Archiv für den Monat Januar 2013

Ein #aufschrei geht durchs Netz

Inzwischen wird es jeder gemerkt haben, seit ein paar Taqgen gibt es das Hashtag #aufschrei auf Twitter und plötzlich diskutiert Deutschland in allen Medien über Sexismus. Das könnte gut sein, verläuft sich aber wohl, und ich glaube, es wird nicht viel Wirkung haben, also über diese Tage hinaus, und ich würde mich freuen, wenn ich mich hier irre.

Was kam zuerst? Da waren diese Tweets, die sehr kurz Szenen berichteten, in denen Frauen und Mädchen sexuell belästigt, sexistisch beleidigt und vieles mehr wurden. Da vermischte sich auch einiges. Ich hätte es jetzt gut gefunden, wenn man den Hashtag für alle möglichen Formen der Diskriminierung benutzt hätte, weil jede Diskriminierung einen #aufschrei wert ist. Aber gut, es blieb bei Sexismus gegen Frauen – das ist völlig legitim.

Die Flut der Beispiele, die manche empfindsame Seele zum Heulen brachte, empfand ich auch als schmerzhaft. Als heterosexueller Mann überlegt man ja gleich, wie oft man selbst irgendwas gesagt hat, irgendjemanden so behandelt hat. Bei vielen Sachen konnte ich das mit einem klaren Nein beantworten. Mir liegt es fern, Frauen anzusabbern oder meine Finger nicht bei mir zu behalten – ich bin da auch glücklicherweise eher schüchtern. Aber der Blick ins Dekolleté, upps, ertappt. Und die sexistischen Sprüche, ja, ich kenn die auch.

So betroffen die Fallbeispiele von sexuellem Missbrauch, von Handgreiflichkeiten und von entstehender Panik machten, es tauchten auch viele Beispiele auf, die von mies gelaufener Kommunikation erzählten. Von Sprüchen, die unterirdisch waren, aber eigentlich sogar als Kompliment gemeint. Die hätte man jetzt einfach abhaken können, und beim Mitlesen der #aufschrei-Timeline habe ich die auch abgehakt, nur wenige Beispiele waren dabei, in denen ich schon mit dem Kopf geschüttelt habe. Sprüche, die je nach Kontext nicht wirklich sexistisch waren. Da muss man wahrscheinlich auch bedenken, dass es nur in einer idealen Welt einen Flirt gibt, der nicht auch, wenn falsch verstanden, irgendwas Sexistisches an sich hat.

Aber gerade diese Beispiele führten dann ganz logisch zu einem Problem. Natürlich fühlten sich da viele Männer angegriffen. Und deren doofe Sprüche, die dann kamen, führten natürlich zu einem ziemlichen Flamewar. Und genau dieser war natürlich unglaublich wenig konstruktiv. Hier hätte wirklich die Prämisse sein müssen: Don’t feed the troll! Denn wohin führte das? Die Frauen, von den Sabotageaktionen und dummen Sprüchen erst recht verletzt, schlugen bald auf eigentlich alle Männer ein und taten damit leider das, woran meiner Meinung nach der Feminismus oftmals krankt. Sie zogen die Zäune noch mal viel höher, „wir und ihr!“, Männer immer Täter, Frauen immer Opfer – und ich bin echt nicht auf der Seite der Maskulisten, aber das ist absolut kontraproduktiv. Ja, jedes soll sagen, wenn es sich diskriminiert fühlt. Und niemand darf jemandem absprechen, dass es sich diskriminiert fühlt – Frauen sollten das nicht bei Männern, und Männer erst recht nicht bei Frauen. Und diese Wertung ist ganz klar dem Männerprivileg geschuldet, und jeder, der dieses Privileg abstreitet, ist leider zu dumm um aus dem Bus zu gucken.  Entschuldigt die verbale Gewalt.

