Blog-Archive

Seit drei Wochen Pirat …

Vor ungefähr einem Monat habe ich den Mitgliedsantrag gestellt, nach einer guten Woche bekam ich meine Mitgliedsnummer und nun bin ich also seit etwa drei Wochen zum ersten Mal in einer Partei. Und wie das meine Art ist, habe ich mich recht heftig in die Sache gestürzt. Ich abonniere mehrere Mailinglisten, die manchmal zwanzig neue Mails in der Stunde produzieren, ich bin im Liquidfeedback aktiv – habe sogar vorgestern einen Antrag gestellt, ich mein, wenn es jeder darf, dann muss ich es natürlich auch tun – bin ja ich.

Auch höre ich abends öfter mal in den Mumble-Server rein, rede selten sogar im Dicken Engel mit. Und jetzt liegt auch noch ein Vertrag für einen Infostand auf meinem Schreibtisch, einen ersten Stammtisch am nächsten Dienstag in Gummersbach – ja, man höre und staune – habe ich nicht initiiert, wie die Lokalzeitung fälschlich schrieb, ich habe aber die Pressemitteilung formuliert und abgeschickt. Kurz, ich bin Pirat.

Der Einstieg ist übrigens nicht ganz einfach, ich glaube, sogar für Nerds.  Ich bin aber noch nicht mal Nerd, ich fand den Einstieg trotz einer Fahrt nach Wuppertal mit einer kleinen Schulung nicht ganz einfach. Es gibt, wenn man einen nautischen Vergleich heranziehen will – und wer will das bei den Piraten nicht? – eine Menge Takelage, mit der das Piratenschiff angerieben und auf Kurs gehalten wird. Und weil die Piraten ja des Öfteren ein chaotischer Haufen sind, neigt der Pirat an sich dazu, hier noch ein weiteres Seil zu knüpfen, dort neue Knoten anzubringen, oder auch gerne mal ein zweites Segel über dem anderen anzubringen – so wird das Schiff gemütlich, aber für den gerade hereingetorkelten Neumatrosen ist das nicht so einfach.

Mailinglisten:

Zu ganz vielen Themen gibt es Mailinglisten, und wenn man sich nicht gut sortiert, dann abonniert man erst mal, um dann quasi täglich so um die fünfhundert Mails zu bekommen. In diesen Mails regiert nicht unbedingt der total freundliche Umgangston. Und manchmal kann man gefühlt den ganzen Tag damit verbringen, mit zu streiten und mit zu diskutieren. Ist man, wie ich, ein eher streitbarer Charakter, kann man sich schon mal wutentbrannt in seine Tastatur verbeißen, denn so manche  Liste wird von Trollen regiert. Als ich heute im Twitter äußerte, auch noch die Bildungsliste abonnieren zu wollen, fragte mich eine Mitpiratin, ob ich mir mit ihr eine Gummizelle teilen wollte. Ich bin mal gespannt, ob ich das demnächst nötig habe.

Bisher habe ich nicht das Gefühl, dass wir im Bereich der Mailinglisten schon die sinnvollste Diskussionsplattform gefunden haben. Ähnlich wie das Forum, mit dem die Listen synchronisiert sind, regiert hier, wer die Klappe am weitesten aufreißt. Auf der Urheberrechtsliste zum Beispiel gibt es viel Unwissen, viele Pauschalisierungen und Leute,  die Nischenlösungen zu Allheilmitteln stilisieren wollen. Man klebt irgendwann mit dem Kopf auf der Tischkante fest. Wenn man Argumenten nicht zuhört, dann kommt man halt auch nicht weiter.

