Archiv des Autors: Hollarius

Schwarzes Herz – keine Rezension

Es ist schon ein paar Tage her, dass ich Schwarzes Herz von Jasmina Kuhnke zu Ende gehört habe. Ich wollte erst nichts dazu schreiben, aber es bleibt ja ein Thema und ich muss mal kurz auch ein paar Gedanken versammeln. Dabei schreibe ich keine Rezension, weil ich nicht bewerten will.

  • Literatur mag die geschliffene Worte, die tiefe Geistigkeit und die gepflegte Langeweile. Das gibt es alles bei Kuhnke nicht. Die Sprache ist rau, der Ton oft aggro, die Messages sind klar und geradezu grell herausgearbeitet. Schwarzes Herz hat einen Level an Ehrlichkeit und Schonungslosigkeit, wie es selten erreicht wird. Und die Messages sind natürlich unbequem. Hier ist eine Erzählerin, eine Frau, die sagt, wie sie unter Mysogynie, Rassismus, unter Tradition und Maskulinität gelitten hat. Die anklagt. Das rüttelt auf, hält den Spiegel vor und muss sehr unangenehm für die sein, die diese so toxischen Ideen und Werte verteidigen.
  • Die Person Jasmina Kuhnke ist vielfach bedroht worden, musste unter Coronabedingungen umziehen, weil sie nicht mehr sicher war, weil wir in deutschland zwar mit viel Personal Nazidemonstrationen schützen, aber nicht ihre Opfer. Das hat in Verbindung damit, dass ein Naziverlag auf der Frankfuter Buchmesse direkt neben der Bühne einen Stand hatte, auf der Kuhnke ihr Buch vorstellen sollte, zu ihrer Absage geführt. Menschen müssen in Deutschland Angst um ihr Leben haben, weil sie schwarz sind, jüdisch, muslimisch, queer – das ist leider ein Fakt und man hätte dafür sorgen können, dass es auf der FBM anders ist. Aber daran hatte die Messe kein Interesse. Und leider gab es im deutschsprachigen Feuilleton kaum etwas wichtigeres, als auch hier wieder der schwarzen Frau zu sagen, dass sie falsch liegt und dass sie aushalten muss. Das ist natürlich Unsinn. Die FBM ist Hausherrin, sie könnte dafür sorgen, dass Nazis und ihre Freunde dort nicht ausstellen dürfen. Sie könnte Rückgrat zeigen. Sie könnte sagen, nein, wir wollen uns nicht von Nazis auf den Wohnzimmertisch kacken lassen und schmeißen sie raus. Aber sie werten lieber Nazihetze zu Meinungen auf, die man aushalten muss und werfen damit marginalisierte Menschen unter den Bus. Zum Kotzen.
  • Roman … Steht drauf, ist ein Roman. Aber andererseits, folgt man Jasmina Kuhnke auf Twitter, dann erkennt man die großen Parallelen zwischen der namenlosen Erzählerin – es hat niemand einen Namen in diesem Buch, ich sollte das auch mal probieren, ich hasse das Erfinden von Namen – und der Autorin. Die gleiche Abstammung, die gleiche Profession, die Kinder und man fragt sich, wie viel Fiktion ist das denn nun? Für Kuhnke würde ich mir wünschen, dass wenigstens ein paar der Dinge, die die Erzählerin erleidet, erfunden sind. Aber es wirkt die ganze Zeit so, als ob das ihre eigene Lebensgeschichte ist und da nur Roman drauf steht, dass sie sich bei Fragen immer darauf hinausreden kann, dass Schwarzes Herz eben ein Roman ist, ein fiktives Werk. Das ändert nichts an der Qualität. Bei dem großartigen Saša Stanišić hatte ich auch nie das Gefühl, sein Erzähler sei er nicht selbst. Ich gebe aber zu, ich hatte mehr zu lachen. Aber auch Herkunft ist ein Roman und ein Lebensbericht und niemand spricht ihm die Qualität ab. Trotzdem verunsichern mich diese Romane immer ein bisschen. Mein Kopf kann nicht ohne Spekulation und eigentlich sollte ich nicht spekulieren wollen, was nun Realität ist und was Fiktion – und ich mach jetzt noch nicht mal das Fass auf, wessen Realität!
  • Keine Rezension: Eine klassische Rezension, so wie ich sie durchaus schon mal in diesem Blog veröffentliche, ist eine kritische und wertende Artikelform. Gerade das Gefühl, dass dieser Roman auch sehr stark ein Lebensbericht ist und die Selbsterkenntnis, dass ich zwar durchaus die Arroganz des Kritikers habe, über das zu urteilen, woran Menschen Jahre ihres Lebens gearbeitet haben, aber nicht genug Arroganz, über das Leben von anderen Menschen zu urteilen, sagen mir, dass ich hier keine Wertung abgeben möchte. Kein: Diese buch ist gut oder schlecht. Aber dringend, dass dieses Buch wichtig ist und in die Diskussion gehört.

