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Die Macht des Wortes, die Sprachpolizei und die political correctness

Da das Menschentier  sich eine Sprache erfunden hat, die dazu führt, dass es so einiges mit Denken und so hinbekommt, hat sich das Menschentier auch dieser Sprache ausgeliefert. Sprache ist mächtig, Sprache hat Wirkung, Sprache verletzt und baut auf, in Sprache kann man sich wohlfühlen, Sprache kann der kälteste Ort der Welt sein.

So weit die filosofische Vorbemerkung. Worum geht es eigentlich? Wir reden mal wieder darüber, was man sagen „darf“ und was nicht. Der üble Kampfbegriff von der politischen Korrektheit ist nicht auszurotten. Wir haben das ja mal mit einem Podcast versucht, hier kann man den anklicken.  Aber ich möchte es noch mal irgendwie schriftlich klar kriegen, weiterlesen auf eigene Gefahr, eventuell werde ich übergriffige Sprache als Beispiele nutzen.

Wenn ich vom Begriff der Supremacy ausgehe, also dem Oberbegriff aller Diskriminierungen, dann finde ich in eigentlich allen Bereichen diese Diskriminierung auch in der Sprache. Beispiele finden sich: Der gute alte Nationalismus spricht von „Ittakern“, „Froschfressern“ und „Sauerkrauts“ – ist nicht mehr so modern, richtig? Richtig, Nationalismus kommt bei uns echt nur noch selten zum Spielen raus. Na ja, es sei denn, man lässt antideutsche Sprüche los, aber wer will das schon. Oder es geht gegen Osteuropäer. Polen als notorische Autodiebebezeichnen, na, das ist doch kein Nationalismus, oder? DOCH!

Oder schauen wir mal Rassismus an, etwas, von dem wir uns rational ja auch schon so lange getrennt haben. Also außer im Stadion, da kann man schon Affenlaute gegen schwarze Spieler anstimmen. Und natürlich gibt es da sprachliche Spuren. Das N-Wort natürlich, aber auch die „Schlitzaugen“. Rassismus pur.

Oder der Hass gegen Homosexuelle, dem ich den Euphemismus „Homophobie“ nicht gönne. Da sind einige Begriffe wie „gay“ oder „queer“ reclaimt worden, manche mögen sich auch „Schwuchtel“ selbst zu eigen machen, gemeint waren alle diese Begriffe immer erstmal negativ. Und natürlich geht es auch schlimmer, schaut mal bei den Katholiken in die Kommentarspalten, da ist „Arschficker“ noch nett. Hass, es ist Hass.

Okay, bei dem letzten Beispiel aus dem letzten Absatz, das ich nicht wiederholen werde, merken vermutlich alle, dass das nicht nett gemeint ist. Und die meisten Menschen würden solche Worte auch nicht nutzen, selbst wenn manche eine gewisse Sympathie für die Aussage haben. Aber andere Worte werden genutzt.

Kurzer Einschub: Es wird inzwischen so fast zwanzig Jahre her sein. Es war das Aufwärmen für ein Theaterstück, es gab Übungen, die locker im Kopf machen sollen, und jemand neben mir machte seiner Anspannung dadurch Luft, dass er irgendwas sagte, in dem die Anspielung auf „Warme Brüder“ vorkam. Heute würde ich in einer solchen Situation nicht mehr lachen, ich fänd das ziemlich arm. Aber damals war ich ja jung und doof und ich habe auch gelacht – hey, zu dem Zeitpunkt hatte ich auch noch nie Kontakt zu Homosexuellen gehabt, aber den ganzen kleinbürgerlichen Scheiß mitbekommen, den man so als heterosexueller Jugendlicher auf dem Lande mitbekommt. Natürlich hätte ich auf Frage rational gesagt, dass ich kein Problem mit Homosexuellen hatte, und sicherlich kein Hass. Trotzdem lachte ich über den doofen Witz.

