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Die Kindheit des Dr. M – Theaterstück

Ich habe in der Vergangenheit ein paar Theaterstücke geschrieben, ich werde die nach und nach hier veröffentlichen, will heißen, das Stück selbst ist als PDF bei Archive.org hochgeladen, hier rede ich ein bisschen drüber, und natürlich verlinke ich auch. Also HIER.

Manche, die alte Krimis mögen, die können schon drauf gekommen sein, hinter dem Kindertheaterstück steckt eine sehr freie Interpretation des „Dr. Mabuse“ von Norbert Jaques, unsterblich gemacht durch Fritz Lang.

Irgendwann erinnerte ich mich an die fast schon mythisch überhöhten Filme der Sechziger zum Thema, die ich selbst als Kind gesehen hatte. Ziemlich gruseliger Stoff, und etwas, was ich als Kind ziemlich stark fand. Nun, heute find ich die Filme nicht mehr stark, und auch mit dem Buch konnte ich gar nicht so viel anfangen. Aber andererseits war der Mythos in meinem Hinterkopf, und ich wollte damit mal irgendwas machen. Und dann kam es, dass ich für eine Kindergruppe ein Stück brauchte, und plötzlich hatte ich eine Verbindung.

Also begann ich zu recherchieren, merkte, dass ich nur ein paar Motive wirklich spannend fand, benutzte die aber, um darauf eine kleine Geschichte aufzubauen. Dr. M, mit dem schönen Vornamen Marcus-Max versehen – oder doch Max-Marcus? Die Rollen verwechseln das im Stück immer mal wieder – hat eine kleine Untergrundorganisation aufgebaut. Allerdings ist erst zwölf, und auch seine Handlanger sind so in dem Alter. Allerdings kommt ihm eine Gruppe um die leicht snobistische Geraldine hier und da in die Quere. Dabei hat Marcus-Max bei seinen durchaus skrupellosen Machenschaften ja sogar ein gar nicht so verbrecherisches Ziel: Eine Schule nur für Kinder, ganz ohne Lehrer. Und es gibt noch ein paar andere Ideen, die gar nicht so übel klingen. Aber ich will ja neugierig machen, also erzähl ich mal nicht so viel mehr.

Es handelt sich um ein Kinderstück, in dem es auch um Kinder geht – denn die Kinder spielen und streiten wie Kinder, auch wenn die Zusammenhänge manchmal etwas märchenhaft werden. Es gibt auch einige recht witzige Momente, sowohl die humoristisch etwas gröbere Kelle, die von Kindern allgemein bevorzugt wird, als auch ein paar kleinere Ironien, damit auch Eltern und Großeltern was zu schmunzeln haben. Idealer Einsatzort sind Kindertheatergruppen und Schulklassen, so irgendwo zwischen neun und dreizehn Jahren. Ein paar der Rollen, speziell in den Reihen der M-Anhänger, können auch von weiblich auf männlich umgeschrieben werden – die Verteilung entspricht schlicht der Gruppe, für die ich das Stück geschrieben habe.

Das Stück dauert eine gute halbe Stunde, auch eine Dreiviertelstunde ist machbar, kommt auf die Inszenierung an. Das ist auch eine Zeit, die Schauspieler in dem Alter problemlos hinbekommen. 13 Rollen, der Schreibung nach elf Mädchen und zwei Jungen, aber das ist anpassbar. Viel Spaß beim Lesen, und wenn es jemand spielen will, einfach mal anfunken, Danke!

Der Albtraum ist vorbei – Mein Verfahren ist eingestellt …

Ich habe eben einen Text geschrieben, da war alles, was mich heute bewegt noch total frisch. In der totalen Emotionalität habe ich geschrieben:

Für viele wird diese Überschrift jetzt kryptisch sein, aber ich muss da gerade mal etwas herausschreien: DAS VERFAHREN IST EINGESTELLT!!!!1elf!!!! Ich bin noch etwas emotional, die Last von fast acht Monaten ist gerade von mir abgefallen. Ich werde das noch verarbeiten müssen. Ich habe auch immer noch Tränen in den Augen, ich kann noch nicht so richtig frei atmen, es ist alles noch zu frisch. Ich stand eben beim Bäcker an der Theke, als meine Anwältin anrief, und mir verkündete, dass ich dieses Jahr Weihnachten einfach mal um zehn Tage vorziehen dürfte.

