AG Waffenrecht, Lobbyismus und ein Mailinglistenmassaker

Auf der NRW-Aktiven, also der offenen Liste für alle, gab es in den letzten Wochen neben lustigen Trollversuchen, die dazu führen, dass ganze Kochbücher veröffentlicht werden – so wehrt man sich gegen Antisemiten und Rechtsesoteriker -, auch heiße Diskussionen um die AG Waffenrecht, die ein piratiges Vorderladerschießen ankündigten, und gleich mit heftigem Gegenwind zu kämpfen hatten.

In dieser AG gibt es einige Mitglieder unserer Partei, die sich ein bisschen an der NRA Amerikas orientieren. Die NRA (National Rifle Association) ist eine Waffenlobby in Amerika, die den kaum eingeschränkten Waffenbesitz jedes freien Amerikaners fördert – ähnliche Ideen, hat auch eine waffenlobbyistische Vereinigung namens „prolegal“ in Deutschland.

Ob es prolegal gibt oder nicht, könnte uns ja prinzipiell egal sein, problematisch werden die Waffennarren erst dadurch, dass Mitglieder dieser Lobby auch Mitglieder der AG Waffenrecht in der Piratenpartei sind. (btw. Wenn man mal auf die HP von prolegal geht, sieht man, wer hier die Unterstützer sind. Da tauchen viele Waffenhändler auf, Schießhallen – ergo, es geht um wirtschaftliche Interessen, worum auch sonst?)

Jetzt sind die Piraten die Partei, die gegen die gegenwärtige Lobbykratie intensiver zu Felde zieht, als sonst eine Organisation in Deutschland. Da passt eine solche AG nicht wirklich ins Portfolio. Und das bringt die deutliche Mehrheit von Waffengegnern in der Partei natürlich auf die Barrikaden. Wie geht man nun mit so was um?

Ich denke, zuerst muss man sich selbst positionieren, wenn man das Problem diskutieren will: Ich persönlich kann die Faszination Waffe vollkommen verstehen. Ich bin Rollenspieler und schaue da immer auf die Bewaffnung. Ich habe auch schon das eine oder andere Mal mit einem Bogen auf Zielscheiben geschossen, und es hat mir viel Spaß bereitet. Ich könnte mir auch, da ich ja ein fantasiebegabter Mensch bin, vorstellen, dass das Abfeuern einer Feuerwaffe Spaß machen kann. Mit ungeladener Schreckschusspistole habe ich im Theater auch schon rumgefuchtelt, und das Gewicht solch einer Waffe gibt schon ein interessantes Gefühl. Wenn es nicht politisch aufgeladen wäre, würde mich ein Vorderladerschießen durchaus interessieren.

Ja, jetzt kommt das „Aber“:  Aber politisch bin ich anders strukturiert. Als ich mit verspäteter Verweigerung in der Grundausbildung der Bundeswehr war, habe ich auch den Dienst an der Waffe verweigert – und das einerseits aus pazifistischer Überzeugung heraus, und durchaus auch der Idee heraus, dass ich der Faszination Waffe nicht verfallen möchte. Ich halte Militarismus für eine sehr gefährliche Sache, ich halte eine Verbreitung von Waffen für eine Verrohung. Eine Zivilgesellschaft ist dann zivilisiert, wenn keine Waffen mehr nötig sind.

Irgendwo in diesem Blog habe ich mal über den einen oder anderen Amoklauf geschrieben, und da gab es einen, der sehr glimpflich ablief, weil der Amokläufer keinen Vater hatte, der ihn mit Waffen und Munition ausrüstete. Mir ist durchaus klar, dass Jäger Schusswaffen brauchen, und ja, die müssen dafür Tresore haben und die müssen überwacht werden. Bei Sportschützen würde ich aber anders argumentieren: Meiner Meinung nach ist eine Waffe, mit der es ein leichtes ist, jemanden zu töten, kein Sportgerät. Großkalibrige Waffen sind keine Sport-, sondern Mordgeräte. Und wenn es um Sport geht, darum, wie gut jemand zielen kann, dann brauche ich dafür heute eigentlich gar keine Schießprügel mehr, da reichen Laserpointer für – und die bitte nicht auf Flugzeuge richten, danke!

