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Neue Helden für den Nexus

Gerade wartet die Spielerschaft von Blizzards neuestem Spielschatz Heroes of the Storm auf den Skelettkönig Leoric, der bald veröffentlicht wird. Für mich ist das ein guter Moment, um mal zu spekulieren, wie es mit Heroes weitergeht.

Im Moment gibt es  mit Leoric 39 Helden, mit denen man auf acht Karten aufeinanderlosgehen kann. Im Vergleich zu den großen Mobas mit über 120 Champions wirken die knapp vierzig Helden recht überschaubar, und an manchen Stellen merkt man dem Gameplay auch stark an, dass es für bestimmte Aufgaben nur ein bis zwei Helden gibt – die dann natürlich dementsprechend umkämpft sind. Blizzard strebt einen Veröffentlichungsrhythmus von drei bis vier Wochen für neue Helden an, dementsprechend wird die Zahl recht flott größer, ohne in absehbarer Zeit die Nähe von Dota oder League of Legends kratzen zu können.

Held Nummer 40 wird ein bislang noch namenloser Mönch aus Diablo 3. Er wird samt einer neuen Karte der Abschluss der Content-Offensive mit dem Titel „Der ewige Konflikt“. Diese Offensive hat die ersten Karten, die direkt mit einer der Spielewelten Blizzards verbunden sind, gebracht. Danaben gibt es während des ewigen Konfliktes eine tägliche Quest, die hundert zusätzliche Goldstücke in die Kassen der Spieler spült – so nervig manchmal die Schatzgoblins werden, diese hundert Gold nimmt man doch sehr gern. Insgesamt gehören vier Helden zum ewigen Konflikt. Johanna, die allerdings ein paar Wochen zu früh ins Spiel kam, der Schlächter, Leoric und der Mönch – alle direkt mit Diablo 3 verbunden sind – zwei Heldenfiguren und zwei Bosse des ersten Aktes. Ja, ich weiß, der Schlächter hatte seinen ersten Auftritt schon im legendären ersten Teil von Diablo – „Ah, fresh meat!“

Relativ sicher kann man sich sein, dass es eine ähnliche Content-Offensive auch zur Veröffentlichung der Starcraft II-Erweiterung „Legacy oft he Void“ geben wird. Auf jeden Fall ist jedem Vorbesteller der Collector’s Edition ein Starcraft-Krieger versprochen. Ein weiteres Fortbewegungsmittel, dass die üblichen Pferde oder Zauberteppiche ersetzt, ist da auch angekündigt. Hat man bei Blizzard das Gefühl, dass thematische Content-Offensiven wie der ewige Konflikt eine sinnvolle Idee sind, wird man hier weiter machen. Der Starcraft-Krieger könnte übrigens Fenix sein, so weit man den Gerüchten glauben kann. Da die Legacy eine Erweiterung auf Protoss-Basis ist, können wir wohl auch davon ausgehen, dass man hier den Focus drauf legen könnte. Bei wiederum vier Helden sollten also zwei weitere Protoss dabei sein.

Bevor ich in völlige Spekulation abdrifte, mal kurz was noch relativ sicher ist: Man hat auf jeden Fall den Orkjäger Rexxar schon andeutungsweise gesehen, ein weiterer Warcraft-Held könnte ein Troll sein, zum Beispiel Zul’Jin. Ein Reittier, dass auf Diablo-Engel Malthael hindeutet, wurde gesichtet – aber da gehen wir schon ins Deuten von Eingeweiden über. Sicher ist sonst eigentlich angenehmerweise nichts.