(Der Autor in mir möchte das jetzt mal irgendwie strukturiert haben.)

Was für ein Verfahren, wozu hast du eine Anwältin? – Nun, vor knapp acht Monaten zeigten mich die Eltern einer Schülerin an. Es ging um Missbrauch einer Anvertrauten, die „Opfer“-anwältin sprach sogar von Kindesmissbrauch. Jetzt kann man sich in einem solchen Fall so unschuldig fühlen wie man will, die Welt bricht trotzdem zusammen. Genau das passierte. Ich wurde aus dem Haus ausgesperrt, dessen Theaterarbeit ich die letzten Jahre geprägt habe, ich durfte bald gar nicht mehr arbeiten. Und weil ich auch noch Direktkandidat bei der Landtagswahl war, fand ein Journalist es auch noch lustig, das gegen mich eingeleitete Ermittlungsverfahren nicht nur in die Zeitung zu bringen, nein, er nannte mich auch noch mit vollem Namen, die BLÖD entblödete sich natürlich desweiteren auch nicht, auch noch das Foto aus meinem Wikiprofil zu klauen (Hallo? Urheberrecht? Leistungsschutzrecht? Und überhaupt?) und mich gleich so der Welt zu präsentieren. Danke! Großartige journalistische Arbeit! NICHT! (Ihr merkt, ich bin immer noch etwas emotional, aber das geht halt gerade auch nicht anders.)

Ich bin Künstler, sogar piratiger Künstler, so hat es mir bis zu diesem Tage im Mai eigentlich noch nie was ausgemacht, was wer über mich sagt. Ich lebe nicht mit kunstvoll errichteten Fassaden, ich kehre mein Innerstes in meinen Texten und Stücken und auch im ganz normalen Leben recht gern und häufig nach außen. Aber hier ging es natürlich um etwas anderes. Werden in Zukunft, nachdem so viel Scheiße über mich gekübelt wurde, noch Eltern mir ihre Kinder anvertrauen? Eine Frage, die ich gerade nicht beantworten kann, und ein Grund, warum ich mich zwar jetzt frei fühle, aber ich weiß natürlich, dass noch viele Berge vor mir liegen, über die ich rüber muss.

Ich habe ein Jahr durchlitten, dass mehr als düster war. Wer sich einen Eindruck machen will, kann ja in Phantasmorghul ein bisschen kramen. Mein Künstlerblog hat mich in den dunkelsten Momenten irgendwie über Wasser gehalten, weil ich dort alles verarbeiten konnte, was da in mir an Depression, an Verzweiflung war. Und es gab Freunde, die mir geholfen haben, Familie, die für mich da war. Ich weiß nicht, ob ich ohne die alle noch da wäre. Und es gibt da eine Partei. Und die Erfahrungen, die ich dort gemacht habe, waren fast durchgehend positiv. Vor allem gab es da viele Menschen, mit denen ich, egal ob sie etwas davon wussten oder nicht, vertraut zusammenarbeiten konnte. Und das hat unendlich gut getan.

(Ist da jetzt eine Struktur? – Nein, egal!)

Also jetzt eingestellt, Mangel an Beweisen, oder was? – Nein, ich bin leider kein Jurist, oder auch glücklicherweise, und ich habe vergessen, wie der Fachterminus ist. Ihr dürft ihn gerne in die Kommentare schreiben, wenn ihr ihn wisst. Gemeint ist auf jeden Fall, dass die Staatsanwaltschaft nicht genug an meine Schuld glaubt, dass sie eine Hauptverhandlung beantragt. Das entspricht einem Freispruch vor Gericht. Es heißt schlicht und einfach, dass ich unschuldig bin. So, jetzt überrascht mich das natürlich nicht. Seit Monaten sage ich, dass das Verfahren eingestellt werden wird, ich weiß ja, dass ich unschuldig bin. Aber es ist keine Frage von Überraschung, wer mal auch nur einen kleinen Einblick in die Justiz findet, der kann es durchaus mit der Angst bekommen. Da geht es nämlich gar nicht so rational zu, wie wir uns das wünschen würden. Letztlich gibt es in einem solchen Fall nicht so fürchterlich viele Beweise. Es kommt also darauf an, wem mehr geglaubt wird. Jetzt habe ich bis heute keine Aussage gemacht – weil meine Anwältin das für die beste Taktik hielt -, und ich werde es auch nicht tun, weil ich den Schorf nicht abreißen will, der sich so gerade über meinen Wunden gebildet hat. Mir reicht es, dass ich nicht nur selbst weiß, dass ich unschuldig bin, sondern das jetzt auch von der Staatsanwaltschaft noch schriftlich bekomme.

