Quick – Warum ich Johannes Ponader das Vertrauen aussprechen werde

Heute kam es über diverse Mailinglisten und Twitter: Der Bundesvorstand der Piratenpartei will eine Umfrage starten, in der unter anderem die Vertrauensfrage gestellt wird. „Welchen BuVo-Mitgliedern sprichst du dein Vertrauen aus?“ so heißt die Frage glaub ich.
Wie man bei Annett Meiritz und dem Spiegel schon lesen konnte, ist der Grund wohl, dass man hofft, die Basis würde sich in breiter Einigkeit gegen den im BuVo ungeliebten Johannes Ponader aussprechen. Nun gut. Ich werde ein paar Leuten im BuVo mein Vertrauen aussprechen, und Johannes Ponader wird einer davon sein. Ich schreibe das ganz ausdrücklich auch öffentlich, weil ich keinen Grund sehe, mit meiner Meinung hinter dem Berg zu halten.
Wir sind angetreten, anders Politik zu machen. Wir wollten menschlicher sein, wir wollten mit dem Top-Down-Quatsch aufhören, wir wollten unverwechselbar sein. Schon seit Monaten haben wir wohl nicht zu Unrecht das Gefühl, dass es Leute gibt, die etwas anderes wollen. Selbst diese Umfrageaktion ist ja nur so halbwegs mit direkter Demokratie verbunden, schließlich gibt es zu wenig Auswahlfelder – jetzt in Bezug auf die Ausgestaltung des nächsten Parteitages – und die ganze Sache beruht nur flüchtig auf einer Initiative, die was mit der Basis zu tun hat. Bernd Schlömer spricht alle zwei Wochen etwas anderes von Inhalten und/oder Köpfen, fragt eigentlich nie so richtig nach, was die Basis wohl so will, hat im Gegenteil wohl eher den Kontakt ein bisschen verloren. Sebastian Nerz gründet intransparente Clübchen mit und kehrt damit zu seinen Wurzeln in der Jungen Union zurück. Mathias Schrade intrigierte gleich offen mit einem „Er oder ich“-Anschlag. Wie schön, dass er nicht mehr zum Vorstand gehört – er hat aber interessanterweise die gleichen Befugnisse wie vorher – eine praktische Absicherung?
Aber eigentlich wollte ich ja sagen, warum ich Johannes Ponader mein Vertrauen ausspreche: Weil er Mensch bleibt, weil er offen darüber spricht, was ihn bewegt, weil er glaubhafter ist, als jeder Fassadenpolitiker a la Nerz es je sein könnte. Und weil es ihm um Inhalte geht, nicht um Ansehen. Ein Vorsprung, den er meiner Meinung nach nicht so schnell verlieren kann.
An dieser Stelle möchte ich noch mal darauf hinweisen, dass wir so lange gut waren, wie wir uns nicht zu ernst genommen haben. Ich möchte ganz dringend jeden und jede sofort abwählen, der oder die sich wichtiger nimmt, als die Partei, und genau das sehe ich bei Johannes nicht, aber bei anderen. Hört alle bitte mit dieser Vorsicht-Nummer auf. Mit dieser Anpasserei. Hört auf, euch in der Öffentlichkeit zu sonnen und macht lieber mehr Inhalt. Es gibt so verdammt viel zu ändern, es gibt so verdammt viel Arbeit zu tun, und ihr wollt immer noch einen auf Fassade machen?

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Über Hollarius

Ich bin in den Siebzigern geboren, halte mich voll Hybris für einen Künstler und meine auch noch, alle müssten lesen, was ich so meine ...

Veröffentlicht am Februar 12, 2013 in Nicht kategorisiert und mit , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 2 Kommentare.

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