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Idee – Ändern –Der Song

Ich habe eine Grundidee, keine Ahnung, wie stark die trägt, aber ich hau sie einfach mal raus:

Wir brauchen für den Piratenwahlkampf einen coolen Song, muss aber nichts musikalisch hochwertiges sein. Ich habe an die goldenen Achtziger zurück gedacht, und Erfolgssongs dieser Tage wie „Berlin, Berlin“ oder „Okay“. Das war die Verbindung von Film- und Fernsehzitaten, unter die ein Beat gelegt und das Ganze dann mit einem Refrain versehen wurde – fertig war die Laube.

Und da setzt meine Idee an. Man stelle sich folgendes vor. Wir machen eine Sammlung von Videosplittern, in denen die Etablierten das sagen, was sie immer sagen. Also Luftblasen und wie böse das Internet ist und dass man „die Märkte“ nicht erzürnen dürfe. Wie macht man so eine Sammlung? Naja, wir verbreiten auf Twitter, G+ und einer Seite, deren Namen ich nicht nenne, dass wir solche Splitter brauchen. Und dann sammeln wir die Klamotten – wahrscheinlich in einem Pad.

Dann braucht es eine fertige musikalische Grundlage – ich gehe davon aus, dass jemand so was auf einer Festplatte rumliegen hat – und einen Refrain, den man dazwischen haut. Dann werden die Splitter zurecht geschnitten und eingefügt – vielleicht kann man das auch in einer Art Baukastensystem machen, dass es eine Menge verschiedener Zusammenstellungen gibt, vielleicht auch als 20-Minutenmegaversion, weil man verschiedene Versionen aneinander klebt.

So, jetzt überlegt bitte an der Idee weiter, ich schreib da auch textlich nen Refrain für, ich sing sogar, wenn kein anderer will … aber ich bin ansonsten kein Musiker und von Studio verstehe ich auch nicht so viel … gibt es vielleicht ein paar Leute, die mit an dieser Idee arbeiten wollen?

Der Wahlkampf hat begonnen …

Nun bin ich gerade mal ein halbes Jahr Mitglied einer Partei, und schon hat der Wahlkampf begonnen. Um zielsicher in der Unendlichkeit der politischen Bedeutungslosigkeit anzukommen, hat es besonders die FDP geschafft, sich total zu verzocken und die Karre gegen die Wand gefahren. Prinzipiell freut mich das, da diese Partei, die mit ihrer Verehrung der Märkte die wirtschaftliche und gesellschaftliche Misere, in der wir nun stecken, zu einem guten Teil zu verantworten hat, sich nun verabschiedet. Wer echte Liberalität sucht, der findet ihn bei uns Piraten, auch das ist kein Problem.

Nun, aber neben der erfreulichen politischen Betrachtung gibt es eine weniger erfreuliche pragmatische. Ich habe keine Zeit! Ich habe keine Zeit für Wahlkampf! Und seit Mittwoch hänge ich ständig im MumbleTwitterStammtischPiratenTohuwabohu – ja, macht Spaß, ist aber auch anstrengend und geht auf die Arbeitszeit. In fast Rekordzeit haben wir unsere Kreismitgliederversammlung organisiert, Kontakt mit Kreiswahlleiterin aufgenommen, ich musste der Zeitung und dem Radio ein bisschen was erzählen – im Moment ist richtig was los.

Ich trete übrigens auch an, also erst mal zu der Wahl zum hiesigen Direktkandidaten. Natürlich gibt es keine Chance, dass ein Piratendirektkandidat seinen Wahlkreis gewinnt. Es ist aber trotzdem nicht egal, ob da ein Name steht, es sieht besser aus, es bringt ein bisschen zusätzliche Publicity. Und wenn es ein halbes Prozent bringt, ist es ein halbes Prozent für den guten Zweck.

Besonders spannend finde ich jetzt, dass Mitglieder, und welche, die es werden wollen, sich plötzlich melden, weil sie mitmachen wollen – vielleicht auch gewählt, aber warum auch nicht -, weil sie helfen wollen, weil sie der Meinung sind, dass etwas passieren kann und muss. Die nächsten Wochen werden vermutlich wunderbar und furchtbar … ich werde es beizeiten hier dokumentieren.

