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Religionsfeindlichkeit, Religionsfreiheit und warum wir über Vorhäute sprechen …

Seit Tagen reden wir über Beschneidungen, ich auch, ich habe dazu gebloggt, mich hier und da an den Diskussionen auch beteiligt. Mir ist auch eine gewisse Religionsfeindlichkeit zugesprochen worden – und ich muss da auch ehrlich sein, meine Ideen sind zumindest selten religionsfreundlich.  Als jemand, der einst Philosophie studiert hat, stehe ich total auf Aufklärung und frage mich manchmal, was eigentlich mit der Menschheit passiert ist, dass wir heute in der Breite der Gesellschaft noch lange nicht so weit sind, wie einige griechische Philosophen schon vor über zweitausend Jahren.

Schon die Vorsokratiker haben damals verstanden, dass Götter nur menschliche Projektionen sind – und ich finde es einigermaßen surreal, dass das auch in unserem Wissen Eingang findet. Natürlich wurden die Blitz-und-Donner-Götter der Germanen und Römer von Menschen erdacht, die sich Wetterphänomene erklären wollten. Etwas, was für den Windgott Jahwe, der von seinem Pantheon als letzter übrig blieb, natürlich nicht gilt. Über Wasser gehen, sprechende Schlagen und brennende Büsche, Wasser in Wein verwandeln und wie ein Zombie aus dem Grab zurück kommen – das nehmen dann irgendwie viele Menschen unserer Zeit und unseres Ausbildungsgrades so hin. Das macht mir Kopfschmerzen. Ich mag Fantasy, aber ich muss doch zwischen der Wirklichkeit und der Fantasy unterscheiden können.

Ach, die Leute glauben da nicht dran? Es ist ja alles nur symbolisch? Nun, es gibt genug, man könnte auch sagen viel zu viele, die auch an den Teil mit den Wundern glauben. Welt in sieben Tagen geschaffen, klar, sprechende Schlange, Check, zum Himmel auffahren, Check – wer das macht, den kann ich bis zu einem gewissen Punkt verstehen. Man hat oft genug gehört, dass der gesegnet ist, der geistig arm ist, dass man sich aus dem logisch-naturwissenschaftlichen Bereich einfach abgemeldet hat. Das ist höchst konsequent, und man sagt mir nicht zu Unrecht eine gewisse Kompromisslosigkeit nach, ich kann das in so weit nachvollziehen. Ich kann mit solchen Menschen nicht viel Zeit in einem Raum verbringen, aber die Konsequenz finde ich in Ordnung.

Viel schwerer komme ich mit den Halb-Gläubigen klar. Mit denen, die natürlich keine Kreationisten sind, natürlich wissen, dass der brennende Dornbusch genauso ein Symbol ist, wie die Schnellkelter, die aus Wasser Wein gemacht haben soll. Wichtig ist ja, so hört man dann, die ethische Grundaussage der Religion. Und wenn man dann nachfragt, ob denn die Auferstehung auch nur ein Symbol ist, dann wird es unangenehm. Also nicht für den Fragenden, sondern für den, der fieberhaft nach einer Antwort sucht.

Letztlich ist es ja so einfach. Entweder man nimmt für sich an, dass an diesem Gott irgendwas dran ist, dass es diesen Jesus wirklich gegeben hat, und spätestens, wenn man sich als Christ bezeichnet, sollte man dann auch den Rest schlucken, so schwierig das sein mag. Denn die logische Kette ist doch klar. Wenn das Wunder xy nur dafür in die Bibel geschrieben wurde, weil das in der Antike halt so Usus ist, dann muss man eben weiterdenken, dann ist die Auferstehungssache eben auch nur etwas, was in die Bibel geschrieben wurde, weil man ein Ziel verfolgte – also weil die Autoren der Bibel damit ein Ziel verfolgten, oder noch genauer, weil die Geschichtenerzähler, die diese Geschichten erzählten und überlieferten, damit Ziele verfolgten – natürlich, so muss man dann konstatieren, ist die Auferstehungssache ein Symbol. Und was, das muss man dann fragen, was ist dann mit diesem Gott?

Die meisten gläubigen Christen – ich maße mir nicht an, in dieser Hinsicht ein Urteil über andere Religionen zu fällen, kann mir aber vorstellen, dass es da ähnliche Gedankenketten gibt -, kommen in ihrem Umgang mit dem Glauben auch ein paar Schritte weit auf der logischen Bahn. Und bleiben dann irgendwo stecken. Da plädiere ich einfach für Konsequenz – entweder gar nicht anfangen zu denken, so wie Kreationisten und andere Fanatiker, oder richtig denken, dann muss aber auch klar sein, dass das Konstrukt Gott eben genau das ist, ein Konstrukt und sonst nichts.

