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Naxx clear

Na, da hatte ich mich aber längere Zeit enthalten, also nicht dem WoW, aber dem Schreiben darüber. Inzwischen habe ich mit Jäger und Heilpaladin Naxxramas leer gemacht, was insgesamt recht flott gegangen ist – wir sind recht schnell eingespielt geworden, das funktioniert  besser als erwartet.

 

Seuchenviertel: im Seuchenviertel gibt es erst mal einen netten Test für den Equipstand des Raids, denn direkt am Anfang gibt es brutale Brühschleimer, die man entweder großflächig und langwierig durch die Gegend kitet, oder wie wir es machen, sich einfach darauf verlässt, dass Heilung und Tank was können – was allerdings zu Heilerhöchstleistung führt – weiß man das nicht, kann man sich schon ziemlich erschrecken, denn zwei von den Viechern machen mehr Schaden als Spinnenviertelendbossin Maexxna auf Enrage – also zumindest gefühlt. Die Schadensverteiler werden anders getestet, die müssen Gargoyles plätten, die sich immer wieder selbst hochheilen. Reicht der Fokusdamage nicht, sind die Gargoyles schon das Ende des Raids. Bei den ersten Versuchen mussten wir uns ganz schön strecken, Schmuckstücke aktivieren und ähnliches, inzwischen sind die Flattermänner auch nur noch Routine.

Dann geht es zu Noth, einem der einfachsten Bosse in Naxxramas. Hier muss man zwischendurch auf herbeikommende Skelette achten und zwischendurch macht sich der Boss mal dünne, aber inzwischen teleportiert er sich nur noch einmal, so was geht, wenn man im 10er sieben DDler mitnimmt.

Danach gibt es eine Menge Trash der gerne auch mal netten Loot verspritzt, und schon ist man bei Heigan – dem Tanzboss. Hier muss der gesamte Raid zwischendurch eine komplizierte Rennerei veranstalten, was wir mit Rauchsignalen und gekennzeichneten Vorturnern vereinfachen, was aber immer wieder zu herumliegenden Kollegen führt. Zweimal habe ich diesen Boss nun überlebt, drei- oder viermal musste ich hinterher aufgekratzt werden, ich mein, ich hätte es nun raus, aber wer weiß das  … nicht mein Lieblingsboss.

Dann geht es zu Endboss Loatheb, der für die DDler nur Spaß bedeutet, kann mein Jäger doch zwischendurch mit mehr als hundert Prozent Chance kritische Treffer verteilen, zum Heilen ist er weniger witzig, da es alle 15 Sekunden drei zum Heilen gibt, verpasst man eine Chance, kann das schon mal schwierig werden …

Konstruktviertel: hier werden seltsame Monster konstruiert, was dazu führt, dass man gegen zombieeske Fleischberge mit Namen wie „Flickwerk“ antreten muss. Der ist auch der erste Boss. Ein reiner DPS-Kampf wie man sagt, die Damagedealer fahren hier einfach ihre ideale Rotation, die Heiler rotieren ein bisschen mehr – besonders kleine Heilpaladine, die einen nicht auf Tank geskillten Todesritter hochhalten müssen, da heilt man sich die Fingerspitzen blutig. Aber mit meinem Jäger ist das der reine Spaß, 3400 Schaden pro Sekunde im 10er Raid, nicht so übel für einen Spieler, der nicht zehn Stunden pro Tag on ist.

Ihhh, Spritzen! Das fällt zum nächsten Boss Grobbulus ein, vorher stirbt man gerne mal bei einer Froggerbarriere, ein dämliches Laufspiel, für das man keine LAGs haben darf. … injiziert immer wieder in die Spieler ein Mutagen, dass man nicht einfach runterheilen darf, weil es sonst den Spieler explodieren lässt, oder so. Hier ist ständig jemand unterwegs, um irgendwo seine Gase abzulassen und am ende vom Kampf ist der ganze Raum grün vor Gaskreisen, die man tunlichst nicht berühren sollte. Aber der Boss ist, wie eigentlich viele in Naxx, eigentlich Freeloot, wenn man einmal die Wege raus hat – und joggen soll ja recht gesund sein.

Gluth ist ein anderes Kaliber. Der Riesenwauwau wird gerne wütend, verteilt Debuffs, weshalb man zwei Tanks braucht, und einen weiteren Mitspieler, der ganze Horden an Zombies bindet, die zwischendurch niedergemacht werden müssen, weil Gluth sich sonst bei deren Verspeisen wieder hoch heilt. Da haben wir schon ein paar Anläufe gebraucht, inzwischen ist er aber auch kein echtes Problem mehr.