Damit sich Blizzard seine Freiheiten behält, gehe ich stark davon aus, dass die Content-Offensiven nicht zum Dauerzustand werden, sich also nicht ohne Pause aneinanderreihen. Also kann man immer wieder ein bis vier Helden zwischen solch zusammenhängenden Themen rausbringen. Mit der ersten Offensive in Richtung Warcraft rechne ich erst nach Legay oft he Void, da bisher Diablo und Starcraft die sehr unterrepräsentierten Universen waren. Ziemlich sicher kann man sich auch sein, dass zur Veröffentlichung des gerade in der Alpha steckenden neuen Shooter Overwatch auch dieses Universum seinen Eintritt in den Nexus feiern wird.

Für Warcraft kann ich mir gut vorstellen, dass man Content-Offensiven schmiedet, die thematisch noch mal relativ eingeschränkt sind. Also zum Beispiel eines der Warcraft-Völker featuren, oder als eine Hommage an spezielle Raids oder Erweiterungen von WoW konzipiert werden. Man darf auch nicht vergessen, dass der Warcraft-Film in der Mache ist, auch der könnte in Heroes gefeatured werden – man muss zugeben, dass Blizzard da eine Möglichkeit der Crosspromotion geschaffen hat, die ihresgleichen sucht.

Schau man sich die bisherigen Warcraft-Helden an, so sieht man, dass manchen Völker und Charakterklassen schlicht noch fehlen. Es gibt noch keinen Warlock, Jäger und Priester sind bisher nur in einer komischen Hybridversion namens Tyrande vorhanden. Auch ein reinrassiger Schurke wird noch vermisst. Andere Charakterklassen gibt es in klassischen Ausrichtungen, und dann gleich so klassisch, dass man andere Ausrichtungen vemrisst. Ein Arkanmage wäre gut, ein Feraldruide, Vergelter oder Tank-Palas, und die bisher nach Kriegern aussehenden Muradin und ETC haben keine er Krieger-Trademarks drauf.

In Sachen Völker ist es echt gemein: Es gibt noch gar keinen Gnom, keinen Worgen, keinen Schlumpf, ich mein Draenei. Auf Hordenseite fehlen Trolle noch völlig. Hier bietet es sich natürlich an, die Lücken noch zu schließen. Und wenn man da schon mal bei ist, alle Warcraft-Völker haben ihr eigenes typisches Mount, wir warten da noch auf Kodos und Elekks, auf Roboschreiter und Raptoren.

Meine Wünsche: Gibt es Helden aus dem Warcraft-Universum, auf die ich sehnsüchtig warte? Ja, unbedingt Hogger, der wäre ein Traum. Kel Thuzad wäre auch klasse. Und unbedingt einen Nesingwary – wie wäre es eigentlich mit einer Un’Goro Offensive? Oder Nagrand? Oder Schlingdorntal? Ich mochte die Wildnis-Kartenabschnitte immer besonders. Ich denke, wir haben alle unsere Lieblingsecken in Azeroth und den andere Kontinenten, solche Gegenden zu feiern, wäre ein feiner Zug – auch gerade dann, wenn es nichts mit einer neuen Erweiterung oder ähnlichem zu tun hat. Und nebenbei, also ich habe ja die Trollinstanzen geliebt. Zul Aman, Zul Farrak oder Zul’Gurub, ganz egal. Ich würde da eine Offensive genauso abfeiern – nicht nur in Heroes, sondern auch in Hearthstone – wie eine, die den meines Erachtens allerstimmungsvollsten Raid WoWs thematisiert – auf nach Karazhan!

Im Starcraft-Universum wartet man dringend auf einen Krieger, den es wohl mit Fenix dann irgendwann geben wird. Weitere Helden, von denen hier und da gemunkelt wird, sind Vater und Sohn Mengsk – auch wenn ich mir nicht so direkt vorstellen kann, wie solche Figuren in die Heldenrolle passen. Auch General Warfield wurde schon mal erwähnt. Allerdings werden Menschen und Zerg nicht die ersten Prioritäten sein, die Blizzard angeht, wenn es um Legacy oft he Void geht. Artanis oder Rohana, wichtige Figuren der Erweiterung, könnten eher zu Heroes passen. Vorazun oder ihre Mutter Raszagal wären auch interessante Namen – aber das Problem, dass hier ins Spiel kommt, ist, dass es mit Zeratul schon einen dunklen Templer gibt. Wie viel kann man aus dunklen Templern noch rausholen? Und ganz nebenbei: Auch Zerg sind eher unterrepräsentiert in Heroes, als alter Zerg-Spieler finde ich das bedenklich.