Bin ich nun religionsfeindlich? Nein, eher voll Unverständnis. Und ganz selbstkritisch, ich reagiere manchmal wahrscheinlich recht stark, weil ich selbst mal geglaubt habe, oder besser, weil ich selbst mal glauben wollte – was ich nie so ganz geschafft habe. Ich verstehe das mit dem Glauben nicht so recht. Vielleicht mag ein Psychologe hier mehr erklären können, aber das bin ich nicht.

Aber das ist auch okay. Jeder kann an alles Mögliche glauben. Das ist durch Religionsfreiheit gedeckt, kein Problem. Ich glaube auch an ein paar seltsame Sachen. Zum Beispiel, dass es gut für Menschen ist, mal auf einer Bühne gestanden zu haben – beweisen kann ich das auch nicht, aber daran glauben, das tu ich voll Inbrunst. Hingegen glaube ich nicht, dass es keinen Gott gibt. Ich bin mir so weit sicher, wie die Wahrscheinlichkeitsrechnung es zulässt. Man darf nie vergessen, Atheismus ist keine Ersatzreligion. Ich hänge mir kein Kant- oder  Nietzsche-Bildchen auf und zünd da eine Kerze vor an.

Jetzt will ich aber noch auf eine Frage eingehen, die sich aus der Überschrift ergibt. Warum ist denn jetzt die Vorhautfrage gerade unter den Atheisten so eine große Sache? Nun, es sind ja viele Männer, die in dieser Frage empört sind, und sich engagieren. (Ist übrigens logisch, in Sachen Mädchenbeschneidung waren es ja auch vor allem Frauen, die sich engagiert haben) Die meisten dieser Männer sind im Besitz ihrer Vorhaut und freuen sich daran. Und sie haben einen schon körperlich zu nennenden Schmerz, wenn sie sich vorstellen, wie es ist, in diesem Bereich irgendwas abgeschnitten zu bekommen. Sie wissen, das ist ein Eingriff, der mit viel Qual, Peinlichkeit und Schmerz verbunden ist – und deshalb wollen sie kleine Jungen davor bewahren. Ja, es gibt auch Nazis, die sich auf der Seite der Beschneidungsgegner einmischen, und deren Hilfe braucht niemand – allerdings denken die auch wirklich nicht zu Ende, da sie mit ihrem Einsatz ja Kindern helfen würden, die sie auf der anderen Seite für minderwertig halten – völlig bescheuert.

Der Grund dafür, dass es insbesondere Atheisten und Agnostiker sind, die gegen Beschneidung argumentieren ist aber noch besonders. In unserer Gesellschaft fällt man nicht als Atheist vom Himmel, jeder wird mit Religionen konfrontiert, jeder muss für sich den Denkvorgang durchlaufen, den ich oben geschildert habe. Ist das einmal geschehen, dann kommt einem der Brauch, kleinen Jungen ein Stück Haut, am besten noch ohne Narkose, zu amputieren, einfach so widersinnig vor, so mittelalterlich, dass man das nicht einfach so hinnehmen kann.

Ich bin übrigens recht sicher, dass es niemandem darum geht, Kinder aus ihrem Umfeld zu holen, Eltern streng zu bestrafen oder ähnliche Schreckgespenste, die manche nun innig beschwören. Es geht um die Bewusstmachung, dass da mit Menschen etwas Falsches gemacht wird, und dass man das auch so benennt. Unmündige aus religiösen Gründen zu verstümmeln, das kann nicht von irgendeiner Religionsfreiheit gedeckt sein.

Stelle ich damit die Religionsfreiheit in Frage? Nein, zumindest nicht in erster Linie. Ich bin allerdings der Meinung, dass Religionsfreiheit oftmals ausgenutzt wird. Ich habe keine Probleme damit, wenn Menschen beten, wenn sie in Kirchen gehen, oder wie ihre Versammlungsorte sonst heißen, und dort ihre Gottesdienste, Freitagsgebete oder Sabbatfeiern abhalten. (Auch wenn ich als Geek und Vampire-Rollenspieler bei Sabbat immer aufhorche) Ich habe mit einer anderen Sache meine Probleme. Erstens mit dem politischen Einfluss der Religionen. Ob in der Bibel irgendwas von Homosexuellen steht, ob da irgendwas von der Ehe steht, das gibt niemandem das Recht, anderen Menschen – in diesem Fall Homosexuellen – das Recht abzusprechen, wie sie wollen zusammenzuleben und Kinder zu erziehen, Kinder auch zu adoptieren. Wir sollten da einfach ethischen Grundsätzen folgen, und mittelalterliche Moral da lassen, wo sie hingehört – Vatikan oder so …

Die zweite Sache ist Mission. Macht mir übrigens das Judentum sehr sympathisch, dass die nicht missionieren, sollte auch gesetzlich verboten werden. Missionierung bedeutet, anderen seine Religion in den Kopf hämmern, egal ob derjenige will oder nicht. Ich verstehe nicht, wie man denen, die in ihrer eigenen ursprünglichen Kultur leben, die eigene Religion aufstempeln kann und darf. Christliche Missionare haben schon so unglaublich viel Schaden angerichtet. Und dürfen Parteien eigentlich für ihre Werte nicht an Schulen werben, der Religionsunterricht ist aber im  Grundgesetz einbeschrieben, da stimmt doch was nicht. Und warum stehen überall diese großen Schrifttafeln, das Jesus mein Richter wäre, und ähnliches. Warum darf da Menschen einfach so Angst gemacht werden?

