Quick – Ich grenze mich auch ab

Ich habe gerade diesen Blogpost gelesen:
Und auch wenn ich den Autor eigentlich schätze, kann ich das nicht so stehen lassen. http://www.mitkriegen.de/index.php/flaggenstreit-und-piraten/2014/01/24/
Nicht nur weil da lustig Äpfel mit Birnen vermatscht werden – weil der Antifa-Begriff eben doch ein anderer ist als die „soziale Marktwirtschaft“. Nein, da ist noch ein größeres Problem drin. Schon in dem vorherigen Blogpost hat der Mitkrieger http://www.mitkriegen.de/index.php/antifarce-fuer-klare-begriffsinhalte/2014/01/23/ recht forsch geschlossen, dass „Antifa“ mit Gewalt gleichzusetzen wäre. Niemand verschweigt, dass es gewaltbereite Antifas gibt, aber das ist keine Mehrheit und es gibt durchaus eine Menge Momente, in der die Antifa auch in die Position gedrängt wird, der wehrhafte Arm der Demokratie zu sein. Sinnloses zerstören von Autos und Fensterscheiben ist doof, gegen Faschisten und repressiven Polizeistaat darf man sich wehren. Sieht man die Taktiken der Polizei bei einigen Demonstrationen im letzten Jahr, dann kann ein geworfener Stein durchaus auch Selbstschutz sein – ich schweife ab.
Was viel wichtiger ist: Die Antifa ist ein inhomogenes Gebilde, genauso mit Strömungen durchzogen, wie wir Piraten. Und wenn sich Piraten zur Antifa bekennen, dann bedeutet das nichts anderes, als das es antifaschistisch arbeitende Menschen in dieser Partei gibt, dann bedeutet das, dass die Pirantifa natürlich demokratisch und nicht gewaltbereit ist, warum? Weil wir uns unter dem Dach der demokratischsten Partei in diesem Land treffen, weil jeder von uns mit dem Eintritt in eine Partei sich eindeutig gegen Gewalt als Mittel der Politik positioniert – ja, kommt wieder auf die Definition von Gewalt an, aber wollen wir mal kurz nicht spitzfindig sein, ist doch ein Quick.
An dieser Stelle habe ich, offenbar im Gegensatz zum Mitkrieger, Vertrauen in meine Partei. Abgesehen von einigen rechten Spinnern, die einfach in der falschen Partei sind, sehe ich einfach keinen Piraten, den ich einem undemokratischem Lager zurechnen würde. Und gewaltbereit? Ich bin Pazifist, immer noch und manchmal gegen besseres Wissen. Aber ich kann akzeptieren, dass es Menschen gibt, die nicht wie ich aus Notwehr Politik machen, sondern auf der Straße auch mal handgreiflich unsere Rechte verteidigen. Andere Rechte, als die Polizei verteidigt. Pun intended.
Ich grenze mich auch ab, ich grenze mich gegen jeden Versuch ab, die Partei zu spalten, ich grenze mich gegen jeden Versuch ab, Leute, die gegen Faschismus arbeiten, zu kriminalisieren und zu verleugnen, ich grenze mich gegen jeden Versuch ab, den unsäglichen und erzkonservativen Extremismusbegriff als Idee in einer Diskussion zuzulassen. Denn das steckt hinter diesen ganzen Verteufelungen. Das sogenannte „Linksextreme“ genauso schlimm sind, wie Nazis, die zu „Rechtsextremen“ verharmlost werden. Nein, falsch! Merke: Wer linke Ideen zu Ende denkt, kommt zu einer menschenfreundlichen Utopie, über dem gedachten Ende der rechten Ideen steht „Arbeit macht frei“. Wer den Extremismusbegriff für akzeptabel hält, verharmlost Ausschwitz.

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Über Hollarius

Ich bin in den Siebzigern geboren, halte mich voll Hybris für einen Künstler und meine auch noch, alle müssten lesen, was ich so meine ...

Veröffentlicht am Januar 24, 2014 in Piraten und mit , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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