Mehr Clowns in die Politik!

Ein wenig talentierter Politiker der CDU namens Mißfelder hat in der „Welt“ ein Interview gegeben, und dabei zu dem Vorschlag eines Parteikollegen, man sollte Persönlichkeiten zum Beispiel aus der Kunst in die Gremien schicken, gesagt: „Bürger, die sich in Vereinen engagieren, sind geborene Kandidaten für öffentliche Ämter. Aber Künstler? Vielleicht sollten wir es einmal mit einem Clown versuchen …“
Um ehrlich zu sein, ich finde, es gibt schon genug Clowns, wie zum Beispiel Philipp Mißfelder, in der Politik. Ich glaube auch nicht, dass sich viele Künstler auf das Niveau der CDU herunterbegeben wollen, von daher halte ich diese Möglichkeit eh nicht so realistisch.
Jetzt bin ich mir ziemlich sicher, dass ein Zivilversager wie Mißfelder keine Ahnung hat, was Clowns so tun, und dass jeder, der einen guten Clown geben kann, sicherlich mehr Grips haben muss, als man für eine Karriere bei der CDU braucht – man kann sich also sicher sein, dass Clowns hier ignoranterweise abwertend gemeint sind. Die ganze Aussage ist also schon von vornherein ungeheuer selbstdisqualifizierend … aber was mich erst so richtig ankotzt, ist die unglaubliche Arroganz gegenüber der Kunst, die dieser Mißfelder sich erlaubt.
Vieles in mir sagt: Wie war noch mal der Spruch? Was kümmert es den Baum, welche Sau sich an seiner Borke schubbert? – Aber nein, es geht mir auf den Keks! Künstler kümmern sich, Künstler sind das Gewissen der Welt, die Leute, die anderen Leuten das Leben lebenswert machen – nebenbei sind sie auch noch quasi durchgängig Geschäftsleute, müssen mehr organisieren, als solch ein Politiker so vorstellen kann. Der einzige Grund, weshalb Künstler sich nicht um Politik kümmern können, hat mit der Fähigkeit nichts zu tun. Sie haben dafür keine Zeit! Sie müssen sich um Wichtigeres kümmern!

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Über Hollarius

Ich bin in den Siebzigern geboren, halte mich voll Hybris für einen Künstler und meine auch noch, alle müssten lesen, was ich so meine ...

Veröffentlicht am Juni 8, 2011 in Allgemein, Kultur, Kunst, Politik und mit , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Ein Kommentar.

  1. Wow, was ein Rant.

    Ich würde das insgesamt nicht komplett unterschreiben. Die Schublade „Politiker in Schwarz und „Künstler“ in weiß ist dann doch eben zu, nun ja, Schwarzweiß.

    Es gibt den ein oder anderen guten Politiker. Nicht viele meiner Einschätzung nach, zugegeben. Es gibt aber auch eine ganze Menge ziemlich komischer (Clown irgendwer?) Künstler, die sich einen Sch* um die Gesellschaft kümmern, weil sie sich um ihre Kunst, ihren Profit, ihre Bekanntheit oder sonst irgendwas einsetzen.

    Was die Bezeichnung „Clown“ angeht – die mag, wenn man die Berufsbezeichnung als alleinige Bedeutung annimmt, sicherlich verfehlt sein. Aber so darf man Beleidigungen nicht interpretieren, glaube ich, sonst wäre die Welt voller Bioabfallentsorgungskörperöffnungen, Piraten der Karibik, die früher einmal Edward hießen und Berufswunsch Frisör für Hecken hatten, und grunzenden Haustieren.

    Ich hoffe, Du hast jetzt wenigstens gelächelt. 🙂

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