Was lernen wir daraus? Wir alle sollten ertragen lernen, dass andere uns dafür kritisieren, dass wir gegen sie Gewalt einsetzen. Denn niemand, das auch nur ein winziges Mindestmaß an Selbstreflexion hat, kann abstreiten, dass es manchmal andere diskriminiert. Wenn das auch meistens aus doofen alten Denkmustern heraus passiert und nur selten wirklich bewusst. Ja, die #aufschrei-Timeline hat vermutlich jedem Mann weh getan. Aber das muss man ertragen, da muss man sich selbst überprüfen und seine Schlüsse ziehen. Auf den Opfern sexualisierter Gewalt weiter herum zu trampeln ist die falsche Reaktion. Es bringt aber nichts, dass Frau deswegen alle Männer verdammt und selbst gewalttätig wird. Es ist nicht unmöglich, dass jemand schlecht behandelt wird, weil er Mann ist, oder weiß, es ist nur einfach strukturell sehr viel seltener und jeder weiße Mann sollte sich dieses Privilegs klar sein und was dafür tun, dass er es nicht ausnutzt.

Was ich aber gar nicht nachvollziehen kann, ist, dass die Menschen, die meinen, dass sie ein besonders hohes Maß an Awareness haben, also sich besonders bewusst sind, dass sie immer in der Gefahr sind, Leute zu diskriminieren, keine Skrupel haben, denen, die diese Awareness nicht haben, gleich das Lebensrecht abzusprechen, oder zumindest das Twitterrecht, das Recht, sich zu engagieren oder das Recht ihre Meinung zu sagen, auch wenn sie Bullshit reden. Man kann Leuten aber nicht dadurch zu Awareness verhelfen, indem man ihnen sagt, was für dumme Arschlöcher sie doch sind. Geht nicht. Wirklich nicht!

Wir sollten nicht mit #aufschrei aufhören, wir sollten darüber nicht streiten, wir sollten es ertragen – denn Spaß hat daran doch keiner, oder? – und daraus lernen.

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Quick – After Pampa

Ja, das ist schon so eine Sache mit den Parteitagen der Piraten. Ein Wochenende ist vorbei mit vielen Überraschungen, Enttäuschungen, aber auch mit vielen guten Gesprächen, mit Zuspruch, mit einer nicht unbeträchtlichen Menge an Spaß.
Machen wir erstmal die Sache mit der Orga und so – der Parteitag lief unkompliziert und durchorganisiert ab. Alles gut, auch wenn der Aufbau bei einigen wohl zu kräftigem Frust führte. Aber aus dem Chaos entsteht dann ein Parteitag, das kriegen wir eigentlich immer hin.
Und dann das Socialising. Kam ich aus Bochum auch deswegen etwas frustriert zurück, weil ich kaum einen Namen zu einem bekannten Gesicht gemacht hatte, klappte das auf der sehr viel familiäreren Aufstellungsversammlung in Meinerzhagen sehr gut. Ich weiß endlich, mit wem ich auf Twitter immer wieder mal Spaß habe, kenne auch einen Teil meiner Unterstützer. Das ist schon mal eine gute Sache. Und der Teil hat auch wirklich Spaß gemacht.
Aber ich war ja auch Kandidat, ähm, nein, das ist nicht ganz richtig, ich bin jetzt Kandidat. Also Listenkandidat für die Bundestagswahl im September – allerdings auf einem abgeschlagenen Platz 28. Ja, es sind über siebzig angetreten und auch von den ersten 42 sind noch zehn nicht von der Versammlung bestätigt worden. Da kann ich schon ein bisschen stolz sein, dass ich diesen Platz 28 habe. Aber ein bisschen ärgern muss ich mich wirklich auch.
Jetzt gar nicht so sehr darüber, dass einem zugetragen wird, dass die großen Kreisverbände untereinander gekungelt haben sollen, nach der Art, wenn ihr unseren Kandidaten wählt, wählen wir auch euren. Wenn es solche Absprachen gab, dann zeigt das, dass sich eben bei uns auch Proporzdenken breit macht. Und ja, es kotzt mich an. Ich hoffe, an dem Gerücht ist nichts wahres dran.
Ich ärger mich eher darüber, dass meine Rede am Samstag sicherlich eine der besten war, dass ich aber gestern, also Sonntag, irgendwie außer Form war. Oder noch schlimmer, dass ich zu wenig nachgedacht habe. Ich weiß alles über Haltung, darüber, wie ich eine körperliche und geistige Haltung einnehmen kann, die mir gestern geholfen hätte, aber ich habe einfach drauf los gemacht, und letztlich habe ich es damit auch verdient, so weit nach hinten zu kommen.
Noch ein bisschen mehr habe ich mich darüber geärgert, dass Kandidaten, die ganz ähnlich wie ich nicht aus einem der großen KVs kamen und sich schon lange den Allerwertesten für die Partei aufreißen, und das auch mit Kompetenz verbinden, dass diese Leute erst ab Platz 10 gelistet sind und damit wenig Chancen auf den Einzug in den Bundestag haben. Und dass da teilweise aus der Fraktion der 20Piraten Stimmung gemacht wurde, dass fand ich schon ziemlich problematisch und sehr unsouverän. Hey, wir haben Kritiker, kanzeln wir sie doch einfach mal ab.
Also nicht alles schön in der Pampa. Und jetzt auch noch Tauwetter. Aber heute fängt der Wahlkampf an, also mundabputzenweitermachen!