Eigene Wünsche? Mehr Zerg.

Das Diablo-Universum ist gerade gut bedient, so könnte man sagen. Allerdings kann man hier auch seine Phantasie sehr schön spielen lassen. Meistgewünschter Diablo-Charakter ist wohl Deckard Cain the Elder, der als Unterstützer vielleicht irgendwie in den Nexus gebracht werden könnte. Böse Zungen behaupten, er bekäme eine Ulti, die „Stay a while and listen“ heißt und das gewamte gegnerische Team betäubt – kleiner Gag für Diablo-Spieler der alten Schule. Von allen Spielercharakteren fehlt mir eigentlich nur der Totenbeschwörer aus Diablo 2. Naja, und vielleicht ein Hydras setzender Magier. Aber die großen Potentiale sehe ich bei Engeln und vor allem Dämonen. Gerade Duriel oder andere Bosse aus Diablo 2 wären eine wahre Pracht. Die Hexen Adria und Maghda wären weitere Ideen und vielleicht kann man auch aus einfach sehr ikonischen Monstern Sanktuarios mal einen Helden machen – hat ja mit Brightwing/Funkelchen auch funktioniert. Gab es nicht in Diablo 2 diese nervigen Dschungelbewohner, die eigentlich immer aus dreien bestanden? Sowas würde ich ja gern mal als Held spielen.

Ich denke, Heroes bleibt interessant. Schauen wir mal, was alles machbar ist.

Quick – Blizzcon 2014 Tag I

Diese Nacht war der Beginn der Blizzcon, der Hausmesse des Computerspielgiganten Blizzard. Mit dem virtuelle Ticket war ich zeitweise direkt dabei, ein paar Sachen habe ich heute im Laufe des Tages nachgeschaut. Hier ein kurzer Bericht:
Opening:
(Man verzeihe mir, dass ich die Namen der Protagonisten nicht recherchiere, ich geb lieber weiter, was es so alles gab.) In der großen Zeremonie wurde natürlich zwanzig Jahre Warcraft und zehn Jahre World of Warcraft beschworen. Die vermutlich allgemein bekannteste Fantasyspielwelt überhaupt steht aber gar nicht so sehr im Mittelpunkt der diesjährigen Blizzcon, weil der vielfache beschworene vierte Teil von Warcraft nicht kommt – ein bisschen schade ist das schon – und weil in WoW das neue AddOn kurz vor der Tür steht, da gibt es also nichts so unbedingt Neues zu verkünden.
Nur im Kartenspielableger Hearthstone gibt es eine bald eintreffende Neuerung, die 120 neuen Karten von Goblins gegen Gnome, der ersten Erweiterung für Hearthstone. Das dazugehörende Kamingespräch habe ich aber noch nicht gesehen, kommt noch.
Interessant war, dass im Opening recht deutlich auf das Gamergate referiert wurde, dass klar gemacht wurde, dass Gamer sich auf die Gemeinsamkeiten und nicht auf das Trennende konzentrieren sollen, dass die widerlichen Verhaltensweisen, die das Gamergate ans Licht gebracht hat, von der Blizzardcommunity nicht geteilt werden sollen. Ich hätte mir das sogar noch ein bisschen deutlicher gewünscht – zumal sich ja auch Blizzard manchmal sehr testosterongesteuert gibt.
Die zweite eher kleine Ankündigung betrifft Starcraft II, das mit Legacy of the Void nun endlich zum Abschluss kommt. Dieser dritte Teil soll eine Protosskampagne spielbar machen, die mindestens so umfangreich wird, wie Heart of the Swarm – das aber aufgrund der fehlenden Länge auch hier und da kritisiert worden war. Die ersten Bilder aus Cutscenes und Kampagnenspiel waren auch schon sehr hübsch anzusehen. Blizzard hat in jedem Bereich wirklich gute Konzeptkünstler unterwegs und diese Legacy, dieser Abschluss der Serie wird ein Pflichtkauf. Allerdings geht das bisher gezeigte – die Neuerungen für Mehrspieler kommen erst diese Nacht – in eine Richtung, die sagt, dass wir genau das kriegen, was zu erwarten ist, eine gute Geschichte, einige gut Kampagnenmissionen, aber nichts sensationell Neues.
Für Diablo gibt es erst diese Nacht ein Panel, dort ist nicht mit zu viel Neuem zu rechnen.
Ein großes Ding ist natürlich im Moment Heroes of the Storm, das im Januar in die Closed Beta gehen soll. So closed wird die aber nicht sein, sind doch jetzt schon viele tausend Spieler in der Technical Alpha unterwegs – ich auch. In einem Trailer wurde neue Champions angekündigt, Warcraft schickt Jaina, Thrall und Sylvanas ins Rennen, und aus Blizzards Konsolenvergangenheit werden die Lost Vikings der erste Held, der aus drei Helden besteht. Dazu gibt es noch zwei bis drei neue Maps. Heroes kommt immer mehr ins Rollen. Dem geneigten Beobachter fällt allerdings auf, dass Starcraft und Diablo keine neuen Heroes bekommen.
Ach ja, und war da noch was? Genau, die ganz große Ankündigung war ja auch noch. Overwatch kommt! Blizzard macht jetzt auch in Shooter und das in einem neuen Franchise, denn Overwatch ist in einer relativ fantastischen Zukunft ungefähr in sechzig Jahren auf der Erde angesiedelt. Das Spiel soll rein auf PvP und 6er-Team-Maps ausgelegt werden. Besonderheit? Es gibt wie in Mobas sehr unterschiedliche Helden mit sehr unterschiedlichen Fähigkeiten, die über die Variationen, die bei Team Fortress oder ähnlichen Shootern bekannt sind, hinausgehen sollen. Mich betrifft dieses Spiel eher weniger, Shooter mag ich nicht sonderlich – aber zugegeben, der Cinematic Trailer ist beeindruckend und witzig gemacht, das Gameplay sieht natürlich schon enorm gut aus, scheinbar funktioniert ja eh alles, was Blizz so anpackt.
Nun gut, morgen mehr.

Der dritte und der vierte Akt – Diablo III

Ja, inzwischen bin ich durch, ja, ich hab mir Zeit gelassen, nein, ich habe mich nicht bemüht, wirklich gut zu spielen. Im dritten Akt hatte ich auch Probleme, kam um die eine oder andere Ecke und war sofort tot. Kleiner Tipp für Neu-Mönche: Nur auf Schaden gehen ist blöd, man sollte auch ein bisschen Vitalität sockeln.

Also von vorn. Die dämonischen Heerscharen sind los, ausgebrochen aus dem Krater des Arreat und die Bastion, der letzte strategische Punkt, den die Menschen halten, ist unter starkem Beschuss. Hier müssen wir uns als wahrer Held erweisen. Die belagerte Mauer schützen, eine Bresche in der Mauer schließen, Katapulte des Gegners plätten. Der dritte Akt ist kriegerisch hoch fünf, und er ist insgesamt der aufwendigste. Was hier abgeht, ist schwer zu beschreiben.

