Quick – KinderServer – Wie das Internet nicht funktioniert

Wenn unsere Bundesfamilienministerin Schröder was vorstellt, dann kann man eigentlich ja schon vorher nur skeptisch sein, heute also kommt der KinderServer. Völlig zu Recht bekommt man da schon vom Klang des Wortes Ausschlag.
Was soll das sein? Ah, ein Proxy, der Kinder nur auf Seiten lässt, die in eine Whitelist aufgenommen wurden. Jetzt könnte ich ja schon an die Decke gehen, weil ich es nicht leiden kann, wenn man Kinder bevormundet und sie für doof hält. Kann ich nicht ab, finde ich schrecklich. Eine Whitelist, die nur Angebote beinhaltet, die eine Art Jugendschutzsiegel tragen – das ist pädagogisch einfach so eine katastrophale Idee, weil man Kindern damit die Verantwortung nimmt. Und nichts ist für ein gutes Aufwachsen so wichtig und spannend, wie Verantwortung.
Aber da könnte man ja auch gerne noch stundenlang drüber philosophieren, also zum Beispiel darüber, welch Seiten gehen und welche nicht gehen. Oder ob es überhaupt Sachen gibt, die man wegsperren sollte. Oder ob es ethisch überhaupt vertretbar ist, Inhalte zu zensieren – denn ist das etwa keine Zensur mehr, nur weil es Kinder sind, die davon betroffen sind?
Aber das ist alles total egal, denn dieser KinderServer zeigt vor allem, dass man das Internet nicht verstanden hat. Das Internet ist nicht Fernsehen, wo ich Inhalte unterschiedlich ausweisen kann. Nicht Internet gucken! Internet ist ein Ort zum Machen. Und wie sollen Kinder jetzt mit so einem doofen Proxy-Server ihre eigenen Blogs basteln? Wie sollen sie die baulichen Mängel ihrer Schule ins Internet stellen? Oder ihr Schulessen fotografieren?
Ach, das sollen sie gar nicht? Sie sollen Internet brav konsumieren, aber nicht selbst machen? Bloß nicht eventuell kritisch werden? Auf keinen Fall etwas hinterfragen?Ah, der KinderServer ist also eine künstliche Bullerbü-Welt? Sorry, der KinderServer ist nur eines, völlig überflüssig.

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Über Hollarius

Ich bin in den Siebzigern geboren, halte mich voll Hybris für einen Künstler und meine auch noch, alle müssten lesen, was ich so meine ...

Veröffentlicht am Februar 28, 2013 in Bildungspolitik, Politik und mit , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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