Das Wiki:

Einer der Lieblingsplätze vieler Piraten. Das Wiki beinhaltet hunderte, nein, tausende von Themen, Vorschlägen, Diskussionsgrundlagen. Und niemand hat das Ganze inventarisiert. Ja, es gibt eine eigene Suchmaschine, die nur im Piratenwiki sucht.  Man kann dieses Wiki mit dem Berg Machtnix auf der Fantasywelt Krynn vergleichen. Ein ganzer Berg, in diesem Fall nicht mit Bastlergnomen gefüllt, sondern mit Piraten, die auch nicht basteln und Sachen in die Luft sprengen, aber dafür genauso viel Text produzieren, wie die Bastlergnome Ideen – und genauso chaotisch. Sucht man im Wiki nach speziellen Themen,  findet man schon mal zwanzig teilweise identische, aber viel mehr divergierende Anträge, Positionspapiere, Entwürfe und Ideen. Die einzige Möglichkeit sich gegen das Wiki zu wehren, ist eigene Themen zu eröffnen und mit gleichgerichteten Piraten alles neu zu machen.

Nein, so richtig effektiv ist das auch nicht, aber gemütlich. Wer sich in Politik vergraben will, hier kann man das tun.

Twitter:

Ja, Twitter ist definitiv ein politisches Arbeitsmittel der Piraten. Man vernetzt sich da mit den Piraten, von denen man hier oder da was gutes gehört hat, natürlich folgt man ein paar Berlinern Abgeordneten, damit man da die neuen Entwicklungen mitbekommt, und einigen anderen Piraten aus dem ganzen Land, weil da die Links hin und her geworfen werden, die Shitstorms entstehen, und einfach die Schnelligkeit der Piratenpartei her kommt. Schnell mal gemeinsam aufregen, kann sehr stimulierend sein.

Mumble:

Auf in den Dicken Engel und diskutieren, bis das Mikro qualmt. Eine internetaffine Partei nutzt trotzdem immer noch normale Kneipen, um sich zu versammeln, aber einfacher, und auch viel Regionen übergreifender geht es im Mumble zu. Mumble ist eine Software zur Online-Telefonie, wenn man so will. Ich kannte das Programm schon aus Computerspielen, wo es wie TS (Teamspeak) und seltener Skype zur Kommunikation während Spielen genutzt wird. Und bei den Piraten gibt es einen Server, den der NRW-Piraten, der für Deutschland und darüber hinaus Hauptanlaufpunkt europäischer Piraten ist, die sich verständigen wollen. Es gibt hier Vorträge und die Sitzungen der Vorstände, AGs und AKs. Der größte Nachteil des Mumble ist, dass man da schnell mal länger drin steckt, wenn man eigentlich was machen will, was dringlicher ist.

Liquid Feedback (LQFB)

Wie alles andere kann auch LQFB zu einem Zeitkiller werden, ist aber bisher mein Lieblingsinstrument – daher zähle ich es auch an dieser Stelle auf, das Beste zum Schluss. LQFB funktioniert so: Jeder, der im LQFB angemeldet ist, kann sich für Themenbereiche eintragen. In dem Themenbereich ist dann seine Stimme gefragt. Jeder, der registriert ist, kann in jedem Bereich seine Stimme abgeben, aber nur, wenn er für einen Bereich eingetragen ist, ist sein Interesse unbedingt von Nöten. Jeder kann einen Antrag stellen, und wenn sich dann zehn Prozent der im Themenbereich eingetragenen Mitglieder dafür interessieren und noch viel wichtiger, diesen Antrag unterstützen, dann wird er diskutiert und später abgestimmt. Man braucht eine schwierig zu erreichende Zweidrittelmehrheit, damit Anträge angenommen werden. Was danach passiert, ist dann ein bisschen schwierig. Sie müssen ja noch vom Bundesparteitag angenommen werden. Für die Zukunft ist wohl gewünscht, dass das mal irgendwann automatisch geht, aber noch würde das gegen das Parteiengesetz verstoßen – das muss also erst mal geändert werden, aber dafür machen wir uns ja ständig fertig, also zum Ändern … und das ständig, also das fertig. Genug der schlechten Wortwitze – ist aber auch langsam nicht mehr spät sondern mehr früh.

Will man nicht ständig im LQFB unterwegs sein, dann kann man immer noch seine Stimme an einen Piraten seines Vertrauens delegieren. Man geht dann davon aus, dass dieser Pirat im eigenen Sinne abstimmt.  Natürlich sind die Piraten mit vielen Delegationen dann die, die man besonders gerne auf seine Seite ziehen möchte, da besteht die Möglichkeit auf Machtmissbrauch, aber andererseits ist das ja alles auch sehr transparent, und man kann ja auch jederzeit umdelegieren, oder wieder selbst eingreifen.

LQFB ist ein faszinierendes Programm, eine faszinierende Möglichkeit, Politik zu machen, die an Themen festmacht und nicht an Personen. Rein theoretisch wäre eine fortentwickelte Version des LQFB sogar eine Möglichkeit, wirklich basisdemokratisch ein Land zu regieren.

So, das waren also die Werkzeuge. Aber noch ein paar Worte zum Inhalt:

Nicht alles, was ei den Piraten an Ideen kursiert, finde ich gut, aber wenn man das Programm so anschaut, dann merkt man, dass viele da gute Ideen haben, dass sich gute Ideen auch durchsetzen und das von den Piraten kein Politikwechsel ausgehen wird, wie sie oftmals angekündigt wurden und nie passierten, die Piraten können nicht nur die Politik, sondern auch die Demokratie verändern. Fast sollte man eher sagen, die Piraten können endlich die Demokratie in die Politik bringen.

Demokratie … oder wie man das nennt …

In den letzten Tagen geht ein piratiges Gespenst durch Deutschland, und das geht gut um und erfreut mein Herz, ich sage meinen Dank! Als Blogger muss ich ja quasi die Piraten sympathisch finden, würden meine Theaterstücke irgendwo verlegt, müsste ich mir ernsthaft überlegen, wie gut ich die Ideen der Piraten zum Urheberschutz finde, aber da bisher kein Verlag clever genug war, meine Visionen zu verstehen … hüstel … es würde vermutlich genauer treffen, wenn ich sagen würde, dass meine Stücke zu populär für die Verlage sind, aber ich schweife ab.

Was wollte ich denn eigentlich? Ach ja, ich wollte über Demokratie sprechen, denn dieses Wort wird im Moment mal wieder etwas wichtiger, vor allem, weil die Piraten mit Transparenz ankommen, einem Wert, den die etablierten Parteien schon vor längerer Zeit in den Wind geschossen haben. Und Transparenz könnte ja was mit Demokratie zu tun haben.

Mit der Demokratie liegt im Moment vieles im Argen, manchmal bin ich mir nicht mehr sicher, ob wir überhaupt in einem demokratischen Staat leben. Und das aus diversen Gründen. Es gibt Symptome, dass Demokratie gar nicht mehr ernstgenommen wird. Und das nicht nur, weil die etablierten Parteien versuchen, den Erfolg der Piraten klein zu reden, oder weil ein absoluter Herrscher und Religionsfürst im Bundestag sprechen darf – ich finde es nicht gut, wenn ein Antidemokrat im Bundestag reden darf, tut mir leid.

Aber mal von den aktuellen Sachen abgesehen: Wir werden doch viel mehr von einer Geldelite regiert, als von Politikern. Warum schreiben denn Frau Merkel und Herr Sarkozy ihre Beschlüsse von Bankenverbänden ab? Warum wird ein System immer wieder mit Milliarden unterstützt, dass viel verrotteter, korrupter und bankrotter ist, als Ende der Achtziger der Staatssozialismus – nein, ich war kein Fan davon und bin es heute noch viel weniger – irgendwie sein konnte. Warum wird eine demokratische Partei als Paria behandelt, von Parteien, die mit Schill paktierten und mit Wilders und Haider sympathisierten und sympathisieren? Kurz warum gibt es jede Menge Denkverbote, Lobbywirtschaft und warum eine Presselandschaft, die weitflächig der politischen Klasse andauernd zu tollen Schlagzeilen und Kampagnen verhilft? Das alles hat mit Demokratie nur noch sehr wenig zu tun.