Ich will niemanden wegen seines Glaubens diskriminieren, aber ich möchte auch nicht mehr als Nichtgläubiger diskriminiert werden.  Wenn das nicht mehr mit Religionsfreiheit begründet werden darf, erst dann sind die Nichtreligiösen gleichberechtigt. Von daher – ja, manchmal habe ich mit der Religionsfreiheit meine Probleme.

Wann haben wir uns so an Lügen gewöhnt?

Alle reden über Lustreisen, ich nicht. Dass der Spiegel meint, die Berliner Piraten und ihre Reise nach Island in Grund und Boden zu schreiben, ist bedauerlich, aber letztlich nur ein Zeichen dafür, wie tief der Spiegel gesunken ist.

Aber was mich vielmehr interessiert, ist die Frage, die ich in der Überschrift gestellt habe. Gestern Abend habe ich mich wie fast immer größtenteils aus dem Thema Fernsehen rausgehalten, bekam dann aber ein Interview mit Gesine Lötzsch auf die Nase gebunden, nur weil ich nicht umhin konnte, danach „druckfrisch“ ansehen zu wollen. Und dieses Interview, das ein ganz normales Politikerinterview war, nichts Besonderes, sie antwortet nicht auf die Fragen, die ihr gestellt werden, sondern auf die, die ihr irgendwelche Stimmen im Hinterkopf stellen, dieses Interview ist der Auslöser, warum ich mir diese Frage stelle. Jedes Wort, das Frau Lötzsch aussprach war Taktik, das meiste davon auch noch mit einem Lächeln ausgestoßen, dass absolut falsch war. Nicht schlecht geschauspielt, aber auch nicht glaubhaft.

Ich will eigentlich gar nicht auf Frau Lötzsch einprügeln, sie tut doch nur, was alle machen. Wann hat man denn das letzte Interview gehört, in dem ein Politiker der Etablierten irgendwas gesagt hat, was ehrlich geklungen hätte? (Mit Sicherheit nicht bei Jauch, oder?) Alles ist Taktik, alles ist letztendlich Lüge. Fragen werden nicht beantwortet, und da hilft es auch nicht, wenn die Politiker der Grünen oder Linken es schon mal schaffen, eine gehörige Ironie in ihre Aussagen zu packen – sie lassen merken, wenn sie taktieren, statt einfach mit dem Taktieren aufzuhören. Man hat das Gefühl, dass es in der ganzen Welt keine Menschen mit weniger eigener Meinung gäbe, als deutsche Politiker. Wahrscheinlich auch, weil die Journalistendarsteller in weiten Teilen der BRD schon vor längerer Zeit aufgehört haben nachzudenken, und stattdessen jeden innerparteilichen Konflikt zu einer Geschichte aufbauschen, anstatt sich um die Inhalte zu kümmern. Kein Wunder, dass wir deswegen von einer Kanzlerin regiert wird, die andauernd ihr Fähnchen in den Wind hängt, das Land zu Tode langweilt, aber auf das Regieren weitestgehend verzichtet – und dafür gute persönliche Umfrageergebnisse bekommt.

Die Politk ist glatt und ölig, inhaltsleer, meinungsleer, weil man einfach beim Wahlvolk keine Stimmung gegen sich erzeugen will – man nimmt lieber hin, dass es gar keine Meinung mehr gibt, dass die Hälfte der Menschen einfach gar nicht mehr wählt, dass die Demokratie sich immer weiter aushöhlt – man hat sich so wunderbar mit den Lobbys eingerichtet, gibt die Verantwortung lieber an die Banken und Konzerne ab, dann braucht man selbst nicht denken, und wird wiedergewählt.

Ist es da ein Wunder, wenn man Pirat wird? Ist es ein Wunder, wenn Piraten gute Umfragewerte bekommen? Da sind die kleinen unterschwelligen Konflikte der anderen Parteien gleich Shitstorms, die Sprache gerne mal rau und direkt, und wenn man gefragt wird, was man zu einer Sache meint, dann sagt man seine Meinung – und kriegt von der Partei garantiert auf die Nase. Und wenn man nach Informationen gefragt wird, die man nicht weiß, dann sagt man, dass man sie nicht weiß … einfach so … geht auch, oder? Nein, die Piraten dürfen sich nicht professionalisieren, wir müssen für Ehrlichkeit stehen, wir dürfen auch mal schlecht aussehen, wir dürfen auch mal nicht weiterwissen, und wenn ein paar zukünftige Parlamentarier quasi embedded journalists auf eine Islandreise mitnehmen, dürfen sie sich auch noch wundern, dass sie von diesen dann in die Pfanne gehauen werden – hey, aus Fehlern lernt man. Und ich halte es einfach für richtiger, wenn man mit ehrlichen Antworten mal auf die Nase bekommt, als wenn man aalglatt ist, und nur weiter den Menschen zeigt, dass Politiker sich so weit von den Menschen entfernt haben, dass es einfach nur noch schmerzt.