Anarchie Déco – Eine Rezension

Eigentlich konnte das für mich nichts werden. Ich mag keine Krimis, aber Anarchie Déco ist zumindest teilweise einer. Und Urban Fantasy ist jetzt auch nicht der Punkt, wieso ich zu Büchern greife. Ich mag meine Fantasy in der anderen Welt. Aber geschichtliche Urban Fantasy? Nun ja, das finde ich von der Idee her schon recht spannend und … ach, ich fang einfach mal an:

Berlin der zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts. Ein Melting Pot, Ort von Kunst und Sex und allem dazwischen an jeder Ecke, aber auch Ort von Straßenschlachten zwischen Nazis und Monarchisten auf der einen und Kommunisten und Anarchisten auf der anderen Seite. Und wir fangen damit an, dass wir Nike Wehner kennenlernen, die in einer neuen Art der Physik involviert ist. Einer Art Magie. Wie sie dazu gekommen ist? Das wird elegant ausgeklammert.

Aber klar ist, man braucht Wissenschaft und Kunst, Mann und Frau, um gemeinsam Effekte auszulösen, die, na ja, eben magisch sind.

Nike ist Doktorandin und wird von ihrem Prof verpflichtet, neben ihren theoretischen Arbeiten über die Magie auch der Polizei zu helfen. Hier kommt der kurz vor der Pension stehende Kommissar Seidel ins Spiel. Und man braucht ja zu zaubern noch einen Künstler, und den findet der Prof. in Prag, von da kommt Sandor Černý, ein junger Bildhauer und polizeibekannter Anarchist. Glücklicherweise ist er nur der Prager Polizei als solcher bekannt.

Und jetzt brauchen wir noch ein paar weitere Magie ausübende Paare, unter anderem eines von der SA, und eine superreiche Architektin, eine versteinerte Vermieterin und einen in flüssigem Marmor ertrunkenen Kommunisten und schon haben wir eine ziemlich bunte Welt zusammen. Ach ja, und ein paar Leichen, also auf und die magischen Verbrechen aufklären, was?

Ich gehe gern mal auf die Barrikaden, wenn Protagonist*innen eher passiv sind. Man kann mich aber davon abhalten, in dem man den Weltenbau besonders spannend betreibt. Und der ist hier wirklich hervorragend. Eine Magie, die aus beschleunigten Elektronen und frisch gegossenen Bronzen besteht, ist schon echt faszinierend, oder? Und Charaktere mit einer Menge Facetten sind auch nicht übel. Nike, Halbägypterin und nicht ganz sicher, ob sie mit der Frauenrolle etwas anfangen kann, Sandor, der nichts anbrennen lässt und vermutlich bisexuell ist, dazu eine trans Frau, die Nike in Sachen Magie und Sexualität ein bisschen Beine macht. Ja, Diversität gibt es hier mit der ganzen Breitseite, aber nie so, dass man das Gefühl hat, es wäre gezwungen, es gibt keine Token, also diverse Charaktere die da sind, weil man halt Diversität braucht. Elegant stellen sich ja die Fragen über Sexualität und Gender, wenn das Magiesystem auf Dualität der Geschlechter basiert.

Dazu kommt natürlich diese Stadt Berlin, die eine wichtige Hauptrolle übernimmt. Und das auch nie nur in Sachen Namedropping – ich persönlich kenne mich in Berlin nicht aus, war nur einmal da und die namen sagen mir nur teilweise was -, es geht vor allem um die tolerante und weltoffene Komponente, um diesen kleinen Funken Freiheit in einer sehr unfreien Zeit. Der aber natürlich immer mit den sonstigen Verhältnissen im Land kontrastiert – und auch mit den Lebenswelten der Arbeiter, der Behörden und mit den zugewinnenden rechten Kräften. Und all das passiert. Die Zeit ist massiv antisemitisch und es gibt ein lebendiges jüdisches Leben. Die großen Köpfe der Zeit in Berlin sind größtenteils jüdisch. An diesem Sittenbild, wie man es leicht altmodisch, aber halt auch zur Zeit passend, nennen kann, gibt es nichts zu meckern, und wie schön kann man an einer ganzen Menge filmischer und anderer Erzählungen zum Thema anknüpfen. (Für mich sang öfter mal jemand „Willkommen, bienvennue, welcome!“ im Hintergrund)