Jetzt kann man großartige Argumente bringen, darüber reden, dass jeder Stein, von Hackebeilchen und Tranchiermessern ganz zu schweigen, zu einer Mordwaffe werden kann. Das ist richtig. Aber es ist immer noch ein riesiger Unterschied, ob ich ein Gerät mit mir herumtrage, dass für nichts anderes gut ist, als zu zerstören und zu ermorden, oder etwas, dass für andere Zwecke gemacht ist. Es ist einfach ein Unterschied in der Frage von Macht, von Verführbarkeit, von Verfügbarkeit. Nehme ich eine Pistole in die Hand, denke über ihren Gebrauch nach, dann denke ich über nichts anderes nach, als dass ich damit etwas zerstören kann, jemanden verletzen oder umbringen kann – bei einem Messer kann ich immer noch über das Hacken von Petersilie nachdenken. Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Gedanken an etwas auch die Hemmungen automatisch senken – und deshalb ist die Verfügbarkeit von Waffen eine Verrohung, weil sie den Einsatz von Waffen zu einer mehr oder weniger naheliegenden Möglichkeit macht. Und mir ist durchaus klar, dass mit legalen Waffen wenig Schindluder getrieben wird – mir ist aber auch klar, dass ein GAU in einem Atomkraftwerk unwahrscheinlich ist – das Problem ist in beiden Fällen das Risiko. Man kann mit Schusswaffen einfacher zum Tode von auch vielen Menschen führen, als mit einem Küchenmesser. Und deshalb gehören Schusswaffen nicht in die Zivilgesellschaft.

So, jetzt habe ich mich positioniert. Es sollte klar sein, dass mein Ziel gegensätzlich zu den Zielen dieser Waffennarren von prolegal ist. Und ja, ich halte es für ein ziemliches Problem, dass Anträge dieser AG zum Beispiel in Schleswig-Holstein wohl in das Wahlprogramm eingeflossen sind, und ja, wenn solches in NRW auf der Tagesordnung stände, wäre ich einer von denen, die sehr entschieden gegenreden würden. Nun gibt es Leute, die wollen die AG Waffenrecht verbieten, auflösen, aus der Partei weisen – zumindest kommen einige Mails so bei mir als Rezipienten an. So sehr ich inhaltlich da übereinstimme, so sehr ich etwas anderes im Waffenrecht will und so problematisch ich diese eindeutige Lobbyarbeit sehe, ich denke, wir müssen diese AG Waffenrecht akzeptieren – so lange es dort nicht die faschistoiden Umtriebe gibt, die man schon mal von den amerikanische Waffenlobbyisten hört, da wäre natürlich keinerlei Toleranz mehr – wir müssen sie akzeptieren, weil sie ein Meinung haben, die auch noch durchaus libertär ist, und mir ist klar, dass diese Seite für viele Piraten gut nachvollziehbar ist. Wir müssen sie akzeptieren, ihnen auf die Finger schauen und ihre Anträge, einfach mal gnadenlos durchfallen lassen, so lange sie eindeutig waffenlobbyistische Züge tragen. Ich mein, muss ja nicht so bleiben. Vielleicht gibt es dort ja gute Diskussionen und ein paar Leute zeigen sich als echte Piraten und ändern ihre Meinung aufgrund der besseren Argumente.

Advertisements

Über Hollarius

Ich bin in den Siebzigern geboren, halte mich voll Hybris für einen Künstler und meine auch noch, alle müssten lesen, was ich so meine ...

Veröffentlicht am Mai 27, 2012 in Gesellschaft, Piraten, Politik und mit , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 19 Kommentare.