Die Papstrede, ein paar Gedanken …

Ich schau mir doch mal die Rede an, die il Papa da gestern im Bundestag gehalten hat. Soll ja sehr philosophisch und intellektuell sein, wollen mal sehen, wieviel ich davon verstehe. Bin ja nur ein unintellektueller Künstler … ja, Achtung Polemik … ich weiß das auch selbst 😉

Als erstes fällt mir diese kleine Passage auf:

Aber die Einladung zu dieser Rede gilt mir als Papst, als Bischof von Rom, der die oberste Verantwortung für die katholische Christenheit trägt. Sie anerkennen damit die Rolle, die dem Heiligen Stuhl als Partner innerhalb der Völker- und Staatengemeinschaft zukommt. Von dieser meiner internationalen Verantwortung her möchte ich Ihnen einige Gedanken über die Grundlagen des freiheitlichen Rechtsstaats vorlegen.

Äh, Moment? Hab ich das jetzt falsch verstanden, oder der Herr Ratzinger? Ich dachte er könnte nur deshalb vor dem Bundestag sprechen, weil er als Staatsoberhaupt des Vatikan vorbei kommt? Also doch als Glaubensoberhaupt? Was kommt denn als nächstes? Der Obermormone oder –scientologe? Okay … schauen wir mal weiter …

Aber der Erfolg ist dem Maßstab der Gerechtigkeit, dem Willen zum Recht und dem Verstehen für das Recht untergeordnet. Erfolg kann auch Verführung sein und kann so den Weg auftun für die Verfälschung des Rechts, für die Zerstörung der Gerechtigkeit. „Nimm das Recht weg – was ist dann ein Staat noch anderes als eine große Räuberbande“, hat der heilige Augustinus einmal gesagt.

Äh, schon … ja … Politiker sollen also Erfolg suchen, sich aber auch ans Gesetz halten. Gut, so viel Philosophie war das jetzt noch nicht, bis hierhin nur Allgemeinplätze – allerdings ist die Passage mit dem Recht schon wieder so eine Sache, wenn man bedenkt, wie oft die Kirche schon verhindert, dass ihre päderastischen Hirten zur Verantwortung gezogen wurden. Recht und Gesetz ist halt eher was für Politiker als für Kleriker, richtig?

Wir Deutsche wissen es aus eigener Erfahrung, dass diese Worte nicht ein leeres Schreckgespenst sind. Wir haben erlebt, dass Macht von Recht getrennt wurde, dass Macht gegen Recht stand, das Recht zertreten hat und dass der Staat zum Instrument der Rechtszerstörung wurde – zu einer sehr gut organisierten Räuberbande, die die ganze Welt bedrohen und an den Rand des Abgrunds treiben konnte.

Richtig, es gibt diverse Beispiele dafür. Herr Ratzinger spielt vermutlich auf die Nazizeit an, nicht auf die Hexenverfolgung, aber er hat natürlich Recht.

Dem Recht zu dienen und der Herrschaft des Unrechts zu wehren ist und bleibt die grundlegende Aufgabe des Politikers. In einer historischen Stunde, in der dem Menschen Macht zugefallen ist, die bisher nicht vorstellbar war, wird diese Aufgabe besonders dringlich. Der Mensch kann die Welt zerstören. Er kann sich selbst manipulieren. Er kann sozusagen Menschen machen und Menschen vom Menschsein ausschließen. Wie erkennen wir, was Recht ist? Wie können wir zwischen Gut und Böse, zwischen wahrem Recht und Scheinrecht unterscheiden?

Mit Ethik Herr Professor Ratzinger, ganz einfach, wir sind nämlich vernunftbegabt. Allerdings mit den Entitäten Gut und Böse herumzuspielen, ist jetzt wenig philosophisch, so eine ungenaue Denkart. Die Kategorien könnten auch ein bisschen weniger aufgeladen sein, zum Beispiel „ethisch richtig“ und „ethisch falsch“. Einfaches Beispiel: Wenn ein homosexuelles Paar extrem viel Spaß im Bett hat ist das ethisch richtig, wenn man Kinder befummelt und vergewaltigt, seine Macht zur eigenen Befriedigung nutzt, dann ist das ethisch falsch.

In einem Großteil der rechtlich zu regelnden Materien kann die Mehrheit ein genügendes Kriterium sein. Aber dass in den Grundfragen des Rechts, in denen es um die Würde des Menschen und der Menschheit geht, das Mehrheitsprinzip nicht ausreicht, ist offenkundig: Jeder Verantwortliche muß sich bei der Rechtsbildung die Kriterien seiner Orientierung suchen.

