Ihr könnt Euch Eure Basis nicht aussuchen!

Ja, könnte ein kleiner Rant werden. Ich war ja gestern auf unserem LPT und gerade bei Satzungsänderungsanträgen hat man meistens anderes zu tun, als auf das Podium zu schauen. Also redet man, und man redet zum Beispiel über das, was in der letzten Woche so passiert ist, und man redet auch mit Leuten aus der Fraktion und so. Und dabei wurde mir aus vertrauenswürdiger Quelle ein bisschen was erzählt.

Es geht um Radbert – der war zwar nicht da, aber es wurde mehrfach über ihn gesprochen -, Radbert heißt mit Nachnamen Grimmig und selten hat ein Name so gut zu einem Menschen gepasst. In fact, ich bin mir immer noch nicht sicher, ob „Radbert Grimmig“ nicht ein Künstlername ist, zu gut scheint er mir gewählt – ich schweife ab. Radbert gilt bei manchen Menschen als Troll, manche vermuten, dass seine Social Skills eher nur rudimentär ausgebildet sind – und deswegen hat er sich einige Menschen zu Feind gemacht, auch in der Fraktion.

Nun hat Radbert von PR ein bisschen Ahnung, weil er Journalist ist und in besseren Zeiten war er eine große Stütze der AG Öffentlichkeitsarbeit  und nach der Wahl hat auch Radbert ein bisschen was zu dem Thema gesagt, was man besser machen könnte – da wir ja offenbar nicht so richtig öffentlichkeitswirksam geworden sind. Da ging auch Kritik in Richtung der Fraktion, jemand fasste ihn bei den Hörnern und fragte, was er denn ganz konkret anders machen würde. Das war eine gute Frage, und ein paar Tage später kam Radbert mit einer langen Mail, einem Konzept für die Fraktions-PR, das verdächtig nach fachlicher Autorität roch und nach dessen Lektüre ich mir dachte: Wenn sie das machen, machen sie ihre PR gleich mal um drei bis vier Klassen besser.

Ein MdL packte die Vorschläge ganz piratig auch gleich in ein PAD und lud seine Kollegen zur Diskussion ein. Was kam? Sachliche Kritik? Eine rege Diskussion? Nein, nichts davon. Es kamen, so wurde mir erzählt, nur Anwürfe gegen Radberts Person, es wurde aufgerechnet, was er denn schon alles Böses gemacht hätte, und schließlich wurde er von einem Abgeordneten auch noch in eine Ecke mit einem Maskulisten und der hier in diesem Blog vor kurzem noch erwähnten Otla gepackt – das zumindest gab Widerspruch, und das auch völlig zu Recht. (Nein, die Nummer analysiere ich jetzt nicht, das haben andere schon gemacht)

Die Erzählung des MdL gipfelte meiner Meinung nach in dem Satz: „Da haben einige noch nicht mal in das PAD reingeschaut, weil es ja von Radbert kam.“ So, jetzt atme ich mal ganz tief durch, denn ich kriege Hals und das ist gerade noch nicht praktisch. Was wird hier getan? Es werden Inhalte, es werden konstruktive Vorschläge ignoriert oder beiseite gewischt, weil sie von jemandem kommen, der persönlich Leuten nicht genehm ist. Statt auf den Inhalt wird nur auf den Kopf, der den Inhalt liefert geschaut.

Und da kommt ein weiterer Reflex zu. Aus der Fraktion hört man gerne mal den wunderschönen piratigen Delegativ: „Die Basis müsste da mal was einfordern!“ Wird dann etwas eingefordert, dann wird erst mal geschaut, wer denn etwas einfordert, und dieser dann lächelnd als Querulant identifiziert und alles, was da kommt aus jeder Diskussion herausgehalten.

So, und jetzt lass ich das mal mit dem tiefen Durchatmen. Liebe nicht mehr ganz 20Piraten, nicht ihr wählt euch die Basis aus, wir haben euch gewählt. Wir sind die Basis, wir sind die, die in dieser Partei zählen. Und wenn wir etwas wollen, dann habt ihr uns zuzuhören! Und jedes MdL, das meint, es hätte es nicht nötig, sich Radberts gut gemeint und gut gemachte Vorschläge anzusehen, hat sehr grundlegende Sachen über piratige Politik vergessen. Der Inhalt ist wichtig, nicht der Kopf. Es ist scheißegal, von wem die guten Vorschläge kommen, wichtig ist, dass sie da sind. Wer meint, dass das nicht mehr zählt: Als wir euch in Münster gewählt haben, hat das gezählt! Und hey, es sind noch genug mögliche Nachrücker da. Wenn ihr meint, euch eure Basis aussuchen zu können, dann seid konsequent, lasst das mit der Piratenpartei sein und gebt ihr eure Mandate zurück, ich als Basismensch bin gerne bereit, die auszuprobieren, die hinter euch auf der Liste standen. Vielleicht sind die ja immer noch Piraten und wollen nicht die Politik 1.0. Wir wollten ja nicht an Stühlen kleben, oder?

