Sechs Gedanken zu einem Flugzeugabsturz

  • Meine Empathie quält mich mit den Gedanken, die speziell das Bordpersonal während des Sinkfluges gehabt haben muss. Es ist unaussprechbar.
  • Der Copilot ist entweder psychisch implodiert, oder er war klar im Kopf und hatte eine Motivation, die wir wahrscheinlich nie herausfinden werden. Vor dem Ersteren ist niemand wirklich sicher, und letztlich kann man das dann unter schrecklichen Tragödien, die es immer geben wird, abhaken. Und wenn er so normal und zurechnungsfähig war, dass er das geplant und wissend gemacht hat? Ich habe vor den Normalen immer die meiste Angst …
  • Wir leben in einer Welt, in der jeder immer funktionieren muss. Es ist alles betriebswirtschaftlich durchgerechnet. Es muss schon fast verwundern, warum nicht mehr Leute ausflippen.
  • Wäre das Cockpit aus Sicherheitswahn nicht zu einer Festung geworden, dann würden vielleicht die 150 Menschen noch leben. Vielleicht den Terrorismusmedien- und -politikterror doch mal runterpegeln?
  • RTL, Bild und einige andere Medien haben den Namen des Copiloten und sein Bild veröffentlicht. Einer Hetzjagd auf die Angehörigen steht nichts mehr im Wege. Lynchmob ftw? Hass wird zu Geld gemacht, aber nicht nur Hass …
  • Aufdringlichste Journalisten weiden sich an den Angehörigen der Opfer, und wegen einer Schulklasse ist Haltern am See von Fernsehteams gekidnappt worden. Es gibt Tränen zu verkaufen, und alle, die diese Medien konsumieren, wollen genau diese Tränen auch kaufen. Es ist schändlich. Aber schuld sind hier nicht nur die Journalisten und Konsumenten, schuld ist einfach das System, das aus Tränen Geld macht.Wie es aus allem Geld macht …
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Über Hollarius

Ich bin in den Siebzigern geboren, halte mich voll Hybris für einen Künstler und meine auch noch, alle müssten lesen, was ich so meine ...

Veröffentlicht am März 27, 2015, in Nicht kategorisiert. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 2 Kommentare.

  1. Zustimmung zu allem außer Punkt 4:
    Wir sollten nicht denselben Fehler machen wie die zitierten Innen- und Sicherheitspolitiker und jetzt diese 150 Tote zu unseren Gunsten ausnutzen. In diesem Punkt bin ich zwiegespalten, ob der eingeschränkte Zugang zum Cockpit hier zwar geschadet hat, dafür aber womöglich in anderen Fällen schon den Versuch einer Flugzeugentführung verhindert oder aber die Durchführung vereitelt hat.

    Jedenfalls ist es in beiden Richtungen falsch, vorschnell mit dem Finger zu zeigen.

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