Vorschlag für ein Fußgängerzonenplakat

Na, ein bisschen genauer ist es  sogar ein Vorschlag für eine ganze Serie von Plakaten, die speziell für Fußgängerzonen gedacht sind. Bekanntlich sind wir Piraten ja Experten für das Schreiben in relativer Kürze. Nun kann man in den 140 Zeichen eines Tweets nichts soo unglaublich viel unterbringen, aber wie wäre es, echte, fast klassische Textplakate in den Fußgängerzonen und sonstigen Bereichen aufzuhängen, wo es die Möglichkeit gibt, stehen zu bleiben. Was soll drauf stehen? Eigentlich nur ein Stichwort und eine kurze Erklärung von sagen wir fünfhundert Zeichen.

Die kann man ganz ordentlich auf einem Plakat so verteilen, dass man drunter noch das Parteienlogo bekommt, und vor allem, dass alles lesbar ist. Auch von ein paar Metern Abstand, fast schon im Vorübergehen. Welche Themen da drauf stehen sollen, naja, wichtige Punkte, Netzneutralität und fahrscheinloser ÖPNV, BGE und Laizismus, was halt kommt, oder besser, was die Partei halt will. Das können wir doch problemlos selbst abstimmen, brauchen wir auch keinen BuVo für.

Wäre auf jeden Fall ein klares Signal für Themen statt Köpfe, und darauf sollten wir uns dringend mal konzentrieren.

Ein Schlag in die Magengrube, die Niedersachsenwahl

Eine Nacht haben wir jetzt drüber geschlafen. Wir haben das noch nicht verdaut, und werden da auch noch dran zu knabbern haben, um die üblichen Metaphern zu verwenden. Ich denke, wenn man diese zwei Prozent analysieren will, dann muss man zwei Sachen ins Auge fassen. Das eine ist unser Bild in den Medien, das andere der Wahlkampf und die Kampagne (Ideenkopierer) in Niedersachsen.

In Sachen Medien haben wir ein echtes Problem. Ich möchte hier mal kurz auf das Ghandi-Zitat verweisen. Erst wurden wir ignoriert. Ehrlich gesagt, ich gehörte da noch gar nicht zu den Piraten, aber die Phase gab es ja, dann lachten sie über uns. Und ja, sie staunten auch ein bisschen. Aber was sie nie getan haben, sie haben nie über unsere Inhalte sachlich berichtet, noch viel weniger wurden wir irgendwann hochgejubelt. Wir bekamen den Stempel Spaßpartei, Großstadtphänomen – was irgendwie nicht so lange hielt – und dann merkten sie, dass wir das System ändern wollen. Dass wir das wirklich wollen. Dass wir ernsthaft politisch arbeiten und so schnell ein Vollprogramm zusammenhacken, wie die Grünen es sich nicht haben träumen lassen. Nebenbei haben wir uns auch noch deutlich gegen das Leistungsschutzrecht positioniert, was natürlich für den Teil, den man Printmedien nennt – manche davon werden gar nicht mehr gedruckt, spannend, oder? – ein direkter Angriff auf die wirtschaftlichen Interessen ist.

