Reisetagebuch Rom, erster Tag

Wenn Ihr, liebe Leser, dies hier lest, werde ich schon wieder in Good Old Germany zurück sein. Ich hab hier in Rom kein Internet, und selbst, wenn ich ein Internetcafe finden würde, ich hätte nicht die Geduld, so viel in meinen Blog zu tippern. Also sitz ich hier in der kleinen dunklen Höhle, die mein Einzelzimmer in einem kleinen Hotel nahe Termini, das ist der Hauptbahnhof Roms, darstellen soll und schreibe von Hand an einem Tisch, der nur so aussieht, als ob er dafür gemacht sei. Bett und Badezimmer lassen erkennen, dass hier nicht für dicke tedesci gebaut wird, die auch noch an den 1,90 m kratzen. Naja, ich werde schon irgendwie klar kommen.

Nach der fliegenden Anreise, von der ich nur erzählen will, dass auch Luftwege manchmal neu geteert werden sollten, und ich mir wieder sicher bin, dass ich das Fliegen nie mögen werde. Nachdem ich hier in meiner Höhle angekommen war, gleich mal checkte, dass es den angekündigten deutschen Fernsehkanal nicht gab, dafür aber über hundert italienische, dann duschte und ein wenig bei italienischem MTV ruhte, ging ich dann aus, den Park der Villa Borghese zu finden, der so etwas wie die grüne Lunge Roms ist. Dabei konnte ich erstens merken, wie eine Karte täuschen kann, zweitens, dass italienischer Straßenverkehr eine Sache des Willens ist, und drittens, dass die Angewohnheit, alles zu lesen, was aus Buchstaben gemacht ist, dann nervig wird, wenn man kaum etwas versteht.

Der Park, naja, so wenig davon ich meinen abgekämpften Füßen zumutete, hat mich recht angenehm überrascht. Man erwartet ja deutschermaßen, dass alle Flächen begraigt und alles niedlich ist, in so einem Park – ja, keine Ahnung, hatte halt einen spießigen deutschen Kurpark im Sinn – aber der Park Villa Borghese ist ein bisschen verfallen, auf jeden Fall sehr alt und sehr charmant. Irgendwie im althergebrachten Sinne nett, wenn neben Joggern in allen Altersstufen und Geschwindigkeiten und Fahradfahrern, ähnlich gemischt, auch kleine E-Busse und vierrädrige pedalgetriebene vehiculae (nein, das ist nicht italienisch, das ist humanistisch … *kicher*) hin und her pendeln – ganze Familien haben offenbar einen Heidenspaß in kaum über Schrittgeschwindigkeit durch den Park zu cruisen.

Auf dem Rückweg hielt ich in den Außenanlagen eines kleinen Ristorante – Gnocchi al Ragu, sehr lecker – an, und saß quasi auf dem Bürgersteig und bekam meine Cola aus der Dose – „American Champaign!“ – seltsam, aber auch gemütlich.

Jo, das war der erste Tag – werde jetzt noch die Route zum Vaticano planen und dann hoffentlich schlafen können.

Fototagebuch:

(vorhergeschickt: Nein, ich habe meine Spiegelreflex nicht mitgenommen, alle Fotos sind nebenbei mit einer winzigen, aber ganz brauchbaren Digicam aufgenommen):


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Über Hollarius

Ich bin in den Siebzigern geboren, halte mich voll Hybris für einen Künstler und meine auch noch, alle müssten lesen, was ich so meine ...

Veröffentlicht am August 3, 2010 in Nicht kategorisiert und mit , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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