Archiv für den Monat September 2015

Fitnesstagebuch V

Kurze Meldung vom Sonntag: Ich habe gerade die ersten Supersätze hinter mir. Zwei Übungen hintereinander, die erste sehr hart, die zweite hart, nicht viele Wiederholungen, es geht flott durch, aber der Puls geht ziemlich hoch. Ich war gerade am unteren Ende der möglichen oder auch gewollten Wiederholungen. Trotzdem zittern mir die Arme, der Schweiß rinnt. Dabei habe ich zwei erste Übungen noch klar abgeschwächt, weil mir Liegestütze so schon sehr schwer sind, und ich dafür nicht noch meine Füße erhöhen muss, und weil ich auch enge Liegestütze noch nicht auf flachem Boden schaffe. Und obwohl ich auch noch zwischen den jeweils zwei Supersätzen eines Übungspaares eine etwas zu lange Pause gemacht habe, habe ich durchaus das Gefühl, an meine Grenzen gegangen zu sein.

Mal schauen, wie es an den nächsten Trainingstagen aussieht. Da gibt es einige Übungen, die ich erstmal überhaupt austesten muss, also die Frage beantworten, ob und wie die Übungen gehen. Ich bin auch mal gespannt, wie der Muskelkater morgen aussieht.

Ups, es ist Sonntag geworden, bevor ich weiterschreibe, dabei ist die fünfte Woche schon seit Freitag vorbei. Aber keine Sorge, es liegt nicht daran, dass ich aufgehört habe. Ich habe eine weitere Woche geschafft, und habe inzwischen, also gerade, bin noch außer Atem, die sechste Woche mit ein paar hübschen weiteren Abstoß-Liegestütz angefangen. (Fünf mehr als letzten Sonntag, leichte Steigerungen sollten ja immer drin sein.) Die Woche hat auch durchaus ein bisschen mehr Spaß gemacht, als die beiden davor. Schließlich ist diese Übungsphase kurz und sehr knackig. Dementsprechend ist der  Muskelkater auch anders. Insgesamt war es eine Woche, die weniger Schmerzen brachte, und das ist ja auch mal nett. Allerdings konnte ich letzten Montag gegen nichts andrücken, ich konnte einfach keine Kraft aufwenden – Abstoß-Liegestütze halt.

Eine Woche mit einigen Explosiv-Übungen und vielen Halteübungen, die tun alle mehr weh, als die normalen, aber die Umfänge sind halt auch geringer. Ich finde es auch einfach angenehm, dass ich weniger Zeit aufwenden muss. Die Quintessenz dieser Woche: Die Sache mit den Zugübungen ist extrem schwer, wenn man extrem schwer ist. Die Bauchübungen sind immer noch vom Teufel, und manchmal können Kleinigekeiten sehr viel ausmachen. Hatte ich doch in den Vorwochen eine vereinfachte Form des Supermans problemlos gemacht. Superman ist einfach erklärt: Auf den Bauch legen, Arme und Beine nach hinten und vorne, und dann gestreckt in die Luft heben. Die Vorübung war es, dass man die Hände unters Kinn legt und dann Beine und Ellbogen nach oben bringt. Die Arme auszustrecken brachte einfach mal drei Gänge mehr Mühe. Hatte ich mir leichter vorgestellt.

So, diese Woche gibt es nicht so viel zu erzählen, außer vielleicht: Seit Anfang Mai habe ich gut sieben Zentimeter Bauchumfang eingebüßt, mein damals gekaufter Gürtel hat nun drei Löcher mehr, von denen ich schon zwei im Gebrauch habe. In etwa die Hälfte der Zentimeter habe ich in den letzten vier Wochen verloren. Und noch eine Kleinigkeit, wo ich das Training spüre: bringe ich meine Schulterblätter näher zusammen, spüre ich deutlich mehr festes Muskelfleisch dazwischen.

Bis nächste Woche.

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Fitnesstagebuch IV

(Disclaimer: Lest erst die ersten drei Abschnitte meiner Leidensgeschichte, ich knüpfe stark an das bisher geschriebene an.)

Es ist Dienstag und ich möchte meine Übungen noch um ein paar Minuten verschieben. Also schreibe ich ein paar Worte für den samstäglichen Blogpost:

Ich weiß nicht, wer es sich vorstellen kann, aber das Leben mit drei Zentnern Gewicht und wenig Fitness schränkt halt schon ein. Im Speziellen dann, wenn man körperliche Arbeiten verrichten will oder muss. Gestern habe ich einfach mal ein Auto sauber gemacht. Das klingt nach wenig Aufwand, hätte aber vor drei Wochen noch viele Pausen und viel Ächzen gefordert, man bückt sich ungern, bewegt sich langsam und muss man Sachen tragen, heben oder ähnliches, dann geht das zwar, aber ist immer auch ein Aufwand.

Gestern habe ich die Arbeit immer noch nicht gerne gemacht – ich leide nicht unter der psychischen Krankheit gerne zu putzen – aber ohne Pausen, ohne Mühen, und fast ohne Ächzen. Ich glaube kaum, dass ich in den letzten drei Wochen ernsthaft was abgenommen habe, aber die Fitness ist, so fühlte sich das zumindest gestern an, explodiert.

Es ist Freitag, ich habe mein letztes Training auf mittlerer Intensität auf heute vorgezogen, weil morgen die Zeit knapp ist. Also kommt heute  auch schon der Blogpost. Ja, was gibt es zu sagen, während ich wegen der Beinheben keuche, die immer noch der absolute Graus sind?

Als erstes, ich ziehe es immer noch durch, ich habe zu diesem Zeitpunkt, wo noch drei Übungen von heute ausstehen, in dieser Woche schon um die vierhundert Wiederholungen diverser Übungen gemacht. Man prophezeite mir, dass nach zwei bis drei Wochen Training der Muskelkater weniger wird – lasst mich kurz überlege – nein. In den letzten knapp vier Wochen hatte ich keinen Tag ganz ohne Muskelkater.

Faszinierend sind die Steigerungen, die möglich sind. Jetzt bin ich mir eigentlich ziemlich sicher, dass ich am Sonntag der Vorwoche alles gegeben hatte, doch diesen Sonntag habe ich die Zahl der Wiederholungen um 55 Prozent gesteigert. Von einer Woche zur nächsten! Ganz so stark ist es nicht bei allen Übungen, aber andererseits fällt es auch nirgends und bei einigen Übungen konnte ich auch nicht wirklich weiter steigern, weil der Plan 36 Wiederholungen als Höchstmaß vorsieht – wie, ich hätte auch noch mehr machen können? Ich verstehe das Konzept nicht. Mal im Ernst, erstens gehe ich davon aus, dass der Trainer sich bei den Zahlen was gedacht hat, und zweitens gehörte mehr Mühe als nötig eigentlich noch nie so wirklich zu den Konzepten, die ich verstand.

(Das ist jetzt ein bisschen gelogen. Kennt ihr noch diese Fitnessbänder, die mal eine Gerätemode waren? Ich habe welche hier liegen, jemand brauchte die nicht mehr. Hab ich doch gestern Abend gleich noch ein kleines zusätzliches Armtraining durchgezogen, das ich heute in den Unterarmmuskeln spüre, die ich bisher scheinbar vergessen habe.)

Mit der Motivation ist es immer noch ein Kreuz. Ich mein, mit der Motivation JETZT das Training zu beginnen, mit der Motivation JETZT die nächste Übung zu beginnen. Ich vermute aber, das wird nächste Woche ein bisschen anders, weil es dann die sogenannten Supersätze gibt, die auf der einen Seite noch höhere Intensität versprechen, aber auf der anderen Seite auch abwechslungsreicher und kürzer sind. Überhaupt ist ein Trainingswechsel ja erstmal spannend. Schließlich sehnt der Geist sich ja immer nach Abwechslung. Wie gut ich dann mit Schnellkraftübungen und sowas klar komme, ich weiß es noch nicht. Einige der Übungen erscheinen mir auch noch utopisch, ich werde wohl auch da an einigen Ecken die Sachen vereinfachen müssen, damit ich das Training überhaupt machen kann. Aber davon berichte ich dann nächste Woche.

PS meine Hosen schlackern um die Beine. Das ist doch nicht normal.

Fitnesstagebuch III

(Disclaimer: Lest erst die ersten beidenVersionen meiner Leidensgeschichte, ich knüpfe stark an das bisher geschriebene an.)

Es ist Sonntag, ich habe eben versucht, echte Liegestütze zu machen, es war ein ziemliches Desaster. Aber ich gebe noch nicht auf. Ich versuche das gleich auf einer besseren Unterlage noch mal. Habe die Military Presses mit erhöhten Händen vorgezogen. Bin auf 26 Wiederholungen gekommen, werde aber die Durchführung noch verbessern müssen. Aber es sind heute drei Liegestützenübungen und meine Arme brennen jetzt schon.

Der echte Liegestütz geht noch nicht, beziehungsweise er geht einmal, und dann brech ich zusammen. Damit ich nicht nichts mache, bin ich zur gewohnten Treppe, habe aber meine insgesamt 17 Liegestütze zwei Stufen tiefer als bisher gemacht. Ich habe mein erstes intensiveres Training hinter mir und ich bin völlig geschafft. Schlimmer als bisher. Was habe ich noch knapp acht Wochen lang vor?

Dienstag: Du liest, Kniebeuge im Ausfallschritt und denkst, gut, Ausfallschritt ist blöd, geht aber, Kniebeugen sind okay, was also kann passieren? Dann liest du nach, aha, stell dich vor ein Bett oder einen Stuhl und stell den hinteren Fuß da drauf. Die Kniebeuge machst du quasi nur mit dem vorderen Bein. Und du musst natürlich abwechseln, ist klar. Und ich dachte, die Sachen mit den Beinen werden schon besser funktionieren …

Es ist Mittwoch, es ist ganz nebenbei mein Geburtstag, und ich habe wirklich Muskelkater im ARSCH! Das ist doch nicht schön! Jetzt mal ganz ehrlich. Darauf hat mich niemand vorbereitet, das ist einfach gemein. Es tut ja schon weh zu sitzen! Und es geht auch sonst nichts, warum nicht? Weil einfach alles schmerzt, was unterhalb der Hüfte zu mir gehört. Hey, es ist nur Muskelkater, der geht vorbei, ja am Arsch … achso, das sagte ich bereits …

Kleine Zwischenbemerkung. Im Speziellen mein rechtes Knie ist angeschlagen. Das tut mehr weh, als es sollte. Mit den Muskelschmerzen komm ich klar, aber Gelenke sind halt dann irgendwie überlastet. Und morgen gibt es eine Übung, die zwar die Arme betrifft, die Knie hingegen belastet. Ich muss mir noch was einfallen lassen, wie ich morgen mehr al eine Übung machen kann.

Es ist Samstag, und ich muss eben noch trainieren. Ich war vorher verhindert, und jetzt ist es 17 Uhr und ich finde es extrem schwierig, mich zu motivieren. Ich trainiere halt sonst am frühen Vormittag. Ich mach ja Übungen mit Pausen, also wird der restliche Text hauptsächlich in diesen Pausen entstehen, mal schauen, wie lange dann gefühlt die meist etwa zwei Minuten Pause sind.

Oh Crap, ich wusste, die Torsoübungen würden die schwersten sein. Ein bisschen habe ich die letzten Tage ja schon beschrieben. Der Sonntag war hart aber irgendwie erfolgreich, der Dienstag war richtig gut, ich mein 120 Wiederholungen, bei weitem mehr als bisher aber eben auch Muskelkater im Hinterteil, so ist das halt. Aber mein Knie blieb so angeschlagen zurück, dass ich eine der Zugübungen von Donnerstag, bei denen ich mich abhocken muss, in eine Liegestützübung verwandelt habe. Nicht ganz zielführend, aber hey, es bringt auch nichts, wenn ich mir für länger das Knie versaue.

Die Zugübungen blieben dann ohne allzu große Nachwirkungen, das wird mit den Torsoübungen anders sein, das weiß ich jetzt schon, nach nur einer Übung. Ich habe morgen nichts zu lachen, und wenn doch, wird es höllisch weh tun, der Muskelkater im Bauch ist mir absolut gewiss.

Wie jede Woche ist die Frage nach der Motivation zu stellen. Aber die stellt sich eigentlich immer nur direkt bevor ich anfange. Den Workout an sich stelle ich nicht in Frage, aber vor den einzelnen Trainings ist es halt manchmal ein bisschen Verzögerung, ein bisschen Unwillen. Liegt sicherlich auch daran, dass die Übungen diese Woche länger dauern, und Pausen haben. Die sind natürlich nötig, nerven aber halt auch.

Und die große andere Frage: Ja wirkt es denn? Ja, es wirkt. Also in der grundlegenden Fitness – allerdings geht man halt auch einen Teil der Woche wie ein Achtzigjähriger, weil der Muskelkater herrscht. Ich glaube sogar, ich hätte keine optischen Täuschungen, wenn ich meine, dass der Bizeps größer ist, als er vor Wochen noch war. Ich mein, wenn man das bei einem Muskel einfach so sehen kann, dann ja auch bei dem. Nein, da geht es nicht drum, es geht mir ja noch nicht mal wirklich darum, abzunehmen, aber als so ein kleines optisches Zeichen nehme ich das mal so hin. So, ich mach jetzt meine letzten Übungen für heute und ihr lest nächste Woche weiter, okay?

Quick – Wie war das mit der historischen Verantwortung?

Heute morgen in den Schlagzeilen. NRW – da wohne ich – will Flüchtlinge vom Westbalkan nicht verteilen, sondern in einer Einrichtung – uih, ich hätte jetzt fast „konzentrieren“ geschrieben – beherbergen, bis ihre Anträge schnell abgelehnt werden – oder ganz selten mal nicht.

Diese Meldung braucht eine kleine Übersetzung: Flüchtlinge vom Balkan sind fast durchgängig Sinti und Roma. Und die werden jetzt also in ein neu einzurichtendes Lager zusammengepfercht – und ich wollte schon wieder „konzentriert“ schreiben. Ich kann mir sehr leicht vorstellen, wie die Nazis so eine Einrichtung nennen werden. Und der Volksmund dann ganz schnell auch. Antiziganistisches Denken ist ja durchaus immer noch verbreitet. Ich kann mir auch ganz ehrlich nicht vorstellen, wie man ohne antiziganistisches Denken überhaupt auf so eine Idee kommen kann.

Ohne irgendwas aufrechnen zu wollen: Wären es Juden, die vom Balkan vor Verfolgung – denn davor fliehen die Sinti und Roma ja, sie werden in den Herkunftsländern hart diskriminiert – flöhen, dann würde man völlig zu Recht von der besonderen Verantwortung sprechen, die wir gegenüber Juden haben, und unsere Arme wären offen. Viele tausende jüdische Flüchtlinge aus Russland haben bei uns eine Heimat gefunden. Und das ist richtig so. Die Bundesrepublik ist Rechtsnachfolger eines Landes, dass Juden auf eine Art verfolgt hat, dass sie noch für Jahrhunderte eine besondere moralische Verpflichtung gegenüber den Juden hat. (Mir ist diese Formulierung gerade nicht klar genug, wahrscheinlich gibt es keine Formulierung, die unsere Verantwortung beschreibt.)

Gegenüber Sinti und Roma haben wir exakt die gleiche Verantwortung. Auch deren Vorfahren haben unsere Vorfahren verfolgt, auch deren Familien vergast. Und jetzt geht der deutsche Staat her und separiert Sinti und Roma von anderen Flüchtlingen? Und es gibt eine völlig marginale Zahl von angenommenen Asylanträgen? Wie hat da mal wieder der Geschichtsunterricht versagt, was? Wir sollten Sinti und Roma völlig selbstverständlich als Kontingentflüchtlinge aufnehmen, so, wie wir das mit jüdischen Flüchtlingen auch getan haben. Wir sollten auch unserer Verantwortung nicht entfliehen, und politisch auf die Herkunftsländer einwirken, dass dort der widerliche und systematisch Rassismus eingedämmt wird. Aber unser Staat macht lieber Lager auf …

Fitnesstagebuch II

Kleine Bitte: Lest erst den ersten Teil, falls ihr den noch nicht kennt. Ich knüpfe hier stark an den Text aus der letzten Woche an:

Mördermontag! Dabei habe ich Montag gar nicht trainiert. Aber es gibt vier Trainingstage in der Woche, und nur sieben Tage, also gibt es einen Tag ohne Pause, und das war von Samstag auf Sonntag. Also Samstag Beine und Torso, Sonntag Arme und Schultern – und sagenhafte 25 Liegestütze, beim ersten Mal waren es nur neun. Aber der Montag bedeutet dann, dass man zwei Trainings in den Knochen hat. Nee, ist toll. Mal was anderes, wenn alles wehtut.

So, Montag ist schon was her, es ist jetzt Samstag und ich atme wieder schwer. 25 Mal habe ich gerade das ausgeführt, was ich rumänisches Kreuzheben auf einem Bei nenne. Das würde niemand sonst so nennen, weil mir einfach die Beweglichkeit für eine auch nur ordentliche Ausführung fehlt, aber einen Effekt hat diese Übung nach dem Schweiß zu urteilen, der mir gerade aus den Poren schießt, offenbar schon.

Die Umfänge haben sich in der zweiten Woche erhöht. Nicht immer gleichmäßig und ich kämpfe immer noch mit zwei Übungen, weil ich die richtige Ausführung nicht so hinbekomme. Aber als ich letzte Woche direkt nach dem Samstagstraining schrieb, war ich bei insgesamt 50 Ausführungen von vier verschiedenen Übungen. Heute habe ich die gleichen vier Übungen gemacht, und die Wiederholungen auf 91 gesteigert. Also fast das doppelte von letzter Woche. Ich habe sogar diese Woche das erste Mal bei einer Übung die Schmerzgrenze von fünf Wiederholungen am Stück geknackt und daher in der Disziplin Kniebeugen die schöne Zahl von 36 Wiederholungen geschafft. Ist ja fast schade, dass die beiden Wochen mit der Kraftausdauer jetzt um sind. wie weit könnte ich die Zahlen pushen?

Aber morgen fängt der Ernst des Trainings an. Der Trainer schreibt zwar was von mittlerer Intensität und mittleren Umfängen, aber ich habe trotzdem vermutlich durchaus berechtigt, ein bisschen Angst. Für jede Übung gibt es drei Sets a drei Minuten. In den drei Minuten soll man sechs bis zwölf Wiederholungen machen. Im Fließtext klingt das bei ihm so: „Gehen Sie bis zum Muskelversagen oder machen sie bis zu zwölf Wiederholungen – je nachdem, was zuerst eintritt.“ Ich mag den Humor dieses Typen …

Die Erhöhung der Intensität ist natürlich jetzt die nächste große Herausforderung. Wird auch der Muskelkater noch mal neue Höhen erreichen? Vermutlich ja. Aber ich gebe zu, ich freu mich sogar ein bisschen. Ich muss verrückt sein.

Nach zwei Wochen kann man ja schon mal fragen: Na, merkste irgendwas? Die einfache Antwort ist: Ja, Muskelkater. Aber das ist auch zu einfach. Die Schmerzseite reklamiert ein bisschen Probleme mit dem Rücken – aber das ist nur so ein Belastungsdings, das habe ich öfter. Außerdem meckern die Knie ein bisschen, aber das wäre durch Ausdauertraining schlimmer. Auf der anderen Seite bemerke ich doch hier und da positive Veränderungen, Kleinigkeiten, bei denen irgendwas einfacher geht, als noch vor zwei Wochen. Aber das spannendste ist etwas anderes. Auch wenn ich prinzipiell natürlich die Couchpotato bleibe, und am liebsten hier vor meinem PC sitze, merke ich hier und da, wie ich plötzlich ganz spielerisch hier und da Bewegungen ausprobiere. Hier mal die Arme einfach für zwei drei Minuten Waagerecht neben mich halten, schauen, wann da was zu zittern beginnt, oder auf der Treppe mal eben in die Liegestützposition fallen lassen und wieder abstoßen. Und ich nehme plötzlich wieder hier und da zwei Stufen auf einmal. Nicht immer, noch nicht mal oft, aber das ist jahrelang gar nicht vorgekommen. Sieht man mir irgendwas an? Ich glaube, so weit ist es noch nicht.

Aus der Familie kam jetzt der Wunsch nach Fotos von meinem Training. Ich antwortete, dass ich nun urplötzlich verstanden habe, wie Familientragödien zustande kommen. In diesem Sinne, bis nächste Woche.