Mein erstes EBook

Nein, ich habe mir kein EBook gekauft, mir fehlt im Moment noch die Hardware, aber ich habe mein erstes EBook online gestellt.  Hier kann man es bei Amazon finden, und erst mal auch nur bei Amazon, denn will man nicht, dass das eingenommene Geld zum größeren Teil an Amazon geht, muss man sich erst mal verpflichten, es digital auch nur dort anzubieten. (Das gilt aber nur für die ersten neunzig Tage, danach kann man das ändern.)

Erst mal zum EBook: „Maia im Fieber“ ist eine Erzählung, eine Verarbeitung des gleichnamigen Theaterstücks, dass ich vor ein paar Jahren für eine Gruppe geschrieben und mit ihnen inszeniert habe. Es geht um Fieber, um Erinnerung, um das Abtauchen in das eigene Unterbewusstsein. Maia ist irgendwas zwischen 14 und 16, und sie übernachtet wohl bei ihrem Freund, und sie ist offenbar so krank, dass sie mehr in Träume fällt, als einschläft. Und die Idee zu dem Theaterstück war damals, dass es spannend wäre, in diese Träume hereinzuschauen. Als ich das Ganze dann in Prosa umgesetzt habe, dabei recht dicht am Stück geblieben bin, habe ich genau diese Bilder, die ich mir für die Bühne vorgestellt hatte – und die dann zum Teil nicht so umzusetzen waren – genutzt, an ein paar Stellen konnte ich das auch noch sehr stark erweitern.

Hätte ich eine andere dramatische Form gesucht, hätte ich wahrscheinlich noch einige neue Szenen versucht, nach neuen Facetten gesucht, aber die Umsetzung in Prosa war eine andere. Da bin ich zumindest in der Reihenfolge und dem Ablauf in der alten Bahn geblieben. Die Atmosphäre ist härter, als ich das Stück inszenieren würde, was wahrscheinlich auch mit meiner persönlichen Stimmung in den letzten Monaten zu tun hat. Ja, die Erzählung ist an manchen Stellen sehr düster. Ein Leser meinte, es wirkt ein wenig wie Franz Kafkas „Alice in Wonderland“ – und wirklich merke ich im Moment, wie die düstere Sicht eines Kafka mich fasziniert. Immer wieder hat sich ein bisschen Horror in die Szenen eingeschlichen, etwas, was im Stück so kaum vorkam.

Zum Veröffentlichen: Jetzt kann man mich natürlich durchaus beschimpfen, weil ich ja mein Büchlein einem proprietären Anbieter anvertraut habe. Immerhin habe ich auf DRM verzichtet, was man beim Kindle durchaus kann. Aber für mich ist das alles vor allem ein Experiment. Ich wollte auch ganz schlicht mal schauen, wie das überhaupt funktioniert. Große Verkaufszahlen erhoffe ich mir nicht, auch wenn ich natürlich gerne mitnehme, was es so gibt. Letztlich fordern wir Piraten ja Plattformen, wo man als Urheber nicht völlig ausgezogen wird, wo die Einschränkungen und Barrieren gering sind. Das bietet Amazon den Autoren an. Und im EBook gibt es eben auch die Möglichkeit, kürzere Sachen zu veröffentlichen, die auf dem Papiermarkt alleinstehend eh keine Chance hätten.

Ja, muss es denn Amazon sein? Tja, irgendwie vermutlich schon. Ich mein, ich bin selbst noch nicht als Kunde in Sachen EBooks unterwegs, wo findet man denn mehr Kunden?

Tja, und jetzt würde ich mich natürlich über jeden Kauf, jedes Weiterempfehlen freuen. Und ich halte euch auf dem Laufenden, wie es so weitergeht.

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Über Hollarius

Ich bin in den Siebzigern geboren, halte mich voll Hybris für einen Künstler und meine auch noch, alle müssten lesen, was ich so meine ...

Veröffentlicht am Oktober 23, 2012 in Allgemein, Kultur und mit , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Ein Kommentar.

  1. Ja schön! Wie gut dass mein Handy die Kindle App unterstützt, ich freue mich aufs lesen! 🙂 Morgen Abend nach der Klausur wird angefangen! 🙂

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