Man fragt sich, wann die Politiker begonnen haben, sich gar nicht mehr den Menschen verpflichtet zu fühlen, sondern nur noch der Wirtschaft. Kann mir da jemand den Stichtag nennen? Aber müssen wir uns wundern? Jetzt mal ernsthaft, wo wird denn überhaupt Demokratie gepflegt? Welche Einrichtungen sind denn demokratisch? Wundern wir uns wirklich darüber, dass wir von Marionetten der Reichen regiert werden, wenn das doch auch im Alltag üblich ist? Wer das Geld hat, dem hat man zu gehorchen, die Wirtschaft ist so hierarchisch, und größtenteils auch patriarchalisch, wie sie es schon seit Hunderten von Jahren war. Mitbestimmung mündete zum größten Teil in neue Hierarchien, und die Gewerkschaften heute nicken nur immer brav ab, dass wir ein Billiglohnland werden müssen, damit auf jeden Fall einige wenige immer reicher und wir anderen immer ärmer werden – das scheint so in Ordnung zu sein, dagegen wehrt sich doch keiner mehr ernsthaft.

Wenn wir Demokratie ernst nehmen würden, dann würden wir sie schon in der Schule lernen, und nicht im Frontalunterricht versauern, wenn wir Demokratie ernst nehmen würden, dann würden Arbeiter und Angestellte an ihrer Arbeit verdienen, und nicht Aktienbesitzer und Hedgefonds, wenn wir Demokratie ernst nehmen würden, dann würden wir keinen Kotau vor den Religionen machen, vor dem Geld und vor den Medien. Aber wir tun das nicht, Demokratie ist eine genauso unerreichte Utopie, wie der Kommunismus, wie ihn sich Marx und Engels gedacht haben. Und ganz nebenbei, Demokratie, Volksherrschaft, hat ja unbedingt damit zu tun, dass Menschen frei sind. Und da hapert es ja, wo sind wir denn frei? Ja, wir dürfen manchmal, aber auch nicht immer, unsere Meinung sagen, und wir dürfen alle paar Jahre ein Kreuzchen machen, aber Freiheit? Das würde bedeuten, wir wären zum Beispiel frei von Geld – und dann meint die FDP eine freiheitliche Partei zu sein, ich würde ja lachen, wenn es nicht so traurig wäre.

Und jetzt muss ich natürlich zu den Piraten zurückkehren, denn die scheinen zumindest teilweise die Demokratieidee etwas ernster zu nehmen. Und sie nutzen das Internet, und die Ideen, die das Internet, das über Jahre quasi ein rechtsfreier Raum war, und dem man offenkundig nicht so einfach Herr wird, gebiert auch neue Ideen, die zum allergrößten Teil ganz viel mit Freiheit zu tun haben. Wie wäre es denn, wenn man einfach mitreden könnte in der Politik? Wenn es ein System gäbe, in dem jedes Argument von allen, die sich dafür interessieren, gehört werden würde und sich jeder seine Meinung mal ganz unabhängig von BILD, SPIEGEL und den anderen Vormeinern bilden könnte. Wie schön ist es, das wir Blogger heute einfach schreiben können, was uns gefällt und was wir meinen, und oft genug eine Gegenmeinung zum Ausdruck bringen, eine Gegenmeinung gegen das Medienmonopol. Von daher war es auch klar, dass sich unter den Twitterern und Bloggern eine solche Partei wie die Piraten bilden konnte. Das sind ja quasi die einzigen, die noch von der vorgegebenen Meinungsnorm abweichen. Diese Qualität muss jetzt einfach größere Kreise schlagen, mehr Menschen müssen die aufklärerische Kraft des Internets zu spüren kriegen – oh, ich merke gerade, wie optimistisch ich bin, muss wohl einen naiven Tag haben. Aber mal ernsthaft, wenn die Internetaffinen, die Gamer und Nerds, die Blogger und Twitterer, die Forenuser und meinetwegen auch die –trolle, eine gemeinsame Bewegung schaffen, wo sie das, was sie täglich im Internet erfahren, nämlich Selbstverantwortlichkeit und Transparenz, auch ins Real Life bringen, dann würde das eine echte Revolution geben, eine so große wie sie seit 68 nicht mehr gegeben hat. Also ich bin auf die Zukunft gespannt. Ich bin optimistisch … Optimismus kann die Welt verändern, und die Welt hätte es verdammt nötig!