Jetzt könnte ich noch lange klagen, zum Beispiel über die zehntausend Euro, die mich der Spaß wohl insgesamt kostet, dass ich völlig pleite bin und nicht weiß, wie lange mein Auto noch fährt. Aber das Klagen ist jetzt vorbei, denn ich bin frei. Der Vorwurf ist weg. Und das ist ein Weihnachtsgeschenk, wie ich noch keines hatte. Meine Fresse, tut das gut.

Jetzt ist es fast Weihnachten, und zu jedem Weihnachten gehört für mich „Ist das Leben nicht schön?“, der Weihnachtsklassiker, den ich mal auf eine Bühne gebracht habe, mit dem ich viele Menschen begeistert und glücklich gemacht habe. Jetzt wünsche ich mir nur noch einen Engel – ja, ich weiß, ich glaube nicht an so was 😉 – einen Engel wie Clarence, der mir mein Leben zurückgibt.

„Clarence! Clarence! Ich will leben! Bitte Clarence, ich will leben, gib mir mein Leben zurück!“

Mein erstes EBook

Nein, ich habe mir kein EBook gekauft, mir fehlt im Moment noch die Hardware, aber ich habe mein erstes EBook online gestellt.  Hier kann man es bei Amazon finden, und erst mal auch nur bei Amazon, denn will man nicht, dass das eingenommene Geld zum größeren Teil an Amazon geht, muss man sich erst mal verpflichten, es digital auch nur dort anzubieten. (Das gilt aber nur für die ersten neunzig Tage, danach kann man das ändern.)

Erst mal zum EBook: „Maia im Fieber“ ist eine Erzählung, eine Verarbeitung des gleichnamigen Theaterstücks, dass ich vor ein paar Jahren für eine Gruppe geschrieben und mit ihnen inszeniert habe. Es geht um Fieber, um Erinnerung, um das Abtauchen in das eigene Unterbewusstsein. Maia ist irgendwas zwischen 14 und 16, und sie übernachtet wohl bei ihrem Freund, und sie ist offenbar so krank, dass sie mehr in Träume fällt, als einschläft. Und die Idee zu dem Theaterstück war damals, dass es spannend wäre, in diese Träume hereinzuschauen. Als ich das Ganze dann in Prosa umgesetzt habe, dabei recht dicht am Stück geblieben bin, habe ich genau diese Bilder, die ich mir für die Bühne vorgestellt hatte – und die dann zum Teil nicht so umzusetzen waren – genutzt, an ein paar Stellen konnte ich das auch noch sehr stark erweitern.

Hätte ich eine andere dramatische Form gesucht, hätte ich wahrscheinlich noch einige neue Szenen versucht, nach neuen Facetten gesucht, aber die Umsetzung in Prosa war eine andere. Da bin ich zumindest in der Reihenfolge und dem Ablauf in der alten Bahn geblieben. Die Atmosphäre ist härter, als ich das Stück inszenieren würde, was wahrscheinlich auch mit meiner persönlichen Stimmung in den letzten Monaten zu tun hat. Ja, die Erzählung ist an manchen Stellen sehr düster. Ein Leser meinte, es wirkt ein wenig wie Franz Kafkas „Alice in Wonderland“ – und wirklich merke ich im Moment, wie die düstere Sicht eines Kafka mich fasziniert. Immer wieder hat sich ein bisschen Horror in die Szenen eingeschlichen, etwas, was im Stück so kaum vorkam.