Wir haben also dem Medien-Establishment mehr als genug Gründe gegeben, dass sie uns ernst nehmen, und ja, sie bekämpfen uns heute. Die Lüge von den fehlenden Inhalten, die auch durch das „Wir haben dazu keine Meinung“-Mantra befeuert wurde, hat sich verfangen. Das ist schade, ist aber nicht zu ändern. Ansonsten wird seit Monaten nur noch über unsere Streitereien, über Sandalen und Bücher diskutiert, und meint auch noch ein stellvertretender Bundesvorsitzender, einen Hinterzimmerclub 1.0 mitgründen zu müssen. Wer jetzt noch nicht begriffen hat, dass wir Tirsales nicht mehr wählen sollten, der hat was verpasst. Und die Reaktionen gestern waren auch wieder bezeichnend. Der BuBernd verkündet eine Woche nach „Köpfe statt Themen“ wieder „Themen statt Köpfe“ und darf damit dann endgültig als verplant gelten, Nick Haflinger bringt ein Statement, dass auch nur trauriges Politsprech ist.

Wir geben also den Medien auch genug Möglichkeiten, uns schlecht zu machen. Keine Sorge, die nutzen das! Wenn ich einen Feind des Systems bekämpfen muss, von dem ich (noch) profitiere, dann freue ich mich natürlich über solche Vorlagen.  Ansonsten wird es nickliger. Für viele Pressepiraten ist es heute viel schwerer, Meldungen in die kommunalen Medien zu bringen, als es das noch vor einem Jahr war. Man ignoriert uns nicht mehr, weil man uns nicht kennt, oder weil man uns nicht ernst nimmt, man ignoriert speziell auch unsere Inhalte, damit man uns klein hält. Damit müssen wir fertig werden.

Unter diesem Gesichtspunkt war die „Ideenkopierer“-Kampagne leider ziemlich daneben.  Aus künstlerischer Sicht war ich total begeistert. Eine Kampagne mit richtig Denkpotential. Wo gibt es denn so was? Ein Freund, der den Piraten eher von Ferne zuschaut, meinte, es wären die intelligentesten Plakate gewesen, die er je gesehen hat. Ich kann nur beipflichten. Sie sind nur leider für die Situation völlig ungeeignet gewesen. Erstens sind sie ironisch. Das wird von den zwei Prozent Stammwählern wahrscheinlich goutiert, von achtzig Prozent der Menschen aber gar nicht verstanden. Zweitens suggeriert sie, wir hätten keine eigenen Inhalte, sondern würden nur die Ideen anderer kopieren, ohne eigene zu haben. Und das, obwohl diese Partei so viele Ideen hat, wie keine sonst. Drittens werden keine Inhalte genannt, es wird nur aufgefordert, sich zu informieren. Das ist eine schöne Sache, wenn sie denn verstanden wird, aber Leute, wir wissen, wie gut wir selbst dauernd unsere Informationen verstecken. Wir wissen auch, wie die Medien über uns schreiben, wenn sie über uns schreiben. Also was folgt denn für die, die die Plakate ernst nehmen, sie informieren sich in den Medien und lesen, dass die Niedersachsen gleich eine ganze Reihe von Aufstellungsversammlungen durchführen mussten, weil irgendwelche Trolle alles anfechten, was irgendwie anfechtbar ist. Jo, Glückwunsch, oder was sagt man da?

Wir haben da offenbar etwas vergessen. Aufklärung ist keine Holschuld, sondern unsere Bringschuld! Wir müssen unsere Botschaften schon unter die Leute bringen. Schon vergessen, wir sind die mit den Visionen, den Fragen und den Antworten. Da ist es vielleicht keine so gute Idee, diese Visionen, Fragen und Antworten nicht auch auf die Plakate zu schreiben, oder? Ich habe so ein bisschen das Gefühl, dass wir natürlich wissen, was wir als Programm haben – haha, ich erinnere mich gerade an eines der Kandidatengrillen und wie wenig die Kollegen über unser Bildungsprogramm wussten und stattdessen das der Grünen vertraten, ich muss den vorherigen Teilsatz also ein wenig relativieren -, aber wir vergessen, dass die Menschen da draußen, das Wahlvolk, sozusagen, eigentlich gar nichts über uns weiß, außer falschen von den Medien verbreiteten Gerüchten. Am Samstag auf dem Rheinlandtag sprach die Frau Salber, die eine Studie über uns gemacht hat und diese vortrug, von „kostenlosem Nahverkehr“. Die hat eine Studie über uns gemacht, und versteht dieses Konzept noch nicht. Hallo? Was machen wir da falsch? Was können wir daran ändern?