Ein Kollege bekam das mit und zischelte, ob wir sie noch alle hätten? Mir war das einerseits peinlich, irgendwie fühlte ich mich ertappt, und auf der anderen Seite war ich empört, dass sich da jemand einmischt. Was hat der für ein Recht, sich einzumischen? Ich war auf ein Klischee reingefallen, auf etwas, was man als diskriminierendes Gedankenmuster bezeichnen kann. Und irgendwie fühlte ich mich dabei im Recht. Heute weiß ich, dass ich nicht im Recht war. Aber diese kleine Anekdote lässt mich verstehen.

Es werden erbitterte wortreiche Schlachten um „N-Kuss“ oder „Z-schnitzel“ geführt, und ob diese Begriffe genutzt werden dürfen, sollten oder können. Müssen wir da wirklich drüber diskutieren? Worte, die einen schimmligen Geschmack von Kolonialismus und Antiziganismus haben. Die werden mit Tradition verteidigt und damit, dass man damit ja niemanden verletzen will? Jetzt mal Butter bei die Fische, ich bin übergewichtig, und immer wenn ich Begriffe wie „Fettsack“ höre, fühle ich mich dabei unwohl, egal, ob ich damit gemeint bin oder nicht. Weil es dabei um Diskriminierung geht, weil ich oft genug schon Opfer von solcher Diskriminierung wurde. Also benutze ich auch andere Worte nicht, von denen ich weiß, dass es Betroffene verletzt. Wenn ihr meint, solche Worte wären okay, dann fragt doch mal eine größere Runde von Menschen, die sich davon betroffen fühlen könnte. Und wenn nur ein Mensch von zehn sagt, dass ihn das stört, dann sollte das eigentlich Grund genug sein, so einen Scheiß nicht mehr zu nutzen. Oder ist es in eurem Interesse, Menschen zu verletzen?

Es hilft auch nichts, dass die eigenen Bilder im Kopf anders sind, als andere das vielleicht meinen. Wenn ich „die Studenten“ schreibe, dann sehe ich eine bunte Menge junger Menschen allerlei Geschlechts vor mir. Ich breche mir trotzdem keinen Zacken aus der Krone, wenn ich „Studierende“ schreibe, oder? Weil sich Frauen zum Teil von „die Studenten“ ausgeschlossen fühlen. Die neutralen Worte, Präsenspartizipien sind dafür klasse, haben nebenbei den Vorteil, dass sich Menschen, die sich nicht so eindeutig dem einen oder anderen Geschlecht zugehörig fühlen, auch mitgemeint sind. Das geht nicht immer, und ich experimentiere gerne so ein bisschen rum, weil manches an geschlechtergerechter Sprache halt wirklich umständlich ist. Und ich mag Sprache einfach und unbürokratisch. Wahrscheinlich werde ich deswegen nie so richtig mit Gender-Gaps oder –Sternchen schreiben. Ich nutze manchmal zwischendurch generisches Femininum, nutze noch lieber alles im Neutrum, und bisher hat sich da noch niemand drüber beschwert. Ich bin damit noch nicht durch. In dieser Hinsicht in der einen oder anderen Richtung Dogmen aufzustellen hilft uns nichts, denn ich befürchte, von allen Supremacy-Gedanken ist der, dass Männer Frauen überlegen sind, der am schwersten ausrottbare. Dogmen vertiefen die Gräben.

Ja, aber wenn Dogmen die Gräben vertiefen, warum sagst du dann, dass ich nicht mehr „Neger“ sagen darf? – Ja, ist gut, du darfst das N-Wort nutzen und ich nenn dich dafür Arschloch, ist das okay? (freie Variation eines Mems, das man kennen könnte 😉 )

Geschlechtergerechte Sprache ist schwierig, ein Feld, vor dem ich noch ein bisschen kapituliere. Ich bemühe mich da. In anderen Fragen ist es viel einfacher. Worte, von denen ich weiß, dass sie Menschen diskriminieren, auszusortieren ist auch gar nicht schwer. Die Struktur einer ganzen Sprache zu ändern, nun ja, das ist nicht so einfach. Ich will niemandem verbieten, irgendwas zu sagen, ich wünsche mir, dass alle mehr überlegen, was sie da sagen. Und ich sag offen, ich muss Menschen an dem messen, was sie sagen. Und was soll ich sagen, wenn Leute rassistischen, nationalistischen oder sonstigen Scheiß absondern, dann messe ich sie natürlich daran, woran denn sonst? Ja, ich habe Nachsicht vor Dummheit, ich würde mein damaliges Selbst nicht anschauzen, ich würde ihm erklären, warum das doof war. Aber immer, wenn Menschen, denen ich eigentlich eine gewisse politische Bildung zubillige, mit Sachen ankommen, die ich unterirdisch finde, dann wird meine Geduld schon ein bisschen mehr aufgebraucht, muss ich ehrlich sagen.

