hab, spiele ich einfach höhere Limits und verliere alles wieder. Das finde ich aber auch gar nicht so schrecklich, es ist ja ein Hobby, für das Vergnügen, mich an den Tischen zu tummeln und mich mit Menschen auf der ganzen Welt zu messen, bezahle ich gerne hin und wieder ein paar Euro – und wenn ich dann wirklich mal was wieder auszahle, dann ist das ja auch keine schlechte Sache. Natürlich muss man aufpassen, natürlich neige ich ein bisschen zum Exzessiven, und deswegen habe ich hier und da schon sehr dumme Entscheidungen getroffen, allerdings bisher keine katastrophalen – dafür bin ich dann doch zu kleinbürgerlich.

Auch wenn mich ein gutes halbes Jahr WoW ein bisschen vom Poker entfernt hat, so bleibt es doch eine Leidenschaft. Ich kann immer noch lange über Hände grübeln, weiß Monate nach einer Hand noch, wie sie lief – ich analysier viel, obwohl ich mich in vielem eher als Instinktspieler bezeichnen würde. Ich lese viel Literatur übers Pokern, denke die Sachen durch, versuche die Konzepte zu verstehen. Ich denke nicht ernsthaft über genaue Wahrscheinlichkeiten nach, die hab ich nur bedingt im Kopf, so was überschlag ich nur grob. Ich glaube auch nicht daran, dass man ein besserer Pokerspieler wird, in dem man sich Statistiken von tollen Computerprogrammen basteln lassen – ich neige eher dazu, relativ aggressiv zu spielen, und daneben eigentlich selten so zu spielen, wie alle spielen. Dabei bin ich nicht hyperaggressiv sondern stecke dann zurück, wenn ich damit meine Gegenspieler davon überzeugen kann, dass ich nichts kann.

Nur gegen Anfänger im Freundeskreis gehe ich immer wieder unter – oder ich spiel so konservativ und langweilig, dass mir das Poker kaum noch Spaß macht. Es ist einfach furchtbar, wenn man gegen Spieler spielt, die eigentlich nicht wissen, was sie da tun. Das ist im Internet nie so schwierig wie mit echten Mitspielern. Andererseits finde ich es immer wieder interessant, dass ich eigentlich relativ geradlinig spiele, kräftig raise, wenn ich was hab und nicht viel bluffe, und mir dennoch gerade die, die eigentlich brauchbar spielen, nie glauben und mir bei meinen besten Händen schön die Chips zuschieben. Ist schon in Ordnung – das finde ich eigentlich immer sehr nett.

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Über Hollarius

Ich bin in den Siebzigern geboren, halte mich voll Hybris für einen Künstler und meine auch noch, alle müssten lesen, was ich so meine ...

Veröffentlicht am Februar 1, 2009 in Poker und mit , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 2 Kommentare.

  1. „Ich denke nicht ernsthaft über genaue Wahrscheinlichkeiten nach, die hab ich nur bedingt im Kopf[…]“

    Das ist mal ein Zitat, über das Stochastiker lachen können. 🙂

    • Wo du das so zitierst, find ich das auch nett … wobei man ja auch beim Poker bedingte Wahrscheinlichkeiten braucht … 😉

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