Zur Nachrichtenlage …

Ich hab es ja echt dicke jetzt, meine Fresse. In was für einer Welt leben wir eigentlich? Nachrichtenlage? Flüchtlingsheime brennen, gleich mehrere. Und schreiben die Zeitungen von rechtem Terror? Nein, sie vermelden allenfalls verschämt.

Was noch? Ein Gericht sieht kein Problem damit, wenn Nazis in Dortmund in einer Art moderner SA-Uniform herumrennen. Richtig, für Jura muss man ja nur das Geschwätz von irgendwelchen Juraprofessoren auswendig lernen, politische und geschichtliche Bildung braucht man ebenso wenig wie Empathie und Vernunft. Klasse!

Und was noch? Ach ja, mal wieder ein Flüchtlingsschiff im Mittelmeer gesunken. Die Zeitung schreibt von einer Tragödie und von vierhundert Vermissten, der zuständige Redakteur ist wohl als Kind in den Euphemisierungstrank gefallen, das muss man entschuldigen …  EINEN SCHEIß MUSS ICH ENTSCHULDIGEN! Die sind nicht vermisst, nur weil man ihre Leichen noch nicht gefunden hat, oder sie wahrscheinlich auch nie finden wird, die sind tot! Jämmerlich ertrunken. (Nun gut, wenn wenigstens ein Deutscher immer mituntergehen würde, dann könnte man ja mal ernsthaft drüber berichten, oder?) Und es ist auch keine Tragödie! In einer Tragödie, liebe Journalisten, sterben Menschen, weil man da nichts dran ändern kann. Wenn sich die rassistische EU verbarrikadiert, ist das absolut vorsätzlich, wie da Leute zu Tode gebracht werden, und ja, dann ist das Mord. Nahezu tagtäglich morden WIR als EU-Gesellschaft Menschen, die vor Krieg und Hunger und Verfolgung fliehen. Kriegen, denen wir die Waffen liefern, Hunger, den unser System erzeugt. Aber wir sprechen von Tragödien, als ob man nichts an den Zuständen ändern könnte.

Wir können etwas an den Zuständen ändern. Wir können gegen den institutionellen Rassismus der EU-Abschottung etwas machen, wir müssen sogar, wenn wir nicht uns die Toten nicht aufs Gewissen laden wollen. Wir müssen den aufkommenden Nazis klare Kante zeigen, jedes brennende Heim ist eine Schande und das traditionell blinde rechte Auge von Polizei, Justiz und Medien darf nicht blind bleiben, weil wir sonst wieder die Leute mit den schwarzen Mänteln haben werden, die Andersdenkende in den frühen Morgenstunden abholen.

Die Bundesregierung hat heute neue Überwachungspläne vorgestellt.

Wenn wir nicht aufpassen, verlieren wir alle Menschlichkeit.

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Über Hollarius

Ich bin in den Siebzigern geboren, halte mich voll Hybris für einen Künstler und meine auch noch, alle müssten lesen, was ich so meine ...

Veröffentlicht am April 15, 2015 in Gesellschaft, Politik und mit , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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