  1. 1. Nein, die AG Waffenrecht orientiert sich in keiner Weise an der NRA. Steht auch so auf unserer Wikiseite. Vielleicht einfach mal lesen, dann posten?
    2. Du sprichst von einer „deutliche Mehrheit von Waffengegnern in der Partei“. Woher hast du diese Information, hast du das abstimmen lassen?
    3. Ich bin auch Pazifist, schieße aber gerne auf Scheiben. Mit Militarismus habe ich nichts am Hut. Das ist übrigens bei vielen Schützen so. Schubladendenken ftw… :-/
    4. Waffen sind nicht per se Mordinstrumente. Es kommt auch den Schützen an. Frage dich mal, warum bei ca. 10 Mio Legalwaffen in Deutschland so wenig Unfälle passieren.

    Ja, du hast dich nun positioniert – leider aber offenbar überhaupt nicht über die tatsächlichen Ziele der AG informiert und unrecherchiert nachgeplappert, was auf Liste teilweise für ein Stuss geschrieben worden ist.

    Ich kann dir nur empfehlen: Sprich uns bitte auf dem nächsten LPT an und lerne uns mal persönlich kennen. Aus deinem Post sprechen viele viele Vorurteile.

    Leider wird unser Sport immer von den Medien und auch der aktuellen Politik zum Sündenbock für tragische Ereignisse gemacht, ohne die wirklichen Ursachen zu bekämpfen. Symbolpolitik. Weiter nichts. Willst du das wirklich?

    Gruß,
    Marc

    • Lieber Marc,
      1. ich spreche nirgends davon, dass sich die AG an der NRA orientiert.
      2. Ist gefühlt … kann ich nicht beweisen … 😉
      3. Ich persönlich finde Waffen eben problematisch, habe ich ja auch begründet.
      4. Doch, Waffen sind zur Zerstörung und Tötung konzipiert. Sie haben keinen anderen Sinn.
      Dann macht den Sport doch ohne diese Zerstörungskraft, habe ich keine Probleme mit, kannst du doch nachlesen … 😉

      • 1. Na ja du unterstellst aber einigen Mitgliedern der AG Waffenrecht das sie sich ein bisschen an der NRA Amerikas orientieren. Ok du hast das ein bisschen geschickter verpackt. Aber was wolltest du damit sagen?
        4. Sportwaffen sind eben nicht zur Zerstörung oder zum Töten konzipiert, sondern für einen Sport, den nicht jeder versteht oder verstehen mag. Ich verstehe auch nicht wie 22 Erwachsene Menschen hinter einem Ball herjagen, und eine Schaar Randalierer in ihren Fanreihen dulden. Aber ich würde den Sportlern trotzdem ihren Sport lassen, oder mich erst sehr genau mit dem Sport beschäftigen bevor ich ihn verbieten lassen wollte.

  2. Hollarius, seit wann schreibst du meine(gedachten) Blogs?+1

  3. Die Assoziation, daß Waffenbesitzer auch gleich Militaristen sein müssen, ist falsch. Es gibt sehr viele Wehrdienstverweigerer und Pazifisten in den Schießsportvereinen. Militaristen sind nicht gerne gesehen und das bekommen sie auch zu spüren – so deutlich, daß sie schnell wieder verschwinden. Die meisten Schießsportler sind sehr friedliebende Leute oder sogar Pazifisten.

    Nimmt ein Schießsportler eine Waffe in die Hand, dann denkt er nicht über Tod und Zerstörung nach, sondern über Konzentration und innere Ruhe. Er achtet auf Beherrschung von Körper und Geist – wie beim Zen-Bogenschießen. Auch hier wieder eine Unterstellung, die keine psychologische Grundlage hat. Ein Rambo fliegt aus einem Schießsportverein schneller wieder raus, als er eingetreten ist.

    Gefühlte „Fakten“ sind eben keine Fakten sondern … nun ja … Vorurteile, Annahmen und Behauptungen aufgrund fehlender Informationen. Es gibt sehr viele „gefühlte“ Fakten, die zum Thema Waffenbesitz herumschwirren. Die lassen sich alle locker mit Statistiken und Studien – also echten Zahlen, Daten, Fakten, widerlegen.

