Wieder mal 27 …

Amy Winehouse ist mit 27 Jahren verstorben, Drogen haben damit zu tun, vermutlich auch eine Depression und die von Zigaretten und Crack versuchte Lunge – wieder mal endete ein prominentes Leben auf der Überholspur mit 27 Jahren. Winehouse ist damit in bester Gesellschaft. Jimi Hendrix, Brian Jones, Kurt Cobain, Janis Joplin und Jim Morrison waren auch alle 27, als Drogen und Alkohol ihr Leben beendete. Alles Hochbegabte, alles Hochsensible. Vermutlich hat auch Amy Winehouse damit die Chance, nach ihrem Tode bekannter zu sein, als zu Lebzeiten, die Chance zu einer Legende zu werden – die musikalischen Qualitäten waren ja zweifelsohne vorhanden. Natürlich ist es auch einfacher, mit 27 gleichzeitig abzutreten und unsterblich zu werden – die Musikkönige Elvis (King of Rock) und Michael Jackson (King of Pop) starben zwar auch beide vor ihrer Zeit, schafften es aber beide auch ihre beste Zeit zu überleben und zwischendurch eher desolate Bilder von sich selbst abzugeben. Sie traten zu spät ab, waren aber auch schon zu Lebzeiten Legenden. Die Kollegen aus dem Klub 27 hätten noch verdammt viel der Welt geben können, waren alle noch nicht so weit, wie sie hätten kommen können, und das ist die Tragik, die in jedem einzelnen Fall liegt. Aber natürlich ist das frühe Versterben auch zur Legendenbildung wunderbar: Sie haben alle ihre seltsamen Momente gehabt, aber letztlich sind sie dann gestorben, als sie noch keine Kopien ihrer selbst waren, als sie noch keine schlechten Alben abgeliefert hatten, als sie auch noch jung und attraktiv waren. Das einzige, was verhindern könnte, dass nun auch Amy Winehouse den Weg in den Klub findet, also auch als ähnlich wichtig angesehen wird, und ähnlich viel posthume Beachtung findet, wie die bisherigen fünf Mitglieder, könnten die vielen sehr negativen Schlagzeilen sein, die sie schon gesammelt hat, die Videos auf Youtube, die sie betrunken auf der Bühne herumirrend zeigen. Solche Konzerte hat Jim Morrison auch gegeben, keine Frage, aber das ist fast exakt vierzig Jahre her – genau vierzig Jahre und zwanzig Tage vor Winehouse starb Morrison -, damals konnte man sich diese Bilder noch nicht ständig verfügbar machen, damals blieben andere Bilder und Töne im Gedächtnis. Mit Amy Winehouse ist eine hochbegabte Musikerin gegangen, eine polarisierende Frau, der man so gewünscht hätte, dass sie mit sich klar kommt, eine weitere Künstlerin, die an ihrer Berühmtheit gestorben ist, auch wenn man das nicht als offizielle Todesursache angeben wird.

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Über Hollarius

Ich bin in den Siebzigern geboren, halte mich voll Hybris für einen Künstler und meine auch noch, alle müssten lesen, was ich so meine ...

Veröffentlicht am Juli 24, 2011 in Allgemein, Gesellschaft, Kultur, Musik und mit , , , , , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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