Moment, da versteh ich schon wieder was nicht, „Mehrheitsprinzip nicht ausreicht“? Also die Fälle, in denen Demokratie doof ist?

Dann zitiert Herr Ratzinger Origenes, kommt darauf, dass man „gottlose“ Gesetze nicht befolgen sollte.

Von dieser Überzeugung her haben die Widerstandskämpfer gegen das Naziregime und gegen andere totalitäre Regime gehandelt und so dem Recht und der Menschheit als ganzer einen Dienst erwiesen. Für diese Menschen war es unbestreitbar evident, dass geltendes Recht in Wirklichkeit Unrecht war. Aber bei den Entscheidungen eines demokratischen Politikers ist die Frage, was nun dem Gesetz der Wahrheit entspreche, was wahrhaft recht sei und Gesetz werden könne, nicht ebenso evident.

Das „Gesetz der Wahrheit“ … gibt es nur eine? Ach, Herr Ratzinger, bitte, wir wissen doch, dass es Millionen verschiedene Wahrheiten gibt, jeder hat seine. Ich versuche mal, ihre hochphilosophische Rede hier zu übersetzen: Sie als Demokraten können ja alles Mögliche beschließen, aber es gibt ein wahres Gesetz, an dass sie sich besser halten würden.

Was in Bezug auf die grundlegenden anthropologischen Fragen das Rechte ist und geltendes Recht werden kann, liegt heute keineswegs einfach zutage. Die Frage, wie man das wahrhaft Rechte erkennen und so der Gerechtigkeit in der Gesetzgebung dienen kann, war nie einfach zu beantworten, und sie ist heute in der Fülle unseres Wissens und unseres Könnens noch sehr viel schwieriger geworden. Wie erkennt man, was Recht ist?

Nur, indem man dem wahren Gesetz folgt, richtig, Herr Ratzinger? Gut, man könnte einfach auch nachdenken, aber damit würde man ihre Anbeter in den Reihen der CDU/CSU auch überfordern, richtig?

In der Geschichte sind Rechtsordnungen fast durchgehend religiös begründet worden: Vom Blick auf die Gottheit her wird entschieden, was unter Menschen rechtens ist. Im Gegensatz zu anderen großen Religionen hat das Christentum dem Staat und der Gesellschaft nie ein Offenbarungsrecht, eine Rechtsordnung aus Offenbarung vorgegeben. Es hat stattdessen auf Natur und Vernunft als die wahren Rechtsquellen verwiesen – auf den Zusammenklang von objektiver und subjektiver Vernunft, der freilich das Gegründetsein beider Sphären in der schöpferischen Vernunft Gottes voraussetzt.

Ja, da kommt es: Das wahre Gesetz ist natürlich das, was der Herr Ratzinger in Rom ex cathedra verkündet, und, na, den kleinen Seitenhieb auf den Islam verstanden? Ja, da gibt es ein religiöses Gesetz und es ist genauso hinterwäldlerisch, wie das, was der Herr Ratzinger so verkündet. Ist ja auch nicht so, als ob die Kirche sich irgendwann in die Gesetze der Menschen gemischt hätte … *hüstel* … über Jahrhunderte hat Rom die Gesetze diktiert, und neben dem weltlichen Gericht die Inquisition auf die Menschen losgelassen, eine Abteilung, die Herr Ratzinger gut kennt, war er doch lange genug der Chef ebendieser Abteilung.

In den nächsten Absätzen, die ich hier mal unterschlage, schlägt Herr Ratzinger eine Brücke von vorchristlichen Philosophen über spätrömisches und mittelalterliches Recht hin zu Aufklärung und unserem Grundgesetz. Er erwähnt dabei nicht, dass die Aufklärung den Vatikan noch nicht erreicht hat. Bagatellen … Herr Ratzinger vergisst, vermutlich seinem hohen Alter geschuldet, die Inquisition, die antisemitischen Gesetze des christlichen Mittelalters, und die vielen anderen direkten Einmischungen der Kirche in die weltlichen Gesetze und erzählt ein Märchen davon, dass die die Kirche sich schon immer auf die Seite der Philosophie gestellt hätte, dass es ein weltliches Gesetz geben müsste, dass quasi säkular ist. Recht fantasievoll.

Dann wird es mir natürlich zu hoch, habe keine Lust mir da einiges an Background anzulesen. Interessant ist der Schluss, den Herr Ratzinger zieht:

Deshalb müssen Ethos und Religion dem Raum des Subjektiven zugewiesen werden und fallen aus dem Bereich der Vernunft im strengen Sinn des Wortes heraus.

Über viele Umwege ist der alte Herr also dazu gekommen, dass Ethik und Religion quasi das gleiche ist, und dass man sie nicht mit Vernunft fassen kann. Das stimmt nicht. Die Ethik fußt auf wenige Axiome, quasi wie die Mathematik, und die Religion darauf, dass man an sprechende Schlangen und Leute glauben muss, die über Wasser laufen und von den Toten auferstehen – na, merkste was?