    Ach ja – Sport ohne Zerstörungskraft. Bogenschießen? Ein Pfeil geht glatt durch die Schutzweste eines Polizisten hindurch. Speerwerfen? Axtwerfen? Armbrustschießen? Motorsport? Die Kräfte dahinter sind enorm und fordern gerade beim Motorsport immer wieder Tote – Fahrer und Unbeteiligte. Mit der Begründung könnte man z.B. Motorradfahren oder Skifahren noch viel schneller verbieten als Sportschießen, weil das weit mehr Opfer fordert – aber damit kann man ja leben, da liegt kein Medienfokus drauf.

    Übrigens: Die Programm-Standpunkte der Landesparteitage von SH und BW zum Waffenrecht standen übrigens bevor sich die AG Waffenrecht überhaupt gegründet hatte.

    https://dl.dropbox.com/u/5278508/Waffen_Fragen_Antworten.pdf
    Das PDF hat jetzt nix mit der AG Waffenrecht zu tun. Es ist nur eine Sammlung von Behauptungen, Forderungen und beliebten Vorurteilen zum Waffenrecht, denen die Tatsachen gegenübergestellt wurden. Einen absoluten Waffenhasser wird das nicht überzeugen, aber Leute, die ihre Vorurteile auch mal hintenan stellen können, werden einiges an Denkanstößen finden.

    • Ja, das mit den Wahlprogramm hatte ich falsch, hat Cathy ja auch schon auf der Mailingliste richtig gestellt.
      Ähnlich wie MArc in seinem Kommentar vermischt du meine Kritik an Waffen insgesamt mit meiner Sicht auf die AG Waffenrecht. Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass vieles, was du sagst, sehr richtig ist. Ich verstehe dann aber immer noch nicht, warum Schießsportler große Kaliber brauchen? Warum kann man denn nicht mit ungefährlichen Waffen schießen? Muss man sich da weniger konzentrieren? Oder ist es doch wieder die Faszination, eine gefährliche Waffe in der Hand zu halten, im Zweifelsfall Herr über Leben und Tod zu sein?
      War Robert Steinhäuser nicht auch in einem Schützenverein? Ein solcher „Unfall“ reicht mir. Solche Massaker passieren, weil es die Waffen gibt, weil es die Möglichkeit gibt. Und das kann man nicht mit den Opfern des Ski- oder Motorsports vergleichen. Es geht hier um vorsätzliches Töten, nicht um Unfälle. Was nicht heißen soll, dass ich gegenüber den anderen Sportarten unkritisch wäre.
      Verdammt, wir sind technisch so weit, da wird man doch auch im Schießsport Wettkampfgeräte nutzen können, mit denen man nicht problemlos eine Menge Menschen umbringen kann …

      • Ein Hinweis. Du schreibst: „Warum kann man denn nicht mit ungefährlichen Waffen schießen?“

        Weil es keine ungefährlichen Waffen gibt. Waffen sind per se gefährlich, aber wenn mit Waffen im sportlichen Sinn sorgsam umgegangen wird, dann geht von ihnen keinerlei Gefahr aus.

        Bitte einfach mal verstehen: Sportschützen haben KEIN INTERESSE daran irgendwen zu verletzen, wir wollen einfach nur auf Pappscheiben schießen und über die Kontrolle unseres Körpers und Geistes ein besseres Ergebnis erzielen.

        Deswegen finden wir es auch so problematisch, dass wir als Sündenböcke für komplexe gesellschaftliche Probleme herhalten müssen.

      • Ihr wollt nur auf Pappscheiben schießen, dann ist ja gut, dafür braucht man ja nicht mehr als Luftgewehre und -pistolen, oder? Und, hey, wir sind Piraten, technikaffin und so. Da findet man jede Menge Möglichkeiten. Mit Farbkugeln oder Gummigeschossen kann man auch auf Pappscheiben schießen, oder? Und die ganzen Möglichkeiten der Elektronik. Einen virtuellen Schießstand kann man sich doch recht problemlos vorstellen. Die Waffen könnten auch Rückstoß haben und alles. Und siehe da, man findet also Möglichkeiten, „ungefährliche Waffen“ zu nutzen. Und dafür verzichtet der Schießsport auf tödliche Kaliber … können wir das in einen Antrag gießen? Wenn es nur um Pappscheiben geht, sollte das doch nun wirklich kein Problem sein, oder?

