Archiv für den Monat Oktober 2012

Leserbrief an die Kölnische Rundschau – „Mein Kampf“

In der Kölnischen Rundscha und damit wohl auch im Bonner Generalanzeiger stand heute morgen ein Kommentar von Andreas Tyrock zur Piratenpartei. Den kann man natürlich nur aus Totholz lesen, mit so einem überholten Traktat hätte sich auch kaum ein Blogger ins Netz getraut. Auf jeden Fall habe ich einen Leserbrief geschrieben, und mir ist relativ klar, dass der nicht gedruckt werden wird. Dafür habe ich ja einen Blog, und hier ist er: 

Man ist es ja eigentlich schon gewohnt, dass die Printmedien über die Piratenpartei abfällig und schlecht recherchiert berichten. Auch der Kommentar von Andreas Tyrock geht wie gewohnt in diese Richtung. Da werden Halbwahrheiten über Johannes Ponader kolportiert, ohne nachzufragen – weil das ja so bequem ist. Aber das konnte man so erwarten.

Aber die Forderung nach „Mein Kampf“ als Pflichtlektüre als eine der Piratenpartei zu bezeichnen, ist einfach nur falsch. Markus Söder von der CSU will „Mein Kampf“ zu einer kommentierten Schullektüre machen, der Deutsche Lehrerverband unterstützt diese Überlegung. Wenn Sie also jemanden dafür angreifen wollen, dort sind die Ziele. In der Piratenpartei ist ein ähnliches Ansinnen in Niedersachsen als Antrag für das Wahlprogramm gestellt worden – und einstimmig abgelehnt worden. Wie passt das damit zusammen, dass Sie das als Forderung der Piratenpartei bezeichnen?

Der „inhaltliche Wahnsinn“, den Sie der Piratenpartei vorwerfen, den gibt es nur in ihrem Kommentar, aber vor allem gibt es da schlampige Arbeit und offenkundig einen Arbeitsethos, der mit echtem Journalismus nichts mehr zu tun hat.

 

Im Gegensatz zu nicht recherchierenden Journalisten hatte ich gestern übrigens das hier gelesen: http://www.bildblog.de/43322/mein-kampf-ist-nicht-gleich-mein-kampf/

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Quick – Carpe Noctem Podcast 21 Kultur für Kinder

Wir haben uns mal wieder einem Kulturthema gewidmet, ThoroughT und ich haben uns die Kultur für Kinder vorgenommen. Hier geht es zum Podcast!

Quick – Visumspflicht für Roma …

In den Neunzigern, als die Asylbewerberheime brannten, hat man sich eines großen Teils dieses Problems auf Kosten von „Sicheren Drittländern“ entledigt. Man kann auch sagen, man hat das Recht auf Asyl mit Füßen getreten. Aber das ist eine Diskussion von gestern. Man muss sie irgendwann sicher neu aufrollen, aber das ist nicht meine Absicht jetzt.
Im Moment gibt es wieder deutlich anschwellende Asylbewerberzahlen. Das sind keine von amerikanischen Bomben bedrohten Afghanen, das sind keine verhungernden Afrikaner und auch keine Syrer, die davor fliehen, dass eine Diktatur gegen ihre Gegner Krieg führt.
Es sind zum größeren Teil Roma aus Serbien und Montenegro. Roma, die älteren werden noch „Zigeuner“ denken, ja, richtig, das waren doch die, die wir damals mitvergast haben – richtig, wir haben da ein barbarisches Erbe, das man bei folgendem gern im Hinterköpfchen halten sollte.
Diese Roma sehen sich in Serbien und Montenegro einer rassistischen Verfolgung ausgesetzt. Sie leben im Elend – und sie fliehen, so sie können, dann nach … naja, zum Beispiel Deutschland. Dem Land, dem es im Moment auf Kosten der anderen Länder ja recht gut geht.
Und wie reagiert die Bundesregierung? Wie reagiert der Innenminister?
Nun, die Visumspflicht soll wieder eingeführt werden. Einerseits, ja, das wäre eine Strafe für die Serben und Montenegriner, die die Roma so schlecht behandeln – aber wir wissen ja eigentlich, dass das Prinzip Strafe psychologisch immer nach hinten los geht. Und es wäre auch noch etwas anderes: Deutschland delegiert damit wieder praktischerweise Menschen, die in ihrer Not zu uns kommen, an die geliebten „sicheren Drittländer“. Und wie finden wir das?
Na, wenn wir einigermaßen klar denken, finden wir das zum Kotzen! Leute sind in Not, und wir machen die Tür zu, damit man uns auf gar keinen Fall damit auseinandersetzen müssen. Wir sperren Menschen aus, deren Vorfahren wir vergast haben, sehr gut Herr Friedrich, schöne historische Kontinuität!
Warum, kann man fragen, macht der Friedrich das? Ich mein, man müsste doch mal irgendwann gelernt haben? Nein, die Unionsparteien sind vom Lernen so weit entfernt, wie Dieter Bohlen von Mozart. Hier wird auf die rassistischen Wähler geschaut, deren Stimmen man damit im nächsten Jahr auf sich vereinen kann. Ich weiß nicht, wie es Euch geht, ich kotze im Strahl!

