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Quick – London Riot

Schon mit Sorge muss man betrachten, was da in London passiert. Das ist nicht mehr Randale, das ist schon eher ein Aufstand. Menschen, Autos, Gebäude – es wird zerstört, was man zerstören kann. Auslöser ist, dass die Polizei einen Mann erschossen hat. Die Situation, in der dies geschah, ist wohl noch nicht so wirklich belegt, man weiß gar nicht so genau, wie das alles passiert.
Aber ich will auch gerade gar nicht ausdifferenzieren. Ich werde gerade an den einen oder anderen negutopischen Roman erinnert, an Bücher, die in einer zukünftigen Welt spielen, in der eine Plutokratie herrscht, in der die verarmten Verlierer der Gesellschaft rebellieren und einzelne Bezirke rechtlos werden, oder vom organisierten Verbrechen beherrscht. So weit entfernt scheinen wir von diesen fiktiven Zukünften nicht mehr entfernt zu sein, und es scheint so, als ob die früheren Autoren in einigen Sachen die Zukunft ganz gut vorweg ersinnen konnten.
Jetzt mal Butter bei die Fische, da gibt es Stadtviertel in denen die Verlierer zusammengepfercht werden, Menschen, die keine Anlaufstelle haben und keine Zukunft, die durch den Alltagsrassismus klein gehalten werden – da braucht man sich nicht wundern, dass die irgendwann ausflippen, oder? Wie lange dauert das, bis das auch bei uns passiert? Der Alltagsrassismus ist bei uns auch verbreitt, Kinder mit einer anderen als der „normalen“ Hautfarbe, mit ausländischen Namen und Gesichtern, werden bei uns noch mehr von guten Schulabschlüssen abgehalten und wenn der alltägliche Rassismus auch noch mit alltäglichem Antiislamismus durchsetzt wird, woran seit 2001 ein großer Teil der deutschen Politiker und Medien arbeiten, dann ist es doch nur eine Frage der Zeit. Der Druck wird stärker, und Druck muss entweichen. Die Bilder werden wiederkehren, in England, in Frankreich, den USA und bei uns, überall, wo in Banken investiert wird und nicht in Menschen.