  4. Es gibt wohl kein anderes Thema, bei dem das „gefühlte“ (und teilweise regelrecht herbeifantasierte) „Bedrohungszenario“ so weit von der Lebenswirklichkeit abweicht, wie bei der Frage, ob legaler, privater Waffenbesitz sein muss oder nicht.

    Selbst die eifrigsten Anti-Waffen-Aktivisten kommen trotz äußerst kreativer Zählweise gerade mal auf 5 oder 6 angebliche Sportschützenopfer pro Jahr, die sie als Argument gegen privaten Waffenbesitz ins Feld führen.

    Dabei wird auch noch unterstellt, dass vorsätzliche Morde, Suizide oder Beziehungstaten bei nicht vorhandener, legaler Waffe einfach nicht passieren würden, obwohl bereits heute fast 90% aller Tötungsdelikte ohne jegliche Schusswaffenbeteiligung auskommen.

    In Anbetracht von jährlich um die 2.000 Opfer von Tötungsdelikten, davon etwa 1.800 durch „konventionelle“ Tatmittel ums Leben gebracht (Messer, Knüppel, Hände etc.) und 190 durch illegale Schusswaffen sollte schon die Frage erlaubt sein, warum ausgerechnet das extrem seltene Tatmittel „legal besessene Schusswaffe“ immer wieder im Fokus der Verbotsforderer steht.

    Zitat „Focus“ 27/2011 (Einer der sehr seltenen sachlichen Artikel zum Thema):

    „Bei 0,2 Prozent aller Straftaten sind Schusswaffen im Spiel. Nur in fünf Prozent dieser Fälle kamen legale Pistolen und Gewehre zum Einsatz.“

    Quelle: http://www.focus.de/panorama/boulevard/brennpunkt-waffenbesitz_aid_642389.html

  5. Ahoi zusammen,
    tja, schade, das viele Leute soviel Angst haben, dass Sie immer gleich alles verbieten lassen wollen.
    Ich persönlich fühle mich als Sportschütze einfach diskriminiert, wenn ich die ganze Zeit für einen potenziellen Amokläufer gehalten werde.
    Ich war bei der Bundeswehr, bin ich dann jetzt auch potenzieller Terrorist (ach ich vergaß, sind wir ja eh alle), ich bin Chemiker, bin ich jetzt sofort Bombenleger?
    Ich finds einfach besch… das alle immer alle über einen Kamm scheren, sogar ich jetzt, aber ich unterstelle mal, dass ihr alle zusammen euch nicht vorstellen könnt, was ich für „positive“ Erfahrungen mit Waffen gemacht habe und warum ich nicht darauf verzichten möchte.
    Sollte daran ernsthaftes Interesse bestehen, dann fragt mich doch einfach mal.
    In diesem Sinne einen differenzierten Gruß.
    P.S.. Nein, ich bin kein Waffenlobbyist! Ja, auch ich bin in der AG Waffenrecht!

    • Liebe AG Waffenrecht, ich finde es schön, dass ihr vorbeischaut. Und jetzt lernt ihr bitte noch lesen: Ich habe keinem Sportschützen irgendwas vorgeworfen, noch irgendwen diskriminiert.
      Ich verstehe immer noch nicht, warum man tödliche Waffen für den Sport braucht, sollte doch eigentlich auch anders gehen … so viel Technik muss doch gehen …

      • „Ich verstehe immer noch nicht, warum man tödliche Waffen für den Sport braucht, sollte doch eigentlich auch anders gehen … so viel Technik muss doch gehen …“

        Warum müssen immer alle alles verstehen?