Schaut man sich übrigens die Wahlen im Zusammenhang an, dann kann man recht einfach etwas analysieren: Der Durchbruch war Berlin. Da ging es auch um Kernthemen, aber auch um elementare andere Dinge: Zum Beispiel um BGE, um klare Trennung von Staat und Kirche. Das hat natürlich viele Menschen inspiriert – auch mich. Es gab eine Schwemme von Neumitgliedern, die diese frischen Ideen, diese wichtigen Ideen vorantreiben wollten.  Diese Themen kriegen wir aber genauso wenig transportiert, wie Urheberrecht oder Netzneutralität – unter anderem, weil BuBernd und Tirsales das Wort BGE meiden, wie der Teufel das Weihwasser – Entschuldigung für die widerlich religiöse Metapher.  Oder deshalb, weil wir es als Piratenpartei trotz sehr eindeutiger Meinung in der Basis nicht geschafft haben, gegen den verlogenen und vor den Religionen kuschenden Beschneidungskompromiss Sturm zu laufen. (Ich mein, haben wir sie denn noch alle? Da wird archaischen Traditionen das Vorrecht vor dem Kindeswohl gewährt, da wird schnell ein Gesetz ausgekungelt, völlig intransparent und hektisch, und wir sagen da nichts zu? Während ein guter Teil der Streiter für die Aufklärung aus den Reihen der Piraten kommen? Was für ein Megafail!)

Wir müssen den Menschen laut zu schreien, dass es keine Schuldenkrise gibt, sondern eine Kapitalismuskrise und dass wir da was dran ändern wollen. Wir müssen laut und deutlich gegen die Entwürdigung der H4-Empfänger anschreien! Wir müssen artikulieren, dass wir uns nicht von Traditionen und Hirngespinsten leiten lassen wollen, sondern von rationalen Argumenten. Wir müssen die mobilisieren, die eigentlich schon aufgegeben haben. Das ist unsere Chance, das ist unsere einzige Chance.

Quick – Überschrift verdirbt den Gesamteindruck

Heute gab es eine Pressemitteilung der 20Piraten, also unserer Fraktion im Landtag, die man hier lesen kann: http://www.piratenfraktion-nrw.de/2013/01/aktueller-abschiebefall-beweist-unfahigkeit-der-landesregierung/ Was da drin steht, finde ich alles sehr gut und richtig. Ich weiß auch,dass die Kollegen aus dem Nachbarkreis sich in dem Fall sehr einsetzen und eine Demo auf die Beine stellen und alles. Das finde ich auch richtig gut.
Aber die Überschrift, die Überschrift, es ist traurig. „Aktueller Abschiebefall beweist Unfähigkeit der Landesregierung“ – Das ist doch genau das 1.0-Gewäsch, dass wir nicht mehr wollen, oder? Das ist ein Angriff, der bei der anderen Seite nur persönlich ankommen kann. Im Inhalt ist alles in Ordnung, es gibt sachliche Angriffe, die auch total angebracht sind. Aber was ist die Aussage der Überschrift? Ich find euch alle doof?
Ihr wisst doch alle, was diese Überschrift bewirkt, oder? Die Menschen in der Landesregierung lesen den Inhalt nicht, weil sie beleidigt sind – ja, klingt nach Vierjährigen, aber letztlich ändert sich da in der menschlichen Psyche ja nicht so viel. Und was ist mit den Pressemenschen, die ja die eigentlichen Adressaten sind? Die denken sich, ach, da kommt ja das übliche Gebashe aus dem Landtag, brauch ich gar nicht erst lesen.