Archiv für den Monat März 2013

Osterei? Aprilscherz? – Nein, es ist ein Buch!

Dies ist ein Artikel in eigener Sache. Sozusagen Werbung. Aber irgendwie muss man ja Sachen bekannt machen. Nun, wovon rede ich?

Ich habe ein Buch geschrieben und es kurz und knackig „Piratige Inhalte“ genannt. Es soll verschiedene Aufgaben erfüllen, zum Beispiel Menschen, die den Titel für ein Paradoxon halten, aufklären. Es beinhaltet nämlich eine ganze Menge von piratigen Themen – aber nicht nur. Ich habe keine Erläuterung des Grundsatzprogramms geschrieben, ich habe unsere Ideen erläutert, manchmal aber auch weiter gedacht oder anders gedacht – ich bin halt ein typischer Pirat, der in vielerlei Hinsicht auch einen eigenen Kopf hat.

Auf jeden Fall gibt es mehr als zwanzig Kapitel zu diversen politischen Themen, und dann kommen noch ein paar, die sich um das Systemupgrade kümmern, von dem wir gerne sprechen. Also die Sache mit mehr Demokratie und Transparenz und so. Nimmt man alles zusammen, dann sind es gut 35 000 Worte, die ich in den letzten Monaten so verloren habe. Das ist nicht unglaublich viel, es entspricht etwa 130 Druckseiten, aber ich bin trotzdem recht froh damit, ich habe vorher weder fiktional noch nonfitktional so viel Text am Stück produziert.

Nun hätte ich das Buch durchaus Verlagen andienen können, ich könnte mir sogar vorstellen, dass sich ein Verlag interessiert hätte. Aber ich mache mich nicht so gern abhängig, ich krieche auch nicht gerne zu Kreuze. Ich hatte einfach keine Lust, hundert Verlage anzuschreiben, von 95 nichts oder ein Formschreiben zu bekommen, und den restlichen fünf dann etwas zu schicken und dann abgelehnt zu werden. Ich bin nicht gut in so was.

Andererseits sagen wir Piraten ja gern, dass wir moderne Vermarktungsmechanismen gut finden, es gut finden, wenn die Industrie einfache und einigermaßen vorteilhafte Angebote an die Urheber macht. Egal, was man sonst über Amazon zu Recht sagen kann, in Sachen EBook macht Amazon genau so ein Angebot für Selfpublishing. Deswegen ist das Buch nun bei Amazon zu bekommen und dort gelistet. Und erst mal auch nur dort, weil man für zwei Monate garantiert, dass es nirgends sonst zu bekommen ist. Das halte ich für begründet.

Das DRM ist übrigens ausgeschaltet. Wer das Buch weiterverbreiten will, kann das prinzipiell tun. Aber bitte, wenn ihr das macht, denkt daran, dass ich ein paar Monate daran gearbeitet habe, und dass ich unglaublich pleite bin. Es ist also nichts schlimmes, wenn man die paar Euronen dafür ausgibt.

Wenn jemand „Piratige Inhalte“ rezensieren möchte, in welchem Medium auch immer, dann sage er oder sie Bescheid – wie ich erreichbar bin, steht im Impressum -, ich maile gern eine Presseversion.

Ach, ihr fragt euch jetzt, wie ihr an das Buch kommt: Klickt hier!

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Quick – Gutachtengate … eine kleine Analyse …

Wir haben in NRW gerade ein kleines Gate, und damit es kein großes Gate wird, habe ich es mal für die Mailingliste ein bisschen analysiert. Und weil nicht sich selbst in NRW natürlich nicht so viele die NRW-Aktive antun, verblogg ich die Analyse auch noch mal eben. In den letzten Tagen gab es viele Emotionen und die flauschige Bitte, doch menschlich zu bleiben. Ich hab das abgelehnt und versucht, die Sache unmenschlich, also rein analytisch und ohne hochbrandende Emotionen anzuschauen:
Es geht mir nur um die Sache. Genauer um zwei Sachen: Also um das Gutachten. Und um dessen Nichtveröffentlichung.