        Warum braucht ein Mantafahrer einen Fuchsschwanz?
        Warum müssen Fußballfans immer besoffen sein und randalieren?
        Warum müssen Motorradfahrer immer rasen und sich und andere totfahren?
        Warum dürfen Autos mit 300 PS von Leuten ohne Rennlizenz im öffentlichen Strassenverkehr gefahren werden? Da habe ich Angst vor und möchte das verboten haben!
        Hört doch mal auf jedem erzählen zu wollen was er braucht oder nicht.

        Macht euch mal Gedanken darüber warum 14-jährige so verzweifelt sind das sie zur Waffe greifen!

        Mit Waffen Sport betreiben tut man aus dem selben Grund wie Autorennen fahren oder Fallschirmspringen. 1. Weil mans kann und 2. weil es Spaß macht.

        Wenn ich mit technischer Hilfe einen kleinen Gegenstand 200 Meter weit bewegen kann um am Ende dieser Strecke ein Ziel zu beeinflussen, habe ich ….??
        …. wieder eine Waffe….. hmm….das Leben ist ein Teufelskreis…

  6. Lieber Hollarius,
    du schriebst: „Und jetzt lernt ihr bitte noch lesen: Ich habe keinem Sportschützen irgendwas vorgeworfen, noch irgendwen diskriminiert.“

    Selbiges fordere ich jetzt von dir und möchte, das du mir zeigst, wo ich geschrieben habe, das du irgendwen oder irgendwas diskriminiert hast.

    Soviel erstmal dazu, besonders schade finde ich, das du mich nämlich nicht nach meiner positiven Erfahrung gefragt hast und warum ich grade mit meinem Gewehr auf Pappscheiben schiessen möchte, aber ich „deute“ das jetzt mal einfach so, das ja scheinbar kein ernsthaftes Interesse daran bestand…

    In diesem Sinne wünsche ich dir noch einen schönen Tag und hoffe ja, das evtl. doch noch interesse an einer differenzierten Betrachtung besteht, wenn das der Fall sein sollte, so bin ich gerne bereit, meine Erfahrungen zum besten zu geben.

    Gruß Thomas Glatzel, Sportschütze, ganz normaler Mensch und nebenbei auch Pirat

    • Ich glaube dir, dass du positive Erfahrungen mit deinen Waffen verbindest, im Blogpost erkläre ich ja auch, dass ich die Faszination für Waffen durchaus verstehe. Aber was sollen diese Erfahrungen helfen?
      Es geht um Risikoabwägung. Waffen werden für Zerstörung und Tötung gemacht, es gibt keinen anderen Sinn für eine Waffe – und da hilft es auch nicht, dass man ja nur trainiert, wie man möglichst genau trifft.
      Ich glaube gern, dass die meisten in der AG Waffenrecht einfach nur gerne schießen. Dadurch, dass es Verbindungen zu prolegal gibt, die sich offenbar als Waffenlobby versteht, und wo man sehen kann, dass da viele Leute vor allem daran interessiert sind, Waffen zu verkaufen, entsteht ein etwas schiefes Bild, aber darum müsst ihr euch kümmern, nicht ich.
      Ich wohne in einer Gegend, in denen Schützenfeste wichtig sind. Und ich sehe darin oft immer noch mehr oder weniger verholenen Militarismus – ich weiß aber auch, dass die Sportschützen meistens anders drauf sind. Von daher habe ich gar keine Probleme mit Sportschützen, ich habe nur ein Problem mit Waffen …

  7. Tja, dann nehm ich das mal so hin…
    Inwiefern gibt das denn ein „schiefes Bild“ wenn 2 oder 3 von wievielen Mitgliedern in der AG auch noch bei ProLegal sind, wieso wird dann die ganze AG so verteufelt? Das gibt mir mehr zu denken, als das dort einige sind, die da keinen Hehl raus machen, das Sie auch in anderen Verbänden sind. Aber egal, ich nehme das so hin, ich will auch garnicht mit meiner positiven Erfahrung hausieren gehen, wenn du die schon kennst, dann ist ja gut.
    EOD for me, danke!