Thaddius hingegen, der letzte Boss vom Konstruktviertel, macht immer mal wieder Sorge, weil einfach vieles funktionieren muss, damit der kein Problem ist. Erst müssen zwei Minibosse gleichzeitig fallen, die zwischendurch auch noch Fußball mit den Tanks spielen, dann müssen alle heil über einen Abgrund kommen und beim Boss auch noch auf ihre Polungen achten, was sich irgendwie nach Mechanar Hero anfühlt – selige BC-Zeiten. Immer noch ein Problemboss, und das, obwohl er beim ersten Besuch im First Try fiel.

Militärviertel: das schwerste Viertel in Naxxramas wurde unser erster leichter Durchmarsch, hatten wir uns in den vorherigen Vierteln doch schon genug Ausrüstung geholt, um hier eher Spaß zu haben, als Aufregung. Wegen des letzten Bosses, einer Bossgruppe mit apokalyptischen Reitern, muss hier allerdings immer das Setup geändert werden, was meistens dazu führt, dass unser Elementarschamane auf Heiler umskillt.

Instruktor Razuvious ist der erste Boss hier und der wird einigermaßen kompliziert von den Tanks bearbeitet, in dem sie per Kristallen Kontrolle über zwei Mitarbeiter des Instruktors gewinnen – die übernehmen dann die Arbeit, während der Raid ihren Boss niederknüppelt – wissen die Tanks, was sie tun, ist der Rest reinste Spielerei.

Danach kommt man zu Gothik, bei dem es erst mal eine Phase zu überstehen gibt, in der der Raid in zwei Teile geteilt wird, und jeweils die gleiche Arbeit zu machen hat – die getöten Gegner der einen Kammer kommen als Geister in die andere. Für die Damagedealer heißt es hier schnell sein, der Tank muss richtig gut funktionieren, für die Heiler ist es aber eher untragisch – zumindest, wenn man nicht auf der Geisterseite eingesetzt wird.

Der Höhepunkt sind die Apokalyptischen Reiter, bei denen immerhin schon einige Leute genau ihr Ding machen müssen, der also auch anfällig für den einen oder andere Wipe ist. Zwei Tanks übernehmen zwei der Reiter, und brauchen natürlich auch ihre Heiler, ein weiterer Heiler muss zwei Fernkämpfer heilen, die immer abwechselnd zwei weitere Reiter beschäftigen. Tanks und Fernkämpfer müssen wegen sich aufbauenden Debuffs immer wieder die Seiten wechseln, auch die Heiler haben hier einiges zu tun. Stirbt einer der Heiler, einer der beiden Fernkämpfer oder ein Tank, ist der gesamte Raid tot. Bei so vielen Unbekannten muss die Lösung leider hier und da mal in die Reppkosten gehen.

Und dann geht es weiter zu Sapphiron, dem Skelettdrachen, dem letzten Bossgegner vor Kel Thuzad, dem Herrn dieser Burg. Der muss sich erst mal aus vielen Knochen zusammensetzen und die einzige Schwierigkeit bei ihm ist es, dass man sich hinter erstarrenden Raidmitgliedern verstecken muss, und das rechtzeitig, wenn der Drache in seiner Flugphase ist. Erstarren die Kollegen weit weg, dann ist man verloren, denn eine Explosion tötet garantiert alle, die nicht hinter einem Eisblock versteckt sind. Bekommt man das allerdings geregelt, ist der Rest eher harmlos. Beim Heilen bin ich einfach in dem immer wieder auftauchenden Blizzard stehengeblieben, so gab es wenigstens etwas mehr zu tun …