Wo die positivistische Vernunft sich allein als die genügende Kultur ansieht und alle anderen kulturellen Realitäten in den Status der Subkultur verbannt, da verkleinert sie den Menschen, ja sie bedroht seine Menschlichkeit. Ich sage das gerade im Hinblick auf Europa, in dem weite Kreise versuchen, nur den Positivismus als gemeinsame Kultur und als gemeinsame Grundlage für die Rechtsbildung anzuerkennen, alle übrigen Einsichten und Werte unserer Kultur in den Status einer Subkultur verwiesen und damit Europa gegenüber den anderen Kulturen der Welt in einen Status der Kulturlosigkeit gerückt und zugleich extremistische und radikale Strömungen herausgefordert werden.

Ah, wie scheinen dem Kern näher zu kommen. Versuchen wir noch mal eine kleine Übersetzung: Da, wo man die Vernunft in den Mittelpunkt stellt und andere Strömungen, zum Beispiel mittelalterliche Moralvorstellungen, an den Rand, da wird man kulturlos, da ich ja als Papst die „wahre“ Kultur verkörpere. Und weil in anderen Ländern fundamentalistische geglaubt wird, werden die Ungläubigen kulturlos untergehen. Noch konkreter: Rüstet euch zum Kreuzzug, die Muselmanen kommen. Ja, ich vereinfache, aber was glaubt ihr, soll mit dieser Rede gemacht werden?

Die sich exklusiv gebende positivistische Vernunft, die über das Funktionieren hinaus nichts wahrnehmen kann, gleicht den Betonbauten ohne Fenster, in denen wir uns Klima und Licht selber geben, beides nicht mehr aus der weiten Welt Gottes beziehen wollen. Und dabei können wir uns doch nicht verbergen, dass wir in dieser selbstgemachten Welt im Stillen doch aus den Vorräten Gottes schöpfen, die wir zu unseren Produkten umgestalten. Die Fenster müssen wieder aufgerissen werden, wir müssen wieder die Weite der Welt, den Himmel und die Erde sehen und all dies recht zu gebrauchen lernen.

Ach so, und dazu sollen wir uns in die katholische Enge begeben? Ich geh dann doch lieber spazieren, da krieg ich echte frische Luft und muss mein Gehirn nicht abgeben.

Dann kommt das Lob an die Grünen, wie süß, und die sind ja auch drauf reingefallen, wie man hört. Herr Ratzinger kommt nämlich über die richtige Einsicht, dass Ökologie nicht unwichtig ist – immerhin, seine Kollegen aus dem evangelikalen Bereich berufen sich auf „Macht euch die Erde untertan“ und sind eh davon überzeugt, dass das Ende der Welt so nahe bevor steht, dass es sich nicht mehr lohnt, die Umwelt zu schützen, gut, so dumm ist Herr Ratzinger nicht – zu der etwas seltsamen weiteren Einsicht, dass es eine Ökologie der Menschen geben muss:

Ich möchte aber nachdrücklich einen Punkt noch ansprechen, der nach wie vor weitgehend ausgeklammert wird: Es gibt auch eine Ökologie des Menschen. Auch der Mensch hat eine Natur, die er achten muß und die er nicht beliebig manipulieren kann. Der Mensch ist nicht nur sich selbst machende Freiheit. Der Mensch macht sich nicht selbst. Er ist Geist und Wille, aber er ist auch Natur, und sein Wille ist dann recht, wenn er auf die Natur hört, sie achtet und sich annimmt als der, der er ist und der sich nicht selbst gemacht hat. Gerade so und nur so vollzieht sich wahre menschliche Freiheit.

Na, hört doch mal, was er sagt! Der Mensch muss seine Natur achten, Ratzingers Anhänger auf kreuz.net sagen das gleiche, nur ein wenig undiplomatischer, da heißt es dann: „Verreckt, ihr gottverdammten Homos!“ Ja, der Ratzinger ist ein Intellektueller, der kann seine Phobien viel differenzierter ausdrücken und ein ganzes Parlament klatscht.

Ich springe jetzt etwas großzügiger, meine Aufmerksamkeit schwindet und ich habe auch noch anderes zu tun.

Die Kultur Europas ist aus der Begegnung von Jerusalem, Athen und Rom – aus der Begegnung zwischen dem Gottesglauben Israels, der philosophischen Vernunft der Griechen und dem Rechtsdenken Roms entstanden. Diese dreifache Begegnung bildet die innere Identität Europas. Sie hat im Bewußtsein der Verantwortung des Menschen vor Gott und in der Anerkenntnis der unantastbaren Würde des Menschen, eines jeden Menschen Maßstäbe des Rechts gesetzt, die zu verteidigen uns in unserer historischen Stunde aufgegeben ist.