Ein Beispiel: Während man auf der Mauer dafür sorgt, dass die Dämonen zurückgedrängt und die eigenen Katapulte in Betrieb genommen werden, brechen nicht nur hier und da Stücke aus der Mauer, sitzen nicht nur plötzlich hausgroße Dämonen auf der Mauer und spucken ihre kleineren Kollegen dem Helden vor die Füße, nein, man kann auch immer wieder einen Blick aufs Schlachtfeld werfen, Dämonensoldaten in Massen und riesige Ungetüme einzeln heranwanken sehen. Das Gefühl, dass hier ein großer fantastischer Krieg geführt wird, ist greifbar.

Später, wenn man den Krater ein bisschen erforscht, kommt man in Teile der Hölle, und auch dort sind einige wirklich erstaunliche Bilder zu sehen. Es ist, wie so oft. Nein, die Grafik dieses Blizzard-Spiels ist nicht atemberaubend neuartig, eher ein Stück weit altmodisch – wer sich erinnern mag, der Vorgänger hatte schon dasselbe Problem, die Auflösung war unter aller Sau – und dennoch wurde er bis letzten Dienstag gespielt. Was Blizzard grafisch unglaublich gut hinbekommt, ist der Detailreichtum, die Stimmung, die Fantasie – auch wenn die in dem Fall Diablo düster ausgefällt. Vielleicht nicht ganz düster genug übrigens. Das hätte durchaus noch ein bis drei Spuren böser sein können.

Im vierten Akt, kam dann zugegeben die erste Enttäuschung. Zwar sind die Einspielfilmchen toll gelungen, der Himmel als Spielort ein netter Ausgleich – aber sorry, der vierte Akt ist definitiv zu kurz, nicht mal halb so lang wie die Akte zuvor und dazu auch noch nicht mal sehr abwechslungsreich. Tja, und dann ist man auf Stufe etwas über dreißig, weiß, dass die Höchststufe bei 60 liegt und fragt sich, ob die Langzeitmotivation ausreichend sein wird.

Ja, die Geschichte ist gut, ja, sie wird überragend gut und clever erzählt, und ja, alle paar Stufen spielt man aufgrund neuer Fertigkeiten und Runen ein fast ganz anderes Spiel, und dennoch, reicht das? Reicht das Erfolgssystem – das übrigens nicht so komfortabel zu erreichen ist, wie man das von WoW oder SCII gewohnt ist – dazu aus, dass man alle Klassen bis 60 bringen will? Oder könnte Diablo III ein Strohfeuer sein, dass in zwei bis drei Monaten niemand mehr spielt? Man bedenke, es gibt im Moment noch gar kein PvP – das soll nachgereicht werden -, es gibt keine Funmaps, keinen Mehrwert. Wie lange wird man spielen? Bis man alle drei Schwierigkeitsgrade durch hat? Bis man die Ultrarüstung hat, die Waffe, die unglaubliche DPS verteilt? Wenn ja, wofür?

Noch spiele ich, ich werde weiter berichten …

Der zweite Akt – Diablo III

Ja, ab in die Wüste, ab in den zweiten Akt, das war ja schon immer so, im zweiten Akt muss man … ja, es ist ein irgendwie seltsamer Zusammenhang, dass man wie im zweiten Diablo auch im dritten Diablo den zweiten Akt in der Wüste spielt, man kommt sogar einmal in die Endlosen Sande, die auch schon im zweiten Teil eine Ortsbezeichnung waren.

Das war es aber auch mit den großen Ähnlichkeiten, die Eisenwölfe ausgenommen, die man früher als Söldner mitnehmen konnte, die jetzt aber in der kaiserlichen Wache wichtig sind. In der Kaiserstadt Caldeum gibt es Stress. Die Hexe Maghda, die uns schon im ersten Akt ein bisschen auf die Nerven gegangen ist, hat ihre Hände im Spiel, es gibt auch wieder Schwierigkeiten mit irgendwelchen Dämonen, die alle Wege unsicher machen und während unsere Verbündeten sich um den Kaiserpalast kümmern, sorgen wir unterwegs für einige blaue Augen und abgerissene Körperteile. Apropos Körperteile, später müssen wir auch noch einen alten Magier zusammensetzen, und das gerät nicht zuletzt wegen dessen Versuchen, meinen asketischen Mönch zur Macht zu verführen, schon sehr unterhaltsam – ja, er redet mit uns auch schon bevor wir ihn wieder zusammengesetzt haben, was glaubt ihr denn?