Zum Veröffentlichen: Jetzt kann man mich natürlich durchaus beschimpfen, weil ich ja mein Büchlein einem proprietären Anbieter anvertraut habe. Immerhin habe ich auf DRM verzichtet, was man beim Kindle durchaus kann. Aber für mich ist das alles vor allem ein Experiment. Ich wollte auch ganz schlicht mal schauen, wie das überhaupt funktioniert. Große Verkaufszahlen erhoffe ich mir nicht, auch wenn ich natürlich gerne mitnehme, was es so gibt. Letztlich fordern wir Piraten ja Plattformen, wo man als Urheber nicht völlig ausgezogen wird, wo die Einschränkungen und Barrieren gering sind. Das bietet Amazon den Autoren an. Und im EBook gibt es eben auch die Möglichkeit, kürzere Sachen zu veröffentlichen, die auf dem Papiermarkt alleinstehend eh keine Chance hätten.

Ja, muss es denn Amazon sein? Tja, irgendwie vermutlich schon. Ich mein, ich bin selbst noch nicht als Kunde in Sachen EBooks unterwegs, wo findet man denn mehr Kunden?

Tja, und jetzt würde ich mich natürlich über jeden Kauf, jedes Weiterempfehlen freuen. Und ich halte euch auf dem Laufenden, wie es so weitergeht.