Euphemismus ick hör dir trapsen … ach nein, das ist einfach gelogen. Die unantastbare Würde des Menschen hat die Kirche noch nie interessiert. Das sagt ein Papst, der Exorzisten ausbilden lässt! Der lieber Menschen millionenfach an AIDS krepieren lässt, als dass sie sich ein Tütchen über den … ach, komm, das ist einfach widerlich.

Diese Rede hat nicht viel versöhnliches, eher einiges verführerisches. Man kann auf die Dialektik des Herrn Professors reinfallen, man kann es aber auch lassen. Also lassen wir es doch einfach.

Quick – PID

Schon seltsam, die Frage nach der PID war eine der seltenen, bei der es im Bundestag keinerlei Fraktionszwang gab – gut, nähme man das mit der Demokratie etwas ernster, dann sollte das eigentlich immer so sein -, es scheint also eine Sache zu sein, die wirklich irgendwas mit Gewissen und Ethik und so zu tun hat.
Also hab ich mir überlegt, inwiefern das mit der PID in Ordnung geht, oder eben nicht. Was passiert? Es werden im Reagenzglas einige Embryonen erzeugt, dann getestet, ob es Erbkrankheiten gibt, und dann die der Mutter eingesetzt, die keine Genschäden haben. Der Rest der Embryonen wir vernichtet.
Jetzt fragt man sich natürlich, okay, wo ist das Problem? Jede Menge Embryonen gehen durch Fehlgeburten zugrunde, bei künstlichen Geburten werden oft mehr Embryonen eingesetzt und meistens schafft es nur einer, dann wirklich zum Menschen zu werden. Die Frage muss wohl grundsätzlicher gestellt werden. Sind Embryonen schützenswert? Wir sprechen hier von Zellhaufen, die noch nicht lebensfähig sind, die noch keine Empfindungen haben, die funktionieren, aber nicht mehr. Da gibt es noch kein Gehirn, dass denkt, keine Gefühlszentren, alles was es gibt, ist die Möglichkeit, mal ein Mensch zu sein. Wenn man ernsthaft ist, Menschen gibt es eh zu viele, und wenn ich auch gegen jedes Töten eines Menschen bin, so interessiert mich ein Zellhaufen nicht, der in einem Reagenzglas zusammengemixt wurde – das ist noch kein Mensch. Da fehlt mir ja sogar das Wunder des Lebens – mal ganz ehrlich, das Leben ist etwas wunderbares und seltsames. Das wir Menschen sind, ist ein so großartiges Zusammenkommen von Zufällen, und in jedem von uns gibt es Geninformationen, die seit Milliarden von Jahren von Generation zu Generation weitergegeben wurden … aber im Reagenzglas? Naja, irgendwie unromantisch. Nein, was mit den restlichen Embryonen passiert, das darf uns getrost egal sein – es sind natürlich Genkombinationen, unter denen das Genie sein könnte, dass alle Probleme unserer Zukunft löst oder die größten aller Kunstwerke schafft – aber da jeden Tag Millionen Kinder geboren werden, ist es wahrscheinlicher, dass dieses Genie irgendwo in Afrika verhungert oder sonstwo an einer Grippe oder einem Kunstfehler stirbt.
Wer jetzt mit Schutz des Lebens kommt, der muss erstmal seine frutarische Lebensweise und seinen unbedingten Pazifismus nachweisen, vorher nehm ich da gar nichts ernst.
Jetzt wird von manchen gesagt, dass man damit Behinderten das Lebensrecht abspricht. Das man gar in die Eugenik der Nazis zurückfällt. Diese Meinung teile ich nicht. ich meine, das jedes Kind, das geboren wird, das gleiche Lebensrecht hat, gleich wertvoll ist – und auch wenn ich persönlich gar nicht gut mit geistig Behinderten umgehen kann – kleines Trauma aus meiner Kindheit – seh ich doch, dass diese Menschen für ihr Umfeld oft ein größerer Gewinn sind, als viele geistig normale Menschen, die ich kenne. Ich sag jetzt keine Namen.
An dieser Einschätzung lass ich auch nicht rütteln, kein Mensch ist weniger Wert, weil er irgendeine Behinderung hat, keiner mehr Wert, weil er cleverer, schöner oder stärker ist. Aber selbst wenn man mit der PID, wie es in den USA durchaus machbar ist, Kinder nach Geschlecht aussucht, heißt es ja nicht, dass man Menschen diskriminiert, denn wie kann man Menschen diskriminieren, die nicht geboren werden? Natürlich halte auch ich eine solche Auslese für extrem überspannt. Auch ich finde eine Menschenzucht, die ja, wenn man die PID weiter denkt, durchaus machbar scheint, ziemlich bescheuert, weil ja ganz prinzipiell der Zufall die witzigsten Kombinationen schafft, und weil da einfach ein Reichtum abhanden käme, wie er in der Nutztierzucht schon lange weggezüchtet wurde – ja, ich weiß, ist ein bisschen schiefes Bild, aber letztlich muss es einfach große und kleine Menschen geben, dicke und dünne – und Männlein und Weiblein auch, letzteres ist irgendwie unumgänglich – und wenn manche Kulturen immer noch glauben, das Söhne wertvoller sind als Töchter, dann muss man fragen, was mit den Kulturen nicht sitmmt – auch mal wieder so ein Punkt, wo Toleranz Quatsch ist, ein solches Menschenbild ist einfach unsagbar dumm.
Aber selbst wenn manche Menschen eine solche weitergedachte PID betreiben würden, würde sich die Problematik letztlich auf natürlichem Wege beseitigen. Denn die Psyche ist doch nicht so einfach zu betrügen, wenn ein Mensch weiß, dass er so ist, wie er ist, weil ihn seine Eltern so designt haben, wird er ziemlich wahrscheinlich nicht auf die gleiche Weise seine Kinder basteln – er wird wissen, dass ihm die Zucht kein bisschen glücklicher gemacht hat, sein Leben nicht einfacher, sein Leben nicht besser.
Ich glaube, dass die Horrorszenarien unsinnig sind, das man die PID einfach erlauben kann, ohne da allzu große Sperren einzubauen. Ethisch spricht da nichts gegen, es wird niemandem geschadet. Aber auf der anderen Seite können Eltern Kinder haben, die es sonst nicht verantworten könnten, Kindern das Leben zu schenken.

