Warum ich käuflich bin

Ich hab da eine neue Seite gebastelt, man findet sie im Menü oben, oder einfach durch das anklicken dieses Links: Ich bin käuflich.

Da drin steht, dass ich käuflich bin, ich habe mich gar schrecklich selbst angepriesen, und es schrieb sich zäh wie ein Berg Pappe. Ich habe mich noch nie anpreisen können. Aber nun ja, es ist fertig. Ihr könnt es lesen.

Wie kommt es dazu, dass ich mich da so billig zu Markte trage? Nun, ich habe in den letzten Jahren eine kleine Theaterschule aufgebaut, die vorhandenen Musicalbereiche ausgebaut, die Schülerzahl deutlich vergrößert. Ich war so sehr damit beschäftigt und es war natürlich auch ein Stück weit bequem, dass ich mich nie ernsthaft darum bemüht habe, nach allen Seiten offen zu sein und andere Projekte anzustreben.

Dann wurde meine Existenz vernichtet. Ich wurde angezeigt, die Staatsanwaltschaft stellte das Verfahren nach einem Dreivierteljahr ein, einem Freispruch entsprechend. An der Tatsache, dass meine Existenz vernichtet war, hat sich dadurch nichts geändert. Zwar war man nach zwei Monaten (sic!) bereit, mit mir zu sprechen, aber die Kündigung für einen Vertrag, den ich nie hatte, lag schon bereit. Man brachte pädagogische Differenzen vor, die es vorher nicht gegeben hat. Und man ließ erstens durchscheinen, dass man mehr wüsste als die Staatsanwaltschaft und ich natürlich doch schuldig sei – was mein Interesse am Orte weiterzuarbeiten deutlich geringer machte -, und irgendwann kam auch klar der eigentliche Grund, warum man mich rauswarf: Ich war nicht mehr tragbar, weil ich ja nun mal meinen Ruf weg hatte. Man muss ja schließlich an die eigene weiße Weste denken. Die Fassade ist da wichtiger, als Gerechtigkeit, oder so ein unwichtiger Scheiß.

Dazu kommt natürlich auch noch eine gewisse politische Unverträglichkeit. Ich bin aktiver Pirat, was mir selbst in Kommunen, in denen ich gar keine Politik machen werde, weil ich dort nicht wohne, offenbar zu nicht geringem Nachteil gereicht. Vielleicht befürchtet man auch einfach nur, dass meine Parteizugehörigkeit zu mehr Transparenz führen könnte, als man das gut findet. Wenn ich darüber nachdenke, wie viele organisatorische Katastrophen und Beinahe-Katastrophen in den letzten Jahren auszubügeln waren – was ich eigentlich immer klaglos gemacht habe, dann kann ich mir vorstellen, dass man sich da absichern will. Wenn man bedenkt, dass eine Verwaltungsspitze samt Bürgermeister über meinen Fall informiert war, und dass eine Woche vor der Landtagswahl – bei der ich Direktkandidat war -, zufällig genau eine Woche vor dieser Wahl der Lokalpresse was gesteckt wurde … ach egal.

Auf jeden Fall hat es gut funktioniert. Ich schlage mich gerade allenfalls durch. Verkaufe gerade einen Teil meiner Buch- und DVD-Sammlung, damit ich die nächsten Wochen durchstehe. Meine Existenz ist weg. Nun hoffe ich einfach, dass dieser Blog, der ja wenigstens ein paar Menschen erreicht, mir vielleicht auf die eine oder andere Weise Aufträge verschafft.

Advertisements

Über Hollarius

Ich bin in den Siebzigern geboren, halte mich voll Hybris für einen Künstler und meine auch noch, alle müssten lesen, was ich so meine ...

Veröffentlicht am März 25, 2013 in Nicht kategorisiert und mit getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: