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Der Albtraum ist vorbei – Mein Verfahren ist eingestellt …

Ich habe eben einen Text geschrieben, da war alles, was mich heute bewegt noch total frisch. In der totalen Emotionalität habe ich geschrieben:

Für viele wird diese Überschrift jetzt kryptisch sein, aber ich muss da gerade mal etwas herausschreien: DAS VERFAHREN IST EINGESTELLT!!!!1elf!!!! Ich bin noch etwas emotional, die Last von fast acht Monaten ist gerade von mir abgefallen. Ich werde das noch verarbeiten müssen. Ich habe auch immer noch Tränen in den Augen, ich kann noch nicht so richtig frei atmen, es ist alles noch zu frisch. Ich stand eben beim Bäcker an der Theke, als meine Anwältin anrief, und mir verkündete, dass ich dieses Jahr Weihnachten einfach mal um zehn Tage vorziehen dürfte.

(Der Autor in mir möchte das jetzt mal irgendwie strukturiert haben.)

Was für ein Verfahren, wozu hast du eine Anwältin? – Nun, vor knapp acht Monaten zeigten mich die Eltern einer Schülerin an. Es ging um Missbrauch einer Anvertrauten, die „Opfer“-anwältin sprach sogar von Kindesmissbrauch. Jetzt kann man sich in einem solchen Fall so unschuldig fühlen wie man will, die Welt bricht trotzdem zusammen. Genau das passierte. Ich wurde aus dem Haus ausgesperrt, dessen Theaterarbeit ich die letzten Jahre geprägt habe, ich durfte bald gar nicht mehr arbeiten. Und weil ich auch noch Direktkandidat bei der Landtagswahl war, fand ein Journalist es auch noch lustig, das gegen mich eingeleitete Ermittlungsverfahren nicht nur in die Zeitung zu bringen, nein, er nannte mich auch noch mit vollem Namen, die BLÖD entblödete sich natürlich desweiteren auch nicht, auch noch das Foto aus meinem Wikiprofil zu klauen (Hallo? Urheberrecht? Leistungsschutzrecht? Und überhaupt?) und mich gleich so der Welt zu präsentieren. Danke! Großartige journalistische Arbeit! NICHT! (Ihr merkt, ich bin immer noch etwas emotional, aber das geht halt gerade auch nicht anders.)

Ich bin Künstler, sogar piratiger Künstler, so hat es mir bis zu diesem Tage im Mai eigentlich noch nie was ausgemacht, was wer über mich sagt. Ich lebe nicht mit kunstvoll errichteten Fassaden, ich kehre mein Innerstes in meinen Texten und Stücken und auch im ganz normalen Leben recht gern und häufig nach außen. Aber hier ging es natürlich um etwas anderes. Werden in Zukunft, nachdem so viel Scheiße über mich gekübelt wurde, noch Eltern mir ihre Kinder anvertrauen? Eine Frage, die ich gerade nicht beantworten kann, und ein Grund, warum ich mich zwar jetzt frei fühle, aber ich weiß natürlich, dass noch viele Berge vor mir liegen, über die ich rüber muss.

Ich habe ein Jahr durchlitten, dass mehr als düster war. Wer sich einen Eindruck machen will, kann ja in Phantasmorghul ein bisschen kramen. Mein Künstlerblog hat mich in den dunkelsten Momenten irgendwie über Wasser gehalten, weil ich dort alles verarbeiten konnte, was da in mir an Depression, an Verzweiflung war. Und es gab Freunde, die mir geholfen haben, Familie, die für mich da war. Ich weiß nicht, ob ich ohne die alle noch da wäre. Und es gibt da eine Partei. Und die Erfahrungen, die ich dort gemacht habe, waren fast durchgehend positiv. Vor allem gab es da viele Menschen, mit denen ich, egal ob sie etwas davon wussten oder nicht, vertraut zusammenarbeiten konnte. Und das hat unendlich gut getan.

(Ist da jetzt eine Struktur? – Nein, egal!)

Also jetzt eingestellt, Mangel an Beweisen, oder was? – Nein, ich bin leider kein Jurist, oder auch glücklicherweise, und ich habe vergessen, wie der Fachterminus ist. Ihr dürft ihn gerne in die Kommentare schreiben, wenn ihr ihn wisst. Gemeint ist auf jeden Fall, dass die Staatsanwaltschaft nicht genug an meine Schuld glaubt, dass sie eine Hauptverhandlung beantragt. Das entspricht einem Freispruch vor Gericht. Es heißt schlicht und einfach, dass ich unschuldig bin. So, jetzt überrascht mich das natürlich nicht. Seit Monaten sage ich, dass das Verfahren eingestellt werden wird, ich weiß ja, dass ich unschuldig bin. Aber es ist keine Frage von Überraschung, wer mal auch nur einen kleinen Einblick in die Justiz findet, der kann es durchaus mit der Angst bekommen. Da geht es nämlich gar nicht so rational zu, wie wir uns das wünschen würden. Letztlich gibt es in einem solchen Fall nicht so fürchterlich viele Beweise. Es kommt also darauf an, wem mehr geglaubt wird. Jetzt habe ich bis heute keine Aussage gemacht – weil meine Anwältin das für die beste Taktik hielt -, und ich werde es auch nicht tun, weil ich den Schorf nicht abreißen will, der sich so gerade über meinen Wunden gebildet hat. Mir reicht es, dass ich nicht nur selbst weiß, dass ich unschuldig bin, sondern das jetzt auch von der Staatsanwaltschaft noch schriftlich bekomme.