Und dann kommt Kel Thuzad, der wirklich ein Endboss ist, denn hier beißt man sich schon das eine oder andere Mal die Beißerchen aus, bevor das so richtig funktioniert. Erstmal muss man eine ganze Reihe von Monstrositäten und Banshees erledigen, die unaufhörlich und immerhin drei Minuten lang auf den Raid zu marschieren. Dann greift der Boss selbst ein. Der nun folgende Kampf ist lang, und sogar ein bisschen länger, und Mana wird zu einer sehr geschätzten Ressource. Wichtig ist hier, dass man weit genug von einander weg steht und die Heiler sehr auf Zack sind und Leute, die in Eisblöcken gefangen werden, schnell hochheilen – Verluste sind hier eher unpraktisch – dann wird der Kampf ja noch länger. Irgendwann tauchen dann noch zwei Adds auf, die vom Second Tank beschäftigt werden müssen. Da diese Rolle bei uns üblicherweise ein Fury-Krieger macht, müssen am Ende zwei Heiler wundgeheilte Fingerkuppen ertragen, der Schaden wird nämlich immer mehr. Wir haben Kel auch schon zu neunt erledigt, was allerdings so knapp ausging, dass am Ende nur noch drei DDler standen, der Rest des Raids war ausgelöscht und sicherlich wären auch diese drei wenige Sekunden später am Boden gewesen. Immerhin ist in so einem Moment der Jubel im TS annähernd unbeschreiblich.

So weit, mein kleiner Gang durch Naxxramas, wem das Spinnenviertel fehlt, der schaue ein bisschen weiter unten, da gab es schon vor ein paar Wochen einen Eintrag drüber.

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Naxxramas – Arachnidenviertel

So, ich hab die ersten Erfahrungen mit der riesigen Raidinstanz Naxxramas gemacht. Mit der Gilde haben wir das Arachnidenviertel schon zweimal leer gemacht, gestern war ich auch noch mit einem Randomraid heroisch bei den niedlichen Spinnchen.

Es gibt drei Bosse, aber die haben es, das muss man zugeben, durchaus in sich. Anub’Rekhan ist der erste, und man braucht auch gar nicht weit, bis man schon da ist. Mit dem eingespielten Gildenraid war das Käfervieh eher unproblematisch, auf Hero sind wir ein paar Mal gestorben – das ist nicht so einfach mit der Heilung, das muss ganz genau zugeordnet werden. Im Zehner braucht man zwei Tanks, im 25er sollte es noch einen Offtank geben, der mit anpacken kann. Der Movement-Teil ist allerdings recht einfach, wenn die Heiler und Tanks wissen, was sie tun, haben die DDs nicht so viel zu tun. Nur das Wegbomben von nervigen kleinen Krabbelkäfern muss wirklich gemacht werden, dass war das größte Problem, weil eigentlich alle Jäger, Magier und Hexer auf jeden Fall dazu herablassen müssen, diese Käferpest wegzumachen.

Der nächste Boss ist die Großwitwe – und die hat eine recht komplexe Mechanik. Sie hat nämlich einige Anhänger, die man rechtzeitig opfern muss, bevor sie wirklich wild wird – und meine Herren, die wird wild. Im Rotwerd-Modus braucht die keine drei Schläge um einen guten Tank aus den Plattensandalen zu hauen. Bis wir das sinnvoll raus hatten, haben wir ein paar Reparaturkosten bezahlen müssen, im zweiten Durchgang durchs Viertel lag sie beim ersten Versuch.

Der letzte Boss des Viertels ist Maexxna, eine riesige Spinne, die nervigerweise immer wieder Gegner an die Rückwand pinnt. Das ist im 25er Raid fast die Hauptaufgabe der Jäger, speziell der MM und Survivaljäger, die einfach allein schnell viel Schaden aufbauen können – ohne lange Cooldowns. Ansonsten gibt es noch Kleinzeug, dass immer mal wieder verscheucht werden muss, und da immer mal wieder alle eingespinnt werden, wenn auch nur kurz, müssen die Heiler auf Zack sein, ohne HoTs ist das sicherlich schwierig.

So richtig schwierig, so komplex wie etwa Nethergroll in Karazhan, sind diese Bosse nicht. Natürlich muss man einen gewissen Schadensoutput mitbringen, die können einiges vertragen. Natürlich müssen die Heiler wissen, was sie tun, aber das ist schon schaffbar, bisher gefällt mir Naxx recht gut – wenn auch bisher nichts gefallen ist, was mir weitergeholfen hätte.

Bitte, bitte, habt ein Herz für MMs!

Also erst mal eine kleine Vorrede: Dies ist mal wieder ein World of Warcraft-Artikel, und MM steht für Marksman, für den auf Treffsicherheit geskillten Jäger. In Unterscheidung dazu gibt es den Überlebensjäger und den BM, den Beastmaster oder auf Deutsch Tierherrschaftsjäger. Letzterer ist allgemein der Liebling der Entwickler bei Blizzard – oder warum macht der relativ deutlich mehr Schaden in Inis und Raids?