Mein erstes EBook

Nein, ich habe mir kein EBook gekauft, mir fehlt im Moment noch die Hardware, aber ich habe mein erstes EBook online gestellt.  Hier kann man es bei Amazon finden, und erst mal auch nur bei Amazon, denn will man nicht, dass das eingenommene Geld zum größeren Teil an Amazon geht, muss man sich erst mal verpflichten, es digital auch nur dort anzubieten. (Das gilt aber nur für die ersten neunzig Tage, danach kann man das ändern.)

Erst mal zum EBook: „Maia im Fieber“ ist eine Erzählung, eine Verarbeitung des gleichnamigen Theaterstücks, dass ich vor ein paar Jahren für eine Gruppe geschrieben und mit ihnen inszeniert habe. Es geht um Fieber, um Erinnerung, um das Abtauchen in das eigene Unterbewusstsein. Maia ist irgendwas zwischen 14 und 16, und sie übernachtet wohl bei ihrem Freund, und sie ist offenbar so krank, dass sie mehr in Träume fällt, als einschläft. Und die Idee zu dem Theaterstück war damals, dass es spannend wäre, in diese Träume hereinzuschauen. Als ich das Ganze dann in Prosa umgesetzt habe, dabei recht dicht am Stück geblieben bin, habe ich genau diese Bilder, die ich mir für die Bühne vorgestellt hatte – und die dann zum Teil nicht so umzusetzen waren – genutzt, an ein paar Stellen konnte ich das auch noch sehr stark erweitern.

Hätte ich eine andere dramatische Form gesucht, hätte ich wahrscheinlich noch einige neue Szenen versucht, nach neuen Facetten gesucht, aber die Umsetzung in Prosa war eine andere. Da bin ich zumindest in der Reihenfolge und dem Ablauf in der alten Bahn geblieben. Die Atmosphäre ist härter, als ich das Stück inszenieren würde, was wahrscheinlich auch mit meiner persönlichen Stimmung in den letzten Monaten zu tun hat. Ja, die Erzählung ist an manchen Stellen sehr düster. Ein Leser meinte, es wirkt ein wenig wie Franz Kafkas „Alice in Wonderland“ – und wirklich merke ich im Moment, wie die düstere Sicht eines Kafka mich fasziniert. Immer wieder hat sich ein bisschen Horror in die Szenen eingeschlichen, etwas, was im Stück so kaum vorkam.

Zum Veröffentlichen: Jetzt kann man mich natürlich durchaus beschimpfen, weil ich ja mein Büchlein einem proprietären Anbieter anvertraut habe. Immerhin habe ich auf DRM verzichtet, was man beim Kindle durchaus kann. Aber für mich ist das alles vor allem ein Experiment. Ich wollte auch ganz schlicht mal schauen, wie das überhaupt funktioniert. Große Verkaufszahlen erhoffe ich mir nicht, auch wenn ich natürlich gerne mitnehme, was es so gibt. Letztlich fordern wir Piraten ja Plattformen, wo man als Urheber nicht völlig ausgezogen wird, wo die Einschränkungen und Barrieren gering sind. Das bietet Amazon den Autoren an. Und im EBook gibt es eben auch die Möglichkeit, kürzere Sachen zu veröffentlichen, die auf dem Papiermarkt alleinstehend eh keine Chance hätten.

Ja, muss es denn Amazon sein? Tja, irgendwie vermutlich schon. Ich mein, ich bin selbst noch nicht als Kunde in Sachen EBooks unterwegs, wo findet man denn mehr Kunden?

Tja, und jetzt würde ich mich natürlich über jeden Kauf, jedes Weiterempfehlen freuen. Und ich halte euch auf dem Laufenden, wie es so weitergeht.

Quick – Carpe Noctem Podcast 20 Faschismus

Der ThoroughT und ich haben wieder geplaudert, dieses Mal über Faschismus und so … hier geht es zum Podcast!