Ja, Nike und Sandor sind teilweise recht passiv, insbesondere Nike. Und ja, das trübt es für mich ein bisschen, aber es wird immer wieder aufgefangen – durch tolle Charakterzeichnungen, einige wirklich witzige Momente und immer wieder durch die Faszination dieser MAgie. Für mich ist Fantasy immer dann am stärksten, wenn man eingeladen wird, daran zu glauben, sich vorzustellen, dass es manche Dinge wirklich gibt und was damit möglich wäre. Und das gelingt bei Anarchie Déco dem Autor*innenpaar J.C. Vogt. Sie gestalten eine Magie, die es bisher noch nicht gab, die ihre Wurzeln in Physik/Mathematik und der Kunst haben, die erlernbar ist, verstehbar, und doch eine weiche Magie, wie Sanderson sagen würde, weil die Regeln dieser Magie nicht klar werden – schlicht, weil die Magietreibenden selbst noch gar nicht so richtig wissen, wie dieses neue Ding funktioniert. Und damit schaffen sie etwas, was die Urban Fantasy mit ihren Werwölfen, Vampiren und was auch immer für seltsamen magischen Wesen sonst quasi nie schafft: Eine wiedererkennbare Welt, die sich auch absolut für zukünftige Abenteuer lohnt. (Der Vergleich zu Babylon Berlin wird gerne gezogen, es ist die gleiche Zeit. Ich fände eine Verfilmung spannend und ziemlich machbar.)

So richtig viel zu meckern gibt es nicht. Ein paar Perspektivsprünge waren mir speziell im Hörbuch zu abrupt, der zweite Prota Sandor hätte hier und da ein bisschen überzeugter von dem sein können, wofür er schon öfter Probleme mit der Polizei hatte. Heißt, der Teil mit der Anarchie hätte ein bisschen stärker durchleuchtet werden können. Nun, und ja, am Ende deusexmachiniert es ein bisschen. Nicht hart, aber doch spürbar.

Insgesamt ein sehr überzeugender Roman, tolle Charaktere, faszinierendes Worldbuilding, ach ja, und Einstein kommt auch drin vor. (So ein bisschen Namedropping musste halt doch sein.) Und da die Vögte ja eine der treibenden Kräfte in Sachen progressive Phantastik sind: Das hier ist, wie ich mir progressive Phantastik vorstelle. Diversität, aber nicht um ihrer selbst Willen. Politik, weil es nun mal eine sehr politische Zeit ist. Kein Zeigefinger, kein Holzpfahl, aber ein guter Roman.

Unter der Drachenwand – Eine Rezension

Die Drachenwand, eine stolze Felswand in den Salzburger Alpen gibt einem Roman den Namen, der mit 480 Seiten im Taschenbuch noch kein Hochgebirge ist, aber doch eine Klippe für die Lernenden, die ihn jetzt als Lektüre lesen müssen.

Der Inhalt ist erstaunlich schnell erzählt. Wir haben 1943 und Veit Kolbe kommt schwer verletzt aus einem saarländischen Lazarett zurück nach Hause nach Wien. Vom ersten Tag an war er im Krieg und er hat einiges mitgemacht. Neben körperlichen Schäden hat er auch PTBS und davon nicht zu wenig. Bei den Eltern hält er es nicht lange aus. Erbittet den Onkel, einem Gendarmen, ihm einen Platz am Mondsee zu vermitteln. Und so fährt Kolbe zum Auskurieren unter die Drachenwand.

Dort lernt er ein paar interessante Menschen kennen, sieht ein kleines pubertäres Liebesdrama mit an, geht selbst eine Beziehung zu seiner Nachbarin Margot ein und freundet sich mit einem weiteren Nachbarn an, den man den Brasilianer nennt, weil er lange Zeit dort gelebt hat. Und der Brasilianer hat was gegen Führer und Naziland und beeinflusst damit auch Kolbe.

Na ja, und so richtig viel passiert sonst nicht. Es ist halt Krieg und Bomber fliegen und das Leben geht irgendwie weiter, das Lieben auch und Menschen werden älter. Die Handlungskurve dieses Romans zuckt allenfalls hier und da mal nach oben, hat aber auch viel von einer Nulllinie. Ein Sog ist das eigentlich nicht gerade. Trotzdem vermag Arno Geiger die Lesenden am Ball zu behalten. Und das vor allem, weil er einfach einen Ton findet, der einerseits der Zeit absolut entspricht, und der andererseits vielen Dingen Bedeutung gibt. Und unter allem liegt die Bedrohlichkeit von Krieg und Nazidiktatur. Ein Leben ist nichts wert, im Krieg eh nicht, aber unter Nazis noch viel weniger.

Irgendwie sind alle Anwesenden verloren, dem Tod geweiht und mich hätte es nicht gewundert, wenn im Nachwort erklärt gewesen wäre, wie alle, mit denen wir je mitgefiebert hätten, vor dem baldigen Ende des Krieges noch umgekommen seien.