Meine Kandidatur, mein Verfahren, meine Lage

Wer mich kennt, weiß, dass ich mich nicht lange wegducken kann, ist nicht in meiner Natur. Gestern gab es einen Artikel in der Oberbergischen Volkszeitung / Kölnischen Rundschau – den ich nicht verlinken kann, weil die Rundschau immer noch glaubt, man verkauft mehr Zeitungen, wenn man möglichst keine Artikel auf seine Homepage bringt – und in diesem Artikel wurde allgemein bekannt gemacht, dass gegen mich ein Ermittlungsverfahren läuft. Ich soll eine 14jährige missbraucht haben.
Zu dem Vorwurf kann ich nichts sagen. Aufgrund der Strafprozessordnung und den Mühlen der Justiz habe ich bislang keinen Einblick in die Akte, und so lange diese Situation anhält, schweige ich auf anwaltlichen Rat. Ich kann nur bestätigen, dass es diesen Vorwurf und ein Ermittlungsverfahren gibt.
Unter normalen Umständen hätte man nie meinen Namen in die Zeitung drucken dürfen, nur leider bin ich gewählter Direktkandidat der Piraten, und so sah sich der Redakteur der oben genannten Lokalzeitung im Recht, auf den Schutz meiner Persönlichkeitsrechte zu pfeifen. Ich kann es mir leider nicht leisten, die Frage, ob das wirklich rechtmäßig ist, vor einem Gericht auszufechten. Diesem Redakteur, der nebenbei gesagt auch noch sehr aggressiv in seinen Telefonaten auftrat und mich anschrie, ich solle doch ein Statement abgeben, ist pünktlich eine gute Woche vor der Landtagswahl die Sache gesteckt worden, und ganz zufällig kam der Artikel dann drei Tage vorher – ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Ob jemand mir persönlich schaden wollte, oder ob die ganze Sache eine politische Dimension hat, mag ich nicht beurteilen. Es gab genug Menschen aus den Reihen der politischen Gegner, die davon wussten. Aber vermutlich wird man da nie hinter kommen.
Als ich von der Anzeige erfuhr, habe ich sehr bald, nach dem ersten Gespräch mit meiner Anwältin, mit dem Landesvorstand in Person von Alex Reintzsch gesprochen. Ich habe ihm auch angeboten, meine Kandidatur aus persönlichen Gründen zurückzuziehen. Er hat mir damals gesagt, dass das nicht zu uns passen würde. Und die Argumentation habe ich gut verstanden, habe sie angenommen. Wir sind die Partei der Menschenrechte und des Grundgesetzes. Die Unschuldsvermutung ist ein Menschenrecht. Ein Rücktritt wäre ja schon, zumindest für Eingeweihte, ein Schuldeingeständnis gewesen. Das war es natürlich nicht, was ich vorhatte, ich wollte nur möglichen Schaden von der Partei abwenden. Aber Alex hatte prinzipiell Recht, ich bin unschuldig, so lange mich kein Gericht verurteilt.
Im Nachhinein denke ich mir schon, dass ich mich falsch entschieden habe, und zwar aus ganz selbstsüchtigen Gründen. Niemand hätte den Schmutz über mir auskübeln können oder besser dürfen, wenn ich kein Kandidat wäre. So sehr bin ich ja nun sonst doch nicht in der Öffentlichkeit. Jetzt noch zurückzutreten ist keine Alternative. Erstens, siehe das Argument von oben, ich bin ja zum Zeitpunkt der Wahl auf jeden Fall unschuldig, zweitens, ich bin Direktkandidat ohne Chance auf Erringung eines Mandats, es gibt also keinerlei Auswirkungen.
Der Schaden ist passiert, die schlechte Presse und es tut mir für jeden leid, der auf den Infoständen den Kopf für mich hinhalten muss. Aber jetzt hektisch zurückzutreten, würde uns nicht helfen und würde nur bedeuten, dass wir genauso denken, wie die Etablierten. Da muss jetzt Prinzip und Grundrecht einfach vor Populismus stehen. Glücklicherweise habe ich viel Rückhalt in der Partei, hier vor Ort und in den Vorständen.
Meine persönliche Lage ist natürlich zum jetzigen Zeitpunkt mehr als angespannt. Aufgrund der Vorwürfe wurde ich suspendiert, und habe sogar Hausverbot in den Räumen, in denen ich jahrelang Theater gemacht habe. Morgen ist die Premiere meiner Woyzeck-Inszenierung und ich bin nicht dabei. Das ist mehr als schmerzhaft. Im Prinzip habe ich damit auch Berufsverbot, weil ich quasi alle Aufträge verloren habe, die in nächster Zeit meine Börse füllen sollten. Ob man da noch von Unschuldsvermutung sprechen kann, mag ich jetzt auch nicht beurteilen, das kann ja nur bitter ausfallen, auch wenn ich Verständnis dafür habe, dass man um den einen oder anderen Ruf besorgt ist. (Die Polizei und meine Anwältin sagen übrigens, dass es keinen Grund gibt, nicht zu arbeiten. Man müsste sich nur ein wenig absichern.)
Das alles ist finanziell problematisch, es ist eine Binsenweisheit, dass Künstler meistens nicht allzu vermögend sind. Ich lebe noch ein bisschen von dem Geld, das ich mir für ein anderes Auto zurückgelegt habe, aber das wird nicht lange reichen. Aber eine andere Sache ist da noch viel problematischer: Ich will arbeiten! Ich stecke voller Texte, Inszenierungen, voller Ideen, die ich im Moment weder realisieren, noch ernsthaft strukturieren kann. Die andauernde Grübelei bringt mich an den Rand des Wahnsinns, und ich produziere kaum etwas, weil ich kein Ziel habe, weil ich an irgendwelchen Hürden hängen bleibe, die ich mit klarem Kopf problemlos nehmen könnte. Viele sagen, sie wollen mir helfen, ich muss auch ein bisschen was richtig gemacht haben, weil ich sonst nicht so viele Beweise von Freundschaft und Vertrauen bekommen würde. Aber die einzige Hilfe, die ich im Moment wirklich brauchen würde, wären Aufträge, wären Texte zu schreiben, Auftritte und Stücke zu inszenieren, halt zu arbeiten.
Aber ich bin wirklich nicht undankbar. So dreckig es mir auf der einen Seite geht, weil Anschuldigungen und Presse natürlich jeden in einer solchen Situation fertig machen, so froh bin ich, dass so viele Menschen hinter mir stehen, dass ich mir so vielem Rückhalt und so vieler Hilfe sicher sein kann. Und ein Gutes hat die Pressehetzjagd, die natürlich auch die anderen Medien nachziehen – so was kann man schlecht ignorieren -, dann auch. Wenn es jetzt eh jeder aus der Zeitung wissen kann, dann kann ich auch anders damit umgehen. Wenn es juristisch nicht völlig unklug wäre, würde ich noch viel offener mit allem umgehen. Letztlich ist Transparenz eben nicht nur irgendsoein Begriff, von dem die Piraten dauernd reden, es ist mir ein wichtiges Anliegen.
Und als Letztes: Sollte jemand wegen den Vorwürfen sich dazu entschließen, nicht die Piraten zu wählen, dann kann ich nur abraten. Die Wahl ist wichtiger, als ein kleiner Direktkandidat in der oberbergischen Provinz. Es geht darum, dass sich endlich was ändert, und das die geilste Partei in den Landtag einzieht, die ich mir vorstellen kann – und ich bin Künstler, ich kann mir verdammt viel vorstellen!