Quick – Die Abmahnungen und so

Habend as jetzt alle mitbekommen? Eine Kanzlei, die schon mehrfach damit aufgefallen ist, Leute wegen Nichtigkeiten abzumahnen, hat sich jetzt auf Redtube-Gucker gestürzt. Das Geschäftsprinzip ist so widerlich wie effektiv. Irgendjemand stellt einen Pornoclip auf Redtube ein, der urheberrechtlich geschützt ist. Per Zählpixel wird die IP mitgeschnitten. Natürlich kann niemand, wenn er auf einem Youtube-ähnlichen Portal Pornos schaut, wissen, welche Filmschnipsel nun urheberrechtlich geschützt sind. Man erwartet eigentlich, dass es keine sind. Oder halt genauso, wie die Sachen auf Youtube.

Jetzt kann man natürlich bei Videos, die Geschlechtsverkehr in Nahaufnahme zeigen, über die Schöpfungshöhe trefflich streiten. Man fragt sich auch, ob es hier um das Recht der Darsteller und sonstigen beteiligten Sexkünstler geht, oder vielleicht doch nur um die Kasse der beteiligten Anwälte und Verwerter.

Nun gut, wie geht es also weiter? Die ermittelten IP-Adressen werden nun an ein Landesgericht weitergegeben, das gibt ihr Okay, und die Provider müssen die IP-Adresse mit einem Namen versehen. Und dann bekommen tausende Pornogucker Abmahnungen über jeweils 250 Euro. Kurz vor Weihnachten, damit die Leute ihr Geld nicht schon ausgegeben haben. An den Verwerter gehen davon übrigens nur 15 Euro, der Rest ist Anwaltsgebühr.

Noch mal kurz in einem Satz. Ein Filmchen wird absichtlich zur Generierung von Abmahnungen auf eine Pornoplattform hochgeladen – und wie viele Betroffene werden peinlich berührt bezahlen? Weil es sich ja nicht schickt, sich Pornographie anzuschauen? Was ist das? Also außer widerlich?

Richtig, das ist eine Nummer, die offenbar mit enormer krimineller Energie betrieben wird. Diese Abmahnungen sind etwas, auf das sich natürlich Juristen, die irgendwelche Selbstachtung haben, nie einlassen würden. Aber es hilft nichts. Da ist ein rechtliches System geschaffen worden, mit dessen Hilfe Menschen ohne Selbstachtung viel Geld verdienen können. Die Politik hat, sicherlich mit enormen Druck der Verwerterlobby, eine Möglichkeit geschaffen, Unschuldige zu kriminalisieren und in großem Stile abzuzocken.  Wenn man solche Strukturen schafft, dann führt das zu genau einer Sache – ist in der gesamten Menschheitsgeschichte nachlesbar -: Es wird ausgenutzt!

Eine gesellschaftliche Ächtung der Beteiligten wird nicht viel bringen, daher muss die Möglichkeit politisch zunichte gemacht werden. Die Daten dürfen schlicht nicht mehr gespeichert werden, IP-Adressen gehen niemanden was an, fertig. Was wollten die Altparteien damit erreichen? Das man gegen Terror und organisierte Kriminalität vorgeht? Sie haben geschafft, dass Juristen mit krimineller Energie unschuldige Bürger um ihr Geld erleichtern! Glückwunsch!

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Über Hollarius

Ich bin in den Siebzigern geboren, halte mich voll Hybris für einen Künstler und meine auch noch, alle müssten lesen, was ich so meine ...

Veröffentlicht am Dezember 15, 2013 in Gesellschaft und mit , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Kommentare deaktiviert für Quick – Die Abmahnungen und so.

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