Archiv für den Monat Juli 2015

Der Fall Terry Bollea

Wer den Namen in der Überschrift nicht kennt, sollte sich nicht grämen, unter einem anderen Namen kennt den Mann fast jeder, es geht um die Wrestlinglegende Hulk Hogan, der gestern vom Wrestlingmarktführer WWE wegen rassistischer Äußerungen entlassen wurde. Er hatte sich in einem Video, das wohl nicht für die Öffentlichkeit bestimmt war, darüber ausgelassen, wie schlimm er es finden würde, wenn seine Tochter Brooke mit einem Schwarzen Sex hätte. In dem Bereich, meinte er, sei er Rassist. Soweit die Aussagen, wie der Enquirer sie gestern veröffentlicht hat. Frei übersetzt von mir.

Die WWE hat mit der ganz groben Kelle reagiert. Sie hat den Legendenvertrag aufgelöst, Bollea als Juror der Wrestling-Casting Show „Tough enough“ rausgeworfen, sämtliche Hinweise auf den Hulkster aus ihren Webseiten gelöscht – auch aus der Hall of Fame, die sich ja eigentlich mit dem wahrscheinlich bekanntesten Wrestler aller Zeiten schmückte. Das ist eine erfreulich klare Reaktion, die nicht unbedingt so zu erwarten war. Immerhin ist Hogan, auch wenn er mit seinen 61 Jahren nicht mehr in den Ring steigt, eine sogenannte Cashcow – von ihm wurde mehr Merchandise verkauft, als von manchem aktuellen Wrestler. Andererseits könnte es durchaus sein, dass ein ausgewachsener Rassismusskandal um Hogan auch auf seinen zeitweiligen Arbeitgeber abgefärbt hätte. (Hogan hatte einen Legendenvertrag, der bedeutet, dass er dafür bezahlt wurde, dass man mit seinem Namen und Gesicht arbeiten kann. Er tauchte in Computerspielen auf und war ein Gesicht der Company. Daneben wurde er auch immer wieder für Auftritte gebucht, meistens für PR-Zwecke oder um einzelne Auftritte in WWE-Shows zu absolvieren.)

Wenn die WWE – und andere Wrestlingorganisationen – jetzt daraus auch lernen würden, wäre das allerdings noch viel wichtiger. Denn das Business ist ein Spiegel der rassistischen Gesellschaft. Die schwarzen Wrestler, die den größten, der verschiedenen Titel gehalten haben, sind an einer Hand abzählbar. Beim nach Hogan bekanntesten Wrestler heute, dem inzwischen auch als Schauspieler anerkannten Dwayne „The Rock“ Johnson, wird in Wrestlingkreisen der schwarze Vater Rocky Johnson regelmäßig unter den Tisch fallen gelassen- er gilt durch seine samoanische Mutter als Samoaner.

Und ist Mitglied einer großen und legendären samoanischen Wrestlingfamilie, deren Mitglieder oft harte rassistische Klischees verkörpern musste. In den 70ern fing es mit den Wild Samoans an, die als Quasi-Kannibalen mit Knochen in der Nase auftraten. Die nächste Generation waren dann die Headshrinkers, wieder ein Team von Wilden. Diese Cousins von The Rock waren aber nur der Anfang. Bald stieg der gewaltige Yokozuna in den Ring – der als böser Japaner auftrat – wohlgemerkt, er war Amerikaner samoanischer Abstammung. Auch ein weiterer Cousin musste noch mal das wilde Tier spielen – Umaga rundet den Reigen der nationalistischen und rassistischen Klischees ab. Heute tritt ein Familienmitglied als Roman Reigns auf und ist der  Wildnisfalle entkommen, während dessen Cousins, die Uso-Zwillinge, als bunte und bemalte Spaßwrestler auftreten – die andere Seite der Samoaner, die die Usos von Vater Rikishi geerbt haben, der zuerst einer der Headshrinkers war. Warum so viel Familiengeschichte? Die Samoaner sind People of Colour, auch wenn sie meistens besser dargestellt wurden, als viele schwarze Kollegen, und sie sind ein markantes Beispiel für Rassismus im Wrestling.