Das Gutachten:
In rechtlichen Fragen kann man immer unterschiedlicher Meinung sein, ein Gutachten eines Verwaltungsrechtlers sollte man aber nicht auf die leichte Schulter nehmen, und das ist hier passiert. Wenn ich von fünf Anwälten eine Meinung bekomme, die für mich positiv ist, und dann ein Gutachten bezahle, das für mich negativ ausfällt, dann kann ich das schon mathematisch abwägen. Okay, ich habe eine Chance von einem Sechstel, dass mir das Ding um die Ohren fliegt. Eher ein bisschen mehr, weil das Gutachten von einem Verwaltungsrechtler kommt, dessen Spezialität das ist. Die anderen Juristen waren wohl keine Verwaltungsrechtler – ich habe mir sagen lassen, dass Verwaltungsrecht eine andere Nummer ist, als zum Beispiel Strafrecht. Nun gut, wenn ich also eine Chance von, sagen wir 25 Prozent haben, dass die Nummer in die Hose geht, dann sollte ich ganz unabhängig davon, ob und wie ich das veröffentliche, auf jeden Fall alles tun, um das zu klären. Also hätte spätestens am Tag nach der AVPampa versuchen müssen, die Unanfechtbarkeit und Gültigkeit der Liste festzustellen. Wer dafür verantwortliche ist, weiß ich nicht. Aber ich vermute, dass kann man heraus bekommen. Dass das nicht passiert ist, ist ein großes Problem und ein Versäumnis. Mir ist persönlich scheißegal, wie viele Fachleute und selbsternannte Fachleute sich sicher sind, dass die Liste rechtens ist. So lange das nicht offiziell und rechtsgültig bestätigt wurde, ist da eine gute Chance, dass wir uns als Gesamtpartei zum einer riesigen Schüssel Obstsalat machen. Und jeder im Vorstand, der das immer noch nicht begriffen hat, sollte dringend aufwachen. Gutes Krisenmanagement wäre es jetzt, hier Fakten zu schaffen. Und wenn das Faktum wäre, zu einer neuen AV zu laden, dann wäre das nicht die schlechteste Möglichkeit – wir wären dann auf der sicheren Seite.

Die Veröffentlichung:
Wir haben da also ein extern eingeholtes Gutachten, und dieses Gutachten wird mit zweimonatiger Verspätung veröffentlicht. Und ganz abgetrennt von seinem Inhalt, hier geht schlicht um eines unserer absoluten Trademarks. Hier hat der Vorstand des größten Landesverbandes der Piratenpartei GENAUSO intransparent gehandelt, wie wir das zu Recht immer wieder den etablierten Parteien vorwerfen. Wie man das ohne eine prompte Aufarbeitung und auch Rücktritte gemanaged bekommt, wie man das der Öffentlichkeit verkaufen soll, ist mir als Mitglied der AG ÖA nicht bekannt, ich kann es mir auch nicht vorstellen. Meinem Gefühl nach wird die Situation von einigen, namentlich genannt seien Stephy und Alex, deutlich unterschätzt. Noch mal bitte klar machen: Es gibt keine Ausflüchte, die uns hier helfen, es hat auch keinen Sinn, Beweggründe zu erklären. Es sind exakt die gleichen Beweggründe, die die Politiker von CDU und FDP auch haben, wenn sie irgendwas vertuschen. Meinem Verständnis nach sind wir unter der Maßgabe angetreten, genau das nicht mehr zu machen. Gutes Krisenmanagement wäre es jetzt, hier eindeutig die Verantwortung zu übernehmen und Konsequenzen zu ziehen. Diese Aktion richtet sich gegen unseren neuen Politikstil. Und ich kann verstehen, dass MdLs jetzt das Gefühl haben, ihre Arbeit wird sabotiert. Wenn jetzt nicht reagiert wird, und damit meine ich innerhalb der Osterfeiertage, dann wird uns das unglaublich um die Ohren fliegen und da kann ein Punkt sein, an dem der Landesverband zerbricht. (ich möchte nur daran erinnern, was Niedersachsen für einen Wahlkampf hingelegt haben, bei denen ist das schon passiert!) Ich möchte aber nicht einem zerbrechenden Landesverband angehören. Also tut bitte was! (sorry,das war jetzt doch emotional)

Quick – 50k

Jo, ganz kurz und schnell: eben hat mein Blog die 50.000 Klicks erreicht. Ich find das toll. DANKE!

