Der erste Akt – Diablo III

Es ist schwierig, sich loszureißen, aber ich habe es geschafft. Es sollte zumindest für einen Minireview des ersten Aktes reichen.
Seit gestern ist Diablo III draußen, vielleicht gibt es schon ein paar Leute, die durch sind mit dem normalen Schwierigkeitsgrad, aber ich habe gerade ungefähr bei der Hälfte des zweiten Aktes ausgeloggt, damit ich mal was anderes mache, zum Beispiel über D3 bloggen. Als erstes muss ich meckern. Ich, der ich ja in dem einen oder anderen Forum schon als Blizzard-Fanboy demaskiert wurde, bin in einer Hinsicht gar nicht zufrieden. Es gibt Downtimes, es gibt Zeiten, in denen man sich vor lauter Mitspielern nicht einloggen kann. Das macht mich bei einem Spiel, dass ich im ersten Durchlauf nur allein spiele, um die Story voll mitzubekommen, relativ sauer.
Ich kaufe kein Spiel, um es am Tag des Erscheinens nicht spielen zu können. Und sorry, Blizzard, aber wenn ihr eines der erfolgreichsten Spiele der Computergeschichte nach ZWÖLF Jahren fortsetzt, dann müsst ihr einen solchen Ansturm doch vorherwissen. Dieses Spiel wird seit mehr Jahren heiß erwartet, als viele heutige Gamer überhaupt einen PC besitzen. Es wäre kein Problem gewesen, diesem Spiel auch einen Offline-Modus zu geben, solche Spielzeiteinbußen an den ersten Tagen sind echt nervig. (Ja, ich weiß, wir haben noch Jahre, um dieses Spiel zu spielen, aber „Erscheinungstag“, HALLO?)
So, genug gemeckert. Ich bin dann mal in Tristram. Also eigentlich Neu-Tristram, und ein fallender Stern hat dafür gesorgt, dass bei jeder Menge Untoten das „Un“ wieder zu streichen ist. Und das löse ich mit dem Recht der Faust, mein erster Charakter ist ein Mönch, und der ist eine gute Wahl – immerhin ist er erst zweimal gestorben, und beide Male war es eher der Müdigkeit geschuldet, als der Schwierigkeit. Ein bisschen muss man schon in Frage stellen, ob es Wiedererkennungswert haben soll, dass man wie in D2 erst mal Deckard Cain retten muss – dieses Mal allerdings nicht in Alt-Tristram, sondern gleich in den Katakomben der Kathedrale, die man vor etwa 15 RL-Jahren schon mal von einem gewissen Herrn Diablo befreit hat. In Sanktuario-Jahren ist das noch ein paar Jahre länger her.
Für Spieler, die schon Diablo gespielt haben, also den ersten Teil, ist dieser erste Akt des dritten Teils von Nostalgie geprägt. Nicht nur in der Tristram-Musik, die natürlich den ersten Akt durchzieht, nicht nur mit dem Charakter Deckard Cain, den wir vom ersten Tag der Spielreihe an kennen, sondern vor allem, weil der erste Akt die gesamte Geschichte des ersten Teils nicht nur andeutet, sondern gleich mal in Tagebucheinträgen aller möglichen Figuren erzählt, ja, Leoric und andere selbst zu Wort kommen lässt.
Für Neu-Diableristi wird das sicherlich auch ganz nett sein, für Fans der Serie, für Spieler des ersten Teils, ist das großartig. Ach, überhaupt die Geschichte, die Art der Geschichtserzählung, das ist ein Riesenunterschied zu den ersten Teilen. Ja, es gab auch in den ersten beiden Teilen so was wie eine Geschichte, klar, aber im Vergleich war das fast nichts. Der zweite Teil hatte 24 Questen, und die waren auch nicht mit besonders viel Geschichte ausgestattet. Das ist jetzt völlig anders. Jede Quest, so einfach sie auch sein mögen, hat Geschichte, die sie erzählt, sogar die meisten Nebenquests. Jede bringt ein bisschen mehr Stimmung, ein bisschen mehr Tiefe – etwas, was für Diablo bisher nie so richtig wichtig war, aber keinesfalls stört. Besonders clever: man kann sich entscheiden, ob man die Erzählungen hören will, wenn man das macht, spielt man einfach weiter, während einer Stimme lauscht. Also keine Unterbrechung im Spielfluss, die Geschichte gibt es als Hörbuch mit.
Daneben gibt es immer mal wieder auch Filmchen, die auf die Charakterklasse angepasst sind – viele Dialoge übrigens auch, also zumindest mit den Begleitern. Wenn man dem Mönch eine Weile zuhört, könnte man fast selbst fromm und asketisch werden. Was ein bisschen fehlte, war ein richtiger Gegner im Hauptkampf des ersten Aktes, denn der Schlachter ist halt irgendein sehr großer Dämon, aber niemand, der schon länger unsere Feindschaft erregt hat – andererseits ist er halt auch eine wunderbare Reminiszenz an den Butcher aus dem ersten Teil, und vor dem hatten wir damals sehr viel Respekt.
Der Schwierigkeitsgrad ist – ja, muss man sagen – eher lasch. So richtig spannend wird das sicherlich erst, wenn man auf einem höheren Schwierigkeitsgrad unterwegs ist – aber Geschichte erleben hat bei mir erst mal Vorrang. Die werde ich auch im nächsten Beitrag weiter kommentieren, wenn es dann um den zweiten Akt geht, der wie bei D2 auch, in der Wüste spielt, obwohl ich Lut Gholein immerhin noch nicht gesehen habe. Kommt danach der Dschungel? Ich weiß es nicht, werde es aber herausfinden, das ist mal sicher.

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Über Hollarius

Ich bin in den Siebzigern geboren, halte mich voll Hybris für einen Künstler und meine auch noch, alle müssten lesen, was ich so meine ...

Veröffentlicht am Mai 16, 2012 in Allgemein, Computerspiele, Gesellschaft und mit , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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