Ansonsten besinnt euch auf das, was wir mal wollten. Nicht mehr Leute und Meinungen aussondern, weil sie uns nicht passen, auf den Inhalt von Vorschlägen hören, nicht auf die Verpackung. Auch auf die Gefahr hin, endgültig selbst die Abqualifizierung Troll zu erhalten. Hallo Fraktion? Ich bin Teil der Basis, ich fordere von euch ein, dass ihr aufhört, euch die Basis auszusuchen, mit der ihr sprecht, auf die ihr hört. Seid bitte wieder Piraten!

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Über Hollarius

Ich bin in den Siebzigern geboren, halte mich voll Hybris für einen Künstler und meine auch noch, alle müssten lesen, was ich so meine ...

Veröffentlicht am Oktober 20, 2013 in Piraten und mit , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 18 Kommentare.

  1. Kleine Anekdote am Rande:

    Kurz nach seinem Eintritt in die AG ÖA NRW – ich meine mich daran zu erinnern, dass ich Radbert damals zu dem Schritt anstubsen musste – kam nach einer Mumblesitzung von irgendwo her die für mich nicht nachvollziehbare Frage, was »wir denn mit dem Troll sollen«.

    Meine Antwort damals war: »Er schreibt oft kluge Dinge _und_ kann sie auch noch eingänglich formulieren.«

    Ciao

    Achim

  2. Basisgurke (derzeit aus Gründen inaktiv)

    Och ja, die Basis soll einfordern.

    Könnt ihr euch noch daran erinnern, als XtraTobi der Fraktion sein Konzept bzw. Idee des „Fraktionskrähennests“ (im Prinzip die Erweiterung des schon bestehenden Krähennests für die Fraktion*) vorgestellt hat? Da kamen auch nur oberflächliche bis ablehnende Kritik an der Sache statt begeistert zu sagen „Hey coole Idee, spart uns Ressourcen, wir probieren das einfach mal aus!“. Tobi hat sich da erst mal nix anmerken lassen, aber wer hat noch so einer Runde noch Bock auch nur einen Finger für die Fraktion zu krümmen?

    Oder als Achim in der Fraktion zu Gast war (kann sogar sein, dass das in der Sitzung mit Tobi war), als die Fraktion mit ihm ihre sogenannte PR-Arbeit Revue passieren ließ, was ja auch nicht ganz ohne Reibungsverluste abging. Auch da war jedenfalls der Wille der Fraktion zur Annahme von Kritik und Verbesserungsvorschlägen aus der Basis sehr begrenzt. Und so geht das weiter, auch wenn sich inzwischen (hust, nach mehr als 1 1/2 Jahren) ein paar Dinge zum Besseren wenden zu scheinen – auch wenn im Fall Robert Stein wiederum die PR-Arbeit der Fraktion nicht-existent zu sein scheint.

    Oder (nur eine Kleinigkeit) als Corax bei einer Sitzung gegen Ende 2012 (meine ich) die Sache mit den Brailletürschildern vorschlug. Da kam auch als erstes „Mimimi, da müssen wir erstmal die Landtagsverwaltung um Erlaubnis fragen!“ und nicht „Coole Idee mit Blick auf den bevorstehenden Wahlkampf und überhaupt auch mit Blick auf die Belange der Sehbehinderten, denn sowas spricht sich schließlich auch rum, das machen wir mal!“. Und jetzt vor kurzem kam das wohl – auf Nachfrage von Corax – wieder ins Spiel (fast ein Jahr später).

    Und Radbert, tja, mich wundert, dass er immer noch dabei ist, wenn auch auf deutlichen zurückgefahrenem Level. Er polarisiert, aber er hat mehr und überhaupt gute Ideen als die meisten Leute, die ihn wegen seiner Fails ständig kritisieren oder ihn in eine bestimmte Ecke drängen wollen, so von wegen das Schmuddelkind, mit dem man tunlichst nicht sprechen sollte. Das ist ja ein äußerst beliebtes Spielchen bei Piratens, wenn die Argumente ausgehen (etwas übrigens, wo Corax auch ganz gern mit von der Partie ist). Womit ich übrigens nicht sagen will, dass Kritik nicht auch mal unflätig, pointiert oder auch mal unter die Gürtellinie gehen können sollte, denn sowas bringt schließlich auch weiter, aber das was wir zumeist praktizieren ist entweder totales Gebashe oder totaler Flausch. Ich stelle aber fest, dass wir in letzter Zeit (auch der Fraktion gegenüber), auf Gebashe oder auch nur harsche Kritik weitgehend und zunehmend verzichten oder sie nicht zulassen und dafür immer „konstruktiv“ kritisieren. Bla bli blubb. Also Bullshit. Im Ergebnis ist es jedenfalls so, dass berechtigte Kritik nicht (mehr) stattfindet, sei es aus Resignation oder aus Frust.

    Also, wenn man will, dass die Basis $Dinge von der Fraktion einfordert, dann sollte sie ein Klima schaffen, wo das möglich ist. Und nein, ein weiteres technisches Hilfsmittel ist dazu nicht notwendig. 🙂


    *Fraktion: 1. Es ist natürlich die Frage, ob es „die Fraktion“, so wie wir das gerne hätten, überhaupt gibt. Ich sehe da sehr volatile Leistungsspitzen bei einzelnen, aber nie in der Fraktion als Gesamtheit. Guckt euch z.B. mal an, was Rya während der Fraktionssitzungen (ich weiß nur ein kleiner, aber öffentlicher Ausschnitt) so macht: meistens beteiligt sie sich nicht an Diskussionen und starrt unentwegt auf ihr iPad (wie andere auch, ich finde es bei ihr nur auffällig). Deshalb stellt sich mir die Frage, ob man von „der Fraktion“ als Ganzes überhaupt etwas einfordern kann, oder ob es nicht geschickter ist, gezielt an einzelne Abgeordnete mit Vorhaben/Vorschlägen etc. heranzutreten, die das dann weitertragen. 2. Ich glaube, was die Fraktion von der Basis erwarten kann ist, dass sie sich möglichst professionell mit Anliegen verhält. Will sagen, mit Rücksicht auf die Arbeitsabläufe im Landtag sollte ein Anliegen/Anliegen möglichst schon so ausgearbeitet vorliegen, dass die Fraktion ihn ohne große Verzögerung diskutieren oder darüber beraten können sollte. Ist klar, dass das schwierig ist.

    (Sorry, ist ein bißchen lang geworden)

  3. Es gibt Pressearbeit in der NRW Piraten Fraktion? Wäre mir neu. Das Worthülsen-Pressemitteilungs MG dürfte mittlerweile selbst beim letzten Dorfanzeiger wegen Belanglosiskeit auf der Spam-Liste stehen.

    Ansonsten scheint das Presse „Team“ eher nichts zu machen. Zumindest nicht erfolgreich.

    • polemisches Geblubber, daher:
      Einladung in einer Plenarwoche mal unsere Presse zu besuchen.

      Ps für das PM-Stakkato sind Abgeordnete verantwortlich, nicht die Presseabteilung.

      • Es wäre schön, wenn es „nur“ polemisches Geblubber wäre. Es gibt seit langem ein ÖA-Konzept in der Fraktion, welches nicht umgesetzt wird. Du kennst selbst die Gründe.

        Und was die Abgeordneten wollen oder nicht, das sollte eigentlich keine Rolle spielen. Letztlich habt ihr einen Pressesprecher, der eigentlich entscheiden sollte, was relevant als PM ist und was nicht. Aber ihr ballert ja lieber alles tot, statt mal andere zu fragen und sich deren Meinung einzuholen. Es gäbe sinnvollere Wege. Aber auch die scheinen unangenehm zu sein.

        Alles weitere erspare ich mir hier. Wird ja eine Meinung gleich als polemisches Geblubber dargestellt.

      • Hmmm. Der letzte Satz ist kein Geblubber. Er ist Fakt. Ich würde aber auch gern andere Gründe hören. Das es mieserabel läuft dürfte keine ernste Frage sein. Zu erkennen sind keine. Außer „Presse – alle doof“.