Mein Jäger ist MM, alle seine Talentpunkte sind im Treffsicherheitsbaum, und so wie es jetzt ist, schaff ich halbepisch angezogen 1850 dps – das war der Wert in Naxxramas. Ähnlich angezogene BM-Jäger machen 250 dps mehr. Dennoch will ich nicht umskillen … und das hat eine Menge Gründe:

  1. BM ist mir zu langweilig. Als Tierherrschaftsjäger ist es zu einem großen Teil das Tier, das den Schaden verursacht, bis auf zwei Knöpfe, die man für das Tier braucht, reicht es, einen Schuss immer wieder abzufeuern – als MM habe ich eine Schussrotation, in der insgesamt sechs Fähigkeiten eine Rolle spielen. Will ich auf optimalen Schaden kommen, müssen die Zeiten stimmen. Ein guter MM muss spielen können, um Schaden zu machen, ein BM muss nur konsequent eine Taste drücken.
  2. MM ist vielseitig. Prinzipiell gilt der MM als der Jäger, der ins PvP geht, also gegen andere Spieler antritt. Bis zum Erscheinen des Lichkönigs war das durchaus auch eine Sache, die gerne mal betrieben habe, im Moment gibt es deutlich wichtigeres. Aber der MM ist darin gut, weil er viele Möglichkeiten hat, seine Gegner zu manipulieren und weil er selbst den Schaden macht und nicht auf sein Tier angewiesen ist. Diese Fähigkeiten gefallen mir aber auch sehr gut in Inis und Raids. Letztens war ich mit einer eher nicht so guten Gruppe in einer Hero-Instanz. Und weil jemand nicht aufpasste, der Tank ebenfalls schlief und eine Patrouille der Gruppe zum Verhängnis wurde, stand ich plötzlich allein gegen zwei zugegebenermaßen angeschlagene Gegner, also ganz normalen Elites. Den ersten griff mein eigenes Tierchen so beherzt an, dass ich einen Moment Ruhe hatte, was dafür reichte, ebendiesen in die ewigen Jagdgründe zu schicken, dann war mein Pet auch schon tot – ich bin halt MM, mein großer Kater ist nicht viel mehr als ein Schmusetier -, den zweiten Elite habe ich verlangsamt, bin rückwärts von ihm weg, hab ihm eine Falle gelegt und damit wieder verlangsamt, habe dann alles herausgeschossen, was noch an Schaden da war – und beide lagen da und konnten geplündert werden, als die anderen vier wieder hereinkamen. Ich habe keine Ahnung, ob ein BM das mit Hilfe seines Tieres auch geschafft hätte, aber es war ein gutes Gefühl, einfach nicht nur Schaden zu machen, sondern gut zu spielen und diese Herausforderung zu meistern.
  3. Ich bin auch ohne Pet was! Ich wünsche mir so sehr eine Instanz, in der ständig und überall Flächenschaden verteilt wird, in der die Pets der BM-Jäger nicht lange überleben und die entweder mit heilen oder wiedererwecken der Viecher beschäftigt sind, während ich einfach mein Pet bei mir behalte und immer noch richtig Schaden mache – rechnet man das Tier raus, macht ein ähnlich ausgestatteter MM Jäger auf 80 locker 400 dps mehr.
  4. Größere Zahlen, mehr Spaß! Das ist eigentlich psychologisch der Hauptgrund für den erhöhten Spaß am MM. Skille ich auf BM, dann kommt manchmal ein kritischer Treffer von fünftausend Schadenspunkten dabei heraus, im Raid habe ich als MM schon Einzeltreffer von 11000 Punkten gemacht. Das fühlt sich einfach gut an.
  5. Alle sind BM! Genau, und ich bin nicht alle! Ich will lieber einer von fünf guten MM-Jägern auf dem Server sein, als Nummer 129 bei den BMs. Macht einfach mehr Spaß so.
  6. Hey, ohne mich machen die BMs auch weniger Schaden. Grund dafür ist eine Aura, die ich habe, die anders geskillte Jäger aber nicht haben: Zehn Prozent mehr Angriffskraft gibt diese Aura. Das tut allen Jägern gut, ihren Tieren, allen Nahkämpfern und auch der Tank macht mehr Schaden. Wieviel mehr das ist, weiß ich nicht, aber man wird es schon spüren.