Jetzt könnte ich noch lange klagen, zum Beispiel über die zehntausend Euro, die mich der Spaß wohl insgesamt kostet, dass ich völlig pleite bin und nicht weiß, wie lange mein Auto noch fährt. Aber das Klagen ist jetzt vorbei, denn ich bin frei. Der Vorwurf ist weg. Und das ist ein Weihnachtsgeschenk, wie ich noch keines hatte. Meine Fresse, tut das gut.

Jetzt ist es fast Weihnachten, und zu jedem Weihnachten gehört für mich „Ist das Leben nicht schön?“, der Weihnachtsklassiker, den ich mal auf eine Bühne gebracht habe, mit dem ich viele Menschen begeistert und glücklich gemacht habe. Jetzt wünsche ich mir nur noch einen Engel – ja, ich weiß, ich glaube nicht an so was 😉 – einen Engel wie Clarence, der mir mein Leben zurückgibt.

„Clarence! Clarence! Ich will leben! Bitte Clarence, ich will leben, gib mir mein Leben zurück!“

Podcasts, frische Podcasts!

Na ja, ganz so frisch sind sie teilweise nicht mehr, aber sie stinken auch noch nicht. Der letzte, den ich hier im Blog aktiv beworben habe, war der „Angst“-Podcast, seitdem haben wir aber schon eine Reihe neuer Quasselstunden abgehalten, ähm, Unsinn, einigermaßen inhaltsvolle Gespräche geführt. Wir sind wie immer der ThoroughT und meine Wenigkeit.

Carpe Noctem Podcast 23 Neunter November

Das war unser längster Podcast seit langer Zeit. Wir sind durch die Geschichte gestolpert, die verschiedenen Jahreszahlen durch, in denen der 9. November eine Rolle spielte, und dabei haben sich ein paar interessante Punkte ergeben. Hier geht es zum Podcast!

Carpe Noctem Podcast 24 Geeeek!

Die eher launige Auskunft darüber, dass wir Geeks sind, und es auch bleiben wollen. Hier geht es zum Podcast!

Carpe Noctem Podcast 25 Militarismus

Wir hatten ja schon mal über die Bundeswehr im speziellen gesprochen, da hatte ich auch ein paar recht witzige Anekdoten einstreuen dürfen. In diesem Podcast wurde es dann ernst, da reden wir über die Hintergründe! Und hier kann man das auch hören!

Carpe Noctem Podcast 26 Phrasen

Also, wir haben da mal so etwas reden wollen, über so Phrasen so – und sind dabei das erste Mal so richtig debil geworden, könntet Ihr lustig finden! Hier geht es zu diesem phrasenhaften Podcast!

Carpe Noctem Podcast 27 BPT und Diskurs

eine Nachlese kann man im Blog auch nachlesen, aber der ThoroughT hat ein bisschen Einblick in die Piratenwelt nehmen wollen, und mich ein bisschen dazu aufgefordert, mich auszuweinen. GO-Antrag auf Podcast hören!

Carpe Noctem Podcast 28 Familie früher-heute-irgendwann

Ja, ich weiß, wir haben manchmal seltsame Themen, das hier ist eines von mir. Alles mögliche mit Familie und so. Hören Sie hier!

So, einfach mal was anklicken, was anhören, gut unterhalten werden. Oder, macht es doch ganz einfach, abonniert uns! Danke fürs weiterleiten, verlinken und kommentieren!

 

 

Mein erstes EBook

Nein, ich habe mir kein EBook gekauft, mir fehlt im Moment noch die Hardware, aber ich habe mein erstes EBook online gestellt.  Hier kann man es bei Amazon finden, und erst mal auch nur bei Amazon, denn will man nicht, dass das eingenommene Geld zum größeren Teil an Amazon geht, muss man sich erst mal verpflichten, es digital auch nur dort anzubieten. (Das gilt aber nur für die ersten neunzig Tage, danach kann man das ändern.)