Sicherlich hilft die Perspektive dem Ganzen. Veit Kolbe ist zum größten Teil der Ich-Erzähler, der seine Erfahrungen in langen Tagebucheinträgen aufschreibt. Dazwischen gibt es Briefe, teilweise von Menschen, deren Schicksale mit Kolbe verbunden sind, in einem Fall aber auch von einem jüdischen Wiener, der Veit eigentlich unbekannt ist. Diese Briefe sind gewöhnungsbedürftig, aber ohne Frage meisterlich geschrieben. Margots Mutter schreibt und bei ihr ist alles zwischen einem schwieriger werdenden Alltag und den elementaren Erkenntnissen des Krieges enthalten. Kurt Riedler, Verehrer eines Mädchens, das Veit kennenlernt und das dann verschwindet, schreibt einen wunderbar naiven und doch gebildeten Stil eines jungen Gymnasiasten dieser Zeit, voller Schwärmerei und ohne Zukunft. Der dritte Briefeschreiber ist Oskar Meyer, ein jüdischer Zahntechniker, der zu spät flieht und irgendwann seine Frau und den jüngeren Sohn verliert und nicht weiß wo sie sind – dabei haben sie schon lange in Auschwitz ihre Mörder getroffen. Sein Schicksal – bedrückend und erschreckend – ist ein Fremdkörper. Zu sehr klingt es so, als ob dringend auch ein jüdisches Schicksal mit in einem solchen Buch vorkommen, egal, wie wenig Verbindung es gibt. Zu sehr wirkt es wie ein Alibi, ein Token.

Motive, die stark an Remarque und seinen Klassiker „Im Westen nichts Neues“ erinnern, ziehen sich durch den Geiger-Roman. Die Kriegsbegeisterung der Väter, das Unverständnis der Heimatfront, das Gefühl, das junge Leben im Krieg auch dann zu verlieren, wenn man überlebt. Arno Geiger muss den Krieg nicht ausdrücklich zu zeigen, um seine Schrecken zu schildern. Sein Erzähler Kolbe lässt immer wieder Brocken von Dingen fallen, an die er sich lieber nicht erinnern würde. Brocken nicht nur von Gefahren, sondern auch von Untaten, deren Zeuge er wurde. Von Gerüchten und Geschichten, die er gehört hat. Von Massenerschießungen und ähnlichen Untaten.

Das funktioniert so weit ganz gut, und ja, Geiger schafft es, seine Briefeschreiber und seinen Ich-Erzähler sehr authentisch nach dieser Zeit klingen zu lassen.

Aber letztlich gibt es auch Schwierigkeiten. Kolbe könnte sich ruhig genauer erinnern. Er war vier Jahre an der Ostfront, er war damit nicht auf Gerüchte angewiesen. Und auch sonst scheint niemand zu wissen oder darüber zu reden, was mit den Juden passiert. Und damit bedient Geiger ein Narrativ, das schlicht falsch ist. Das war durchaus weitgehend bekannt, man wollte es nur nicht wissen, also nach dem Krieg. Und klar, alle sympathischen Charaktere sind zumindest keine überzeugten Nazis. Nur die Arschlöcher, ja, die sind alle überzeugte Nazis. Und das ist einfach eine Verzerrung, das ist ein bisschen zu viel Märchen an einer Stelle, an der es eigentlich kein Märchen geben sollte.

Ich habe das Buch als Hörbuch rezipiert und kann das über weite Teile wirklich empfehlen. Die Sprecher*innen sind ausgezeichnet. Jeder findet seinen eigenen Sound, sein Tempo, und auch wenn die Briefe zuerst seltsam wirken und ihren Charme recht langsam entwickeln, so sind sie doch ein Mittel, der Geschichte viel mehr Tiefe zu geben. Und da haben die Sprechenden großen Anteil.

Sprachlich und atmosphärisch ein wunderbares Buch, in Sachen Spannungsbogen eher schwach und in manchen Lösungen sehr unbefriedigend. Und Geiger macht nicht klar, wie verbreitet NS-Ideologie und das Wissen über die Shoah war, und bedient damit das Narrativ von unwissender einfacher Bevölkerung. Also insgesamt viel Ambivalenz.

Exkurs:

„Unter der Drachenwand“ ist in NRW Thema für den Deutsch-Leistungskurs ab dem Abitur 2023. Da möchte ich auch noch was zu sagen:

Erstens, ja, man hätte ein Buch auswählen können, das schlicht eine bessere Geschichte erzählt, oder vielleicht besser, dass überhaupt darauf aus ist, eine Geschichte zu erzählen und nicht nur Ereignisse. Es hat seine Qualität, keine Frage, aber auch so deutliche Schwächen, dass ich mich da schon wundere.

Zweitens, der Schwierigkeitsgrad ist völlig okay, ich glaube, die meisten Lernenden aus den LKs sollten hier keine Probleme mit haben.

Drittens, der Zauber des Buches ist, dass es eine Illusion des Authentischen entwickelt, die wirklich ungewöhnlich ist. Junge Menschen, die nicht mehr von ihren Vorfahren hören, wie Krieg denn so ist, kriegen es hier erklärt. Was prinzipiell eine gute Sache ist.

