Ronja Rövardotter

Die Person oben ist nicht bekannt? Doch, mit einer kleinen Übersetzung aus dem Schwedischen wird ja Ronja Räubertochter draus, und wer sie dann noch nicht kennt, der sollte sich einfach mal ein gutes Buch zulegen, oder einen guten Film, wie auch immer, auf jeden Fall gleichen Namens. Warum schreibe ich das jetzt? Naja, ich lese gerade eine Werksübersicht der großartigen Astrid Lindgren und aus allen anderen Romanen gibt es da nur Ausschnitte, die Ronja steht vollständig drin – und ich habe die Lektüre eben erst beendet.

Natürlich habe ich das Buch nicht zum ersten Mal gelesen. Zwar kannte auch ich den Film früher, wie das vielen gehen wird, aber vor gut zwanzig Jahren hatte ich das Buch schon mal gelesen. Nicht als Kind, dafür bin ich ein paar Jahre zu alt, ich habe mit 15-16 Jahren die Bücher von Astrid Lindgren und Michael Ende nachgeholt, weil ich die in der Kindheit eben nicht gelesen hatte. Viel jünger kann ich auch bei der ersten Sichtung des Films nicht gewesen sein – schließlich bin ich nur ein bis zwei Jahre jünger als die beiden damals jungen Hauptdarsteller des Films, und rechnet man zwei bis drei Jahre auf die Entstehungszeit drauf, bis der Film im deutschen Fernsehen zu sehen war, so war ich gerade auf dem Einstieg in die Pubertät, als der Film das erste Mal lief.

Trotzdem gehört dieser „Kinderfilm“ zu meinen allerliebsten Filmen, kaum einen Film habe ich so oft gesehen, und wenn man meint, ich könnte ihn nach so vielen Sichtungen eventuell schon mitsprechen, ja, dann hat man wohl Recht. Besonders gemerkt habe ich das jetzt beim Lesen des Buches. Wenn man weiß, dass Astrid Lindgren bei dem Film durchaus mitmischte – sie schrieb das Drehbuch selbst -, dann verwundert vermutlich nicht, dass es fast keine Änderungen zwischen Buch und Film gibt. Fast sämtliche Dialoge sind wortgleich, kaum ein Bild des Buches, das nicht auch zu einem Bild des Films wurde – und so liegt es nicht nur an der plastischen Erzählweise der großen Autorin, dass man ständig die Stimmen im Ohr hat, die Bilder bei jedem Zwinkern vor den Augen tanzen, sondern auch an dieser unglaublichen Nähe von Buch und Film.

Ganz witzig ist es dann, wenn man von den Interpreten liest, von den Literaturwissenschaftlern, die meinten, Ronja Räubertochter wäre höchst religiös – 12, in Worten ZWÖLF, Räuber, in der Nacht von Ronjas Geburt wird die Burg von einem Blitz in zwei Teile gespalten, Birk wurde in der gleichen Nacht geboren -, ich glaube, es ist einfach nur ein Buch über die Macht der Liebe und über das Erwachsen werden … und ganz nebenbei spannend, witzig und voller Herz – reicht mir auch ohne weitere Botschaften.

Advertisements

Über Hollarius

Ich bin in den Siebzigern geboren, halte mich voll Hybris für einen Künstler und meine auch noch, alle müssten lesen, was ich so meine ...

Veröffentlicht am Juni 7, 2011, in Nicht kategorisiert. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: