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Der dritte und der vierte Akt – Diablo III

Ja, inzwischen bin ich durch, ja, ich hab mir Zeit gelassen, nein, ich habe mich nicht bemüht, wirklich gut zu spielen. Im dritten Akt hatte ich auch Probleme, kam um die eine oder andere Ecke und war sofort tot. Kleiner Tipp für Neu-Mönche: Nur auf Schaden gehen ist blöd, man sollte auch ein bisschen Vitalität sockeln.

Also von vorn. Die dämonischen Heerscharen sind los, ausgebrochen aus dem Krater des Arreat und die Bastion, der letzte strategische Punkt, den die Menschen halten, ist unter starkem Beschuss. Hier müssen wir uns als wahrer Held erweisen. Die belagerte Mauer schützen, eine Bresche in der Mauer schließen, Katapulte des Gegners plätten. Der dritte Akt ist kriegerisch hoch fünf, und er ist insgesamt der aufwendigste. Was hier abgeht, ist schwer zu beschreiben.

Ein Beispiel: Während man auf der Mauer dafür sorgt, dass die Dämonen zurückgedrängt und die eigenen Katapulte in Betrieb genommen werden, brechen nicht nur hier und da Stücke aus der Mauer, sitzen nicht nur plötzlich hausgroße Dämonen auf der Mauer und spucken ihre kleineren Kollegen dem Helden vor die Füße, nein, man kann auch immer wieder einen Blick aufs Schlachtfeld werfen, Dämonensoldaten in Massen und riesige Ungetüme einzeln heranwanken sehen. Das Gefühl, dass hier ein großer fantastischer Krieg geführt wird, ist greifbar.

Später, wenn man den Krater ein bisschen erforscht, kommt man in Teile der Hölle, und auch dort sind einige wirklich erstaunliche Bilder zu sehen. Es ist, wie so oft. Nein, die Grafik dieses Blizzard-Spiels ist nicht atemberaubend neuartig, eher ein Stück weit altmodisch – wer sich erinnern mag, der Vorgänger hatte schon dasselbe Problem, die Auflösung war unter aller Sau – und dennoch wurde er bis letzten Dienstag gespielt. Was Blizzard grafisch unglaublich gut hinbekommt, ist der Detailreichtum, die Stimmung, die Fantasie – auch wenn die in dem Fall Diablo düster ausgefällt. Vielleicht nicht ganz düster genug übrigens. Das hätte durchaus noch ein bis drei Spuren böser sein können.

Im vierten Akt, kam dann zugegeben die erste Enttäuschung. Zwar sind die Einspielfilmchen toll gelungen, der Himmel als Spielort ein netter Ausgleich – aber sorry, der vierte Akt ist definitiv zu kurz, nicht mal halb so lang wie die Akte zuvor und dazu auch noch nicht mal sehr abwechslungsreich. Tja, und dann ist man auf Stufe etwas über dreißig, weiß, dass die Höchststufe bei 60 liegt und fragt sich, ob die Langzeitmotivation ausreichend sein wird.

Ja, die Geschichte ist gut, ja, sie wird überragend gut und clever erzählt, und ja, alle paar Stufen spielt man aufgrund neuer Fertigkeiten und Runen ein fast ganz anderes Spiel, und dennoch, reicht das? Reicht das Erfolgssystem – das übrigens nicht so komfortabel zu erreichen ist, wie man das von WoW oder SCII gewohnt ist – dazu aus, dass man alle Klassen bis 60 bringen will? Oder könnte Diablo III ein Strohfeuer sein, dass in zwei bis drei Monaten niemand mehr spielt? Man bedenke, es gibt im Moment noch gar kein PvP – das soll nachgereicht werden -, es gibt keine Funmaps, keinen Mehrwert. Wie lange wird man spielen? Bis man alle drei Schwierigkeitsgrade durch hat? Bis man die Ultrarüstung hat, die Waffe, die unglaubliche DPS verteilt? Wenn ja, wofür?

Noch spiele ich, ich werde weiter berichten …

Der zweite Akt – Diablo III

Ja, ab in die Wüste, ab in den zweiten Akt, das war ja schon immer so, im zweiten Akt muss man … ja, es ist ein irgendwie seltsamer Zusammenhang, dass man wie im zweiten Diablo auch im dritten Diablo den zweiten Akt in der Wüste spielt, man kommt sogar einmal in die Endlosen Sande, die auch schon im zweiten Teil eine Ortsbezeichnung waren.

Das war es aber auch mit den großen Ähnlichkeiten, die Eisenwölfe ausgenommen, die man früher als Söldner mitnehmen konnte, die jetzt aber in der kaiserlichen Wache wichtig sind. In der Kaiserstadt Caldeum gibt es Stress. Die Hexe Maghda, die uns schon im ersten Akt ein bisschen auf die Nerven gegangen ist, hat ihre Hände im Spiel, es gibt auch wieder Schwierigkeiten mit irgendwelchen Dämonen, die alle Wege unsicher machen und während unsere Verbündeten sich um den Kaiserpalast kümmern, sorgen wir unterwegs für einige blaue Augen und abgerissene Körperteile. Apropos Körperteile, später müssen wir auch noch einen alten Magier zusammensetzen, und das gerät nicht zuletzt wegen dessen Versuchen, meinen asketischen Mönch zur Macht zu verführen, schon sehr unterhaltsam – ja, er redet mit uns auch schon bevor wir ihn wieder zusammengesetzt haben, was glaubt ihr denn?

Insgesamt gestaltet sich der Akt ähnlich wie der erste sehr abwechslungsreich. Weiter Bereiche mit einigen kleineren Zwischendungeons – ähnlich wie bei Diablo II, nur halt schöner – wechseln mit größeren Dungeons ab, sehr geskriptete Passagen mit den typisch zufällig generierten Landschaften. Auch in Sachen Monsterverteilungen darf man sich immer mal wieder stark an den zweiten Teil erinnert fühlen. Einzelne goldene Minibosse mit einigen Dienern drumherum kommen ebenso vor, wie die blauen Bossgruppen – fürs Spiel relevante Bosse sind violett beschriftet, da weiß man doch, woran man ist.

Mit dem geringen Übel Belial – die großen Übel wie Diablo selbst oder Baal, hat man ja schon in Diablo II geplättet – haben wir dann am Ende des zweiten Aktes auch den ersten so richtig üblen Boss. Und der ist immerhin so schwer, dass er mir wirklich Mühe machte – kein Boss für Nahkämpfer, und ich habe irgendwie ewig gebraucht, um die Mechanik zu kapieren.

Ansonsten ist der Schwierigkeitsgrad nicht übel. Kein großes Problem, aber auch nicht so, dass man überall einfach reinlaufen kann. Es gibt sehr interessante Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Fähigkeiten, und irgendwie bin ich ganz froh, dass mein Mönch sich auch ein bisschen heilen kann. Ab dem zweiten Akt, so hat man das Gefühl, werden die Heilorbs einfach weniger, und das stört schon mal ein wenig.

Abwechslungreich, gut erzählte Geschichte, jo, das ist schon sehr gut im zweiten Akt … es wird eine Fortsetzung geben.

Der erste Akt – Diablo III

Es ist schwierig, sich loszureißen, aber ich habe es geschafft. Es sollte zumindest für einen Minireview des ersten Aktes reichen.
Seit gestern ist Diablo III draußen, vielleicht gibt es schon ein paar Leute, die durch sind mit dem normalen Schwierigkeitsgrad, aber ich habe gerade ungefähr bei der Hälfte des zweiten Aktes ausgeloggt, damit ich mal was anderes mache, zum Beispiel über D3 bloggen. Als erstes muss ich meckern. Ich, der ich ja in dem einen oder anderen Forum schon als Blizzard-Fanboy demaskiert wurde, bin in einer Hinsicht gar nicht zufrieden. Es gibt Downtimes, es gibt Zeiten, in denen man sich vor lauter Mitspielern nicht einloggen kann. Das macht mich bei einem Spiel, dass ich im ersten Durchlauf nur allein spiele, um die Story voll mitzubekommen, relativ sauer.
Ich kaufe kein Spiel, um es am Tag des Erscheinens nicht spielen zu können. Und sorry, Blizzard, aber wenn ihr eines der erfolgreichsten Spiele der Computergeschichte nach ZWÖLF Jahren fortsetzt, dann müsst ihr einen solchen Ansturm doch vorherwissen. Dieses Spiel wird seit mehr Jahren heiß erwartet, als viele heutige Gamer überhaupt einen PC besitzen. Es wäre kein Problem gewesen, diesem Spiel auch einen Offline-Modus zu geben, solche Spielzeiteinbußen an den ersten Tagen sind echt nervig. (Ja, ich weiß, wir haben noch Jahre, um dieses Spiel zu spielen, aber „Erscheinungstag“, HALLO?)
So, genug gemeckert. Ich bin dann mal in Tristram. Also eigentlich Neu-Tristram, und ein fallender Stern hat dafür gesorgt, dass bei jeder Menge Untoten das „Un“ wieder zu streichen ist. Und das löse ich mit dem Recht der Faust, mein erster Charakter ist ein Mönch, und der ist eine gute Wahl – immerhin ist er erst zweimal gestorben, und beide Male war es eher der Müdigkeit geschuldet, als der Schwierigkeit. Ein bisschen muss man schon in Frage stellen, ob es Wiedererkennungswert haben soll, dass man wie in D2 erst mal Deckard Cain retten muss – dieses Mal allerdings nicht in Alt-Tristram, sondern gleich in den Katakomben der Kathedrale, die man vor etwa 15 RL-Jahren schon mal von einem gewissen Herrn Diablo befreit hat. In Sanktuario-Jahren ist das noch ein paar Jahre länger her.
Für Spieler, die schon Diablo gespielt haben, also den ersten Teil, ist dieser erste Akt des dritten Teils von Nostalgie geprägt. Nicht nur in der Tristram-Musik, die natürlich den ersten Akt durchzieht, nicht nur mit dem Charakter Deckard Cain, den wir vom ersten Tag der Spielreihe an kennen, sondern vor allem, weil der erste Akt die gesamte Geschichte des ersten Teils nicht nur andeutet, sondern gleich mal in Tagebucheinträgen aller möglichen Figuren erzählt, ja, Leoric und andere selbst zu Wort kommen lässt.
Für Neu-Diableristi wird das sicherlich auch ganz nett sein, für Fans der Serie, für Spieler des ersten Teils, ist das großartig. Ach, überhaupt die Geschichte, die Art der Geschichtserzählung, das ist ein Riesenunterschied zu den ersten Teilen. Ja, es gab auch in den ersten beiden Teilen so was wie eine Geschichte, klar, aber im Vergleich war das fast nichts. Der zweite Teil hatte 24 Questen, und die waren auch nicht mit besonders viel Geschichte ausgestattet. Das ist jetzt völlig anders. Jede Quest, so einfach sie auch sein mögen, hat Geschichte, die sie erzählt, sogar die meisten Nebenquests. Jede bringt ein bisschen mehr Stimmung, ein bisschen mehr Tiefe – etwas, was für Diablo bisher nie so richtig wichtig war, aber keinesfalls stört. Besonders clever: man kann sich entscheiden, ob man die Erzählungen hören will, wenn man das macht, spielt man einfach weiter, während einer Stimme lauscht. Also keine Unterbrechung im Spielfluss, die Geschichte gibt es als Hörbuch mit.
Daneben gibt es immer mal wieder auch Filmchen, die auf die Charakterklasse angepasst sind – viele Dialoge übrigens auch, also zumindest mit den Begleitern. Wenn man dem Mönch eine Weile zuhört, könnte man fast selbst fromm und asketisch werden. Was ein bisschen fehlte, war ein richtiger Gegner im Hauptkampf des ersten Aktes, denn der Schlachter ist halt irgendein sehr großer Dämon, aber niemand, der schon länger unsere Feindschaft erregt hat – andererseits ist er halt auch eine wunderbare Reminiszenz an den Butcher aus dem ersten Teil, und vor dem hatten wir damals sehr viel Respekt.
Der Schwierigkeitsgrad ist – ja, muss man sagen – eher lasch. So richtig spannend wird das sicherlich erst, wenn man auf einem höheren Schwierigkeitsgrad unterwegs ist – aber Geschichte erleben hat bei mir erst mal Vorrang. Die werde ich auch im nächsten Beitrag weiter kommentieren, wenn es dann um den zweiten Akt geht, der wie bei D2 auch, in der Wüste spielt, obwohl ich Lut Gholein immerhin noch nicht gesehen habe. Kommt danach der Dschungel? Ich weiß es nicht, werde es aber herausfinden, das ist mal sicher.