Viertens, wiederhole ich eine Kritik, die ich schon am Roman hatte, den die Grundkurse lesen müssen – „Der Trafikant“ von Robert Seethaler -: Man entscheidet sich endlich, moderne Literatur zu lesen, und sucht sich dann Bücher aus, die klingen, als ob sie vor mindestens siebzig Jahren geschrieben worden wären – wobei der Trafikant zwar in den Dreißigern spielt aber stark nach noch früherem 20. Jahrhundert klingt. Warum keine moderne Literatur, die auch modern ist?

Dune – so etwas wie eine Rezension

Ja, kaum ein Film wurde so heftig erwartet, in kaum einen film wurden so viele Hoffnungen gesteckt und jetzt ist es die große Frage, hält Dune das, was er verspricht?

Disclaimer: Ich habe den ersten Wüstenplanet-Roman mehrfach gelesen, bin aber nie weiter gekommen – was aber auch kein Problem sein sollte, denn der Film deckt nur etwa ein Drittel des ersten Romans ab. Und das bei 150 Minuten!

Schauen wir erst mal, was das eigentich für ein Universum ist, in dem die Geschichte spielt. Das Universum ist in eine neofeudale Herrschaftsform gefallen, intelligenten Maschinen wird so sehr misstraut, dass es quasi keine mehr gibt. Dafür gibt es Mentaten, die dafür ausgebildet sind, menschliche Computer zu sein, auch mit einem Hang zu der Logik von Computern. Außerdem gibt es die Gilde der Navigatoren, die die einzigen menschlichen Wesen sind, denen es möglich ist, Raumschiffe durch eine Art Hyperraum zu navigieren – dafür haben sie ihre Menschlichkeit wohl einigermaßen abgelegt, aber das wird hier im Film nicht thematisiert. Auch die Fähigkeiten von Mentaten wird nur angedeutet. Der Film bemüht sich sichtlich, für Nichtkenner des Buches verständlich zu sein und nichts zu überfrachten.

Es gibt neben den großen Familien noch einen Imperator, der über allen thront, aber kein absolutistischer Herrscher ist. Es gibt ein immer gefährdetes Machtgleichgewicht zwischen dem Imperator und den großen Familien.

Und dazu gibt es die Bene Gesserit, eine Schwesternschaft, die über ein paar quasi magische Fähigkeiten verfügen und durch ein komplexes Zuchtsystem unter den großen Familien auf einen übermenschlichen Messias hinarbeiten, den Kwisatz Haderach. Und vielleicht erreichen sie das ja sogar. *hüstel*

Das alles ist die Basis für diesen Film und wer das jetzt gelesen hat, sollte mit dem Rest im Film eigentlich ganz gut klar kommen. Eine Inhaltsangabe würde ich eigentlich gerne weglassen, macht ja jeder, aber machen wir es kurz:

Herzog Leto Atreides übernimmt den Wüstenplaneten Arrakis, weil der Imperator das so befiehlt. Er hat vor, dem Planeten Frieden zu bringen, befürchtet gleichzeitig eine Falle. Paul, der Sohn von Leto und dessen Bene-Gesserit-Konkubine Jessica, hat Visionen und träumt schon in der Heimat von Arrakis und den dortigen Einheimischen, den Fremen. Vor allem von einer jungen Frau dort. Bald stellt sich heraus, dass Arrakis wirklich eine Falle ist.

Regisseur Villeneuve bleibt in sienem Film erstaunlich eng am Buch, schafft es aber trotzdem Dinge, die in der Vorlage heute eher peinlich wirken, zumindest zu entschärfen. Denn natürlich ist die über fünfzig Jahre alte Vorlage ein Abbild des damaligen Rollenbildes. Frank Herbert, der Autor von Dune, ging davon aus, dass eine Gesellschaft im Jahr Zehntausendnochwas natürlich immer noch vollständig von Männern beherrscht wird und dass Frauen es halt durch clevere Arbeit in der Schwesternschaft der Bene Gesserit quasi durch den Seiteneingang zu einer gewissen Macht geschafft haben – die Wahrsagerin des Kaisers und ehemalige Lehrerin von Lady Jessica ist eine Macht, vor der auch der Feind der Atreides, der fiese Baron Harkonnen, ernsthaft Angst hat und mit der er sich nicht anlegen will – aber das war es dann halt auch mit der Emanzipation.

Und Villeneuve ändert da fast nichts dran, er lässt nur eine wichtige Nebenrolle, den planetaren Biologen, zu einer planetaren Biologin werden – und schon wissen wir, ach, so schlimm ist das ja alles nicht, es gibt immerhin eine wichtige Forscherin und Beamtin. Eine kleine aber effektvolle Änderung.