Na, gemerkt? MM-Jäger machen einfach mehr Spaß. Aber bitte, ihr BMs, bleibt was ihr seid, sonst habe ich nichts mehr, über das ich mich aufregen kann. Und wenn ich in Not kommt, und ein BM mir mit seinem Pet einen Gegner wegtankt, dann mag ich das sogar … 😉

Mein erstes Mal … in Karazhan

Jepp, wieder mal ein WoW-Artikel, dieses Mal aber nur ein Erfahrungsbericht.

Ja, ich war in Karazhan, der ersten großen Raidinstanz in der World of Warcraft. Ich war mit meinen lieben Phönixwächtern da, also der Gilde, der ich mich zugehörig fühle (irgendwer interessiert an einer Gilde, die in mehreren Spielen zu Hause ist? www.phoenixwaechter.de). Aber wie das so ist, wir hatten einen Schadensausteiler zu wenig und die Druidin, die zugesagt hatte und in Bärenform „tanken“ sollte, war einfach nicht erschienen … also mussten zwei Bekannte mit, ein Tank, der die Bedrohung leider nur dann wirklich hielt, wenn wir Jäger auf Wattebäuschchen-Modus umstellten, und eben ein weiterer Jäger, der schon oft mit unserer Raidleiterin unterwegs war. Der Tank regte mich nicht weiter auf, mit solchen Problemen muss man umgehen – unser Raid ist auch nicht super equipped, ein paar Leute kennen sich wie ich überhaupt nicht aus, es dauert also pro Boss ein bisschen, aber das ist ja nicht schlimm, wir wollen uns ja verbessern. Über den weiteren Jäger werde ich noch ein bisschen meckern – hinter dem erfahrenen Spieler steckte leider ein sehr unreifer Teenie, der ganz schnell minestens der halben Raidgruppe ordentlich auf den Senkel ging …

Das erste was auffällt, meine Herren, ich hatte mit großen Gruppen gerechnet, nein, wir kämpfen gegen zwei Gegner, einer davon wird ruhig gestellt und der andere bekommt von sechs „DamageDealern“ alles verpasst, was man so hat – und trotzdem dauert es ein Weilchen, bis man die Geisterpferde, die die ersten Gegner sind, dann auch wirklich platt hat. Sicherlich haben wir mit drei Hexern und drei Jägern eine kuriose Aufstellung, aber der Schadenoutput ist eigentlich gut … nun ja, ist halt etwas anders, als die klassische Ini …

Die Stimmung ist in dieser Instanz übrigens wirklich sehr schön düster gemacht, die Musik passt, die Orte sind wunderschön designed, und praktischerweise auch noch so, dass man schnell hereinlaufen kann, wenn man gerade verstorben ist … was dann auch noch vor dem ersten Boss das erste Mal passiert – unsere Leiterin und Heilerin hatte sich kurz an die falsche Stelle gestellt, und die Gegnergruppe die so unverhofft über uns hereinbricht, trifft einen Hühnerhaufen an, die Hexer sterben wie die Fliegen – die halten halt nichts aus – die Tanks stehen sinnlos herum und kriegen keine Bedrohung aufgebaut, Jäger und Heiler geraten in die Schussbahn, und auch wenn wir Jäger ein bisschen was aushalten, mehr als drei oder vier Schläge brauchen die Phantompferde und ihre Pfleger nicht für uns …

Dann kommt der erste Bossgegner, Atumen der Jäger, und ich Jäger seh mir den Kampf zum größten Teil aus liegender Perspektive an – wie war das mit dem Tank, der keine Bedrohung aufgebaut bekommt … Mist, keine Wattebäuschchen zur Hand gehabt … Aber mein inzwischen fast sprichwörtliches Glück bei der Beute, die die Bosse fallen lassen, trifft auch dieses Mal: Ich bekomme gleich eine neue Armbrust, die zwar weniger Schaden bei normalen Kämpfen macht, aber gegen Bosse einfach von Vorteil ist – sie trifft mit höherer Wahrscheinlichkeit – und sie sieht verdammt schick aus …

Auf dem Weg zu dem zweiten Boss Moroes gilt es dann, viele kleine Gegner aus einem Ballsaal zu holen, gerne auch in großen Gruppen – jetzt wäre ein Paladintank mit Weihe toll, unsere Krieger lassen immer die halbe Gruppe laufen, wenn man zu viel Schaden hereinsemmelt. Die Hexer halten sich zurück, damit die Heiler nicht die Hälfte der Zeit wiedererwecken müssen – und unser junger Freund, der nervige Jäger, mosert herum und will den Hexern vorschreiben, was sie zu tun haben, herrlich!