        Ich empfehle das Interview mit Joachim im WDR (1:1) und einen der letzten Sätze von Jens Ohlig(?). Eine Schlag ins Gesicht für das Presseteam der Fraktion. Hat aber vermutlich auch kaum jemand so verstanden… und da liegt eben auch das Problem.

        Aber wenn das alles so gut ist und die Abgeordneten das machen (dann ist das ja gut, weil die Kritik ja ans Presseteam ging), dann ist ja alles ok.

        Macht ihr mal.

    • Nein, er ist eben nicht Fakt. Das Presseteam steht insbesonderen in Plenumswochen im Dauerstress. Von nichts machen, kann da auf gar keinen Fall die Rede sein. Die Regeln für die Pressearbeit setzt die Fraktion und das Presseteam kann zwar darauf einwirken, dass sich das verändert, aber die Pressearbeit eben nicht einfach verändern, sondern benötigt dafür geänderte Vorgaben von der Fraktion.

      Und nein, die Abgeordneten machen das nicht, sondern verlangen/wollen dass gemacht wird. Das ist immer wieder in der Diskussion bei uns, ich glaube, sogar in der letzten Fraktionssitzung. Wir haben jetzt mehrfach die Regeln verändert, um die, die permanent PMs rausknallen wollen, mal ein bisschen zu bremsen, damit das Presseteam eben mehr Zeit für andere Dinge hat.
      Wenn die Basis das ähnlich sieht, sehr gut, dann bitte die Abgeordneten, die für das PM-Stakkato verantwortlich sind, mal direkt ansprechen. Die PMs sind scheiße? Gut, bitte den verantwortlichen Abgeordneten ansprechen. oder noch besser, alle PMs landen im Blog, Kommentar drunter packen und gut. Auch rückwirkend geht das gut…
      Aber das Presseteam hier schlecht darstellen, ist ein NoGO. Die sind eben aktuell eher Servicedienstleister bei uns. Daher eben auch „polemisches Geblubber“. Ich bin echt der letzte, der sachliche und angebrachte Kritik als „polemisches Geblubber“ einfach ausblendet 😉

      • Wie wär’s, Du stellst einfach mal in der FraSi den Antrag, die Pressearbeit zu evaluieren?

        Es gehört im Grunde eh zu den Basics der Pressearbeit, zumindest einigermaßen nachzuverfolgen, wo welche PM aufgenommen wurde (ggf auch noch wie sie das wurde.)

        Man könnte mit einer Evaluation zumindest mal versuchen, diesen Leuten vor Augen zu führen, wie sinnlos ihr tun ist. (Allerdings werden es einige zweifellos auch dann noch fertig bringen, diesen Fakt zu verdrängen.)

        Ich kann mir kaum vorstellen, dass das bislang tatsächlich passiert (oder wenn, dann nehmen die „PM-Stakkateure“ von dieser Auswertung offensichtlich bislang keine Notiz.)

        Dabei wäre es sogar noch entscheidender als bei einem echten „mittelständischen Unternehmen“, weil es zumindest ein Ansatz wäre, mal einen minimalen Erfolgsdruck aufzubauen, nachdem es ja mindestens bis zur nächsten AV keinerlei „Marktdruck“ gibt und selbst in diesem Markt viele MdL eine Oligopolstellung einnehmen werden. Das ganze Ausmaß des Scheiterns wird also frühestens bei der nächsten LTW für die MdL so richtig schmerzhaft und dieser Zeithorizont reicht nicht zur direkten Motivation.

  4. Ja, wir wollen Basisbeteiligung ohne Ansehen der Person. Dem stimme ich prinzipiell zu. Wir haben aber auch sehr viele Leute, deren Beteiligung in vielen Bereichen eine Qual ist, weil sie Leute unterbuttern oder gar mobben und ihre persönliche Wahrheit mitbringen.

    Ich weiß nicht, in wie weit Radbert sich schon an allen Ecken und Enden unbeliebt gemacht hat, aber der Blogpost suggeriert das durchaus. Ich kann also absolut nachvollziehen, wenn einzelne Leute erst einmal auf stur schalten und sagen, interessiert mich nicht, was von dem kommt. Wenn das Konzept so toll ist, sollte sich Radbert vielleicht noch ein, zwei Mitstreiter suchen, die als neutrale Vermittler auftreten. Oder andere Menschen, die mit Radbert gut können, könnten freiwillig vermitteln.

    Wir sind alle nur Menschen, auch die Abgeordneten!