Und weil es in der Überschrift steht, noch mal kurz zum Thema „political correctness“. Ein Kampfbegriff, von amerikanischen Konservativen in die Diskussion gebracht und so irreführend wie nur irgend möglich. Eine Form des politisch korrekten kann es ja gar nicht geben, denn wer hätte die normative Macht, diese Korrektheit zu beurteilen? Richtig, zumindest in einer Demokratie niemand. Oder vielleicht doch, die Mehrheit, die könnte eventuell eine solche Institution sein.

Aber wenn wir die politische Korrektheit in Sachen diskriminierender Begriffe an der Mehrheit orientieren, dann sprechen wir von „Schwuchteln“, „Negern“, von „Fotzen“ und „Zigeunerabschaum“, und nach zehn Uhr auch von der „Judensau“ – politisch inkorrekt sind wir, die wir das ändern wollen, wir stehen einer Mehrheit gegenüber, die diskriminierende Sprache völlig in Ordnung findet, und die in Teilen auch Diskriminierung völlig in Ordnung findet. Und in diesem Sinne bin ich gern so inkorrekt, wie ich kann.

Der Traum von einer diskriminierungsfreien Welt

Ich schreibe gerade an einem anderen Projekt, dafür ist der folgende Text entstanden, den ich aus Gründen mal vorab veröffentlichen möchte:

 

Heute schon diskriminiert? Nein, dann habt Ihr einen guten Tag. Denn wir alle machen es ständig. Ich für meinen Teil habe da ein jahrelanges Lernen hinter mir, und ich bin mir darüber im Klaren, dass ich mich immer noch häufig bei rassistischen und sexistischen und sonst was für Gedanken erwische – und eigentlich war ich schon vor dem Lernprozess ein Mensch, dem solche Gedanken zuwider waren, wenn sie öffentlich geäußert wurden. Ich mochte schon als Kind keine Judenwitze, über die mit den Äthiopiern konnte ich in den Achtzigern nicht so richtig lachen und Blondinenwitze verfingen sich mit ihrer Frauenfeindlichkeit nicht bei mir.

Trotzdem habe ich erst so richtig die Augen aufbekommen, als ich „Deutschland Schwarz Weiss“ von Noah Sow las. Anhand des Rassismus kriegt man da schmerzhaft und eindeutig um die Ohren gehauen, was man für tradierte beschissene Muster im Kopf hat. Sollte man auch tun.

Ich habe mich selbst überprüft, habe mich gefragt, ob ich diese Gedanken habe, die, dass People of Colour (PoC) automatisch dümmer sind, aber schnell laufen und gut singen können, die Gedanken, dass ich Angst haben muss, wenn jemand orientalisch wirkt, die, dass Asiaten weniger individuell als Europäer sind. Und ich habe gemerkt, klar habe ich solche Vorurteile. Meistens nur irgendwo tief verkramt, aber manchmal kommen solche Gedanken, und ich habe keine Ahnung, warum ich diese Atavismen im Kopf habe. Aber wir sind alle Kinder unserer Erziehung, und ich bin in den 70ern geboren, als „ausländische Mitbürger“ noch „Kanaken“ waren. Und wie oft sind diese Rassismen in der Sportberichterstattung wiederholt worden, dass nur Schwarze schnell laufen können? Oder höher mit einem Basketball springen?

Wir sind umgeben von Rassismus. Wir sind auch umgeben von Homophobie – die auch noch euphemisiert benannt ist, haben doch Homosexuelle deutlich mehr Grund zur Angst vor Homophoben las Homophobe vor den berüchtigten Schwulenkommandos, die Heteros nachts durch die Stadt hetzen – ihr bekommt die Ironie mit? Danke, das ist auch besser so!

