Quick – Flauschcon, Wirkungen, seltsame Diskussionen

Am Wochenende war die Flauschcon, und nur böse Zungen dürfen behaupten, dass ich nicht dabei war, weil ich lieber an meinem Geburtstag im Phantasialand war – nein, werde ich mal Ernst. Ich konnte nicht, und das hatte eher psychologische Gründe, und es war auch besser, dass ich nicht da war.
Bedauern tu ich das aber trotzdem, denn zumindest am Samstag, an dem ich fast den ganzen Tag des Stream aus Bielefeld auf den Ohren hatte, habe ich eine Menge davon mitbekommen, und ich hätte mich gefreut, bei den wirklich guten Gesprächen dabei zu sein. Und die Presse heute hat das auch bestätigt. Die ersten positiven Nachrichten über Piratenereignisse seit gefühlten Monaten.
Die Flauschcon sollte ursprünglich mal ein kleines Treffen werden, auf dem Piraten über die Kultur innerhalb der Partei sprechen wollten, über Bällebad und Ponys, über 42 und Danke für den Fisch! Zu diesem Zeitpunkt habe ich mich aus der Organisation ausgeklinkt, weil ich schon wusste, dass ich nicht dabei sein würde, und weil ich einfach ein bisschen überfordert war. Da war aber immerhin schon klar, dass es nicht wenige Piraten sein würden, sondern eine ganz brauchbare Masse, und es wurde auch schon klarer, dass es in eine andere Schlagrichtung gehen würde.
Der Hauptgrund der Flauschcon war dann die innerparteiliche Kommunikation – so kam es zumindest immer mal rüber. Ich glaube – nein, ich habe noch nicht allzu sehr in die Materialien geschaut, und ich weiß auch nicht, ob es einen Mitschnitt vom Sonntag gibt, da kümmer ich mich noch drum – es ging um den eigentlichen Kern piratiger Politik. Denn der ist ja die Plattformneutralität – ganz nerdig bleibe ich dabei, Plattformneutralität ist 42!
Was hat Plattformneutralität nun mit der Flauschcon zu tun? Nun, es ging darum, wie wir Politik so ändern, so selbst betreiben können, dass möglichst viele Zugang bekommen. Es ging darum, dass unsere Kommunikation nicht mehr so toxisch ist, dass Leute, die ohne das sprichwörtliche dicke Fell herumlaufen, irgendwie den Spaß an Politik nicht verlieren. Wir erzählen immer einen von Upgrade fürs System, wir plappern von Transparenz, und wenn man dann seine Nase auch nur zwei Tage lang auf eine der aktiveren Mailinglisten herausstreckt, dann weiß man, dass da eine Menge Angstbeißer herumgeistern, dass Leute mobben und trollen, dass die Atmosphäre dort oft so wenig ansprechend ist, dass man die Politik gleich wieder dran geben will. Und die Atmosphäre kann auf Twitter noch schlimmer sein, weil das nun mal ein noch schnelleres Medium ist, mit noch abgehackteren Meinungsäußerungen.
Und wie man mit solchen Sachen klar kommt, dafür gab es nun also das Flauschcon, von dem ich noch von keinem der Anwesenden eine negative Reaktion gehört habe. Klingt doch nach einem positiven Fazit. Aber dazu kommt es nicht wirklich. Weil im Nachklapp genau das passierte, was das Problem ist. Leute, die keinerlei Ahnung hatten, was da passiert war, die nur, weil sie allergisch auf den auch auf der Con diskutierten, und teilweise abgelehnten, „Flausch“-Begriff reagierten. Da wurde von Zeitverschwendung gesprochen, von Unsinn, davon, dass man so was nicht brauche.
Ich empfinde das, wie ehrenwert die Gründe sein mögen, als arrogant. Ich hätte diese Frage auch gerne irgendwie geklärt. Wie kommt man darauf, dass ein Barcamp, auf dem es darum geht, wie man Politik machen sollte, als „unnütz“ herunterzuspielen, ja darauf einzutreten?
Ich äußere ja nur meine kleine Sicht der Dinge, ich habe bisher immer das Gefühl gehabt, dass wir nicht wegen unserer durchaus sinnvollen und vor allem vorhandenen Inhalte gewählt werden, sondern weil wir versprechen, einiges anders zu machen. Und dann ist es also Zeitverschwendung, genau darüber nachzudenken? Kann mir das mal jemand erklären?

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Über Hollarius

Ich bin in den Siebzigern geboren, halte mich voll Hybris für einen Künstler und meine auch noch, alle müssten lesen, was ich so meine ...

Veröffentlicht am September 10, 2012 in Nicht kategorisiert, Piraten, Politik und mit , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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