Politik und so

Hallo lieber Leser, liebe Leserin, erwartest du vielleicht, dass ich über eine orangefarbene Kleinstpartei schreibe, deren Mitglied ich noch bin? Das tut mir leid, ich schreib lieber über Politik.
Die politische Lage ist derzeit erschreckend. Die AfD bekommt zweistellige Wahlergebnisse geschenkt und es gibt schon in der CDU genug Leute, die nur allzu gerne auf deren Zug aufspringen wollen. Der neuerliche Asylkompromiss, in den auch Teile der Grünen einstimmen, ist ein Freudenfest fürs Ressentiment. Eine Republik, die von einer Mitte regiert wird, die Kapitalfreundlichkeit und Menschenfeindlichkeit harmonisch kombiniert, zeigt deutliche Anzeichen von Polizei- und Überwachungsstaat. Die Situation ist, wie eigentlich immer, hoffnungslos.
Wenn rechte Christen gegen Emanzipation marschieren, Juden in Deutschland wieder Angst haben müssen, Flüchtlinge entwürdigt werden, wenn Hetze und Häme regieren, was kann man dann noch machen, also außer innerer Emigration?
Wisst ihr, was ich großartig fände? Wenn es eine Bewegung gäbe, ein Denken, einen Impuls die,das,der sich gegen diese in Menschenfeindlichkeit erstarrende Gesellschaft stellt. Das sich nicht als Mitte definieren will, sondern radikal gegen die Angst und den Stillstand arbeitet. Das klare Worte findet. Das sich nicht nur dann gegen Diskriminierung wendet, wenn die eigenen Privilegien nicht angetastet werden, sondern das auch bereit ist, Opfer zu bringen. Das Menschen einfach nur als Menschen begreift, und nicht in Schubladen einteilt. Das es schafft, sich kritisch mit Kulturen auseinanderzusetzen, mit en eigenen und den fremden, ohne deswegen in Klischees und Rassismen zu verfallen.
Ein Denken, dass sich nicht nur gegen Repression und Polizeistaat ausspricht, wenn die eigenen Rechte in Gefahr sind, sondern Menschenrechte als solche begreift, als Rechte aller Menschen. Ein Denken, das Nationalität als das begreift, was es ist, ein veraltetes überkommenes Konstrukt, das in einer Zeit des Internets schlicht keine Berechtigung mehr hat. Ein Denken, dass persönliche Freiheit hoch hängt, dass persönliche Freiheit auch als eine Freiheit von Existenzängsten begreift. Eine Freiheit die heute problemlos zu ermöglichen wäre, wenn man das wollte.
Ein Denken, das sich kritisch mit allen Formen von Herrschaft auseinandersetzt. Das Machtstrukturen offenlegt und Missbrauch aufzeigt. Ein Denken, das Kapitalismus nicht als gottgegeben ansieht, und wenn wir schon mal dabei sind, sich endlich von Göttern lossagt, weil imaginäre Freunde in die Psychiatrie gehören.
Mit diesem Denken könnte man Politik besser machen … ich hätte da ja Spaß dran …

Über Hollarius

Ich bin in den Siebzigern geboren, halte mich voll Hybris für einen Künstler und meine auch noch, alle müssten lesen, was ich so meine ...

Veröffentlicht am September 21, 2014, in Politik. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 2 Kommentare.

  1. „…es gibt schon in der CDU genug Leute, die nur allzu gerne auf deren Zug aufspringen wollen…“ Weil sie wissen, dass ihre Politik ihrer persönlichen Anschauung zuwiderläuft.

    „…das Kapitalismus nicht als gottgegeben ansieht,…“ Das ist er auch nicht – er wurde von den Menschen durch ihre Geschichte entwickelt, seit dem 13. Jahrh. Wenn es eine bessere wirtschaftliche Alternative gibt (gäbe) wird (würde) sie sich auch durchsetzen, wie es dem Kommunismus einmal gelang. Außerdem gibt es hier keinen Kapitalismus, sondern eine Mischwirtschaft – den Feudal-Sozialismus. Den würde ich auch gerne abschaffen.

  2. Der Fehler liegt darin, dass Politik diese Misstände nicht auflösen kann. Und es braucht auch keine Bewegung. Es braucht einfach nur Menschen die es schaffen vor ihrer eigenen Haustüre zu kehren. Das macht persönlich zufrieden und ausgeglichen und überträgt sich automatisch auf andere.

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