Das gleiche Problem besteht übrigens im Bereich der Islamophobie, die nichts anderes als eine Form des Rassismus ist, nichts anderes als sinnloser Hass. Und wie gleichen sich die Texte und Argumente? Nehmt einen antiislamischen Text von heute, setzt für „Islamisierung“ „Verjudung“ ein und ihr wisst, welch Geistes Kind die Autoren sind. Und natürlich gibt es auch hier keine Phobie – ha, das klingt ja sogar wie eine kleine psychische Störung. Hass ist aber keine psychische Störung, Hass ist bewusstes Tun.

Wir sind natürlich, und das in einem Maße, wie es uns vermutlich nur äußerst selten klar wird, von Sexismus umgeben. Patriarchale Strukturen haben sich nicht nur seit Jahrtausenden in unserer Kultur eingegraben, sie sind auch bei aller Arbeit seit ´68 heute nicht zurückgedrängt. Ja es ist in den letzten dreißig Jahren mit Sicherheit wieder schlimmer geworden. Deutschlands erfolgreichster Comedian lebt vom Sexismus, es wird in Kinderklamotten gegendert, dass es weh tut und insgesamt rollensortiert, wie zuletzt in den frühen Sechzigern. Und die Frauen wundern sich immer noch, dass sie weniger verdienen – Sexismus ist System und die Frauen lassen es zu, ja, sie bestätigen das System, weil ihre Form des Wehrens wohl auch die falsche ist. Aber ich werde hier nicht die Feminismusdebatte aufmachen, ich kann sie nicht lösen. Es ist auch nicht so einfach, ich bin biologisch männlich, nehme diese Rolle auch an und ich bin auch noch heterosexuell. Das heißt, ich bin auch gar nicht wirklich berechtigt, bei der Gleichberechtigung mitzureden, ich muss erst mal dafür sorgen, dass ich meine eigenen Sexismen in den Griff bekomme.

Immerhin weiß ich schon von ziemlich früher Jugend an, was es heißt, diskriminiert zu werden. Ich gehöre zu einer gar nicht so geringen Zahl an Menschen, die zum Abschuss allgemein frei gegeben sind. Ich bin dick. Und noch nicht mal ein bisschen, sondern schon ziemlich. So habe ich auf der einen Seite das Weißer-Mann-Privileg, das natürlich gewaltig ist, auf der anderen Seite weiß ich aber eben auch, was es heißt, selbst diskriminiert zu werden.

Und das Diskriminieren von Übergewichtigen ist Volkssport, es ist ja auch unglaublich praktisch. Wir haben hier einen ganz ähnlichen Mechanismus wie bei der sexualfeindlichen Religion. Diese erzählt Menschen in ihrer leidenschaftlichsten Zeit, sie sollten bis zur Ehe warten und auch ja nicht Hand an sich legen. Das führt automatisch zu Verstößen gegen die auferlegten Regeln und somit zu Machtgewinn bei den Erwachsenen, speziell natürlich bei den Geistlichen, auf jeden Fall bei allen, die im gesellschaftlichen und religiösen Status höher stehen. Bei Übergewichtigen – schon das Wort ist scheiße, ich bin nicht übergewichtig, ich habe genauso viel Gewicht, wie ich nun mal habe, da ist nichts „über“, das ist alles ich! – gibt es jede Menge Vorschriften, die von der Gesellschaft auferlegt bekommt, und die man mit seinem Gewicht bricht. Man hat also gefälligst immer ein schlechtes Gewissen zu haben – es sei denn, man macht sich selbst zum Vollclown, wie Herr Calmund das macht. Dann darf man sogar einen Halbpromistatus besitzen – oder man hat genug Geld und Macht, dann braucht man sich natürlich auch nicht rechtfertigen. Aber die Sache ist ja die, dass es in unserer Gesellschaft mit dem vielen billigen schlechten Essen sehr leicht ist, fett zu werden. Und es ist dann eben nicht so leicht, das zurückzudrehen, und anstatt dass die Gesellschaft sagt, hey, ist okay, sei wie du bist, du darfst, passiert das Gegenteil. Du wirst schief angeschaut, nein, du wirst definitiv diskriminiert – ich vermute, für Frauen ist es noch eine Stufe schlimmer als für Männer, allerdings kommen die wahrscheinlich dann immer noch besser an Sex – aber so sehr ins Detail wollte ich gar nicht und vielleicht war das auch gerade nur ein sexistisches Vorurteil, denn was weiß ich über den Sex von dicken Frauen?

