Quick – Warum Georg Schramm kein Spaßvorschlag wäre

heise.de hat es schon Anfang Januar geschrieben,gestern legte einer der einflussreichsten Blogger, der gute Fefe nach, Tenor: „Schlagt Georg Schramm als Bundespräsidenten vor!“ – die Aufforderung richtet sich an die Piratenpartei, die mit sagenhaften zwei Sitzen auch in der Bundesversammlung sitzen wird.
Man kann gerne hier sehen, dass Georg Schramm sich dazu quasi öffentlich bereit erklärt hat:

Jetzt gibt es verschiedene Strömungen unter den Piraten, die einen sind fröhlich auf den Zug aufgesprungen, andere halten diese mögliche Nominierung für Unsinn, für die Aktion einer Spaßpartei.
Einerseits, hey, man kann Politik auch mit Spaß verbinden, und wer einmal bei unserem Stammtisch war, der weiß, dass wir wirklich viel Spaß haben. Aber der Fehler ist woanders: Der Vorschlag ist kein Spaßvorschlag. Ja, man kann ihn mit guter Laune verbinden, aber die hatten SPD und Grüne sicherlich auch, als sie zur letzten Wahl den Gauck vorgeschlagen haben – nicht weil der so spaßig wäre, ich befürchte eher, dass der Gauck verdammt wenig Humor hat – ich schweife ab. SPD und Grüne haben sich damals ins Fäustchen gelacht, weil sie den deutlich stärkeren Kandidaten hatten, der auch in konservativen Kreisen total wählbar war, und dadurch der Druck auf die Koalition einfach groß war – letztlich war es aber klar, dass sich Merkel es nicht leisten konnte, Wulff nicht durchzusetzen: Und deswegen war Gauck ein Spaßvorschlag, wenn Schramm jetzt einer wäre.
Aber Gauck war keiner, und Schramm ist es auch nicht. Georg Schramm ist über sechzig, hat also das richtige Alter. Er ist unbescholten, ehemaliger Berufssoldat, studierter Psychologe, der in seinem Beruf lange gearbeitet hat, einen gewerkschaftlichen Hintergrund hat er auch noch und als Künstler ist er kaum übertroffen. Was könnte man gegen einen solchen Kandidaten haben? Einen besseren kann sich unsere Partei wohl kaum wünschen. (So, hatte gerade eine keine Schreibpause, während ein gewisser Herr Wulff zurückgetreten ist, alles auf Anfang).
Ist es populistisch, Georg Schramm vorzuschlagen? Ja, aber so ist Politik nun mal. Hat er eine Chance? Ach nun, hat schwarz-gelb eine sichere Mehrheit? Wenn nicht, dann würden sich SPD, Grüne und Linke halt schon fragen lassen müssen, was sie gegen Schramm haben. Und ob sie einen besseren haben. (Ganz ehrlich, ich habe ein bisschen Angst, dass die Linke oder die Grünen auf den Zug aufspringen, ich hoffe, beide Parteien sind zu etabliert und bräsig, um uns da zuvor zu kommen.)
Der Bundespräsident soll unbestechlich sein, ein Mann des Volkes, ein Meister des Wortes – all das erfüllt Georg Schramm, ich könnte mir kaum einen besseren Präsidenten vorstellen. Warum machen wir das jetzt nicht einfach?

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Über Hollarius

Ich bin in den Siebzigern geboren, halte mich voll Hybris für einen Künstler und meine auch noch, alle müssten lesen, was ich so meine ...

Veröffentlicht am Februar 17, 2012 in Gesellschaft, Piraten, Politik und mit , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 5 Kommentare.

  1. Ich finde das ja alles auch so wie Du, nur ein Punkt ist mir aufgefallen: Ist Schramm unbestechlich? Ich meine, bei Wulff konnte man vorher vielleicht das Gegenteil bereits vermuten, von daher ist Schramm da sicher besser, aber eine Unbestechlichkeit schon zu attestieren ist doch etwas früh.

    Trotzdem, ich fände Schramm auch gut. Überhaupt, das Amt des Bundespräsidenten hat einen guten politischen Kabarettisten verdient – im positiven Sinne. Kabarettisten machen doch jetzt schon die kritische Arbeit des BuPrä.

  2. In dem Clip hat sich NICHT Georg Schramm, sondern seine Figur, Rentner Dombrowski, bereiterklärt.

    Hört bitte auf euch lächerlich zu machen und seht das ein. Schramm ist ein exzellenter Schauspieler, der mehrere Kunstfiguren darstellt, die in diverse Richtungen deutlich übertrieben sind.

    Das wäre, als hätte Die Linke nicht Peter Sodann, sondern Kommissar Bruno Ehrlicher nominiert.

  3. Ich bin auch deutlich dafür, Schramm vorzuschlagen (wenn er denn will).
    Eine Chance gewählt zu werden, spricht ihm wohl keiner zu, genauso wie jedem anderen Kandidaten, den nicht die Regierungsparteien vorschlagen. Aber darum gehts nicht. Sondern darum ihm (meinetwegen auch gerne in seiner Dombrowski-Rolle) eine Bühne mit massiver Aufmerksamkeit zu bieten. Das reicht.

  4. Auch ich bin sehr für die Nominierung von Georg Schramm als nächsten Bundespräsidenten!
    Ich habe mal ein Stencil im Stil der Schäublone erstellt. Darf gerne weiterverwendet werden.

    http://mowelt.wordpress.com/2012/02/17/georg-schramm-mein-prasident/

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