Quick – Innerparteilicher Journalismus

Irgendwie haben die Piraten so einen Drang, über sich selbst viele Worte zu verlieren, und wenn Transparenz ein wichtiger Wert ist, dann fordert es auch einen innerparteilichen Journalismus heraus. So haben sich mehrere Medien mehr oder weniger etabliert. Bei mehr oder weniger allen gibt es einen Drang dazu, piratige Inhalte zu transportieren und unsere Ideen zu erklären, was natürlich uneingeschränkt gut ist.

Es wird aber eben auch immer innerparteilich gearbeitet. Da gibt es dann Kandidatengrills und Verbreitung von Meinungen – was auch alles so lange völlig okay ist, so lange das pluralistisch und fair passiert. Während die im Auftrag der Partei PR-Treibenden eine einfache Richtschnur haben – das Programm -, haben die innerparteilichen Medien allenfalls unsere Grundsätze als  selbige – und die sind natürlich für jeden anders. 

Meiner wie immer unbescheidenen Meinung nach sind wir radikaldemokratisch und missbrauchen unsere Macht nicht. Ja, das klappt nicht immer so, manchmal treten Leute zurück, um ihre Macht auszuüben, oder andere nutzen ihre Passworte, um irgendwelche Dienste abzuschalten – aber das ist dann halt auch nicht demokratisch. Nun gut, Sachen sind passiert. Wir sollten daraus lernen. Aber selbstverständlich sollte nach unseren Grundsätzen sein, dass die eigene Meinung nur kommuniziert wird, wenn man sie als solche eindeutig markiert. So, wie man das im Journalismus bei Kommentaren und Rezensionen macht – also zumindest in der Theorie, wir alle kennen zu viele Beispiele, in denen es die Presse damit nicht so ganz genau nimmt. Und es kotzt uns an. Zu Recht.

Nun gibt es einige Beispiele, bei denen plötzlich Accounts von Piratenradio oder -zeitung Politik machen, also innerparteiliche Politik. Die machen Stimmung. Das ist unredlich und genau das, was wir sonst der Presse vorwerfen. Wir hatten mal Ideale, davon ist scheinbar nichts mehr übrig. Ich bitte alle, die involviert sind, darüber mal nachzudenken und mit solchen Sachen aufzuhören.

In einem Fall, wo ich das kritisiert habe, beschwerte sich jemand, man wolle ihn mundtot machen. Das ist natürlich Unsinn. Jeder kann auf seinen eigenen Blogs schreiben, was er will, jeder kann mit seinem Twitteraccount den größten Blödsinn retweeten, das kümmert mich nicht. Aber Infrastruktur zu nutzen, die mal als Informationsquelle beworben wurde, um damit mehr Leute zu erreichen, ist ein klarer Bruch aller demokratischen Ideen. Wer das macht, hat in einem demokratischen Diskurs nichts mehr zu suchen.

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Über Hollarius

Ich bin in den Siebzigern geboren, halte mich voll Hybris für einen Künstler und meine auch noch, alle müssten lesen, was ich so meine ...

Veröffentlicht am Juni 6, 2014 in Nicht kategorisiert und mit , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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