Die wilden Monster, eigentlich immer Bösewichte im Wrestling – „Monsterheel“ ist der daraus geborene Begriff -, sind Tradition. Und diese Gimmicks sind eigentlich immer so dumme Stereotype, dass es aufgeklärte Menschen schmerzen muss. Und es trifft natürlich oft Menschen, deren Hautfarbe nicht weiß ist. Das wahrscheinlich schlimmste Gimmick, der afrikanische Riese Kamala, ist vielleicht zwanzig Jahre her. Aber auch zuletzt wurde ein Bulgare noch in ein Russland-Putin-Fan-Gimmick gesteckt, der viele nationalistische Sprüche seiner irgendwie heldischen Gegenspieler provozierte. Steinzeit.

Verschiedene Ausprägungen der Supremacy sind immer wieder ein Teil des Wrestlings. Klischees sind in dieser plakativen Unterhaltungsrichtung nicht unerwartet. Die WWE, und natürlich auch diverse Konkurrenten, müssen in der heutigen Zeit ankommen. Vielleicht ist der Hogan-Skandal eine Chance.

Neue Helden für den Nexus

Gerade wartet die Spielerschaft von Blizzards neuestem Spielschatz Heroes of the Storm auf den Skelettkönig Leoric, der bald veröffentlicht wird. Für mich ist das ein guter Moment, um mal zu spekulieren, wie es mit Heroes weitergeht.

Im Moment gibt es  mit Leoric 39 Helden, mit denen man auf acht Karten aufeinanderlosgehen kann. Im Vergleich zu den großen Mobas mit über 120 Champions wirken die knapp vierzig Helden recht überschaubar, und an manchen Stellen merkt man dem Gameplay auch stark an, dass es für bestimmte Aufgaben nur ein bis zwei Helden gibt – die dann natürlich dementsprechend umkämpft sind. Blizzard strebt einen Veröffentlichungsrhythmus von drei bis vier Wochen für neue Helden an, dementsprechend wird die Zahl recht flott größer, ohne in absehbarer Zeit die Nähe von Dota oder League of Legends kratzen zu können.

Held Nummer 40 wird ein bislang noch namenloser Mönch aus Diablo 3. Er wird samt einer neuen Karte der Abschluss der Content-Offensive mit dem Titel „Der ewige Konflikt“. Diese Offensive hat die ersten Karten, die direkt mit einer der Spielewelten Blizzards verbunden sind, gebracht. Danaben gibt es während des ewigen Konfliktes eine tägliche Quest, die hundert zusätzliche Goldstücke in die Kassen der Spieler spült – so nervig manchmal die Schatzgoblins werden, diese hundert Gold nimmt man doch sehr gern. Insgesamt gehören vier Helden zum ewigen Konflikt. Johanna, die allerdings ein paar Wochen zu früh ins Spiel kam, der Schlächter, Leoric und der Mönch – alle direkt mit Diablo 3 verbunden sind – zwei Heldenfiguren und zwei Bosse des ersten Aktes. Ja, ich weiß, der Schlächter hatte seinen ersten Auftritt schon im legendären ersten Teil von Diablo – „Ah, fresh meat!“

Relativ sicher kann man sich sein, dass es eine ähnliche Content-Offensive auch zur Veröffentlichung der Starcraft II-Erweiterung „Legacy oft he Void“ geben wird. Auf jeden Fall ist jedem Vorbesteller der Collector’s Edition ein Starcraft-Krieger versprochen. Ein weiteres Fortbewegungsmittel, dass die üblichen Pferde oder Zauberteppiche ersetzt, ist da auch angekündigt. Hat man bei Blizzard das Gefühl, dass thematische Content-Offensiven wie der ewige Konflikt eine sinnvolle Idee sind, wird man hier weiter machen. Der Starcraft-Krieger könnte übrigens Fenix sein, so weit man den Gerüchten glauben kann. Da die Legacy eine Erweiterung auf Protoss-Basis ist, können wir wohl auch davon ausgehen, dass man hier den Focus drauf legen könnte. Bei wiederum vier Helden sollten also zwei weitere Protoss dabei sein.

Bevor ich in völlige Spekulation abdrifte, mal kurz was noch relativ sicher ist: Man hat auf jeden Fall den Orkjäger Rexxar schon andeutungsweise gesehen, ein weiterer Warcraft-Held könnte ein Troll sein, zum Beispiel Zul’Jin. Ein Reittier, dass auf Diablo-Engel Malthael hindeutet, wurde gesichtet – aber da gehen wir schon ins Deuten von Eingeweiden über. Sicher ist sonst eigentlich angenehmerweise nichts.