Insgesamt gestaltet sich der Akt ähnlich wie der erste sehr abwechslungsreich. Weiter Bereiche mit einigen kleineren Zwischendungeons – ähnlich wie bei Diablo II, nur halt schöner – wechseln mit größeren Dungeons ab, sehr geskriptete Passagen mit den typisch zufällig generierten Landschaften. Auch in Sachen Monsterverteilungen darf man sich immer mal wieder stark an den zweiten Teil erinnert fühlen. Einzelne goldene Minibosse mit einigen Dienern drumherum kommen ebenso vor, wie die blauen Bossgruppen – fürs Spiel relevante Bosse sind violett beschriftet, da weiß man doch, woran man ist.

Mit dem geringen Übel Belial – die großen Übel wie Diablo selbst oder Baal, hat man ja schon in Diablo II geplättet – haben wir dann am Ende des zweiten Aktes auch den ersten so richtig üblen Boss. Und der ist immerhin so schwer, dass er mir wirklich Mühe machte – kein Boss für Nahkämpfer, und ich habe irgendwie ewig gebraucht, um die Mechanik zu kapieren.

Ansonsten ist der Schwierigkeitsgrad nicht übel. Kein großes Problem, aber auch nicht so, dass man überall einfach reinlaufen kann. Es gibt sehr interessante Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Fähigkeiten, und irgendwie bin ich ganz froh, dass mein Mönch sich auch ein bisschen heilen kann. Ab dem zweiten Akt, so hat man das Gefühl, werden die Heilorbs einfach weniger, und das stört schon mal ein wenig.

Abwechslungreich, gut erzählte Geschichte, jo, das ist schon sehr gut im zweiten Akt … es wird eine Fortsetzung geben.