Quick – Bombenangriff in Afghanistan

Naja, so ganz kann ich die Klappe nicht halten, wenn die Nachrichten davon voll sind – wobei, ergeht man sich da nciht ein bisschen arg in den Details? Natürlich muss die Sache aufgeklärt werden, wenn da zehn Taliban und 90 Zivilisten getötet werden, oder doch dreißig Taliban und hundert Zivilisten, oder vielleicht … aber letztlich ist doch das Zahlenverhältnis gar nicht so wichtig. Da sind viele Menschen gestorben, verbrannt und verstümmelt, und egal, wie sich Herr Jung im Schönreden hervortut, es waren Zivilisten dabei, und das vermutlich in signifikanter Zahl – ein Bombenangriff, ausgeführt von amerikanischen Bombern, befohlen von einem Offizier der Bundeswehr, der eine nicht unbeträchtliche Zahl von zivilen Opfern fordert. Was will man uns damit beweisen? Dass „wir“ wehrhaft sind? Dass die Bundeswehr sich nicht vorführen lässt? Dass Herr Jung die Aktion mit voller Kraft verteidigt, ist vollkommen klar – es geht schließlich um seinen Allerwertesten, und es geht ja auch noch um den Wahlkampf.
Dass die Linke, die sich als einzige im Bundestag vertretene Partei, die gegen Kampfeinsätze der Bundeswehr ist, jetzt zum Halali ansetzt, ist natürlich und auch durch und durch aus deren Sicht berechtigt. Aber auf der anderen Seite lässt sich solch ein Angriff natürlich auch für die CDU gut umsetzen, am rechten Rand wird die Bomberei sicherlich begrüßt.
Die Gefahr, die jetzt besteht, ist ein ernsthafter Terroranschlag gegen deutsche Soldaten oder auch hier in Deutschland – etwas, mit dem man schön Angst machen kann und die Menschen wieder schön zu Frau Merkel drängen kann – der Bombenangriff auf die Tanklastzüge provoziert sowas ja auch … Gewalt erzeugt Gegengewalt, und jeder Angriff in Afghanistan, jeder Monat der Beatzung, erzeugt wunderbar importierbaren Terrorismus. Wenn wir uns bisher noch nciht genug Angst haben einjagen lassen, dann muss man halt den Druck erhöhen …
Ach, ich spekuliere .. aber wenn wenige Wochen vor einer wichtigen Wahl so folgenschwere Sachen passieren, muss man halt immer fragen, ob sie zufällig an einem solchen Zeitpunkt passieren …

Quick – Wahlwerbespots

So ein Abend vor dem Fernseher ist nie besonders toll, aber heute war er doch recht spannend- Immerhin konnte ich drei neue Wahlwerbespots sehen. Der letzte, und jetzt nicht besonders erwähnenswerte, war der von der Familienpartei – sorry, nett, aber inhaltslos, die werden nix reißen.
Der erste Spot war der von den Violetten, danach kam die CDU.

Bei den Violetten, einer Partei, die sich zur Spiritualität als Politikgrundlage bekennt, gab es gleich ein paar wirklich visionäre und gar nicht so unvernünftige Inhalte – das heutige Zinssystem zu reformieren, ja den Zinseszins einfach zu verbieten, ist eigentlich nur sinnvoll und müsste eigentlich von allen, die in Mathe mal irgendwann aufgepasst haben, unterstützt werden – und das bedingungslose Grundeinkommen ist ja nun nicht mehr so utopisch, wie es mal war – im Gegenteil, kleine Versuche damit funktionieren schon, und es ist wirklich eine Idee, über die es sich trefflich nachdenken lässt.

Kurz, ich war positiv überrascht, auch wenn ich weiß, dass die Violetten sehr weit weg sind vom Bundestag. Als nächste Wahlwerbung kam nun also ein Spot der CDU. Und die CDUler haben sich wohl überlegt, Inhalte sind uns zu gefährlich, lassen wir sie einfach raus – „Wir haben die Kraft!“ – Ich mein, es ist ja eh so, dass ich für die CDU wenig Sympathie hege, aber dieser Spot ist nichts, als ein Schlag ins Gesicht des Wahlvolks. Die CDU hält offenbar die Bevölkerung für unglaublich beschränkt, dumm und dusselig.

Damit alle nachvollziehen können, was ich meine, habe ich beide Spots mal eingebunden:

Jeder, der bei der CDU einen Inhalt findet, soll bitte unbedingt bescheid sagen!!