    • Also Seb, das möchte ich sehen, wie du selber dir Mittelsmänner suchst um deine Ideen anzubringen. Du weist sehr gut, dass das insbesondere eine Sache der subjektiven Wahrnehmung ist und es ganz sicher Menschen gab, die dich in die gleiche Schublade stecken, wie Radbert. Ob das in Hessen auch so ist, entzieht sich meiner Kenntnis, aber für Düsseldorf, wirst du mir nur schwer widersprechen können, oder?
      Wenn du zu einer ähnlichen Beurteilung kommst, antworte doch mal, wie das aus dem Blickwinkel aussieht.

      • Schon mal was von „Proxy“ oder „Ombudsman“ gehört? Funktioniert hervorragend!

        Wie heißt es so schön? „Wer kritisiert ist der Schuldige“.

      • Ich bin sicherlich auch kein Leisetreter und es gibt ne Menge Leute, die keinen Bock hätten, ausgerechnet auf meine konstruktive Kritik einzugehen. Ich weiß nicht, wie sehr Radbert angeeckt ist, aber ich weiß für meinen Teil, dass ich nicht an vorderster Front stehen muss und durchaus lieber Leute vorlasse, die meine Meinung vertreten und mit mir gemeinsam agieren. Das mit dem Proxy geht also durchaus.

        Ich erinnere übrigens mal an olle Kamellen: da wurde ein KV in Düsseldorf gegründet und ich habe mich zwar zur Wahl gestellt, aber gesagt: „Wählt bitte den Oli als Vorsitzenden.“ 😉

        Ansonsten denke ich, wie ich gestern auf Twitter habe anklingen lassen, dass die Schmerzgrenze bei Abgeordneten, die für die Piratenpartei in Parlamenten sitzen, durchaus etwas höher anzusetzen ist, als für Ehrenämtler, die das ausschließlich als Freizeitbeschäftigung machen.

  5. Politik, ich werde es nicht müde zu erwähnen, ist eine Sache des Vertrauens. Und zwar nicht nur des Vertrauens in Inhalte, sondern des Vertrauens in Personen. Das sollte auch der letzte Pirat nach der vergangenen Bundestagswahl begriffen haben.
    Wer genug Distanz besitzt, mag sehr wohl in der Lage sein, in einem Strom von ungefilterten Informationen gute Ideen zu erkennen. Ich unterstelle aber, daß im täglichen Poltikbetrieb eine solche Distanz nur sehr schwer aufrecht zu erhalten ist. Wer das fordert, der muss sich das Etikett Technokrat gefallen lassen.
    Wieviel Distanz ist wohl nötig, konstruktiv mit Menschen zusammen zu arbeiten, egal wie talentiert sie sind, die andere Menschen beschimpfen, beleidigen, verhöhnen? Ihre Arbeit und Bemühungen nicht wertschätzen, hintertreiben und alles besser wissen? Ich möchte Radbert nicht mit allen diesen Vorwürfen in Verbindung bringen, dazu kenne ich ihn zu wenig; aber mit einigen, dafür habe ich ihn oft genug erlebt.
    Was genau, lieber Hollarius, wundert Dich also daran, daß man mit Menschen nicht zusammenarbeiten kann oder möchte, die elementare Regeln der Höflickeit genausowenig beachten, wie Grundlagen des Teamplays? Wie wäre es stattdessen, erst einmal Vertrauen aufzubauen, und dann seine Anliegen zu formulieren?
    Politik kann man nicht programmieren. Politik ist emotional, so wie das ganze restliche Leben auch. Politik machen Menschen. Für andere Menschen. Im besten Falle für alle Menschen.

    Gruß, Stahlrabe

    • Ich möchte das unterstützen und ergänzen um „Ich weiss nicht, ob ich durch Abgeordnete vertreten werden möchte, die sich emotional so krass einkapseln können, dass all das oben genannte für sie keine Auswirkung hat.“ Wir wählen ja weder Roboter noch LQFB-Strohpuppen…

      • und ich möchte anfügen, dass zu keinem Zeitpunkt (!) eine Zusammenarbeit mit Radbert gefordert wurde. Daniel Düngel hat als erstes angemerkt, dass man den Inhalt von der Person trennen möge und dass wir(!) die Inhalte diskutieren sollten. Er hat niemals gesagt, diskutiert das mit Radbert., denn letztlich hat Radbert da eine Auftragsarbeit erledigt.