Warum ich käuflich bin

Ich hab da eine neue Seite gebastelt, man findet sie im Menü oben, oder einfach durch das anklicken dieses Links: Ich bin käuflich.

Da drin steht, dass ich käuflich bin, ich habe mich gar schrecklich selbst angepriesen, und es schrieb sich zäh wie ein Berg Pappe. Ich habe mich noch nie anpreisen können. Aber nun ja, es ist fertig. Ihr könnt es lesen.

Wie kommt es dazu, dass ich mich da so billig zu Markte trage? Nun, ich habe in den letzten Jahren eine kleine Theaterschule aufgebaut, die vorhandenen Musicalbereiche ausgebaut, die Schülerzahl deutlich vergrößert. Ich war so sehr damit beschäftigt und es war natürlich auch ein Stück weit bequem, dass ich mich nie ernsthaft darum bemüht habe, nach allen Seiten offen zu sein und andere Projekte anzustreben.

Dann wurde meine Existenz vernichtet. Ich wurde angezeigt, die Staatsanwaltschaft stellte das Verfahren nach einem Dreivierteljahr ein, einem Freispruch entsprechend. An der Tatsache, dass meine Existenz vernichtet war, hat sich dadurch nichts geändert. Zwar war man nach zwei Monaten (sic!) bereit, mit mir zu sprechen, aber die Kündigung für einen Vertrag, den ich nie hatte, lag schon bereit. Man brachte pädagogische Differenzen vor, die es vorher nicht gegeben hat. Und man ließ erstens durchscheinen, dass man mehr wüsste als die Staatsanwaltschaft und ich natürlich doch schuldig sei – was mein Interesse am Orte weiterzuarbeiten deutlich geringer machte -, und irgendwann kam auch klar der eigentliche Grund, warum man mich rauswarf: Ich war nicht mehr tragbar, weil ich ja nun mal meinen Ruf weg hatte. Man muss ja schließlich an die eigene weiße Weste denken. Die Fassade ist da wichtiger, als Gerechtigkeit, oder so ein unwichtiger Scheiß.

Dazu kommt natürlich auch noch eine gewisse politische Unverträglichkeit. Ich bin aktiver Pirat, was mir selbst in Kommunen, in denen ich gar keine Politik machen werde, weil ich dort nicht wohne, offenbar zu nicht geringem Nachteil gereicht. Vielleicht befürchtet man auch einfach nur, dass meine Parteizugehörigkeit zu mehr Transparenz führen könnte, als man das gut findet. Wenn ich darüber nachdenke, wie viele organisatorische Katastrophen und Beinahe-Katastrophen in den letzten Jahren auszubügeln waren – was ich eigentlich immer klaglos gemacht habe, dann kann ich mir vorstellen, dass man sich da absichern will. Wenn man bedenkt, dass eine Verwaltungsspitze samt Bürgermeister über meinen Fall informiert war, und dass eine Woche vor der Landtagswahl – bei der ich Direktkandidat war -, zufällig genau eine Woche vor dieser Wahl der Lokalpresse was gesteckt wurde … ach egal.

Auf jeden Fall hat es gut funktioniert. Ich schlage mich gerade allenfalls durch. Verkaufe gerade einen Teil meiner Buch- und DVD-Sammlung, damit ich die nächsten Wochen durchstehe. Meine Existenz ist weg. Nun hoffe ich einfach, dass dieser Blog, der ja wenigstens ein paar Menschen erreicht, mir vielleicht auf die eine oder andere Weise Aufträge verschafft.

Bitte was? – #LSR

Ein paar Worte zum LSR