  8. Und wie geil immer gar nicht auf genannte Fakten eingegangen wird. Nehmt doch bitte mal die Scheuklappen ab.

    hier NOCHMAL der Link:
    http://www.focus.de/panorama/boulevard/brennpunkt-waffenbesitz_aid_642389.html

  9. Kurz um die offene Frage zu beantworten, warum man Großkaliber verwendet, da diese Frage noch offen steht: Vergleiche es einfach mit anderen Sportarten und den dortigen Klassen. Das GK stellt bei den Schützen nun mal die höchste Latte da (kommt noch auf das genaue Kaliber an = Unterklasse bzw. Abteilung / im Sportschützenjargon: Disziplin). Es gibt halt kleine (niedrige) und große (höhere) Klassen. Im Schützensport könnte man das grob unterteilen in Druckluft, Kleinkaliber(KK) und Großkaliber(GK). Darin unterteilt sind weitere Disziplinen (Abteilungen) mit unterschiedlichen Kriterien und entsprechenden Herausforderungen. Deshalb ist für die Sportschützen GK eben so relevant. Es käme ja auch keiner auf die Idee, wg. der Energievehemenz potenzieller Unfallgefahren zB. die Formel-Klassen zu verbieten, mit der Begründung, die unteren Klassen reichten doch für den Sport eigentlich völligst aus. Es gehört halt dazu, es ist Teil des Sports, aber auch der Geschichte. Früher hat man auch GK olympisch geschossen, wurde dann aber auf KK umgemünzt wg. der Kosten (so oder so ähnlich war der Grund, genau weiß ich es nicht mehr, aber läßt sich sicherlich alles ergooglen).

    Und das ist auch abschließend meine Große Bitte an alle Themenbeteiligten, sei es auch nur eine (persönliche) Meinung. Wenn schon Pirat, dann aber richtig und das Internet als Infoquelle genutzt um das eigene Wissens wenigstens etwas auszuleuchten. 😉

    Moralisch läßt sich die Frage „Warum GK?“ sicherlich stellen, in Abwägung aber muss sie neutral betrachtet werden. Der Hauptgrund aber ist, das der Schützensport eher ein rein mechanischer Sport ist und eher traditionelle Wurzeln hat. Man traut der Technik einfach nicht über dem Weg; sich dort die Manipulationsmöglichkeiten auch leicher ergeben als bei einem reinen „mechanischen Werkzeug“.

    Aber gut, wollte die Diskussion jezze nicht weitertreiben, nur die offene Frage beantworten. GK gehört einfach dazu und ohne GK würd einfach was fehlen bzw. würden auch die ganzen Distanzdisziplinen (über 50-100m) einfach so wegfallen.
    Prinzipiell ist einfach die Herausforderung größer, da gänzlich andere Konditionen herrschen als beim gefühlten einheitlichen KK, da es bei GK viel mehr Munitionstypen gibt, mit denen geschossen wird.

    Kaliberangaben:
    Druckluft = Diabolo-Geschosse, meist 4,5mm
    Kleinkaliber = von .17xx bis .22lr (wobei Letztere zu 95% Standard ist)
    Großkaliber = ab .223xx bis ..?. grad net sicher, glaub um .700, wobei in DE inner Regel meist bei .500bmg Schluß ist, hängt aber auch vom Verband ab.
    xx = zusätzliche Kaliberbezeichnung zum verwendeten Munitionstyp. Bei einigen Typen gibs teils mehrere Hersteller mit eigenen Typenangaben.