Kunst ist Demokratur

Wie fang ich an … na ja, gestern Abend hatte ich mit einer kleinen Produktion Premiere, nichts wirklich weltbewegendes, aber eine kleine spaßige Theaterrevue, etwas zu Ausbildungszwecken geschriebenes. Diese Revue hat auch ganz gut funktioniert, aus einer sehr individualistischen Rotte hat sich so etwas wie eine Gruppe gebildet – ist ja alles gut.

Aber – war klar, dass da ein „aber“ kommen musste, oder? – aber es gab eine Szene, in der die jungen Damen – der eine junge Herr war da gerade angebunden und hatte mit dem Problem nichts zu tun – eine vorher geprobte Sache, einen Gag, nicht gemacht haben. Sie haben das auch gut begründet – „wir dachten, das funktioniert nicht“ – und damit für die heutige Ansprache – ein Regisseur muss im Amateurbereich vor jeder Vorstellung eine Rede halten – einen gehörigen Ansch… verdient.

Theater ist keine Demokratie, im Theater kann man nicht einfach Anweisungen und Absprachen ignorieren – gut, wo kann man das schon so – und sich für was besseres entscheiden, also, es war nicht besser, aber das kommt ja nur erschwerend hinzu. Theater ist auch keine Diktatur, zumindest kein gutes Theater. Das hat mehrere Gründe. Erstens muss auch der Egomane manchmal erkennen, dass er nicht der einzige ist, der gute Ideen hat. Es ist einfach so, dass man auch als Regisseur mit etwas Erfahrung und Können manchmal betriebsblind ist. Man verrennt sich in eine prinzipiell schöne, so aber nicht wirklich funktionierende Idee und braucht dann einfach mal den einen oder anderen Schauspieler, der sagt, dass man da Blödsinn macht und es so oder so viel einfacher geht. Wer dafür nicht dankbar sein kann, wer nicht erkennen kann, dass er nicht immer Recht hat, der muss einfach ein schlechter Regisseur sein. Ganz nebenbei, auch wenn wir im Lande des ursprünglichen Geniekultes leben – wenn wirklich alles exakt vom Regisseur vorgegeben wird, werden die Schauspieler wenig Freude und Leben in dieser Inszenierung haben. Und auf diese Dinge, die die Schauspieler einbringen müssen, ist der Regisseur immer angewiesen.

Zweitens kann eine spielfreudige Atmosphäre wirklich inspirierend sein, und Inspiration braucht man bei aller Transpiration in der Kunst eben auch. Und drittens hat man als Diktator immer ein richtig mieses Karma … (kicher)

Also ist Theater Demokratur, man kann über alles reden, aber einer muss das letzte Wort haben – und das ist dann üblicherweise der Regisseur, denn der hält ja auch am Ende seine Birne dafür hin. Wenn man also ein Problem mit einer Szene hat, etwas peinlich ist – das kann auch Profis passieren – oder sonst wie gar nicht passen mag, dann ist das absolut richtig, dass man als Schauspieler an den Regisseur herantritt, sein Unwohlsein kommuniziert, ja, auch mal meckert, aber dann einfach auf der Bühne etwas anderes machen als vorher in den Proben, das geht gar nicht – aber das muss man mit fünfzehn vermutlich erst noch gesagt bekommen.

Eigentlich hätte ich in die Überschrift auch „Theater ist Demokratur“ schreiben können, aber ich glaube, dass ich prinzipiell mit dieser Überschrift recht habe. In der Kunst muss es letztlich immer einen Verantwortlichen geben, das gilt nicht nur im Theater, sondern ganz sicher auch im Film, in der bildenden Kunst – zumindest da, wo mehrere beteiligt sind, ansonsten sei jedem die multiple Persönlichkeit gegönnt – und natürlich in der Musik – es gibt nur einer den Takt an, alles andere ist einfach nur Blödsinn …