Niemals vergessen – Bahnhof Sternschanze, Hamburg, und ELDE-Haus, Köln

Kleine Geschichten aus kalter Zeit: In den Zeiten der Nazi-Verbrechen, von denen unsere Vorfahren so wenig gewusst haben wollen, gab es sehr öffentliche Plätze, an denen genau diese Verbrechen begangen wurden.

In Hamburg zum Beispiel wurden tausende Juden vom Bahnhof Sternschanze aus in die Vernichtungslager im Osten deportiert. Der Bahnhof Sternschanze liegt in einem durchaus bevölkerten Stadtteil Hamburgs. Im Prinzip müssen die großen Deportationen allen Hamburgern bekannt gewesen sein. Hamburger Ordnungspolizisten begleiteten die Deportationszüge. Während die Zivilbevölkerung vielleicht nur ahnte, dass die Deportierten vollzählig ermordet werden würden, so wussten es die Polizisten mit Sicherheit.
(Quelle: „Ganz normale Männer: Das Reserve-Polizeibataillon 101 und die „Endlösung“ in Polen“ von Christopher R. Browning)

Die Kölner Gestapo-Zentrale war im ELDE-Haus beheimatet, am Appellhofplatz ziemlich in der Mitte Kölns. Im Keller des Gebäudes wurden politisch Unbequeme, Zwangsarbeiter und viele mehr eingesperrt.  Die Zellen kann man heute noch besichtigen.  Kleine Räume, in denen dreißig und mehr Gefangene untergebracht waren. Kein Platz um sich hinzulegen oder auch nur zu sitzen. Allein der Gestank muss schon erschreckend gewesen sein – und natürlich auf der Straße vor dem Haus zu riechen
Im Hinterhof des Gebäudes wurden Menschen erschossen, immer wieder, natürlich ohne Gerichtsverhandlung. Die Schüsse muss Köln gehört haben. In den Räumen im ersten und zweiten Stock wurden Menschen misshandelt, geschlagen, gefoltert. Auch im Keller wurde gefoltert. Wer am Haus vorbei kam, der wusste, dass da Verbrechen passierten. Das heilige Köln schwieg. Der Erzbischof schwieg. Köln wusste Bescheid und schwieg.

(Quelle: Zwei Besuche, eine mit Führung, im ELDE-Haus. Ist weiterzuempfehlen)

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Über Hollarius

Ich bin in den Siebzigern geboren, halte mich voll Hybris für einen Künstler und meine auch noch, alle müssten lesen, was ich so meine ...

Veröffentlicht am Mai 17, 2015 in Geschichte und mit , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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