Trotzdem hat der Film etwas übermäßig viel Testosteron, es ist aber noch erträglich, so weit ich das beurteilen kann.

Ein weiters Erbe des Buches ist ein nicht immer einfacher Umgang mit muslimischer Kultur, also jetzt nicht in Form von AfD-nahme Islamhass, sondern eher als cultural appropriation. Das kann ich aber nicht wirklich bewerten und das sollen bitte Menschen tun, die sich damit auskennen.

Und ein Hang zu Esoterik. Den gibt es im Buch auch – Esoterik ist in gewissen Zeiten eine häufige Zugabe in der Phantastik gewesen und es ist natürlich auch nicht immer einfach, wenn man Wahrträume, eine Art psychischer Magie und ähnliche Bestandteile einbauen will. Der Film erbt die esoterischen Momente der Träume des jungen Paul Atreides, in der es dann in nebulöse Bilder geht, die für mich an die Grenzen dessen gehen, was ich mir gern anschaue. Aber ich habe vor einem Jahr das Hörbuch zum Roman gehört und hatte daher schlimmere Befürchtungen für den Film. Für Hardcore-Fans des Buches mag das sogar ein wirklich positives Element sein.

Ein letztes eher unangenehmes Erbe des Buches ist, dass Baron Harkonnen, der fiese Antagonist einen Teil seiner Fiesigkeit daher bekommt, dass er fett ist. Also richtig heftig fett. So sehr, dass er sich Antigravaggregate in den Körper eingebaut hat. Was natürlich so optisch interessant ist, dass keine Regisseur*in der Welt sich das hätte entgehen lassen können. Er muss deswegen fett bleiben. Ich fände aber schön, wenn das Trope des fetten Antagonisten irgendwann aussterben würde.

Wie erzählt der Film sonst seine Geschichte? Ziemlich gut. Er nimmt sich viel Zeit, zerschneidet seine Actionszenen nicht zu Stroboskopbildern, beherrscht die Totale und das Close-Up und … ach, überhaupt, die Optik ist tricktechnisch ohne Fehl, ist kompositorisch wunderschön und beeindruckend. Dieser Film ist so absolut Kino, wie ich das selten gesehen habe. Wirkt so echt und tief wie einst der Herr der Ringe.

Aber – kleiner Dämpfer – die großen Häuser mögen offensichtlich keine Gemütlichkeit, keine Wohnlichkeit, das ist schon alles viel zu groß und pompös und kalt. Und das nicht nur bei Harkonnens, aber da natürlich um so mehr. Und keine Frage, Villeneuve hat seinen Triumph des Willens schon gesehen und ein bisschen Riefenstahl steckt in vielen Bildern.

Der zweite Punkt, warum man diesen Film im Kino sehen sollte? Weil man ihn im Kino hören und spüren sollte. Selten habe ich erlebt, dass ein Film so häufig in den Magen hinein grollt und das trotzdem nie unangenehm oder aufgesetzt wirkt. Das Sounddesign und die ungewohnten musikalischen Klänge von Hans Zimmer sind manchmal schwer zu ertragen, aber immer passend und unterstützen den Film massiv.

Villeneuve wird nicht selten mit seinem Kollegen Nolan verglichen, mit dem er die optischen Imposanz absolut teilt. Aber er hat einen großen Vorteil: er interessiert sich deutlich mehr für seine Charaktere. Der emotionale Zugang zu seiner Version von Dune ist viel weniger durch Verkopftheit verstellt, als meinetwegen bei Inception oder Interstellar.

Und natürlich helfen ihm seine sehr starken Darsteller*innen dabei ganz großartig. Da fällt niemand raus. Da sitzt im Spiel einfach alles, niemand muss dabei wirklich außergewöhnlich sein, es ist ja nun nicht unbedingt Shakespeare, aber da ist ein Ensemble, in dem alle ihr Handwerk beherrschen.

Von Villeneuve wird das Zitat kolportiert, Dune sei Star Wars für Erwachsene. Ich würde kontern: Dune ist Game of Thrones im Weltraum – und ich bin mir recht sicher, dass GRR Martin die Dune-Bücher kannte, als er mit Game of Thrones anfing. Nein, mit Star Wars hat Dune keine Verbindung, außer dass beide wohl zu dem weiten Feld der Space Operas gehören. Aber während Star Wars humorvoll und märchenhaft ist, ist Dune Grimdark, eine Verbindung von Realismus, Düsterkeit und Phantastik.

Dune ist ein Film, dem ich zutraue, stilbildend zu sein. Dem ich durchaus eine Menge Erfolg wünsche, weil ich die nächsten Teile sehen will. Ist er ein Meisterwerk? Vorsichtiges ja.

Kreative politische Aktionen – ein paar Gedanken

Immer mal wieder gibt es Gruppierungen, die Politik mit Kunst mischen. Die Aktionen gestalten, die provokative Happenings sind, Performances, die mit Dingen spielen, die manchmal auch über die Grenzen des guten Geschmacks hinaus gehen.

Ich pick mir mal drei Beispiele raus.

Inzwischen scheint die Femen-Bewegung nicht mehr so richtig aktiv zu sein, zumindest habe ich schon seit langer Zeit von keinen Aktionen mehr gehört. Femen haben teilweise einfach darüber für Furore gesorgt, dass sie ihre Brüste entblößt und mit Parolen beschriftet haben. Mit der Zeit wurden ihre Aktionen aber noch spektakulärer und sie mischten aktionskünstlerische Methoden ein.

Immer mal wieder sorgt das Zentrum für politische Schönheit für große Aufregung. So wollten sie vor dem Reichstag symbolische Gräber für ertrunkene Geflüchtete anlegen und spielten mit der frage, ob sie wirklich Leichen dabei hätten. Sie haben auch angebliche Asche von Opfern der Shoah in eine Säule eingebracht und in Berlin aufgestellt. Ihre Aktionen sind immer wieder so hart am Nerv, dass sie Kritik aus allen Richtungen bekommen.

Extinction Rebellion, kurz XR, sind der leicht radikalere Arm der FFF-Bewegung. Neben Blockaden nutzen sie immer wieder „kreative Protestformen“, zu denen auch Trauermärsche und scheinbare Hinrichtungen gehören, um darauf aufmerksam zu machen, wie den nachfolgenden Generationen eine bewohnbare Erde weggenommen wird.

Ich stehe keiner dieser Organisationen nahe und ich weiß, dass es bei allen dreien Diskussionen gibt oder gab, die sich um ihre Organisation oder um einzelne Mitwirkende dreh(t)en. Wie berechtigt oder nicht berechtigt diese Diskussionen sind, weiß ich nicht. Ich will auch nicht mitdiskutieren. Mir geht es um die Aktionen.

Ich habe ja schon ein bisschen beschrieben, wie die Aktionen aussehen und teilweise auch, warum sie funktionieren, aber hier möchte ich ein bisschen genauer drauf schauen:

Femen haben ziemlich grundsätzlich mit Tabus gebrochen, vor allem natürlich mit dem, die weibliche Brust zu zeigen. Dass das ein Tabu ist, ist sicherlich rational kaum zu erklären und es gibt immer wieder Bewegungen, die sich gegen dieses Tabu richten. Das war aber wohl nie die Richtung der Femen. In einer Welt, in der Frauen (und weiblich gelesene Menschen) genauso normal und unproblematisch ihre Brust entblößen können wie Männer, hätte es die Aktionen der Femen so nicht gegeben, oder sie hätten schlicht keinerlei Aufmerksamkeit gebracht. Durch den Bruch des Tabus konnten ein, zwei oder drei Aktivistinnen in etwa so viel Aufsehen erregen, wie sonst ein paar hundert oder mehr Demonstrant*innen. Das ist extrem effektiv.

Neben linker Kritik an einigen Zielen der Femen, gab es aber aus dieser Richtung oft auch große Kritik an der Form der Aktionen. Im Kölner Dom auf den Altar springen, bei Lanz auf die Bühne klettern, das entsprach nicht dem Stil, den man sich wünschte. Und dann haben sie ja auch noch ihre Brüste gezeigt.

Inhaltlich habe ich auch einiges zu kritisieren, die Aktionen fand ich aber eigentlich immer folgerichtig und in ihrer Effektivität genial. Ja, die Femen sind Menschen auf die Nerven gegangen, haben jede Menge Misogynie herausgefordert und entlarvt – auch in linken Lagern -, aber ich würde erstens niemandem vorschrieben wollen, wie sie sich anzuziehen, oder auszuziehen, haben, und zweitens finde ich es auch völlig okay, an Orten zu erscheinen, wo man nicht gewünscht ist. Wenn Greenpeace früher irgendwelche Schornsteine erkletterte, hatte ich damit auch nie größere Probleme.

Zum Zentrum für politische Schönheit habe ich die wichtigsten Sachen schon geschrieben. Hier ist das Mittel der Wahl wiederum häufig ein Spiel mit Tabus. Mehrfach schon mit dem Tabu der Totenruhe. Vermutlich, weil es kaum härtere Tabus gibt, speziell in unserer heutigen Welt, in der der Tod scheinbar nicht mehr zum Leben dazu gehört, sondern ausgesperrt wird. In manchem erinnert das, was Politicalbeauty macht, an Schlingensief und seine wilderen Aktionen. Der ist ja nun mal nicht mehr da und irgendwer muss den Job ja machen.

Warum sind ihre Aktionen wirksam? Weil sie Emotionen erregen, weil sie Dinge überspitzen, nicht auf kabarettistisch-witzige Art – na ja, manchmal schon – sondern auf eine emotional-radikale Art.