        Wenn das jetzt hier immer noch nicht ausreicht, diese Wahrnehmung zu unterbinden, muss ich wohl später den Thread mal auf pastebin veröffentlichen…

      • Ja, da hast du Recht. Das ist und wahr aber auch nie das Ziel.
        Ich habe Radbert auf einer Mailingliste aufgefordert, mal konkret zu werden. Entstanden ist dann daraus diese besagte Wunschliste.
        Es muss doch möglich sein, diese Wunschliste in der Fraktion offen zu diskutieren – erst recht unter dem Aspekt, dass viele der dort aufgeführten Punkte gar nicht ursprünglich von Radbert eingebracht wurden.

        So sinngemäß: das mit den Themen und so ..

        Ich habe ja nicht vorgeschlagen, Radbert als Pressesprecher oder Mediator einzuladen. Für letzteres ist er wohl der letzte, der in Frage käme 😉

    • Radbert hat in der Vergangenheit – für alle sichtbar (z.B. die Mitarbeit am Adventskalender 2012) oder hinter den Kulissen zur BTW2013 – 100x mehr Teamplay gezeigt, als so mancher »wir machen eine tollen Wahlkampf, ich bin total motiviert« Pirat. Wo er überzogen hat oder unter die Gürtellinie ging, hat er zu recht einen auf den Deckel bekommen.

      Ich weiß nicht, wie lange Du dabei bist. Aber zu Menschen, mit denen man nicht zusammenarbeiten kann, gehören für mich solche, die unangemeldet in eine Sitzung gestürmt kommen und dann an der Tagesordnung vorbei 20 Minuten nur rumranten. Oder Sitzungen plötzlich verlassen, weil sie sachliche Kritik nicht verarbeiten können. Oder eine Idee zunächst begrüßen, dann aber aufgrund eines damit verbundenen Namens ablehnen. Oder nach außen nett tun und hinterrücks intrigieren. Und Menschen, die nicht in der Lage sind, zu reflektieren, weil sie, wie Du richtig schreibst, den Schritt zurück für eine manchmal notwendige Distanz nicht hinbekommen oder sich die Zeit dafür nicht nehmen.

      Ich kann den internen Aktivitätsstand der Öffentlichkeitsarbeit des LV NRW nicht detailliert beurteilen. Aber ich konstatiere, dass in 2013 mindestens vier wirklich gute, fleißige Leute, die 2011/2012 das Rückgrat NRW-Öffentlichkeitsabeit gebildet hatten, nicht mehr dabei sind. Einer davon war Radbert, mit dem ich 2012 sehr gerne zusammengearbeitet habe. U.a. deshalb, weil er – im Gegensatz zu manch Schaumschlägern – verlässlich war und geliefert hat, wenn er was versprochen hatte.

      Und das hat für mich zunächst höchste Priorität in der Arbeit für eine politische Partei: Liefert eine Arbeitsgruppe versprochene Ergebnisse? Kann sie Ziele definieren, halbwegs einhalten, sich ggfs korrigieren? Erst dann kommt das »nette« Bierchen an der Theke (Socialising).

  6. Viele kluge Worte werden wieder mal gesprochen. Wieder drauf auf die Fraktion…… Wieder drauf auf Grimmig…. Und was kommt raus am Ende ??? Ich verwette einen Schweineschinken … nichts. Für mich gilt folgendes : Grimmig guter Kerl, mit guten Ideen und Wissen welches so manchen Fraktioner in Ecke spielen würde. Manchmal bissl Matsche in der Birne. Wer damit nicht leben kann sollte ihn meiden. Fraktioner manche bodenständig geblieben, manche im Erscheinungsbild abgehoben, manche unfähig und völlig überfordert. Aber alles Menschen, Menschen mit Ecken und Kanten die kann man nicht mehr verbiegen, die sind fertig gebaut. Man kann nur noch aus jedem das extrahieren, was brauchbar ist und den Rest ignoriert man. Aber wir müssen endlich lernen, das in jedem etwas Brauchbares steckt, wir müssen es nur finden, es hervorzaubern und es uns zu Nutze machen. Die vermeindlich “ Guten “ die, die uns verlassen haben, die kommen nicht wieder….. Aber sind die wirklich so gut gewesen “ Gute “ rennen nicht einfach davon ( egal aus welchem Grund ) “ Gute “ wissen das sie gut sind und wir sie dringend brauchen, heute mehr als je zuvor. Mir sind die, die “ Befriedigend “ sind lieber, denn die bleiben und aus denen kann man “ Gute “ formen.

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