Quick – Radikalbahnhof

Ich hab da eben was gelesen, was mich einigermaßen angefressen hat … es geht um folgenden Blog: http://todamax.kicks-ass.net/blog/2010/krieg-in-stuttgart/
Jetzt interessiert mich kein Bahnhof in Stuttgart, das ist weit weg, betrifft mich nicht, auch wenn es sicherlich viele gute Gründe dafür und dagegen gibt. Aber ich bin betroffen, wenn das Grundrecht auf Demonstration mit Füßen getreten wird, wenn Kinder und alte Menschen mit der gleichen Gewalt angegangen werden, die man sich mal gegen widerwärtige Aufmärsche von Neonazis des Öfteren wünschen würde – und die mich an Wackersdorf oder Hamburger Hafenstraße erinnert. Das, was in dem oben gelinkten Blog steht, ist mindestens zweifach bedrückend – denn der erste Reflex sollte bei jedem denkenden Menschen sein: „Halloho! Habt Ihr sie noch alle? Keinen Krankenwagen? Herr Polizist, was ist Ihr Job? Zu riskieren, das ein Mann stirbt?“ – Und ich, der ich selten um Worte verlegen bin, hab keine Ahnung, wie ich ausdrücken kann, was ich am liebsten mit diesen Polizisten und diesem Menschen an der 112 machen würde. Und ohne heute deutlich sensibler zu sein als sonst, hatte ich sofort Tränen in den Augen, als ich mir das Video auf der Seite angesehen habe – da wird höchst bürokratisch Körperverletzung angeordnet, und alle stehen machtlos vor diesem verdammten LKW – zum Kotzen, ehrlich. Wenn ich einer der Pressefotografen gewesen wäre, hätte ich wahrscheilich kein Foto mitgebracht, sondern wäre dabei gescheitert, den Polizisten aus seinem Wasserwerfer zu zerren.
Andererseits bedrückt mich aber auch die Radikalisierung des Blogschreibers – nicht, weil ich ihn nicht verstehen könnte. Wenn ich das live miterlebt hätte, wäre ich in dem Moment und wahrscheinlich auch noch ne Woche später vermutlich ebenso radikal gewesen. Aber so gern ich radikal in der Kunst bin, so sehr halte ich Radikalität in der Politik für kontraproduktiv. Es führt ja doch immer nur zu der Gewaltspirale, in der nun mal Gewalt Gegengewalt erzeugt. Ich glaube nicht, dass eigene Gewalt irgendwas bewirken kann, ich glaube man muss aufrüsten, aber innerlich. Die Proteste in Stuttgart waren friedlich, die moralische Überlegenheit war hier ganz eindeutig auf der Seite der Demonstranten – und, ja, ich weiß, dass das weder Trommelfelle noch Augen wiederbringt – und nun sieht alle Welt, dass die Politik und die Polizei deutlich überreagiert haben, der schwarze Peter ist bei Mappus – und ich kann nur stark hoffen, dass man in BW daraus lernt und diesen Idioten nicht wiederwählt. In diesem Sinne hoffe ich, das auch weiterhin die Proteste friedlich bleiben. Und ich hoffe, dass alle Polizisten, die da die Hilfe verweigert haben, ihre Dienstmarke abgeben müssen – die haben nämlich offenbar ein paar Sachen über ihre Pflichten nicht verstanden. Wer so handelt, darf kein Polizist in diesem Staaate sein.
In diesem Sinne muss man sich jetzt zu Wort melden, den Polizeieinsatz deutlich verurteilen – aber Gegengewalt bringt uns nicht weiter.


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