Jetzt wird Philipp Ruch, der als Kopf von Politicalbeauty gilt, gerne mal Größenwahn vorgeworfen, aber nun ja, das ist etwas, das bei mir nicht verfängt. Erfolgreiche Künstler*innen aus so ziemlich jedem Bereich sind immer größenwahnsinnig und narzisstisch, ich mein, warum sonst sollte man das machen? (Viele übrigens nur sehr wenig und gut kontrolliert, aber Menschen ohne Geltungsdrang kommen künstlerisch vermutlich nie so wirklich groß raus)

Politicalbeauty treten auf die Füße, natürlich treten sie auch auf Füße von Menschen, die nicht wirklich was dafür können. Als sie vorgegeben haben, dass sie wirklich Asche von Holocaust-Opfern ausgegraben haben, war das natürlich eine Provokation sondergleichen – bei der ich allerdings ruhig geblieben bin, weil ich nicht davon ausgegangen bin, dass sie wirklich so weit gehen.

Sie behaupten Dinge, und die sind manchmal sehr geschmacklos. Meine Probleme damit sind wiederum überschaubar. In der Kunst ist nun mal nicht alles geschmackvoll und schön und ja, Provokationen haben oft auch Opfer, die sie nicht haben sollten. Ich bin trotzdem der MEinung, dass Kunst provozieren darf und manchmal auch soll. Ich finde es auch völlig in Ordnung, Politicalbeauty zu ignorieren, wenn sie mal wieder einen Coup ankündigen. Denn es ist nun mal Kunst und die muss nicht allen gefallen. Im Gegensatz zu den Femen habe ich inhaltlich wenig echte Probleme und finde manche Aktionen recht gut. Es gab sogar ein paar Momente, in denen ich emotionalisiert wurde, Respekt.

Auch hier gibt es viel linke Kritik, die fundamental ist. Politicalbeauty ist für manche auch nicht besser als die AfD. Und das verstehe ich nicht so recht.

XR ist auch so ein Ding. Hier steht kein gestandenes Künstler*innenkollektiv hinter Aktionen, sondern hauptsächlich junge Menschen, die etwas aggressiver auftreten wollen, als Fridays for Future das machen. Und weil hier eine gewisse Radikalität und Jugend sich mit der Idee der politischen Kunst mischt, gerät auch manches Bild ein wenig schief. Aufgebaute Galgen sind ein radikales und unangenehmes Bild. Und ein harter Trigger für manche Menschen. Menschen, die scheinbare Leichen abgeben und irgendwo in einem Flashmob herumliegen, sind das auch.

Auch hier werden Tabus gebrochen, auch hier wird provoziert – und das oft auch nicht sehr gekonnt. Kunst kommt nun mal nicht von Wollen, nicht wahr?

Hier bin ich einigermaßen gespalten. Manchmal denke ich mir, hey, überlasst das doch Leuten, die sich damit auskennen, aber dann halte ich mich wieder für arrogant und besserwisserisch und das hilft ja nun mal keinem weiter. Und die Galgen, die „Leichen“ … tja … ich habe im Theater auch schon eine Menge Blut vergossen, manchmal gehört das halt dazu.

Insgesamt habe ich manchmal das Gefühl, dass von einer politischen Kunst erwartet wird, dass sie immer und überall ausdifferenziert und konstruktiv sein muss. Das sehe ich nicht. Natürlich kann man manches kritisieren, aber die Kritik wächst sich allzu oft zu einer seltsamen Art des Tone Policings aus. Ja, macht meinetwegen politische Kunst, aber tut damit keinem weh! Ja, geht halt nicht immer.

Speziell bei XR neige ich zu Nachsicht. Und ich verstehe, dass es in der Klimabewegung immer mehr Menschen gibt, die radikaler sein wollen. Absolut verständlich, denn es passiert ja nichts. Selbst eine von den Grünen geführte Regierung wird vermutlich so wenig tun, dass es innerhalb der nächsten fünf Jahre eine Art Klima-RAF geben wird. Was soll man auch machen, wenn man jung und noch nit abgestumpft ist?

Ich möchte keiner vorschreiben, ob sie mit Galgen für ein radikales Bild sorgen darf. Klar kann das triggern. Aber ich gehöre zu den Generationen, die den jungen Menschen die Zukunft zerstört haben. Ich kann denen keine Vorschrift machen, ohne mich in Grund und Boden zu schämen.

Und ich habe noch was im Hinterkopf. Nämlich eine gewisse Feindschaft der Kunst gegenüber, die es immer wieder in linken Kreisen gibt. Künstlerische Aktionen klingen eben nicht nach Klassenkampf. Und hey, natürlich musst du Kunst für lau und unkommerziell machen, sonst ist es doch keine Kunst, oder? (Kleiner Tipp: einen Scheiß müssen Künstler*innen!)