Damit sich Blizzard seine Freiheiten behält, gehe ich stark davon aus, dass die Content-Offensiven nicht zum Dauerzustand werden, sich also nicht ohne Pause aneinanderreihen. Also kann man immer wieder ein bis vier Helden zwischen solch zusammenhängenden Themen rausbringen. Mit der ersten Offensive in Richtung Warcraft rechne ich erst nach Legay oft he Void, da bisher Diablo und Starcraft die sehr unterrepräsentierten Universen waren. Ziemlich sicher kann man sich auch sein, dass zur Veröffentlichung des gerade in der Alpha steckenden neuen Shooter Overwatch auch dieses Universum seinen Eintritt in den Nexus feiern wird.

Für Warcraft kann ich mir gut vorstellen, dass man Content-Offensiven schmiedet, die thematisch noch mal relativ eingeschränkt sind. Also zum Beispiel eines der Warcraft-Völker featuren, oder als eine Hommage an spezielle Raids oder Erweiterungen von WoW konzipiert werden. Man darf auch nicht vergessen, dass der Warcraft-Film in der Mache ist, auch der könnte in Heroes gefeatured werden – man muss zugeben, dass Blizzard da eine Möglichkeit der Crosspromotion geschaffen hat, die ihresgleichen sucht.

Schau man sich die bisherigen Warcraft-Helden an, so sieht man, dass manchen Völker und Charakterklassen schlicht noch fehlen. Es gibt noch keinen Warlock, Jäger und Priester sind bisher nur in einer komischen Hybridversion namens Tyrande vorhanden. Auch ein reinrassiger Schurke wird noch vermisst. Andere Charakterklassen gibt es in klassischen Ausrichtungen, und dann gleich so klassisch, dass man andere Ausrichtungen vemrisst. Ein Arkanmage wäre gut, ein Feraldruide, Vergelter oder Tank-Palas, und die bisher nach Kriegern aussehenden Muradin und ETC haben keine er Krieger-Trademarks drauf.

In Sachen Völker ist es echt gemein: Es gibt noch gar keinen Gnom, keinen Worgen, keinen Schlumpf, ich mein Draenei. Auf Hordenseite fehlen Trolle noch völlig. Hier bietet es sich natürlich an, die Lücken noch zu schließen. Und wenn man da schon mal bei ist, alle Warcraft-Völker haben ihr eigenes typisches Mount, wir warten da noch auf Kodos und Elekks, auf Roboschreiter und Raptoren.

Meine Wünsche: Gibt es Helden aus dem Warcraft-Universum, auf die ich sehnsüchtig warte? Ja, unbedingt Hogger, der wäre ein Traum. Kel Thuzad wäre auch klasse. Und unbedingt einen Nesingwary – wie wäre es eigentlich mit einer Un’Goro Offensive? Oder Nagrand? Oder Schlingdorntal? Ich mochte die Wildnis-Kartenabschnitte immer besonders. Ich denke, wir haben alle unsere Lieblingsecken in Azeroth und den andere Kontinenten, solche Gegenden zu feiern, wäre ein feiner Zug – auch gerade dann, wenn es nichts mit einer neuen Erweiterung oder ähnlichem zu tun hat. Und nebenbei, also ich habe ja die Trollinstanzen geliebt. Zul Aman, Zul Farrak oder Zul’Gurub, ganz egal. Ich würde da eine Offensive genauso abfeiern – nicht nur in Heroes, sondern auch in Hearthstone – wie eine, die den meines Erachtens allerstimmungsvollsten Raid WoWs thematisiert – auf nach Karazhan!

Im Starcraft-Universum wartet man dringend auf einen Krieger, den es wohl mit Fenix dann irgendwann geben wird. Weitere Helden, von denen hier und da gemunkelt wird, sind Vater und Sohn Mengsk – auch wenn ich mir nicht so direkt vorstellen kann, wie solche Figuren in die Heldenrolle passen. Auch General Warfield wurde schon mal erwähnt. Allerdings werden Menschen und Zerg nicht die ersten Prioritäten sein, die Blizzard angeht, wenn es um Legacy oft he Void geht. Artanis oder Rohana, wichtige Figuren der Erweiterung, könnten eher zu Heroes passen. Vorazun oder ihre Mutter Raszagal wären auch interessante Namen – aber das Problem, dass hier ins Spiel kommt, ist, dass es mit Zeratul schon einen dunklen Templer gibt. Wie viel kann man aus dunklen Templern noch rausholen? Und ganz nebenbei: Auch Zerg sind eher unterrepräsentiert in Heroes, als alter Zerg-Spieler finde ich das bedenklich.

Eigene Wünsche? Mehr Zerg.

Das Diablo-Universum ist gerade gut bedient, so könnte man sagen. Allerdings kann man hier auch seine Phantasie sehr schön spielen lassen. Meistgewünschter Diablo-Charakter ist wohl Deckard Cain the Elder, der als Unterstützer vielleicht irgendwie in den Nexus gebracht werden könnte. Böse Zungen behaupten, er bekäme eine Ulti, die „Stay a while and listen“ heißt und das gewamte gegnerische Team betäubt – kleiner Gag für Diablo-Spieler der alten Schule. Von allen Spielercharakteren fehlt mir eigentlich nur der Totenbeschwörer aus Diablo 2. Naja, und vielleicht ein Hydras setzender Magier. Aber die großen Potentiale sehe ich bei Engeln und vor allem Dämonen. Gerade Duriel oder andere Bosse aus Diablo 2 wären eine wahre Pracht. Die Hexen Adria und Maghda wären weitere Ideen und vielleicht kann man auch aus einfach sehr ikonischen Monstern Sanktuarios mal einen Helden machen – hat ja mit Brightwing/Funkelchen auch funktioniert. Gab es nicht in Diablo 2 diese nervigen Dschungelbewohner, die eigentlich immer aus dreien bestanden? Sowas würde ich ja gern mal als Held spielen.

Ich denke, Heroes bleibt interessant. Schauen wir mal, was alles machbar ist.

Quick – Gedanken zu Griechenland

Ohnmächtig stehen wir vor einer riesigen Sauerei. Wir fühlen, wir wissen, dass der Umgang mit Griechenland reine Erpressung ist. Und fern von jeder Möglichkeit einzuschreiten, sehen wir den Abgrund, auf den diese ganze Geschichte hinsteuert.

Diese ganzen Verhandlungen sind antidemokratisch, denn der gewählten Regierung eines Landes wird dermaßen die Pistole auf die Brust gesetzt, dass sie keine eigenen Entscheidungen treffen kann. Mit Medien in der Hinterhand, die nationalistische Kanonen auffahren, wie bei der BILD, oder die neoliberale Soße als alleinseeligmachende Religion verehren – und gemäßigt nationalistische Töne anschlagen -, wie fast alle anderen Medien, Regieren Schäuble und Merkel in einer Weise in andere Staaten hinein, als ob sie die siegreiche Besatzungsmacht wären. Das ist umso zynischer, wenn man weiß, dass Teile der Besatzungsmächte, die in Deutschland nach zwei verschuldeten Weltkriegen und millionenfachen industriellen Morden glücklicherweise einmarschierten, dieses Deutschland mit Marshallplan wieder aufbauten. Unsere Regierung baut in Griechenland nur noch ab.

Die Austeritätspolitik ist ein Irrweg. Sagen auch viele Ökonomen. Wenn man in die Geschichte schauen kann, dann weiß man das. Sie ist nämlich sehr nahe an der Deflationspolitik, die zur Weltwirtschaftskrise und in Deutschland letztlich zur Wahl der Nazis führte. Wenn Staaten sich kaputtsparen, hilft das niemandem. Und die Liste, die die Eurogruppe den Griechen vorgelegt hat, bedeutet nichts anderes, als dass das Leben für die Mehrheit der Griechen richtig schwierig wird. Wie wäre es mit anderen Geldquellen? Dem Schwarzgeld der REichen? den niemals geleisteten Entschädigungen für deutsche Kriegsverbrechen?

Eine Art Auffanggesellschaft soll zu privatisierende Unternehmen übernehmen und dann verkaufen. Das ist auch so eine Forderung, wo der Blick in die Geschichte lohnt. Eine solche Gesellschaft gab es mal in einem Teil Deutschlands. Man nannte sie Treuhand, und dieser Name war eine schlimmer Lüge. Denn der Staatsbesitz der DDR wurde durch diese Gesellschaft übelst verscherbelt, veruntreut. Es ging da nach der Annektion nur um den Ausverkauf, nicht um wirtschaftliche Entwicklung. Genau das wird in Griechenland auch passieren. Das Tafelsilber des griechischen Staates wird deutlich unter Wert verscherbelt werden. Infrastruktur wird privatisiert, und die Grundversorgung der Menschen ist nicht mehr gegeben, weil ausländische Investoren Geld verdienen wollen. Menschen sind da eher uninteressant.

In Griechenland gibt es die Tage Generalstreik, so hört man. Das gehört unterstützt. Jede deutsche, französische oder sonstige Gewerkschaft in der EU sollte sich solidarisieren. Wir brauchen Demos und Aktionen. Oder wir geben auf. Geben wir auf?

Quick – Positioniert Euch!

Es geht einen schon schwer an, in den letzten Wochen auch nur irgendwelche Medien zu konsumieren. Überall schäumt einem der Rassismus entgegen, in brennenden Flüchtlingsheimen, in Aussagen der CSU, in journalistischen Bemerkungen über Griechen, es ist zum Kotzen. Jetzt mehr als sonst eh, ist es Zeit, dass Ihr Euch positioniert. Ihr alle.  Wir brauchen einen Konsens der Menschenfreunde, einen Konsens der Nichtrassisten, einen Konsens, der getragen ist von Antifaschismus und einer klaren Ablehnung an alles Überlegenheitsdenken.

Es reicht nicht, mit Abscheu auf die Rassisten zu schauen, die in Freital oder sonstwo ihre egoistische Angst und ihren stumpfen Hass in Parolen gießen, und auf der anderen Seite über Griechenland eine von keinem Faktenwissen gestützte Abscheu auszukippen. Denn es geht bei der Griechenlandfrage ja nie nur um die offenbar gescheiterte und strunzdumme Austeritätspolitik – wir nehmen den Menschen alles weg, dann geht es ihnen sicherlich besser! -, sondern immer auch um die scheinbare Überlegenheit der Nordeuropäer, die natürlich die Lebensleistungen aller Südeuropäer nicht anerkennt, sondern so weit abwertet, wie es geht. Nationalismus, Rassismus, sucht Euch was aus.Auf jeden Fall Überlegenheitsdenken, Menschenfeindlichkeit.

Nazis schüchtern Menschen ein, es gibt eine Menge rechten Terror, und der Staat macht natürlich so wenig wie möglich dagegen – so, wie es schon immer war. Die NSU-Morde werden nicht richtig aufgeklärt, der Staat versagt, der Verfassungsschutz ist allenfalls in der Verfassung Nazis zu finanzieren und zu schützen, zu mehr reicht es nicht. Unionsparteien und SPD geben sich staatstragend und schränken unsere Freiheiten fröhlich ein, während sie kein Interesse haben, die Geheimdienste mal ernsthaft unter parlamentarische Kontrolle zu bekommen.

Wir müssen uns positionieren, ich mach das hier gerade, ich bitte Euch, das auch zu tun. Ich mach mir keine Illusionen, Überlegenheitsdenken in den verschiedensten Formen ist eine Seuche, die unsere Gesellschaft durchtränkt und niemand ist nicht wenigstens ein bisschen infiziert. Die Mehrheit ist rassistisch, die Mehrheit ist sexistisch, die Mehrheit diskriminiert die Minderheiten, erhebt sich und erniedrigt sie. Es gibt Menschen, deren Denkart unser Feind ist. Und wenn wir politisch und humanistisch und antifaschistisch denken, dann müssen wir deren Denken und deren Äußerungen bekämpfen. Und wer mir jetzt mit Meinungsfreiheit kommt, der hat selbige nicht verstanden. Meinungsfreiheit heißt, dass man diese widerlichen Sachen denken und sagen darf, und das ist okay. Aber deswegen den Mist tolerieren ist nicht okay. Meinetwegen lasst Nazis sagen, was sie wollen, aber wir dürfen es nie unwidersprochen stehen lassen.

Positioniert Euch, steht auf und zeigt Rassisten und Nazis, dass ihre Menschenfeindlichkeit zu Widerstand führt. Zeigt den Regierenden, dass sie kein Recht haben, Euch zu belauschen und Euch Eure Rechte zu nehmen. Zeigt Ihnen, dass sie für jeden Toten Flüchtling im Mittelmeer verantwortlich sind, und das Ihr ihnen diese Toten nicht vergebt. Steht auf! Widersetzt Euch!