Moroes ist ein echtes Problem, denn hier gibt es eine Bossgruppe, also eine ganze Gruppe starker Gegner, die sich um den Boss herum gruppieren. Und hier kommen die ersten Überforderungen. Die erste Taktik besagt, dass die Jäger ihren Tierchen die ganze Zeit an Moroes lassen, während man eigentlich andere Ziele bekämpft. Moroes verschwindet aber alle Nase lang und ich finde ihn nicht wieder, wenn er zurückkommt, oder vergesse schlicht, dass mein Tierchen ja dorthin zu steuern wäre – ich bin ja auch ansonsten noch mit meiner Eisfalle und dem Morden des momentanen Targets beschäftigt … zu viel …

Unser jugendlicher Vollprofi verschuldet hier dann auch gleich zwei „Wipes“ – gibt es ein deutsches Wort dafür, dass eine Riadgruppe gemeinsam stirbt? – zumindest mit, indem er einfach für Chaos sorgt und selbstständig Ziele ändert, ohne dass ernsthaft anzusagen … ein Wipe geht an mich, weil ich in Panik gerate, als mein Gegner einfach durch meine Eisfalle läuft – er widersteht dem Zauber – und ich ganz schnell eine neue legen muss. Danach kann ich keine vorerst keine mehr legen, hoffe darauf, dass mir jemand aushilft, weiß nicht mehr wo ich bin, soll mein Tier auch noch losschicken und habe mindestens drei Bretter vor dem Kopf. Kurzschluss ….

Dann wird die Taktik geändert – die Zuordnung ist jetzt anders, ich brauch mich nicht mehr um das Schicken meines Tieres auf einen anderen Gegner kümmern, und kann nun souverän meinen Gegner in der Eisfalle verschimmeln lassen – trotzdem brauchen wir noch einen Anlauf, weil dieser Boss einfach manchmal Amok läuft, mal kurz nen Heiler killt oder die Riege der Schadensausteiler dezimiert, wir haben ihn fast, als der Tank stirbt – und dann ganz schnell der Rest.

Beim letzten Mal schaffen wir es dann locker, ohne jedes Problem – und alles fragt sich, was wir so lange vor diesem Boss gemacht haben.

Es geht weiter, schließlich muss noch eine übergroße Jungfrau umgehauen werden – und mehr werden wir an diesem Abend auch nicht schaffen, wir sind halt relative Anfänger. Weiter also durch Mobgruppen, ein Hexer stirbt gleich zweimal hintereinander, vor allem, weil unser junger und irgendwie auch ein bisschen dämlicher Freund die nächsten Gruppen zieht, bevor der gnomische Minihexer wieder unter den Lebenden ist – wenn man erweckt wird, hat man wenig Leben und Mana, und wenn dann die nächsten Gegner kommen, ist man halt sofort wieder tot.

Dann stehen wir vor der Riesin, die Raidleiterin gibt genaue Anweisungen – wir müssen unsere Katzen und fliegenden Schlangen bei uns halten – stellen uns narrensicher auf, und wipen wieder … Unser Übercleverle, der ja alles kann und alles weiß – nein, der Junge geht mir gar nicht auf den Geist – hat es halt nicht nötig auf die Raidleiterin zu hören, schickt sein Vieh los – jetzt mal ehrlich, ein Zwerg mit einer geflügelten Schlange, der hat noch nicht mal Geschmack! – provoziert einen Kettenblitz, auf den die Heiler nicht vorbereitet sind … außerdem kann der zweite Tank wieder das Wasser nicht halten – der Rest ist Geschichte.

Beim zweiten Versuch klappt es dann – locker ist das nicht, aber es klappt – und unsere Tanks werden auch noch kräftig beschenkt – ich möchte mir auch nicht vorstellen, was die beiden an Reparaturkosten bezahlen mussten.

So geht der erste Raidabend unserer Gilde zu Ende … und wenn man von einem Störfaktor absieht, hat es auch richtig Spaß gemacht … und laut unseren Statuten geht es in unserer Gilde ja um Spaß und nicht in erster Linie um Erfolg. Wenn am Samstag die Aufstellung stimmt, wir ein bisschen ausgeglichener sind und kein nerviger, kleiner, arroganter Halbwüchsiger die Atmosphäre stört, dann werden wir auch noch ein paar Bosse mehr schaffen. Ich freu mich drauf.