Das Wrack will es noch mal wissen …

Ja, gilt die Überschrift jetzt Mickey Rourke oder seiner Figur Randy the Ram? Bei beiden stimmt es ja irgendwie – aber darüber ist schon viel gesprochen und geschrieben worden, also versuche ich mich lieber daran, was über den Film selbst zu schreiben.

Ach, bevor ich es vergesse, ich muss hier eine Spoilerwarnung aussprechen, ich verrate ein bisschen was über den Film …

Wrestling ist eine der ursprünglichsten Unterhaltungsformen, ein archaisches Überbleibsel vielleicht, auf jeden Fall aber eine faszinierende Parallelwelt. In dieser Welt hat Randy the Ram eine ganz große Zeit gehabt, gehörte einst zu den größten aller Stars – doch zwanzig Jahre später ist er nur noch ein verbrauchter Typ, der sich nur mit kräftiger Dopingunterstützung in den Ring schleppen kann. Er liebt eine auch nicht mehr ganz junge Frau, die in einem Stripclub ihr Geld verdient und langsam aber sicher auch nicht mehr in ihrem Business bleiben kann.

Als Legende darf Randy immer noch Matches gewinnen, aber die Hallen, in denen er das tut, sind klein, und er muss alles mögliche an Matches annehmen, schließlich muss er seine Miete und seine Drogen bezahlen. Nach einem unglaublich heftigen Hardcore-Match kollabiert Randy, sein Herz ist nicht mehr gewillt, dieses Anstrengungen mitzumachen. Nun überdenkt er langsam aber sicher sein Leben, auch durch Pam gestützt, die nicht mehr weiß, ob sie in ihm einen Freund oder einen Kunden sehen soll. Randy versucht, den Kontakt zu seiner Tochter zu erneuern, nimmt einen festen Job in einem Supermarkt an, in dem er Delikatessen verkauft.

Eigentlich könnte nun alles gut werden … aber die klassische Dramaturgie hat da natürlich was gegen …

Ja, was Mickey Rourke da zeigt, ist wirklich beeindruckend. Man sieht seinem Randy die Liebe zum Business an, man muss sich in diesen netten Kerl verlieben, der allerdings nur im Ring ein Gewinner sein kann. Er versprüht einen wunderbaren, manchmal auch etwas tollpatschig daherkommenden Charme, ein grober Klotz, der eigentlich nur seinen Job machen will, der einfach süchtig nach dem Publikum ist. Man glaubt diesem Rourke die ganze Zeit zu hundert Prozent den alternden Wrestler, und sicherlich hat es ihm geholfen, dass er zu einem gewissen Teil sein eigenes Leben spielt. Aber das ist schon ein starker Auftritt, mit dem er den Rest des Ensembles auch etwas an die Wand spielt.

Natürlich ist der Verlauf ein bisschen vorhersehbar, Randy ist nun mal leider außerhalb des Rings ein Looser und muss scheitern – wenn man das Ende denn als Scheitern sehen will. Ansonsten gibt es für mich nur eines an diesem Film auszusetzen: es gibt viel Handkameragezappel, das geht mir immer etwas auf den Keks, habe den stilistischen Sinn davon auch noch nicht verstanden.

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Über Hollarius

Ich bin in den Siebzigern geboren, halte mich voll Hybris für einen Künstler und meine auch noch, alle müssten lesen, was ich so meine ...

Veröffentlicht am März 10, 2009 in Film, Kultur, wrestling und mit , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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