Der erste Akt – Diablo III

Es ist schwierig, sich loszureißen, aber ich habe es geschafft. Es sollte zumindest für einen Minireview des ersten Aktes reichen.
Seit gestern ist Diablo III draußen, vielleicht gibt es schon ein paar Leute, die durch sind mit dem normalen Schwierigkeitsgrad, aber ich habe gerade ungefähr bei der Hälfte des zweiten Aktes ausgeloggt, damit ich mal was anderes mache, zum Beispiel über D3 bloggen. Als erstes muss ich meckern. Ich, der ich ja in dem einen oder anderen Forum schon als Blizzard-Fanboy demaskiert wurde, bin in einer Hinsicht gar nicht zufrieden. Es gibt Downtimes, es gibt Zeiten, in denen man sich vor lauter Mitspielern nicht einloggen kann. Das macht mich bei einem Spiel, dass ich im ersten Durchlauf nur allein spiele, um die Story voll mitzubekommen, relativ sauer.
Ich kaufe kein Spiel, um es am Tag des Erscheinens nicht spielen zu können. Und sorry, Blizzard, aber wenn ihr eines der erfolgreichsten Spiele der Computergeschichte nach ZWÖLF Jahren fortsetzt, dann müsst ihr einen solchen Ansturm doch vorherwissen. Dieses Spiel wird seit mehr Jahren heiß erwartet, als viele heutige Gamer überhaupt einen PC besitzen. Es wäre kein Problem gewesen, diesem Spiel auch einen Offline-Modus zu geben, solche Spielzeiteinbußen an den ersten Tagen sind echt nervig. (Ja, ich weiß, wir haben noch Jahre, um dieses Spiel zu spielen, aber „Erscheinungstag“, HALLO?)
So, genug gemeckert. Ich bin dann mal in Tristram. Also eigentlich Neu-Tristram, und ein fallender Stern hat dafür gesorgt, dass bei jeder Menge Untoten das „Un“ wieder zu streichen ist. Und das löse ich mit dem Recht der Faust, mein erster Charakter ist ein Mönch, und der ist eine gute Wahl – immerhin ist er erst zweimal gestorben, und beide Male war es eher der Müdigkeit geschuldet, als der Schwierigkeit. Ein bisschen muss man schon in Frage stellen, ob es Wiedererkennungswert haben soll, dass man wie in D2 erst mal Deckard Cain retten muss – dieses Mal allerdings nicht in Alt-Tristram, sondern gleich in den Katakomben der Kathedrale, die man vor etwa 15 RL-Jahren schon mal von einem gewissen Herrn Diablo befreit hat. In Sanktuario-Jahren ist das noch ein paar Jahre länger her.
Für Spieler, die schon Diablo gespielt haben, also den ersten Teil, ist dieser erste Akt des dritten Teils von Nostalgie geprägt. Nicht nur in der Tristram-Musik, die natürlich den ersten Akt durchzieht, nicht nur mit dem Charakter Deckard Cain, den wir vom ersten Tag der Spielreihe an kennen, sondern vor allem, weil der erste Akt die gesamte Geschichte des ersten Teils nicht nur andeutet, sondern gleich mal in Tagebucheinträgen aller möglichen Figuren erzählt, ja, Leoric und andere selbst zu Wort kommen lässt.
Für Neu-Diableristi wird das sicherlich auch ganz nett sein, für Fans der Serie, für Spieler des ersten Teils, ist das großartig. Ach, überhaupt die Geschichte, die Art der Geschichtserzählung, das ist ein Riesenunterschied zu den ersten Teilen. Ja, es gab auch in den ersten beiden Teilen so was wie eine Geschichte, klar, aber im Vergleich war das fast nichts. Der zweite Teil hatte 24 Questen, und die waren auch nicht mit besonders viel Geschichte ausgestattet. Das ist jetzt völlig anders. Jede Quest, so einfach sie auch sein mögen, hat Geschichte, die sie erzählt, sogar die meisten Nebenquests. Jede bringt ein bisschen mehr Stimmung, ein bisschen mehr Tiefe – etwas, was für Diablo bisher nie so richtig wichtig war, aber keinesfalls stört. Besonders clever: man kann sich entscheiden, ob man die Erzählungen hören will, wenn man das macht, spielt man einfach weiter, während einer Stimme lauscht. Also keine Unterbrechung im Spielfluss, die Geschichte gibt es als Hörbuch mit.
Daneben gibt es immer mal wieder auch Filmchen, die auf die Charakterklasse angepasst sind – viele Dialoge übrigens auch, also zumindest mit den Begleitern. Wenn man dem Mönch eine Weile zuhört, könnte man fast selbst fromm und asketisch werden. Was ein bisschen fehlte, war ein richtiger Gegner im Hauptkampf des ersten Aktes, denn der Schlachter ist halt irgendein sehr großer Dämon, aber niemand, der schon länger unsere Feindschaft erregt hat – andererseits ist er halt auch eine wunderbare Reminiszenz an den Butcher aus dem ersten Teil, und vor dem hatten wir damals sehr viel Respekt.
Der Schwierigkeitsgrad ist – ja, muss man sagen – eher lasch. So richtig spannend wird das sicherlich erst, wenn man auf einem höheren Schwierigkeitsgrad unterwegs ist – aber Geschichte erleben hat bei mir erst mal Vorrang. Die werde ich auch im nächsten Beitrag weiter kommentieren, wenn es dann um den zweiten Akt geht, der wie bei D2 auch, in der Wüste spielt, obwohl ich Lut Gholein immerhin noch nicht gesehen habe. Kommt danach der Dschungel? Ich weiß es nicht, werde es aber herausfinden, das ist mal sicher.