  10. >Waffen werden für Zerstörung und Tötung gemacht, es gibt keinen anderen Sinn für eine Waffe

    Eine Waffe ist nicht böse sondern dem Wesen nach ein Massenbeschleuniger, der in Deutschland für die Freizeitgestaltung eingesetzt wird – und noch für eine der statistisch sichersten und beliebten Sportarten mit speziell optimierten Ausführungen.
    Geh mal auf dem Bürgersteig entlang, beobachte die entgegenkommenden Autos und denk dir „wenn jetzt einer nur einen kleinen Schwenk macht, war es das wahrscheinlich…“.
    Sind wir denn kleine Kinder, denen Big Brother alles mit scharfen oder spitzen Kanten wegnehmen muss, oder ist nicht vielmehr die Kompetenz das Ziel, auch mit gefährlichen Gegenständen souverän umgehen zu können?

  11. „…Ich halte Militarismus für eine sehr gefährliche Sache, ich halte eine Verbreitung von Waffen für eine Verrohung. Eine Zivilgesellschaft ist dann zivilisiert, wenn keine Waffen mehr nötig sind….“
    Was den Militarismus angeht stimme ich mit ihnen überein. Aber …was haben Waffen mit Verrohung zu tun?

    Mal abgesehen davon das wir weit davon entfernt sind in einer Gesellschaft zu leben in der keine Waffen mehr nötig sind…( das wird aber arg philosophisch… Andererseits … können sie sich unsere momentane Gesellschaft ohne bewaffneter Sicherheitskräfte vorstellen? Wie stellen sie sich Konflikte mit gewaltbereiten Randgruppen ( Bsp.:Banditos, Salavisten, oder einfach durchgedrehte Massenmörder?) vor?)
    …und mal abgesehen davon das es in unserer Gesellschaft nicht nur Schusswaffen gibt, das Küchenmesser die deliktrelevanteste Waffe in Deutschland ist…

    …hat Sportschießen weder etwas mit Aggressionen noch mit Verrohung zu tun. es geht hier um die Technik des Schießens, um die Technik mit der man schießt, um das beherrschen verschiedener Waffen (Disziplinen…usw… ( und Trapp und Skeet— beides olympische Diszipinen, werden wohl kaum mit Kleinkaliber oder Lichtpunkt funktionieren. Davon abgesehen ist auch Olympia nicht das Mass aller Dinge, es gibt durchaus auch andere internationale Wettbewerbe.
    Nicht jeder Schütze hat da die selben Interessen und Einstellungen. Wie auch. es gibt SO viele verschiedene Disziplinen und SO viele verschiedene Schützen. Es ist ein vielfältiger Sport, nicht mehr und nicht weniger. Mit gefährlichen Werkzeugen? Ja. genauso wie Autofahren, Sportflugzeug fliegen usw… Statistisch gesehen sind Legalwaffenbesitzer in keinster weise Deliktrelevant und die ganze Hysterie kommt einzig und allein durch unsere Medien die von anderen Problemen ablenken sollen.

    Das sie anderer Meinung sind, sei ihnen in einer freien Gesellschaft natürlich erlaubt. Nur deshalb anderen, die einer anderen Meinung sind, ihren Sport zu verbieten, obwohl es keinen plausieblen Grund dafür gibt. Das Argument, das ein Schusswaffenverbot irgendetwas an Massenmorden irgendwelcher kranken Irren( im allgemeinen Sprachgebrauch fälschlicherweise als Amoklauf bekannt) ändern würde, ist absurd. Weder die Opferzahl noch die Anzahl würde verhindert. Entweder besorgen sich diese irren dann ihre Mordwaffen auf dem Schwarzmarkt, oder sie geben die ca 2000e statt für eine Schusswaffe eben für 1000Liter Benzin aus das dann schön verteilt irgendwo in einer Metropole gezündet wird. zum Glück nicht passiert. Aber wenn, was dann? verbieten wir dann Tankstellen, weil ein Kanister Benzin in der Hand ja schon ein ganz schönes Machtgefühl darstellt???
    Was ist mit Autos? Viele Menschen, besonders jungen Männer, gefällt das bewegen ihres Fahrzeugs. Sie verbinden damit den kick des schnellen Fahrens und … oft wird ein Auto auch als Aphodisiakum und Machtsymbol benutzt. VIELE Tausend Menschen sterben jedes Jahr an diesen Folgen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: