Fitnesstagebuch II

Kleine Bitte: Lest erst den ersten Teil, falls ihr den noch nicht kennt. Ich knüpfe hier stark an den Text aus der letzten Woche an:

Mördermontag! Dabei habe ich Montag gar nicht trainiert. Aber es gibt vier Trainingstage in der Woche, und nur sieben Tage, also gibt es einen Tag ohne Pause, und das war von Samstag auf Sonntag. Also Samstag Beine und Torso, Sonntag Arme und Schultern – und sagenhafte 25 Liegestütze, beim ersten Mal waren es nur neun. Aber der Montag bedeutet dann, dass man zwei Trainings in den Knochen hat. Nee, ist toll. Mal was anderes, wenn alles wehtut.

So, Montag ist schon was her, es ist jetzt Samstag und ich atme wieder schwer. 25 Mal habe ich gerade das ausgeführt, was ich rumänisches Kreuzheben auf einem Bei nenne. Das würde niemand sonst so nennen, weil mir einfach die Beweglichkeit für eine auch nur ordentliche Ausführung fehlt, aber einen Effekt hat diese Übung nach dem Schweiß zu urteilen, der mir gerade aus den Poren schießt, offenbar schon.

Die Umfänge haben sich in der zweiten Woche erhöht. Nicht immer gleichmäßig und ich kämpfe immer noch mit zwei Übungen, weil ich die richtige Ausführung nicht so hinbekomme. Aber als ich letzte Woche direkt nach dem Samstagstraining schrieb, war ich bei insgesamt 50 Ausführungen von vier verschiedenen Übungen. Heute habe ich die gleichen vier Übungen gemacht, und die Wiederholungen auf 91 gesteigert. Also fast das doppelte von letzter Woche. Ich habe sogar diese Woche das erste Mal bei einer Übung die Schmerzgrenze von fünf Wiederholungen am Stück geknackt und daher in der Disziplin Kniebeugen die schöne Zahl von 36 Wiederholungen geschafft. Ist ja fast schade, dass die beiden Wochen mit der Kraftausdauer jetzt um sind. wie weit könnte ich die Zahlen pushen?

Aber morgen fängt der Ernst des Trainings an. Der Trainer schreibt zwar was von mittlerer Intensität und mittleren Umfängen, aber ich habe trotzdem vermutlich durchaus berechtigt, ein bisschen Angst. Für jede Übung gibt es drei Sets a drei Minuten. In den drei Minuten soll man sechs bis zwölf Wiederholungen machen. Im Fließtext klingt das bei ihm so: „Gehen Sie bis zum Muskelversagen oder machen sie bis zu zwölf Wiederholungen – je nachdem, was zuerst eintritt.“ Ich mag den Humor dieses Typen …

Die Erhöhung der Intensität ist natürlich jetzt die nächste große Herausforderung. Wird auch der Muskelkater noch mal neue Höhen erreichen? Vermutlich ja. Aber ich gebe zu, ich freu mich sogar ein bisschen. Ich muss verrückt sein.

Nach zwei Wochen kann man ja schon mal fragen: Na, merkste irgendwas? Die einfache Antwort ist: Ja, Muskelkater. Aber das ist auch zu einfach. Die Schmerzseite reklamiert ein bisschen Probleme mit dem Rücken – aber das ist nur so ein Belastungsdings, das habe ich öfter. Außerdem meckern die Knie ein bisschen, aber das wäre durch Ausdauertraining schlimmer. Auf der anderen Seite bemerke ich doch hier und da positive Veränderungen, Kleinigkeiten, bei denen irgendwas einfacher geht, als noch vor zwei Wochen. Aber das spannendste ist etwas anderes. Auch wenn ich prinzipiell natürlich die Couchpotato bleibe, und am liebsten hier vor meinem PC sitze, merke ich hier und da, wie ich plötzlich ganz spielerisch hier und da Bewegungen ausprobiere. Hier mal die Arme einfach für zwei drei Minuten Waagerecht neben mich halten, schauen, wann da was zu zittern beginnt, oder auf der Treppe mal eben in die Liegestützposition fallen lassen und wieder abstoßen. Und ich nehme plötzlich wieder hier und da zwei Stufen auf einmal. Nicht immer, noch nicht mal oft, aber das ist jahrelang gar nicht vorgekommen. Sieht man mir irgendwas an? Ich glaube, so weit ist es noch nicht.

Aus der Familie kam jetzt der Wunsch nach Fotos von meinem Training. Ich antwortete, dass ich nun urplötzlich verstanden habe, wie Familientragödien zustande kommen. In diesem Sinne, bis nächste Woche.

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Über Hollarius

Ich bin in den Siebzigern geboren, halte mich voll Hybris für einen Künstler und meine auch noch, alle müssten lesen, was ich so meine ...

Veröffentlicht am September 5, 2015 in Nicht kategorisiert und mit , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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