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Die Bildzeitungspartei ist da!

Uih, es gibt eine neue Partei. Naja, das ist eigentlich keine große Nachricht wert, Parteien gibt es immer mal wieder neue, eine Parteiengründung ist auch gar nicht so schwer. Aber diese Partei bekommt viel Öffentlichkeit, was kleinen Parteien bei ihrer Gründung nur selten so passiert.
„Alternative für Deutschland“, ein großer Name, und wie so oft in der Geschichte der deutschen Parteien, hat dieser Name mit dem Inhalt wenig zu tun. Kennt ihr schon, oder? Bei der CDU hört man nicht viel vom christlichen Armutsideal, die Freien Demokraten finden eine Befreiung von der Geldherrschaft lästerlich und ganz und gar gegen ihre Prinzipien. Und die Piraten haben noch nicht mal Schiffe in einer einigermaßen angemessenen Zahl.
Genauso hat die AfD natürlich nichts mit dem schönen Wort „alternativ“ zu tun. Alternatives Denken gibt es da nicht, da gibt es Stockkonservative und gut angezogene Nationalisten, deren Glatzen nicht rasiert sondern echt sind. Was aber nicht über gedankliche Ähnlichkeiten hinwegtäuschen sollte.
Die wichtigen Leute dieser Partei sind dann auch gleich in größerer Nähe zu den nationalistischen Schlagzeilen der Bildzeitung, als sich das selbst schwarz-gelb traut. In lustiger Verkennung der Sachlage wird da auf Griechenland geschimpft und – ohne die Klischees geht es ja nicht – davon gesprochen, dass man ja nicht die korrupten Griechen finanzieren wolle. Wir als deutscher Staat finanzieren übrigens nicht Griechenland, wir finanzieren die Gewinne unserer Banken, die dort alles dem Boden gleich machen. Aber was versuche ich es mit Argumenten? Die AfD hat das mit den Argumenten sicherlich nicht vor. Da geht es nur um eines, mit den nötigen Klischees Ressentiments zu bedienen und die öffentliche Meinung weiter in Richtung Nationalismus zu verschieben.
Dabei ist das Prädikat „Anti-Euro-Partei“, was sich die AfD ja auch selbst aufgebaut hat, nicht nur ein Klischee – hier haben wir auch ein Dogma. Und das steht natürlich dem etablierten Dogma gegenüber. Die Alternativlosigkeit, die schwarz-gelb dem Euro unterstellt, steht der „Alternative“, dass wir zu der guten alten D-Mark zurück müssen. Da wird dem Dogma der Neunziger das Dogma der Siebziger gegenübergestellt. Und was hilft uns das? Natürlich gar nichts. Nur undogmatisches Denken hilft uns weiter. Und natürlich muss man über verschiedene Szenarien sprechen, natürlich darf man auch kein Denkverbot darüber aufstellen, keine zwei Pfade zementieren, wenn es vielleicht noch ein paar andere Möglichkeiten gibt. Ja, wir müssen von der Alternativlosigkeit weg, aber von der aus nach vorn, nicht ganz weit nach hinten!
Heute wurde nun das Zitat von einer dieser AfD-Mumien bekannt, wo dann auch mal Gesicht gezeigt wird, Gesicht gegen Menschenrechte: Eienr der Vorständler hat gefordert, dass Arbeitslosen das Wahlrecht aberkannt wird. Das Zitat ist ein paar Jahre alt, aber da Dummheit üblicherweise eine lange Halbwertszeit besitzt, können wir sie ja an solchen undemokratischen Ideen und Worten erkennen: Wir sprechen hier nicht von einer demokratischen Partei mit Bekenntnis zu Menschenrechten. Die AfD ist eine Ansammlung von undemokratischen Rechten.