Bist du fett, kriegst du einen Job nur, wenn du deutlich besser als der Rest bist, man traut dir keine Belastbarkeit zu, man traut dir keinen schnellen Geist zu. Dafür traut man dir allerdings alles Mögliche andere zu, aber das würde jetzt auch wieder zu weit führen. Nur so viel: Es ist nicht von Vorteil, wenn du mit Kindern oder Jugendlichen arbeiten willst, wenn du fett, männlich und ledig bist. Richtig doofe Kombo.

Mir ist übrigens durch so einige Sachen klar geworden, dass es durchaus nicht so ist, dass Diskriminierung nur in eine Richtung geht. Ja, als weißer Mann habe ich unglaubliche Privilegien, Männerbünde fort he win. Aber in der Öffentlichkeit muss jeder Vater überlegen, ob er seine zehnjährige Tochter noch an der Hand halten darf – meine Nichte ist zwölf und manchmal anhänglich, ich bin mir nicht sicher, ob ich in der Öffentlichkeit meine Hand nicht zurückziehen würde.

Ja, an dieser Stelle gibt es Diskriminierung gegen Männer. Ich weiß, an viel mehr Stellen werden Frauen diskriminiert, aber das macht dieses Problem nicht weg.

Eines noch vor dem großen Fazit: Auch wenn es wehtut, man muss gerade in diesem Bereich ein verdammtes Mal auf Entschuldigungen verzichten – noch besser ist es, Entschuldigungen überhaupt zu meiden! – und sich nicht versuchen herauszureden, wenn man beim Diskriminieren „erwischt“ wurde. Jeder, der sich damit mal ernsthaft beschäftigt hat, weiß, dass niemand vor dem Diskriminieren gefeit ist. Also bitte nicht ausflüchten. Keine Wortklaubereien, wieso dieses oder jenes gar nicht so gemeint war. Kein: „Mein Kumpel ist schwul, also kann ich doch nicht schwulenfeindlich sein!“ Wenn ihr diskriminiert, dann ist das nicht schön, aber wir tun das alle. Wenn wir die Kritik einfach annehmen und damit nicht weiter machen, dann hilft das. Wenn wir abstreiten, ausflüchten und Entschuldigungen suchen, dann machen wir mit der Diskriminierung weiter.

Ich träume von einer Welt ohne Diskriminierung und ich finde, das ist eine Utopie, die man nicht hoch genug halten kann. Und auch wenn es sicherlich für immer eine Utopie bleiben muss, und auch wenn es zum Beispiel genauso eine Utopie ist, irgendeinen Teil der Gesellschaft diskriminierungsfrei zu gestalten, so sollte es doch für jeden ein Ziel sein, so etwas zu erreichen.

Funktionieren kann das nur, wenn man sich immer wieder klar macht, dass all die Kategorien, die Schubladen, in die man Menschen einsortiert, Unsinn sind. Egal wie Mensch ist, wie  Mensch aussieht, woher die Eltern  stammen, welches Geschlecht Mensch biologisch erfüllt und welches es für sich wählt, egal wie ihre Körperform ist und welche Körperteile er hat oder nicht hat. Das ändert doch nichts daran, dass Mensch Mensch ist. Und als solches sind Menschen schlicht und einfach gleich zu behandeln. Es darf keine Ausschlusskriterien geben, weil die alle heißen, dass es eine Seite gibt, die Zugang hat, und die denen, die keinen Zugang haben, ein Leid tun, wie ich es gerade mal von Goethe klauen möchte. Da wird Schaden angerichtet. Und da helfen keine guten Tipps, da hilft kein Aushalten, der Schaden wird mit jeder Diskriminierung angerichtet. Und alles, was man tun kann, ist versuchen, selbst so wenig wie möglich zum Täter zu werden.