Erst mal zum EBook: „Maia im Fieber“ ist eine Erzählung, eine Verarbeitung des gleichnamigen Theaterstücks, dass ich vor ein paar Jahren für eine Gruppe geschrieben und mit ihnen inszeniert habe. Es geht um Fieber, um Erinnerung, um das Abtauchen in das eigene Unterbewusstsein. Maia ist irgendwas zwischen 14 und 16, und sie übernachtet wohl bei ihrem Freund, und sie ist offenbar so krank, dass sie mehr in Träume fällt, als einschläft. Und die Idee zu dem Theaterstück war damals, dass es spannend wäre, in diese Träume hereinzuschauen. Als ich das Ganze dann in Prosa umgesetzt habe, dabei recht dicht am Stück geblieben bin, habe ich genau diese Bilder, die ich mir für die Bühne vorgestellt hatte – und die dann zum Teil nicht so umzusetzen waren – genutzt, an ein paar Stellen konnte ich das auch noch sehr stark erweitern.

Hätte ich eine andere dramatische Form gesucht, hätte ich wahrscheinlich noch einige neue Szenen versucht, nach neuen Facetten gesucht, aber die Umsetzung in Prosa war eine andere. Da bin ich zumindest in der Reihenfolge und dem Ablauf in der alten Bahn geblieben. Die Atmosphäre ist härter, als ich das Stück inszenieren würde, was wahrscheinlich auch mit meiner persönlichen Stimmung in den letzten Monaten zu tun hat. Ja, die Erzählung ist an manchen Stellen sehr düster. Ein Leser meinte, es wirkt ein wenig wie Franz Kafkas „Alice in Wonderland“ – und wirklich merke ich im Moment, wie die düstere Sicht eines Kafka mich fasziniert. Immer wieder hat sich ein bisschen Horror in die Szenen eingeschlichen, etwas, was im Stück so kaum vorkam.

Zum Veröffentlichen: Jetzt kann man mich natürlich durchaus beschimpfen, weil ich ja mein Büchlein einem proprietären Anbieter anvertraut habe. Immerhin habe ich auf DRM verzichtet, was man beim Kindle durchaus kann. Aber für mich ist das alles vor allem ein Experiment. Ich wollte auch ganz schlicht mal schauen, wie das überhaupt funktioniert. Große Verkaufszahlen erhoffe ich mir nicht, auch wenn ich natürlich gerne mitnehme, was es so gibt. Letztlich fordern wir Piraten ja Plattformen, wo man als Urheber nicht völlig ausgezogen wird, wo die Einschränkungen und Barrieren gering sind. Das bietet Amazon den Autoren an. Und im EBook gibt es eben auch die Möglichkeit, kürzere Sachen zu veröffentlichen, die auf dem Papiermarkt alleinstehend eh keine Chance hätten.

Ja, muss es denn Amazon sein? Tja, irgendwie vermutlich schon. Ich mein, ich bin selbst noch nicht als Kunde in Sachen EBooks unterwegs, wo findet man denn mehr Kunden?

Tja, und jetzt würde ich mich natürlich über jeden Kauf, jedes Weiterempfehlen freuen. Und ich halte euch auf dem Laufenden, wie es so weitergeht.

Quick – Carpe Noctem Podcast 18 Verschwörungstheorie

Ich hoffe, dieser Podcast bleibt online, wir sind uns nämlich recht sicher, dass die Illuminaten ihn löschen werden. Podcast von dem ThoroughT und meinem einen …
Hier geht es zum Podcast!

Wir brauchen gar nicht zur Bundestagswahl antreten, wenn wir keine Alternative sind

Ahoi, liebe Mitpiraten,

eigentlich braucht es doch nur die Überschrift. Wir brauchen gar nicht zur Bundestagswahl antreten, wenn wir keine Alternative sind. Wofür sollen wir über Vorratsdatenspeicherung sprechen, wenn wir auf die großen Fragen genauso wenig Antworten haben, wie die etablierten Parteien?

So wichtig die Bürgerrechte sind, so gerne ich dafür eintrete, so klar muss sein, dass es im Moment drängendere Probleme gibt. Probleme, die so festgefahren sind, dass wir locker zehn Prozent extra gewinnen werden, wenn wir Antworten haben.

Die Frage ist natürlich die nach der sozialen Gesamtsituation.  Die Frage danach, dass die sprichwörtliche Schere zwischen Arm und Reich von den etablierten Parteien jedweder Coleur absichtsvoll weiter geöffnet wurde, und dass diese Entwicklung nicht nur gestoppt werden muss, die Schere muss sich deutlich schließen. Und das nicht nur in Deutschland, sondern auch in ganz Europa, in der ganzen Welt. Die Alternative ist die weitergehende Auslaugung der Welt, sind Hungersnot und Seuchen, sind Gewalt, Krieg und Revolte, denn der Druck steigt.

Die Schere muss geschlossen werden, und dafür brauchen wir eine Idee, gerne auch mehrere. Dafür brauchen wir Innovation und eine Abkehr von den alten neoliberalen Ideen, die uns in diese Krise geführt haben. Und dafür müssen wir auch bereit sein, einen riesigen medialen Shitstorm hinzunehmen.  Denn dafür werden viele Menschen gerne die Medien bezahlen.

Lasst uns darüber diskutieren, lasst uns daran arbeiten, lasst uns darüber streiten. Wer soll da endlich eine Sinnesänderung erreichen, wenn nicht wir?