Idee – Guerilla-Kino!

Manchmal träume ich von einer besseren Welt. Und in dieser besseren Welt hat der freundliche Wirt von umme Ecke in seinem Hinterzimmer einen Beamer, eine Surround-Sound-Anlage und ein Notebook – und wenn sich dann fünf Leute finden, die Bock auf nen Film haben, dann geht der Wirt ans Notebook, sorgt für den Film, und man kann einfach Rudelgucken, Kaltgetränke konsumieren und voerher eben in der Kneipe rumfragen, wer mitschauen will. Zu mehreren macht das Filmschauen doch eigentlich immer mehr Spaß, oder?

Und wie wäre es, wenn der filmverrückte Peter in der Nachbarschaft seinen Kinokeller nicht mehr alleine besucht, sondern mit daraus einen Nebenerwerb macht, ein Miniprogrammkino, wo immer gesehen wird, was der Hausherr zeigen will, für einen kleinen Eintritt. Und im Sommer wird das Equipment in wasserdichte Folie gepackt und die Filme laufen bim Nachbarn auf der Hauswand.

Und im Fußballverein zeigt der Trainer nicht nur die Spiele der nächsten Gegner – wenn das Training gelaufen ist, und man gemütlich zusammen sitzt, dann schaut man zum zehnten Mal „Looking for Eric“, weil der Film einfach gut und lustig ist und mit Fußball zu tun hat.

So, jetzt bin ich also aufgewacht, der Traum war schön, und warum ist alles das nicht möglich? Ganz einfach:  Weiß irgendwer, wie man an die Erlaubnis kommt, einen Film zu zeigen? Wie komme ich an eine Kopie, die ich dann auch zeigen darf? Und wie viel bürokratischen Aufwand habe ich dafür? Klar, ich kann einfach den Film nehmen, den ich mir gekauft habe, oder gar per Filesharing gesaugt – aber das heißt ja, die Legalität verlassen. Und man höre und staune, das wollen die meisten Menschen nicht.

Irgendwie weiß jeder, dass man solche Sachen nicht machen kann, also nicht so einfach … und niemand denkt weiter drüber nach. Warum eigentlich? Warum kann das nicht einfach sein? Man stelle sich vor, die Filmwirtschaft würde ein einfaches Portal machen, auf dem man sich einen User einrichtet, seine Form des Kinos eintrüge, und dann einfach berechnen könnte, wie viel es kostet, das gleich online bezahlen, und fertig. Meinetwegen darf es dann mehr kosten, wenn man direkt streamt, aber es würde ja schon reichen, wenn man den Film nicht streamen kann, sondern ihn per DVD oder Blueray abspielt, wichtig wäre die einfache Möglichkeit, Filme legal einem Publikum erreichbar machen zu können, ohne dafür ein echtes Kino aufmachen zu müssen.

Und die Vorteile wären vielfältig, natürlich erst mal für die Nutzer, denn wie viel Spaß würde es machen, Kinoabende zu veranstalten, wie cool wäre es, einfach und legal im Sportlerheim oder dem Jugendzentrum regelmäßig Kino zu veranstalten, heute schauen wir die Blues Brothers, morgen singen wir einen Song daraus – klingt verrückt? Für mich klingt es nach Spaß!

Aber auch für die Filmwirtschaft wäre das eine nette Nebeneinnahme, eine interessante Art der Zweitverwertung. Denn wenn eine Kultur des Guerilla-Kinos entstünde, dann kommen da ja schon Einnahmen rein, aber vor allem, man reißt die Menschen aus dem verblödenden Fernsehkonsum, richtig Filme schauen geht halt anders. Man erreicht mehr Menschen mit guten Filmen, mehr Menschen geben Geld für Filme aus, auch für eine größere Auswahl an Filmen, und das kann doch eigentlich so schlecht nicht sein, oder?

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Über Hollarius

Ich bin in den Siebzigern geboren, halte mich voll Hybris für einen Künstler und meine auch noch, alle müssten lesen, was ich so meine ...

Veröffentlicht am Juli 4, 2012 in Gesellschaft, Kino, Kultur, Piraten, Politik und mit , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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